Call it Gesamtkunstwerk, if you like.

Kategorie: | October 31, 2009 | von

MODERAT MIT PFADFINDEREI

0 Call it Gesamtkunstwerk, if you like.

Als ich diesen Sommer nach einem langen Tag im WMF stand, die Luft war stickig, es ging auf Mitternacht zu, der Laden wurde immer voller, und ich wartete, wartete, wartete – da dachte ich: gleich schlaf ich ein. Oder ich fall in Ohnmacht. Oder schmelze einfach und werde morgen vom Dancefloor gewischt, und das wars. Dann kamen drei Jungs auf die Bühne, und innerhalb von 10 Minuten war das alles vergessen. Innerhalb von 20 Minuten schwitzten alle um mich rum wie Sau. Weiterlesen »

This contains work

Kategorie: | October 31, 2009 | von

Es gibt Situationen, da macht die Arbeit keinen Spaß. Das liegt oft nicht einmal an der Arbeit selbst, sondern an eben der Situation. Zum Beispiel Interviews. Nun sind Journalisten sowieso eine aussterbende Spezies und die beiden Links gerade damit wohl lediglich für Historiker von Interesse. Oder halt: Solange die Tagesschau ihre Berichte über Tarifverhaldlungen und Arbeitslosenquote immer noch mit Archivmaterial von den Hochöfen ThyssenKrupps und den Fließbandfabriken deutscher Autobauer bebildert, statt die Kamera einfach mal ins St. Oberholz zu halten, ist es noch ein weiter Weg, bis sich Arbeitslebensentwürfe jenseits der vollbeschäftigten Festanstellung im allgemeinen Bewußtsein festsetzen. Weiterlesen »

Beck to the roots! Gold Experience.

Kategorie: | October 30, 2009 | von

von Kathrin Schäfer

becks15 700 Beck to the roots! Gold Experience.

“Kreativität=Bewegung?” – stand auf der, über Stunden langsam Bunt gewordenen Leinwand der Künstler …

Das gestrige “Beck’s Gold Urban Experience” war eine urbane Studie, die sich mit allem befasste was in einem Raum passieren kann wenn komprimiertes Schöpfertum zusammenströmt. Bewegungen wurden festgehalten, Arbeitsschritte gefilmt, Brot gebacken, Rauminstallationen bemalt, mit der Carrera-Bahn gespielt, Weiterlesen »

Beats bis aufs Blut

Kategorie: | October 30, 2009 | von

artikel bloodshoes Beats bis aufs Blut

Blood Red Shoes im Interview

Angekündigt wurden sie auf dem Nokia sally*sounds 09 Festival wie folgt: “Jetzt kommt die Band, auf die ihr alle gewartet habt.” Wer dabei an Maxïmo Park dachte war eindeutig hot-shit-unterernährt. Denn die wahren Helden des Abends waren nicht die Männer aus Newcastle, sondern zwei Sprösslinge und Vielkönner aus Brighton. Weiterlesen »

Alles im grünen Bereich

Kategorie: | October 30, 2009 | von

new green title miguel martinez spanier Alles im grünen BereichFoto via Spanier.

Cool ist mit Balkon, die Mietwohnung mit Draußen-Option. Mehr geht fast nicht für „Jedermanns“ im urbanen Mittendrin. Da ists auch OK, wenn der schweifende Blick an Häuserfassaden entlang klettert. Am Wochenende zur Erholung dann schön aufs Land oder an die See, und unter der Woche joggen im Park und Kräuterbeet im Blumenkasten jäten. „Ins Grüne“ gibt’s im Supermarkt. Das Konsum-Naturerlebnis zum Essen, Tragen und Trinken.  Und Yoga bringt den Einklang. Wenn nicht mit der Natur, dann zumindest mit dem Ich und der Welt.

Der sogenannte moderne Mensch in seiner urbanen Lebenswelt hat viel von allem und wenig vom Grün.
Das muss sich ändern. Für`s Klima, für das gesellschaftliche Miteinander und für die Lebensqualität. Das sagen Stadtplaner, Architekten, Künstler und Botaniker.

