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Alley Cat | Brave Bordsteinschwalbe 1. August 2008

Veröffentlicht von petrola in : ARCHIV, Blätterwald , trackback Versende diesen Beitrag an Freunde Versende diesen Beitrag an Freunde

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Was macht Frauen an? Diese Frage beschäftigt die Macher von Erotikmagazinen mit weiblicher Zielgruppe seit Jahren. Die amerikanische „Playgirl“ zum Beispiel, zeigte vor allem gestählte und geölte Männerkörper, wurde damit jedoch nicht zum must-have der aufgeklärten Frau, sondern zum Freizeit-Accessoire für Schwule. Das Kölner „Jungsheft“ dagegen, das ganz ohne Verlag mittlerweile die sechste Auflage stemmt, präsentiert meist völlig untrainierte Jünglinge, die durchaus auch mal „Latte“ zeigen, weshalb das Heft laut Gesetzgebung als Porno deklariert werden muss. Mit einem ganz anderen Anspruch kommt die Düsseldorfer Neuerscheinung „Alley Cat“, übersetzt: Bordsteinschwalbe, daher.

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Auf „100 Seiten Lust auf Lust“ sind nur acht Männer-Fotografien zu finden. Die sind aus den Bildbänden „Eros“ von Jeff Marano und „Men Exposed“ von Peter Arnold ausgeliehen. Man sieht glänzende Haut, ästhetisch inszenierte Körper und das alles in schwarz-weiß. Mit Porno hat das nichts zu tun - soll es auch nicht, so die „Alley Cat“-Chefredakteurin und Herausgeberin Ina Küper. Die 24-jährige legt besonders großen Wert auf Ästhetik und findet, „dass Erotik für Frauen nicht schwerpunktmäßig aus nackten Männern besteht“. Deshalb werden der geneigten Leserin hauptsächlich schlanke, perfekt geschminkte Geschlechtsgenossinnen in Unterwäsche präsentiert. Und selbst wenn die Brüste der Modelle einmal nicht bedeckt sind, die Fotos sehen immer aus, als ob sie jederzeit auch als Parfumwerbung durchgehen könnten. Frivoles oder Provokantes findet man hier nicht.

Die Idee zu dem Heft kam Ina Küper während ihres Modejournalismus Studiums an der Düsseldorfer „Akademie Mode & Design“. Für eine Semesterarbeit sollte sie ein neuartiges Magazin entwerfen, ging zu Recherchezwecken in ein Zeitungskiosk und bemerkte: Frauen fehlt adäquate Erotik. Angetrieben von dieser Entdeckung entwarf sie zusammen mit zwei Kommilitoninnen „Alley Cat“, ließ auf eigene Kosten 5000 Exemplare drucken und schließlich an ausgewählte Zeitschriftenhandlungen verteilen.

Neben Fotos präsentiert das Hochglanzmagazin auch Dessous und preist Beauty-Artikel an. Außerdem gibt es unter anderem ein Interview mit „Telefonsex-Profi“ Nicole Kuhlert, eine Reportage über eine Sextoy-Party und eine Anleitung zur perfekten Stimulierung der Klitoris. Doch alles in allem erscheint „Alley Cat“ noch etwas zu brav, um „Deutschlands erstes Erotikmagazin für Frauen“ zu sein, so wie es auf der Homepage steht. Ein keines bisschen Frivolität könnte nicht schaden. Außerdem findet man ähnliche Themen und Bilder auch in anderen Magazinen, das macht die Neuerscheinung verwechselbar und lässt sie eher wie ein Lifestyle-Magazin wirken.

Im September wird die zweite Ausgabe am Kiosk liegen. Diesmal mit mehr Männerfotografien, verrät Ina Küper. Und spätestens bei den Verkaufszahlen wird sich zeigen, ob „Alley Cat“ Frauen anmacht.

Txt: Melanie Fuchs

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