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Ein Ding der Öffentlichkeit | re:publica 09 2. April 2009

Veröffentlicht von petrola in : ARCHIV, INTERNET , trackback

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Tag eins

Kippe, Kaffee, Kippe

Nach Begrüßung und allgemeiner Eröffnungskeynote durch Johnny Häusler der erste Vortrag auf englisch: John Kelly untersucht Verlinkungen innerhalb der verschiedenen Blogosphären. Paradox: die Erkenntnisse des Blogforschers zu den einzelnen Sprachsphären, insbesondere der englischsprachigen und deutschen, sind jetzt für sich genommen nichts Besonderes. Aber auf der anderen Seite überrascht es dann doch, wie groß die Unterschiede zwischen den einzelnen Sprachen sind, beispielsweise der „westlichen Welt“ im Vergleich zu etwa der iranischen oder afghanischen. Und wie sehr die Nutzung bestimmter Internettechniken bzw. -seiten das Link- und damit auch das Leseverhalten bestimmen, wie man am exceptionellen Beispiel der russischen Blogosphäre sehen kann.

Kaffee, Kippe, Club-Mate

Podiumsdiskussion moderiert von Thomas Knüwer zum Thema „Blogs in Deutschland“. Es fragen sich Markus Beckedahl, Robert Basic, Stefan Niggemeier und ein weiterer, dessen Namen ich jetzt nicht im Programm nachlese, was das mit dem Internet vollschreiben bringt. In finanzieller Hinsicht, an Einfluß und überhaupt. Man kommt natürlich nicht um die Themen Anonymität/Datenschutz vs. Verantwortung, Quellerei und dem leidigen Blogger/Journalistigkeit herum. Ergebnisse, allerdings, sehen anders aus.
Wenigstens eine klare Antwort auf eine Frage aus dem Publikum: Die Beschwerde, als Blogger keinen Presseausweis zu bekommen oder wenn, dann nur unter erschwerten Bedingungen, ist einhellig nicht nachvollzogen worden. Ich habe auch direkt getwittert, was ich von der Idee halte. Es geht bei der Verwirklichung des Bürgerjournalismus doch gerade darum, die Informationshoheit nicht einer auserwählten Elite zu überlassen. Uneinig ist man sich hingegen bei der Frage der Organisiertheit: Soll man sich gewerkschaftlich verbändeln, mit dem Journalistenverband anbändeln oder etwas ganz Neues gründen? Typisch deutsche Vereinsmeierei, was meiner Meinung nach letztendlich der Prophe(Ver)zeihung „bloggender Landschaften“ entgegensteht.

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Kippe, Mittagessen (indonesisch), Kippe, Kaffee, Kippe

Die beiden IBM-Werbeveranstaltungen mal gekonnt ausgelassen. Dann ein kurze Vorstellung des Projekts Moon 2.0; scheint eine krude Sache zu sein, die Bühnenperformance ist optimierbar, aber ich mag das Motto: „Let‘s do rocket science!“ Dann ein Vortrag zum Thema Internetzensur. Freedomhouse hat eine Studie zur Situation in 15 Ländern vorgelegt, von Brazilien über afrikanische Staaten, Estland, Arabien bis Fernost. Keine Frage.

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Schließlich die nächste Diskussion auf der Bühne des wirklich großen Friedrichstadtpalastes. Seltsame Location für so einen Event, muß man wohl branchensprechtypisch sagen. Die Verpflegung ist messetypisch, also schlechter Kaffee und abgestandene Belegbrötchen. Und das W-LAN funktioniert auch nicht wirklich. Die zeitweise also per SMS befüllte Twitterwall jedenfalls stiehlt der Gesprächsrunde die Show. Nur Jakob Augstein muß sich relative Unspitzen für die Entscheidung gefallen lassen, den neuen Freitag nicht nur online herauszubringen. Dabei kann man seiner Feststellung, daß Entscheider in Politik und Wirtschaft eben keine Blogs lesen, sondern (noch?) ziemlich printfixiert sind, eigentlich wenig entgegensetzen, finde ich. Und Peter Hogenkamps Blogwerk scheint redaktionell doch ziemlich konservativ aufgestellt zu sein. Dem Themenkomplex „Journalismus und Blogs“ ist da nichts Neues abgewonnen worden. Ich weiß auch nicht, ob man hier mehr tun kann als Kreisdreherei.

Kippe, Kaffee, Kippe

Der Gründer von  4chan.org hat zwar Eier, aber seine Vorstellung reißt mich nicht so vom Hocker, daß ich nebenher nicht diesen Text schreiben könnte.
Die dritte Diskussion ist ein großnomadiges Gespräch dreier Microblogging-Fans, welches sich am besten mit einem Wort beschreiben lässt: langweilig.
Hoffen wir also auf den Abschluß des ersten Tages, das angekündigte Live-Game-Show. Ich klappe jetzt mal das MacBook zu und danach heißt es:

Kippe, Bier, Bier, Bier, Bier, Bier, Schnaps

Bis morgen!

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