Der Mensch braucht grün, die Städte auch. So geht das nicht weiter. Deswegen passiert viel und das ist spannend.
Neue Gärten für die Städte. Ein kleiner Ausflug in die Angebotspalette:

Urbane Landwirtschaft:
urbanelandwirtschaft prinzessinnengarten1klein1 Alles im grünen BereichFoto via Prinzessinnengarten

Urbane Landwirtschaft hat mit den Knochenarbeiten Heu einfahren, Spargel stechen, Tabak fädeln und Ställe misten zwar wenig gemein, stellt jedoch das Miteinander arbeiten, die gemeinsame Bewirtschaftung städtischer Freiflächen, ins Zentrum der Sinnhaftigkeit. Und das kann aussehen, wie der Prinzessinengarten am Moritzplatz in Berlin. Inspiriert von „agrikultura urbana“ Projekten, wie sie zum Beispiel in Nordamerika, in Chile und auf Kuba seit Jahren betrieben werden, verwandeln der Historiker Marco Clausen und der Filmregisseur Robert Shaw den brach liegenden „Transitraum“ Moritzplatz in einen Ort zum verweilen und miteinander Machen. In ihren Worten:

“Wir werden die Brachfläche am Moritzplatz temporär nutzen. Für mindestens 2 Jahre werden wir auf ihr Bio-Gemüse in
Hochbeeten ziehen, d.h. unabhängig vom vorgefundenen Boden. Unsere Gärten werden mobil sein und nach Ende der jeweiligen Nutzung an einen anderen Ort ziehen, an dem Licht, Wasser und Öffentlichkeit zu finden sind – das kein ein Hochhausdach oder ein Parkdeck ebenso gut sein wie eine weitere  Brachfläche.

Der Prinzessinnengarten soll ein Ort des Lernens sein, an dem vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene aus dem Quartier sich Wissen und Kompetenz für einen nachhaltigen Lebensstil aneignen können und gemeinsame an einer zukunftsfähige Stadt arbeiten.

prinzessinengarten 2tryp dominique2 Alles im grünen BereichFoto via Prinzessinnengarten

Unser Garten wird aber auch ein Ort des Genießens und Erholens sein. In einem kleinen Gartenrestaurant wird man dabei zusehen können, wie das frisch geerntete Gemüse direkt weiterverarbeitet wird.
Wir haben nicht warten können bis man uns eine bessere Stadt errichtet. Wir haben schon einmal angefangen und uns
selbst ermächtigt, Freiräume zu nutzen und diese Stadt mitzugestalten. “ Mehr über Prinzessinengarten hier.

Vertikale Gärtenparabienta Alles im grünen BereichParabienta, Japan via Chemicallygreen

Wo wenig Platz und viel Beton ist höher immer die Option für mehr. Für mehr Mensch, für mehr Fläche, für mehr Arbeits- und Lebensraum. Und seit Patrick Blanc, der gerne als Leitfigur für grüne Wände genannt wird,  auch für vertikale Gärten. Die werden an die Wand geklebt und wenn`s gut läuft sind sie Schmuckstück und CO2 Kompensatoren zugleich. Das funktioniert innen wie außen und sieht so aus:

living walls2 Alles im grünen BereichCaixaForum Museum Madrid via Chemicallygreen & The Siam Paragon Shopping Center via PingMag

Eva hat sich auf ihrem Blog ebenfalls mit neuem Grün in großen Städten beschäftigt und zeigt unter anderem weitere Beispiele für vertikalen Gartenbau.

Wolkengärten:
daniel liebeskind green new york tower  Alles im grünen BereichBilder via Designboom

Utopistische Visionen für grünere Städte reichen sich die Hand mit Wolkenkratzerarchitektur und der Idee von grünem Leben in hohen Häusern.  Die Entwürfe sind spektakulär. Wie sie im echten Leben und in echten Städten umgesetzt werden, wird sich in den nächsten Jahren jedoch erst zeigen. Oben zeigt Daniel Libeskind seinen Entwurf eines grünen New York Towers und unten gibts Visionäres, das dem Libeskind in keinster Weise nachsteht:

garden skycrapper 2 Alles im grünen BereichSingapur`s EDITT Tower via momoy.
sky garden 1 Alles im grünen BereichThe Oliv via lushhomemedia.
mumbaigreen Alles im grünen BereichMumbai`s “Green Tower” via Inhabitat.
Mehr über grüne Architektur und Skyfarms gibt es unter anderem bei Treehugger, Jetson Green und ScysraperCity.


