Zonenreisender 30. September 2008
Veröffentlicht von petrola in : ARCHIV, BLÄTTERWALD , trackback
Wie lebte es sich eigentlich, damals in Ostberlin. Glaubt man den unzähligen Kalter-Kriegs-Thrillern aus den USA, muss es ziemlich dunkel und grau gewesen sein. Es wird angenommen, dass alle Menschen bei der STASI arbeiteten und den einzigen Spaß, den Bewohner der DDR hatten, war zu rauchen und konspirativ durch die Gegend zu gucken.
Ungewöhnlich, dass erst ein Finne kommen muss, damit die Vorurteile aus dem Weg geräumt werden können. Mit seinem liebevollen Fotoband „Unter dem Himmel Ostberlins“ zeigt und zeichnet der Fotograf Juhani Seppovaara ein gänzliches anderes Bild von Ostberlin. Farbfotografien einer längst vergangenen Zeit, die noch gar nicht so lang zurückliegt.

Juhani Seppovaara
Juhani Seppovaara kennt das Klischee des schmuddeligen Ostberlins und sagt dazu: “Viele glauben, dass das Leben in Ostberlin grau war.” Aber für ihn sei es genau das Gegenteil gewesen. Und das beweist er beeindruckend mit seiner Fotosammlung und einem Blickwinkel auf eine scheinbar völlig fremde Welt. Farbenfrohe Bilder zeigen das wahre Leben Berlins in den Achtziger Jahren. Zeigen endlich, dass es ein Leben gab, ganz anders als die Klischees von Stasi und Traurigkeit.
1947 in Helsinki geboren, arbeitet Seppovaara lange Zeit als Finanzverwalter, reiste aber in seiner Freizeit nach Ostberlin, Ende der Neunziger erst gab er seinen Job auf und widmete sich der Fotografie und dem Schreiben. Sein Buch “Unter dem Himmel Ostberlins” gilt aufgrund der Fotografien und des interpretierten skandinavischen Blickwinkels als der literarische Exportschlager schlechthin.
Interviews mit Ostberlinern, die Seppovaara auf seinen Reisen nach Ostberlin gefilmt hat:
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