Go Knicks! Die US Basketball Show!

April 05, 2010 Uhr |

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Im Madison Square Garden, einer der bekanntesten Veranstaltungsarenen der Welt, in der bereits Godzilla seine Eier legte, schaute ich mir ein Spiel der New York Knicks an.  Auch wenn Pat Ewing die Sneakers bereits vor langem an den Nagel gehängt hatte und es keinen würdigen Nachfolger für Air Jorden gibt, so begeistert mich dennoch die Atmosphäre und die Andersartigkeit, mit der Sportveranstaltungen in Amerika inszeniert werden. Während sportliche Auseinandersetzungen in Deutschland mit einer gewissen Ernsthaftigkeit auch außerhalb des Spielgeschehens zelebriert werden, wird in Amerika ein durchgängig professionalisiertes Rundum-Entertainmentprogramm für die ganze Familie geboten.

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Es läuft permanent Party Musik – auch während des Spiels. Man stelle sich vor Franck Ribéry tritt zu DJ Ötzi zum Freistoss an. Kaiser Franz würde bei diesem Gedanken vollständig ergrauen. Undenkbar!

Unmengen ungesunder Nahrung werden durch die Sitzreihen getragen und angeboten. Man kann sich kaum wehren: „Nein Danke, ich möchte keine Zuckerwatte“. „ Nein Danke, keine Hot Dogs“. „NEIN, kein Eis“. „KEINE, Prezels!“

Nur vor Spielbeginn dürfen die Spieler zum Einwerfen auf das Feld (siehe X6 Snippet). Ansonsten tritt in jeder Auszeit und Pause eine andere Tanzgruppe auf, von knackigen Cheerleadern, über hochgezüchtete Kindergartentanzgruppen bis hin zu Botox Rentnerinnen. Es darf schließlich keine Altersgruppe diskriminiert werden. Bei uns daheim passiert in der Pause einfach nix, da müssen wir uns nämlich anstellen, um was zu essen zu bekommen.

Trotz des wunderbaren Rahmenprogramms, optimieren viele Zuschauer ihre Anwesenheit. So konzentriert, wie Jack Nickolson und Spike Lee, die in der ersten Reihe am Spielfeld Rand saßen, verfolgte leider nur eine Minderheit das Spiel. Viele Zuschauer kamen erst zum 3. Viertel. Zur Crunsh Time wird es dann zwar richtig spannend, aber es ist auch schon die Hälfte der Spielzeit  vorbei. Viele gingen auch vor Spielende, als klar war, dass die eigene Mannschaft verlieren werden wird, um vor der Masse rauszukommen.

Ich  war vor Spielbeginn auf meinem Platz und verließ als eine der letzten den Madison Square Garden. Ich kann von high class Basketball, gespielt von athletischen Vollprofis, die mit vielen tollen Spielaktionen begeisterten, unterfüttert mit einer Vielzahl von Statistiken und eingerahmt mit einem unterhaltsamen Showprogramm gar nicht genug bekommen. Für mich ist das eine angenehme Abwechslung zum ernsthaften Sportgeschehen daheim.