Foto via Spanier.
Cool ist mit Balkon, die Mietwohnung mit Draußen-Option. Mehr geht fast nicht für „Jedermanns“ im urbanen Mittendrin. Da ists auch OK, wenn der schweifende Blick an Häuserfassaden entlang klettert. Am Wochenende zur Erholung dann schön aufs Land oder an die See, und unter der Woche joggen im Park und Kräuterbeet im Blumenkasten jäten. „Ins Grüne“ gibt’s im Supermarkt. Das Konsum-Naturerlebnis zum Essen, Tragen und Trinken. Und Yoga bringt den Einklang. Wenn nicht mit der Natur, dann zumindest mit dem Ich und der Welt.
Der sogenannte moderne Mensch in seiner urbanen Lebenswelt hat viel von allem und wenig vom Grün.
Das muss sich ändern. Für`s Klima, für das gesellschaftliche Miteinander und für die Lebensqualität. Das sagen Stadtplaner, Architekten, Künstler und Botaniker.
Der Mensch braucht grün, die Städte auch. So geht das nicht weiter. Deswegen passiert viel und das ist spannend.
Neue Gärten für die Städte. Ein kleiner Ausflug in die Angebotspalette:
Urbane Landwirtschaft:
Foto via Prinzessinnengarten
Urbane Landwirtschaft hat mit den Knochenarbeiten Heu einfahren, Spargel stechen, Tabak fädeln und Ställe misten zwar wenig gemein, stellt jedoch das Miteinander arbeiten, die gemeinsame Bewirtschaftung städtischer Freiflächen, ins Zentrum der Sinnhaftigkeit. Und das kann aussehen, wie der Prinzessinengarten am Moritzplatz in Berlin. Inspiriert von „agrikultura urbana“ Projekten, wie sie zum Beispiel in Nordamerika, in Chile und auf Kuba seit Jahren betrieben werden, verwandeln der Historiker Marco Clausen und der Filmregisseur Robert Shaw den brach liegenden „Transitraum“ Moritzplatz in einen Ort zum verweilen und miteinander Machen. In ihren Worten:
“Wir werden die Brachfläche am Moritzplatz temporär nutzen. Für mindestens 2 Jahre werden wir auf ihr Bio-Gemüse in
Hochbeeten ziehen, d.h. unabhängig vom vorgefundenen Boden. Unsere Gärten werden mobil sein und nach Ende der jeweiligen Nutzung an einen anderen Ort ziehen, an dem Licht, Wasser und Öffentlichkeit zu finden sind – das kein ein Hochhausdach oder ein Parkdeck ebenso gut sein wie eine weitere Brachfläche.
Der Prinzessinnengarten soll ein Ort des Lernens sein, an dem vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene aus dem Quartier sich Wissen und Kompetenz für einen nachhaltigen Lebensstil aneignen können und gemeinsame an einer zukunftsfähige Stadt arbeiten.
Foto via Prinzessinnengarten
Unser Garten wird aber auch ein Ort des Genießens und Erholens sein. In einem kleinen Gartenrestaurant wird man dabei zusehen können, wie das frisch geerntete Gemüse direkt weiterverarbeitet wird.
Wir haben nicht warten können bis man uns eine bessere Stadt errichtet. Wir haben schon einmal angefangen und uns
selbst ermächtigt, Freiräume zu nutzen und diese Stadt mitzugestalten. “ Mehr über Prinzessinengarten hier.
Vertikale Gärten
Parabienta, Japan via Chemicallygreen
Wo wenig Platz und viel Beton ist höher immer die Option für mehr. Für mehr Mensch, für mehr Fläche, für mehr Arbeits- und Lebensraum. Und seit Patrick Blanc, der gerne als Leitfigur für grüne Wände genannt wird, auch für vertikale Gärten. Die werden an die Wand geklebt und wenn`s gut läuft sind sie Schmuckstück und CO2 Kompensatoren zugleich. Das funktioniert innen wie außen und sieht so aus:
CaixaForum Museum Madrid via Chemicallygreen & The Siam Paragon Shopping Center via PingMag
Eva hat sich auf ihrem Blog ebenfalls mit neuem Grün in großen Städten beschäftigt und zeigt unter anderem weitere Beispiele für vertikalen Gartenbau.
Wolkengärten:
Bilder via Designboom
Utopistische Visionen für grünere Städte reichen sich die Hand mit Wolkenkratzerarchitektur und der Idee von grünem Leben in hohen Häusern. Die Entwürfe sind spektakulär. Wie sie im echten Leben und in echten Städten umgesetzt werden, wird sich in den nächsten Jahren jedoch erst zeigen. Oben zeigt Daniel Libeskind seinen Entwurf eines grünen New York Towers und unten gibts Visionäres, das dem Libeskind in keinster Weise nachsteht:
Singapur`s EDITT Tower via momoy.
The Oliv via lushhomemedia.
Mumbai`s “Green Tower” via Inhabitat.
Mehr über grüne Architektur und Skyfarms gibt es unter anderem bei Treehugger, Jetson Green und ScysraperCity.
Gartenkunst
Foto via Bioaccessoires
Nach dem Übervisionären darf der Blick auf die Heiterkeit im Gartenkontext nicht fehlen.
Weitaus unbefangener als ich der großen Architektur geht es bei den Guerilla Gärtnern zu, die dank Vanessa Harden nun auch subversive Accessoires zur Hand haben. In Würzburg nimmt man den Begriff “mobile Gärten” wörtlich und Moos Graffiti ist die Wandkunst der grünen Underdogs. Bioaccessoires wartet mit Gärten zum Anziehen auf und Beton + Garten zeigt täglich Unkonventionelles aus der Bau- und Botanikerwelt. High Five für die Grüne Daumenfraktion.
Foto via Bioaccessoires