Frohes Neues, ihr Berufsoptimisten

Willst du nichts essen?, fragt sie
Ich sitze hier lieber mit meinem Bier in der Hand, antworte ich
Ach du träumst doch wieder nur von Proust, sagt sie,
wie er mit seinen Mandelaugen eine kleine Wäscherin verführt

Was kann ich dafür, singe ich,
dass jedes Sylvester packt mich
die Frage, wie Proust das konnte verbinden
in seinem Korkzimmer zu verschwinden
und doch da draußen zu sein
zwischen den Herzöginnen und Wäscherinnen klein

Das wäre dir auch recht, feixt sie,
einerseits Nachdenken und Philosophie
andererseits Champus und Gesellschaft
Na, dafür reicht nicht deine Kraft,
lacht sie und schwenkt mich im Tanz herum,
ins neue Jahr mit viel Brimborium,
und von Zeit zu Zeit wir aus dem Fenster seh’n
ob wohl endlich Proust uns besucht in 2010
(der einzige Lichtblick in Zeiten wie diesen)