Gartenkunstbio accessoires fb small bio 37 Alles im grünen Bereich
Foto via Bioaccessoires

Nach dem Übervisionären darf der Blick auf die Heiterkeit im Gartenkontext nicht fehlen.
Weitaus unbefangener als ich der großen Architektur geht es bei den Guerilla Gärtnern zu, die dank Vanessa Harden nun auch subversive Accessoires zur Hand haben. In Würzburg nimmt man den Begriff  “mobile Gärten” wörtlich und Moos Graffiti ist die Wandkunst der grünen Underdogs. Bioaccessoires wartet mit Gärten zum Anziehen auf und Beton + Garten zeigt täglich Unkonventionelles aus der Bau- und Botanikerwelt. High Five für die Grüne Daumenfraktion.bio accessoires fb small bio 27 Alles im grünen Bereichbio accessoires fb small bio 71 Alles im grünen BereichFoto via Bioaccessoires

Null Frust mit linker Lust II

Kategorie: | October 29, 2009 | von

pornfilm liv ullmann Null Frust mit linker Lust II
(Liv Ullmann täuscht für Regisseur Ingmar Bergmann sexuelle Erregung vor, „Szenen einer Ehe“, 1973)

Das 4. Pornfilmfestival in Berlin ist abgespult. Und es hat eine dramatische Erkenntnis gebracht. Frauen und Männer sind wirklich unterschiedlich. Nein, nicht auf dem Niveau von „Frauen können nicht einparken und Männer nicht zuhören“. Viel existentieller. Frauen verlangen nach Porno mit Narration und Charakteren auf Spielfilmlänge. Sonst törnt es sie nicht an. Und Männer stehen auf kurze Videoclips, die ohne Umschweife in medias res gehen. Sonst spulen sie vor.
Die Aufgabe der alternativen Pornoindustrie scheint genau in solchen erzählerischen Langfilmen zu liegen, wenn man dem Tenor der Podiumsdiskussion „Chicks with Guts“ folgt. Die sechs Regisseurinnen Ovidie, Anna Brownfield, Shine Louise Houston, Julie Simone, Anna Peak und Renee Pornero waren sich einig, dass Porno stärkere Erzählungen bräuchte, realistischer sein müsse, sich mehr an Regisseuren wie Pedro Almodovar, Martin Scorsese oder den Coen Brüdern orientieren solle. „Französisches Kino inspiriert mich. Wenn es in französischen Mainstreamfilmen heiß wird, dann möchte ich die Situationen weitertreiben“, gibt die Wienerin Renee Pornero als Motiv an.

pornfilm mommartz Null Frust mit linker Lust II
(Renate täuscht für Künstler Lutz Mommartz sexuelle Erregung vor, „Weg zum Nachbarn“, 1968)

Anna Brownfields „The Band“, ein Grunge’n’Cunt-Film aus dem Lederrocker-Groupie-Milieu, wird als Vorzeigebeispiel angeführt. Ein Underground-Roadmovie mit Liebe, Eifersucht, Verzweiflung, Gefühlskarussell – und ausgedehnten Sexszenen. Und genau da liegt die verfickte Sense im Heu. Sex und Narration bestärken sich nicht, sie sabotieren sich. Wer auf die Narration achtet, den ärgert die Länge der Sexszenen, die für die Geschichte so zwingend sind wie Werbeunterbrechungen im Fernsehfilm. „Spritz endlich ab, Blödmann, ich will wissen, ob das nächste Konzert der Band endlich zu ihrem Durchbruch wird.“ Und wer auf ejakulierende Rockerschwänze steht, der fühlt sich durch die Story ausgebremst.

Entweder kann ich einen Film als erzählerische Kunst betrachten oder als sexuelles Werkzeug. Eine ganze Generation von Vätern erinnert sich an “Die Sünderin” von 1951 nur wegen der nackten Hildegard Knef. Da wurde im kollektiven Bewusstsein ein Spielfilm auf ein sexuelles Werkzeug verkürzt. Beides zu verbinden, geht nicht. Das wäre so, als würde man klassische Gemälde auf Klopapier drucken. Entweder betrachte ich die Kunst – oder ich wische mir den Arsch ab. Wenn ich bei einem Porno darauf achte, dass die unterschiedlichen sexuellen Praktiken und Konstellationen schön paritätisch über den Film verteilt werden und auch immer brav Safer Sex eingehalten wird, dann komme ich mir vor wie ein Beamter des Ordnungsamtes auf Puff-Inspektion, der sich heimlich im Dienst einen abschüttelt.

