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“I just wanted you to love me” | Die Galerie Wagner+Partner inszeniert das Drama der Unsterblichkeit in Berlins neuer Mitte 28. September 2008

Veröffentlicht von petrola in : ARCHIV, ART , trackback

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Joint mit Kurt Cobains Asche, Natascha Stellmach „Gone“, Courtesy „Wagner+Partner“©Sarah Hegenbart

Warum darf Kurt Cobain nicht sterben? Die Künstlerin Natascha Stellmach ärgert es, dass der schon seit 1994 tote Nirvana-Frontman immer noch still alive sein muss. Da sie vor Kurzem in den Besitz seiner Asche gelangte, errichtet sie ihm jetzt in der Karl-Marx-Allee 87 seine letzte Ruhestätte. In einem Joint.

Momentan ist dieser noch in einer Vitrine inmitten der Galerie „Wagner+Partner“ zu sehen. Nach Ende der Ausstellung möchte die Künstlerin das Gemisch aus Asche und Hasch dann aber rauchen. Stellmach will Kurt Cobain so endlich erlösen, indem sie ihn gehen lässt. Da alleine rauchen doof ist, können sich enthusiastische Cobain-Befreier auch noch an der Aktion beteiligen. Dafür sollte man sich lediglich mit einer kurzen Begründung in der Galerie bewerben.

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Kurt Cobains letzte Ruhestätte in der Galerie „Wagner+Partner“©Sarah Hegenbart

Eben so unsterblich wie Kurt Cobain sind Spams. Obwohl sie niemand haben will, scheinen sie unauslöschlich zu sein. Eine Gruppe anonymer Künstler reagiert auf die Verspammung, indem sie Spams einfach zur Kunstform erklärt. Bisher gab es die durch Spam inspirierten Videos wie „The Lonely Girls“ oder „The Lottery“ nur im Internet. Für „Wagner+Partner“ verkörperlichte sich das virtuelle Projekt SPAM-the musical erstmalig in Form einer Rauminstallation.

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“SPAM the musical”, Courtesy „Wagner+Partner“©Sarah Hegenbart

Auch der durch die Gläserserie „Tag um Tag guter Tag“ bekannt gewordene Peter Dreher beschäftigt sich mit dem Topos „Tod“. Er führt uns die Unmöglichkeit die Welt für immer ganz zu verlassen radikal vor Augen, indem er in Warholscher Manie Totenköpfe seriell aneinander reiht. „Du kannst dieser Welt nicht entkommen“, schreien uns diese hämisch grinsenden Schädelskelette an. Irgendwie bleibt immer etwas vom Vorhandenen zurück. Das Geschehene kann nie vollständig negiert werden.

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Peter Dreher „Totenköpfe“, Courtesy „Wagner+Partner“©Sarah Hegenbart

Dieser Tatsache sind sich auch „Wagner+Partner“ bewusst. In ihren Anfang September neu eröffneten Galerieräumen haben sie die Zeichen der Zeit nicht nivelliert, sondern vielmehr wieder freigelegt. Dementsprechend präsentieren sie ihre Kunst nicht in einem White Cube, sondern in Räumlichkeiten, die die DDR-Architektur erkennen lassen. Spätestens wenn im Oktober die Galerie Capitain & Petzel in unmittelbarer Nachbarschaft eröffnet, wird sich die Frage stellen, ob die Karl-Marx-Allee zu Berlins neuer Mitte wird.

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Die Galeristin Margret Uhrmeister in ihren neu eröffneten Räumen in der Karl-Marx-Allee ©Sarah Hegenbart

WAGNER + PARTNER
Karl-Marx-Allee 87
10243 Berlin

Telefon +49 (0)30 21 960 137

Öffnungszeiten:
Di – Sa 12 – 18 Uhr und nach Vereinbarung

Txt: Sarah Hegenbart

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