von Mareike Nieberding
Texte und Bilder sind nach Derrida das eigentliche Dazwischen in einem Raum. Sie füllen die Leere, bilden Zwischen- und Denkräume und generieren Bedeutung.
Inhaltlich konfrontiert uns auch der neue Film von Tom Tykwer, Drei, mit einem Dazwischen. Hanna und Simon lieben sich und sie lieben Adam, jeder für sich, unabhängig voneinander und so steht immer einer zwischen den anderen. (02)
Das Dazwischen als wesentliche Ausdrucksform nutzt auch Yves Saint Laurent für diese Pferdeschuhe (oder Schuhpferde) (01), Gap und Valentino bewegen sich in ihrer Kooperation zwischen italienischen Volants und amerikanischer Army (04) und Woolrich entscheidet sich weder für die Bomber-, die Varsity- noch die Karojacke, sondern für alles auf einmal (07).

Auch P.J. Harvey nutzt die Zwischenzeiten produktiv und ließ zu jeder der vorab veröffentlichten Singles vom neuen Album “Let England shake” (VÖ: 11. Februar) einen Kurzfilm vom Reportagefotografen Seamus Murphy drehen (03). Hedi Slimane machte das Sitzen zwischen den Stühlen salonfähig, auch in seiner Fotografie. Diese gibt es nun in der Stern Fotografie-Serie, No. 26 (08).
Timm Ulrichs scheint kaum Probleme mit ideenreicher Entscheidungsfindung zu haben. Die vom Kunstverein Hannover und dem Sprengel Museum ausgerichtete Retrospektive “Betreten der Ausstellung verboten!” zeigt fixe Ideen (er ließ sich in einem Findling einschließen), radikale Dokumentationen (er ließ sich das Augenlid tätowieren) und verstörende Paradoxien des Dazwischenen (Wolf im Schafspelz, Schaf im Wolfspelz – Ein Verwandlungskunststück) (05 + 06). Schlüpft dazwischen!
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Das Centre Pompidou hat anlässlich des 90.ten Geburtstages von Pierre Soulages eine Ausstellung organisiert, die ihre Rundreise im Berliner Martin-Gropius-Bau beendet. Wie ehrt man einen der bedeutendsten abstrakten Maler, der am Heiligabend im Jahre 1919 im französischen Rodez geboren wurde?
Pierre Soulages, 17.12.2008 © Photo: Bruno Levy / Challenges / REA / laif
Die Kuratoren Pierre Encrevé und Alfred Pacquement wählten in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler um die achtzig Werke aus, die zwischen 1946 und 2010 entstanden sind. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den für Soulages charakteristischen outrenoir-Arbeiten, die überwiegend aus dem letzten Jahrzehnt stammen.
Pierre Soulages | Peinture 324 x 181 cm, 17 novembre 2008 | Acryl auf Leinwand | Privatsammlung © Photo: George Poncet, Archive Soulages / VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Outrenoir: Dieses ‘jenseitige Schwarz’ bezieht sich auf einen Typus von Schwarz, das gar kein Schwarz mehr ist. Was dieses Schwarz ausmacht ist sein Zusammenspiel mit dem Licht, dessen Wirkung vom Standpunkt des Betrachters bestimmt wird. Das Licht agiert dabei wie eine dritte Dimension: Je nachdem in welcher Beziehung der Rezipient zu dem Gemälde steht, kann er an demselben Bildpunkt sowohl Schwarz oder auch Licht wahrnehmen. Diese eigentümliche Form der Wahrnehmung ist verknüpft mit der Textur von Soulages’ Arbeiten. Kennzeichnend für Soulages sind zwei verschiedenen Arbeitsmethoden: entweder bürstet er in weit ausholenden Gesten breite, eingefurchte Streifen in das Bild ein oder er verstreicht seine Materialien mit einer Klinge zu flachen, glatten Flächen. Dies führt dazu, dass das auf die Leinwand einfallende Licht eine Variation von Schwarztönen evozieren kann: von tiefem Schwarz über Anthrazitgrau zu einem strahlenden Weiß.
Pierre Soulages | Peinture; 243 x 181 cm; 26 juin 1999 Öl auf Leinwand
Privatsammlung © VG Bild-Kunst Bonn, 2010
In einem Gespräch mit Hans Ulrich Obrist beschreibt Soulages seine Entdeckung der Farbe Schwarz, die für ihn von so besonderer Bedeutung ist:
‘Ich war gerade dabei, zu malen. Oder eher – ein Bild zu verhunzen. Ein einziges schwarzes Gekleckse. Ich war unglücklich, und weil ich fand, es sei reiner Masochismus, daran weiterzuarbeiten, ging ich ins Bett. Am nächsten Morgen habe ich mir das Bild noch einmal angeschaut. Und sah, dass es nicht durch die schwarze Farbe lebendig wurde, sondern durch die Lichtreflexe auf den schwarzen Flächen. Auf den gefurchten Flächen vibrierte das Licht, während es auf den glatten ruhig war. Ein neuer Raum war entstanden: Der Bildraum befindet sich weder an der Wand wie in der byzantinischen Bildtradition, noch dahinter, wie bei perspektivischen Gemälden, sondern im physischen Sinne vor der Leinwand. Das Licht kommt aus dem Bild zu mir, also bin ich selbst im Bild. Noch dazu entspringt das Licht der Farbe, die das größtmögliche Fehlen von Licht verkörpert. Ich verfolge diesen Ansatz nach wie vor.’

