Romy-Roman | Ende einer Nacht 26. September 2008
Veröffentlicht von petrola in : ARCHIV, BLÄTTERWALD , trackback
Romy Schneider wäre am 23. September 70 Jahre alt geworden. Weil sie eine der größten Schauspielerinnen ist, die Deutschland je in die Welt entlassen hat, gibt es zahllose Bücher über ihr Leben: Von ihrer Tochter Sarah Biasini, von Bewunderinnen wie Hildegard Knef, Kritikerinnen wie Alice Schwarzer. All diese Biografien schildern das rein Faktische, von der schillernden Karriere über die scheiternden Beziehungen, die fatale Tabletten- und Alkoholsucht, den tragischen Unfalltod ihres Sohnes – bis zum geheimnisvollen Ende der Schauspielerin im Mai 1982. Eigentlich, so scheint es, ist alles gesagt. Eigentlich.
Olaf Kraemer
Denn genau in dieser Todesnacht setzt der Roman von Olaf Kraemer an und schildert die letzten sieben Stunden der Romy Schneider. Deshalb auch ein Roman – denn wirklich dabei gewesen ist Kraemer natürlich nicht. Trotzdem kommt er Romys Verzweiflung, ihrer Depression, ihrer Drogensucht näher als die meisten Biografien. Was dachte sie, als sie die finale Champagnerflasche leerte? Dachte sie sich überhaupt etwas bei der letzten Schlaftablette, die sie damit runter spülte? Auch Kraemer (der bereits „High Times“ über Uschi Obermaier schrieb) kann hier, natürlich, nur mutmaßen. Womit er vor allem eines deutlich macht: Dass über die Schauspielerin Romy Schneider wahrscheinlich nie alles gesagt sein wird.
Text: Susanna Riethmüller
Olaf Kraemer: „Ende einer Nacht. Die letzten Stunden von Romy Schneider“. Blumenbar, 200 S., 17,90 Euro
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