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AW15m – Eine interaktive Installation für bluetoothfähige Handys 16. April 2008

Veröffentlicht von petrola in : ART, GADGETS, INTERNET , trackback

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In der Woche vom 6. bis 11. April fand in Frankfurt wieder einmal die Luminale statt, bei der Nicolas Bourbaki es sich nicht nehmen lassen wollten dieses, vor allem auf Lichtdesign konzentrierte, Festival um eine spielerische und kommunikative Komponente zu bereichern.
AW15m – eine interaktive Installation für bluetoothfähige Handys – sollte den Besuchern die Möglichkeit geben, neben dem passiven Bestaunen monumentaler Beleuchtungsaktionen, aktiv an einem Kunstwerk Teil zu haben. Das Sendungsbewusstsein war enorm und das Motto „Zeigt her Eure Bilder“ ging mit, in fünf Tagen über 500 gesendeten Fotos, deutlich auf. An zwei Sender an drei Leinwänden konnte in der Galerie Greulich ein Bild via Bluetooth gesendet werden. Ein gesendetes Bild blieb so lange zu sehen, bis es durch ein neu geschicktes, ersetzt wurde.

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Das Ergebnis waren andächtig über das Handydisplay gesenkte Häupter und strahlende Gesichter, sobald das eigene Bild groß auf der Leinwand zu sehen war. Schnell wurde dieses durch den Nachbarn ersetzt und so entflammte bei nicht wenigen der Ehrgeiz, am besten natürlich sogar alle beiden Leinwände, zu seinem eigenen Sprachrohr zu machen. Also, erstmal reinkommen, „vielleicht ein Gläschen Wein oder doch lieber Bier?“, und gründlich die Speicherkarte durchforsten. War auf dieser nicht mehr viel zu holen, ging die Suche nach Motiven in der unmittelbaren Umgebung los. Die Installation war nunmehr nicht nur Fotoalbum, sondern auch künstlerische Herausforderung. Die eigentliche Frage, die diese Installation im Vorfeld aufwarf, war nun die, welche Momente es denn eigentlich sind, die der Mensch der digitalen Welt stets bei sich zu tragen pflegt. Die Spekulationen rankten sich um kleine Kinder und Tiere, massenhaft Porno oder doch nur jede Menge Luminale Architektur. Angenehm überraschend war schlussendlich von allem was dabei. Kleine Kinder und Tiere blieben natürlich nicht aus, hielten sich aber in begrenztem Rahmen und Porno – na klar – gab’s auch (wessen Brille war das, die stolz auf einem männlichen Geschlechtsorgan thronte?). Unterm Strich kamen jede Menge Design-Schnappschüsse, geliebte Personen, Urlaubs- und Heimaterinnerungen und hemmungslose Selbstdarstellung in ihrer sympathischsten Form zusammen. Dass Äbbelwoi, Eintracht und Handkäs’ mit Musik den Sinn für’s Ästhetische fördern sei dem Frankfurter nun hiermit bescheinigt.

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Die Luminale selbst zeichnete vor allem durch Regen und gut gelaunte Besucher aus. Die Galerie Greulich verwandelte sich für diese Woche in einen wärmenden Ort mit viel Publikum abseits des geregelten Kunstmarktes an dem auch der Galerist, Andreas Greulich, seine Freude hatte. Interaktivität wurde bei der Luminale erneut eher klein geschrieben, wobei hier die Arbeiten des „Node 08 Forum for Digital Arts“ und der interaktive Kopierer von Projektionsareal kurz Erwähnung finden sollten, deren Spaß – und Wow–Faktor viele andere Arbeiten in den Schatten stellten.

Weitere Bilder zu AW15m und vor allem die schönsten von Besuchern geschickten Fotos werden die kommenden Tage auf www.nicolas-bourbaki.de zu sehen sein.

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