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Gonzales oder González – warum also entscheiden, wenn man beides haben kann?! 18. April 2008

Veröffentlicht von petrola in : ARCHIV, MUSIC , trackback

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Gonzales oder González – Volksbühne oder Admiralspalast, 20:00h oder eine Stunde später, Soft Power oder In our Nature– was für eine Qual der Wahl! Doch glücklicherweise hatte sich das Kulturkaufhaus Dussmann dem musikbegeisterten Berliner Publikum erbarmt: Bereits um 18h war ein halbstündiges Promotion-Konzert mit anschließender Signierrunde von (Chilly) Gonzales angesetzt.

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Beherzt und selbstironisch griff der studierte Jazz-Pianist in die Tasten, versatzstückte klassische Motive mit popigen Zitaten, beispielsweise aus Flashdance: She’s a Manaic. Im Rahmen seiner Solo-Darbietung war sich der Kanadier auch nicht zu schade, Take That anzustimmen. Eine zu kitschige Passage neutralisierte er mit „How ugly – and this is even more ugly!“. An anderer Stelle setzte er Kontrapunkte durch ein scheinbar wahlloses Hauen in die große Oktave. Unter Soft power mag man anderes verstehen. Doch die Anwesenden waren begeistert und ließen sich von der energiegeladenen Instrumental-Auftritt anstecken. Ebenfalls in der Friedrichstraße, genauer im Admiralspalast, gingen zwei Stunden später die Feuerzeuge an.

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Jedoch nicht, weil die Kombination aus klassischer Gitarre und markanter Stimme von José González dazu animiert hätte. Stattdessen versuchten viele auf dem Ticket zu entziffern, wer denn die Vorband sei. Dem war für einen Opening Act eine durchaus gute Performance vorangegangen: ein bisschen wie Jewel Kilcher früher, nur dunkelhaarig, weniger naiv und kitschig. Doch als Death Vessel in Form des einzigen Gruppenmitglieds Joel Thibodeau ein paar erklärende Worte an den Saal richtete, war das Erstaunen groß: Gefühlte drei Oktaven rutschte sein Sopran beim Sprechen in den Keller. Es dauerte einen halben Song bis das Gemurmel wieder verstummte. Der Headliner Gonzaléz überraschte kaum, lieferte allerdings exakt die Qualität, die den hohen Ticketpreis rechtfertigte: Puristisch inszenierte Stücke, teilweise begleitet von zwei Musikern mit Bongos und Klaghölzern. Die wenig geheimen Wünsche seiner Zuhörer befriedigte der schwedische Singer-Songwriter mit Heartbeats und Teardrop. Erstere honorierten das später mit viel Applaus. Gonzales oder González – warum also entscheiden, wenn man beides haben kann?!

Fotos & Text: Eva Sieburg

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