Pierre Soulages | Brou de noix sur papier 48 x 62,5 cm, 1946 | Privat Sammlung © Photo: DR, Archive Soulages / VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Ebenfalls in der Berliner Ausstellung zu sehen sind frühe Werke von Soulages, der sich bereits in den 1940ern als innovativer Maler auszeichnete. Seine ersten Gemälde schuf er mit Nussbeize (‘brou de noix’), einem Material, das bis dahin noch nicht in der Malerei verwandt worden war, sich aber ideal eignete, um die Intensität von Soulages schwarzen Formen zu betonen. Dank dem New Yorker Kurator James J. Sweeney, der überraschend in Soulages’ Atelier vorbeischaute, erwarb das MoMA bereits 1948 eine dieser faszinierenden Arbeiten.
Plakat der Ausstellung «Französische abstrakte Malerei» | Stuttgart 1948 © Photo: DR, Archive Soulages / VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Im selben Jahr wurde Soulages in seiner ersten internationalen Ausstellung, die in verschiedenen deutschen Städten gezeigt wurde, auch im Ausland bekannt. Die Intention von Ottomar Domnick war es in seiner Ausstellung Französische abstrakte Malerei den jungen Maler neben Künstlern wie František Kupka, Hans Hartung oder Auguste Herbin zu etablieren. Seine große Wertschätzung für den derzeit wohl berühmtesten lebenden abstrakten Künstler Frankreichs wurde damals in dem Plakat zur Ausstellung deutlich: als Motiv wählte Domnick eine von Soulages’ Nussbeize-Arbeiten aus.

Pierre Soulages | Peinture 222 x 314 cm, 24 février 2008 | Acryl auf Leinwand | Privatsammlung © Photo: Georges Poncet, Archive Soulages / VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Mittlerweile befinden sich Soulages’ Gemälde in über 100 Museen und Sammlungen weltweit. Der Meister der Abstraktion wird aber nicht nur durch zahlreiche Einzelausstellungen wie beispielsweise im letzten Sommer auch in der Bernard Jacobson Gallery geehrt. Die Stadt Rodez widmet Pierre Soulages sogar ein eigenes Museum. Es soll 2012 eröffnet werden.
Die Arbeiten Pierre Soulages’ sind noch bis zum 17. Januar 2011 im Martin-Gropius-Bau zu sehen.
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag 10 – 20 Uhr,
Di geschlossen
24.12. und 31.12.2010 geschlossen
Di nach Weihnachten (28.12.) und Neujahr (1.1.) geöffnet
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Jean-Michel Basquiat als Maria und Josef auf der Suche nach einer Herberge in der New Yorker Clubszene 1981 Weiterlesen »
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SHORT SHORTS 2.0
Willkommen in unserer neuen Rubrik. Wir wollen wissen was geht – und was gar nicht. Welche App immer eine Lösung parat hat und welches Standarwerk im Bücherregal steht. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus.
Diese Woche mit: Ingrid Junker.
Sie hat nicht nur einen Beruf, denn sie ist eine Person der zeitgenössischen Kreativlandschaft und ist daher multi-aktiv. Ingrid Junker arbeitet als Markenberaterin und Artdirektorin, ist Teil des Broken Hearts Club-Teams und berät momentan Marken in kreativer Hinsicht. Neuerdings ist sie auch Creative Head des neuen Concepts Stores in Berlin namens Voo. Aber wie gesagt, das vielfältige Leben der Ingrid Junker lässt an dieser Stelle kaum zusammenfassen. Für Sounds-Like-Me hat sie dafür selbst einiges auf den Punkt gebracht – zumindest was ihr Herz erwärmt und worauf sie schon ewig spart. Aber lest selbst…