Frauen scheint das nicht so zu gehen. Das ist wahrscheinlich das Multitasking-Ding. Intellektuelle UND sexuelle Stimulanz? Bin ich denn schizophren? Aber Frauen macht diese Zweigleisigkeit scheinbar keinerlei Problem.

pornfilm schramm Null Frust mit linker Lust II
(Roman Schramm täuscht an: Männer sind Schwanz-gesteuert. (Roman Schramm, „Beinchen“, 2009))

Männer sind primitive Schweine, Schwanz-gesteuert, und bei Frauen läuft sogar bei der Selbstbefriedigung der soziale Radar, Herz-gesteuert.
Das wäre eine recht niederschmetternd Gender-reaktionäre Erkenntnis zum Abschluss des feministischen Pornfilmfestivals. Um das nicht so stehen zu lassen, hilft nur eins: Ich rufe eine „Women love YouPorn“-Gruppe ins Leben. Wollen wir doch mal sehen.

Vom Wortspiel zum Ortspiel – DILETTANTEN!

Kategorie: | October 29, 2009 | von

Kunst im öffentlichen Raum hat zumeist etwas Berührendes. Wenn sie uns dort erwischt, wo unsere Gewohnheiten das Kognitive längst zur tauben Marionette der Alltagsrhytmik gemacht haben, durchbricht sie das mit einem frohlockenden “Haha, das ist ja aber witzig!”

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Dann steht man irgendwo, wo einst der Fuß schon den Asphalt berührte, aber die semantische Bezugsgröße hat sich geändert, weil wieder irgend so eine verrückte Künstlergruppe die Gesellschaft auf die gewohnheitstierische Langeweile aufmerksam zu machen weiß und beispielsweise wie Redretro, die das schon an der ein oder anderen öffentlichen Beschilderung, vorzugsweise jener in Metros, eindrucksvoll bewiesen hat. Ah, ich wollte doch gar nicht zu Voltaire, naja, lassen wir das. Weiterlesen »

The Films – “Heise Scheise” aus Übersee

Kategorie: | October 29, 2009 | von

Das große Musikkarussell beim Nokia sally*sounds 09 Festival setzten am Samstag “The Films” in der Columbiahalle in Gang. Zwar deutlich weniger energetisch als ihre Bühnennachfolger, läuteten die adretten vier Highschool-Freunde aus Übersee den Abend mit glamrockig leichten Musikseifenblasen ein. Dramaturgisch perfekt, im Vergleich etwas drucklos, aber hübsch anzusehen. Weiterlesen »

Jesus Junk – Die Krippenkunde

Kategorie: | October 28, 2009 | von

Krippe Oliver Fabel Jesus Junk   Die Krippenkunde
Bis Weihnachten ist es zwar noch ein bißchen hin. Für alle, die jedoch jetzt schon das Handgeschnitze im elterlichen Wohnzimmer fürchten, eine kleine visuelle Exkursion in die Welt der Weihnachtskrippen. Zehn Mal Jesus Junk vom Feinsten.

1. Der Krippenschuh

nativity shoe Jesus Junk   Die Krippenkunde

via

2. Krippenensemble für Knitmaniacsknitted nativity scene Jesus Junk   Die Krippenkundevia

3. A-Romantisches Krippengemäldechristmas nativity in tallaght nativity painting Jesus Junk   Die Krippenkundevia

4. Badeentenkrippenativity ducks Jesus Junk   Die Krippenkundevia

5. Interaktive Krippenszenerie mit Soundinteractive nativity scene Jesus Junk   Die Krippenkundevia

6. Coca-Cola Dosen Recycling coca cola nativity unusual recycled cool nativity scenecokecannativity Jesus Junk   Die Krippenkundevia

7. Krippensnackchocolate nativity scene Jesus Junk   Die Krippenkundevia

8. Ballon-Krippeballoon nativity Jesus Junk   Die Krippenkundevia

9.  Krippe fürs Handgelenkunusual cool odd nativity watch Jesus Junk   Die Krippenkunde
via

10. Lego Hardliner Krippelego nativity2 Jesus Junk   Die Krippenkundevia

Und natürlich die oben gezeigte Bauklotz-Krippe des Berliner Künstlers Oliver Fabel.

Rückeroberung

Kategorie: | October 27, 2009 | von

Abertausende Werbeflächen pflastern die Straßen zu und bestimmen das sich weltweit immer mehr ähnelnde Gesicht unserer Städte.  Nebeneinander, untereinander, übereinander angebrachte Konsumaufforderungen, die niemand ernsthaft braucht. Kopf abwenden, Augen verschließen? Der bequeme Weg, bringt aber bekanntlich nicht viel. Deshalb verfolgen immer mehr Menschen eine neue Taktik: Sie erobern sich die Vorstellung ihrer Stadt mittels Farbe und eigenen Plakaten zurück.


rückeroberung Luna Park Rückeroberung

Luna Park via Flickr

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