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Der Kampf der Mähdrescher 2. Oktober 2008

Veröffentlicht von petrola in : ARCHIV, BLÄTTERWALD , trackback

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Mähdrescher können kämpfen? Sie können. Übergeordnet zumindest, in 16 absurden, realistisch unrealistischen Geschichten, die zwar aus dem wahren Leben stammen, sich aber schnell in, sagen wir, abstraktere Gefilde hochschrauben. Es geht zunächst um simple Dinge wie Heimat oder Kunst. Um Lokalpatriotismus und die Frage, warum es so schwer ist, als Zugezogene von Hamburgern akzeptiert zu werden. Nur weil man „Schpitzer Schtein“ sagt und nicht, ganz Hanseat, „Spitzer Stein“ ohne „sch“.

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Ina Bruchlos

Alltagsanekdoten eben – soweit, so gut, so gar nicht neu. Aber: Spätestens nach einer kurzen Einleitung kreiselt sich Bruchlos in kurvige Gedankenkaskaden hinein, die schon mal im Tierreich anfangen und im Religiösen enden können. Die Autorin, das merkt man, denkt gerne nach. Um dann noch einmal über das Nachgedachte nachzudenken und schließlich auch das noch einmal gründlich zu überdenken.

Klingt schlimm, ist aber tatsächlich sympathisch autistisch. Und macht Spaß, wenn man bereit ist, sich auf den bruchlos’schen Humor einzulassen und nicht erwartet, dass jeder Anfang auch ein Ende hat. Das ist charmant, schrappt hin und wieder am Sinn machen vorbei und ist angenehm selbstironisch und klug. Ein literarischer Gruß aus der Ecke: Es wird Leute geben, die das nicht mögen. Alle anderen werden es lieben.

Ina Bruchlos: „Der Kampf der Mähdrescher“. Minimal Trash Art, 112 Seiten, 9,90 Euro

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