NAME: Ingrid Junker
JAHRGANG: –
HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?
Heimat: nach 10 Jahren London, nun Berlin! Juhu!
Ziel: kurz mal Tokyo, New York, Melbourne oder so
BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?
Job: Markenberaterin/Art-Direktorin
Leidenschaft: schöne Projekte für Marken zu entwickeln/Kuration
BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?
Langweile: dumme, selbstzentrierte Menschen
Fun: Kreativität
HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?
Ich will haben: Reisen in die ganze Welt
Mich bewegt: Inspiration durch andere Menschen
HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?
Hardware: i-Pad oder i-Touch
Software:WhatsApp Messenger für Blackberry
ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?
Domain: bbc.com
Lieblingsblog: pitchfork.com
CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?
Real life: Musik hören
Desire: Emirates A380 Shower Spa
HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?
Zweites Wohnzimmer: Soho House
Not so hot: Oranienburger Straße – nur was für Touristen
FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?
Bereicherung: meine Freunde
Turn off: Dummheit und Fanatismus
SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?
Herde: beides. Ich bin gerne in Gemeinschaft, aber auch gerne mal allein.
Masse: Nein, danke.
NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?
Now: Musikbiografien von Patti Smith bis Eric Clapton.
Stardardwerk: Alles von Erich Maria Remarque
Spirit:
SEARCH FOR TRUTH
LOVE BEAUTY
WISH FOR GOOD
DO WHAT IS BEST
- Moses Mendelson
GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?
Bessere Welt: Mein Freund
Letzte Sünde: Bei Jil Sander einkaufen
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Wer David Shrigley mag, der wird auch dem Blog von The Blake Wright etwas abgewinnen können.

Der Mann arbeitet als Graphic Designer und Illustrator.

Er lebt in Dallas, Texas.

Ich überlege gerade, ob das von ihm benutzte WordPress-Theme auch was für mich wäre.

Frohe Weihnachten!
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Bild: Plakatkampagne zum Blog “Suzette Oh”
“Was dem Jungen das Sex-Heftle, das dem Mädel das Pferd”, bekannte der Besitzer eines Reiterhofs, auf dem ich meine Jugend verbrachte. Warum diese Erkenntnis besagten Herrn zum Gestüt statt zum Kiosk gebracht hatte, muss wohl nicht weiter erklärt werden. Ob er selbst ein großer Pferdenarr war, sei zu bezweifeln. Aber der Köder muss ja dem Fisch schmecken, und nicht dem Angler….
Doch wenden wir uns von Bauern- und Binsenweisheiten vergangener Tage zum heutigen Credo „Sex Sells“ (ein Dauerbrenner gewissermaßen) – und der Frage, wie ein Köder beschaffen sein muss, neugierige und hungrige Großstädter und ihre weiblichen Pendants zu befriedigen, wenn sie selbst nicht nur schon alles gesehen, sondern bereits durchexerziert haben – morgens um halb fünf in einem Treppenhaus in der Auguststraße, wahlweise im Schulterblatt oder in der Reichenbachstraße.

Bilder: Plakatkampagne zum Blog “Suzette Oh”
Im Jahre X nach redtube hängt die MessLATTE (was ein Spaß) bekanntermaßen hoch. Gut. Geben wir uns für einen Moment der Küchenpsychologie hin und behaupten felsenfest, dass vor allem Männer den nackten Tatsachen „in action“ etwas abgewinnen können. Frauen, etwas weniger visuell veranlagt, sind dafür umso erogener im Neocortex. Sprich, ein bisschen mehr Phantasie bitte – und ab die Post. Diese Dichotomie manifestierte sich – ebenfalls – in Jungendtagen: Während sich Mädchengruppen über „Mein erstes Mal“ zusammenrotteten, waren die Bravo-Selbstporträts bei den Jungs heiß begehrt.
Wenn also eine Berliner Schreiberin zum Keypad greift, um Gott und der (Weiber?)Welt zu berichten, warum der Wille zum Seitensprung als freigeistig gedeutet werden sollte und dass frau im Handumdrehen 30’000 EUR verdienen kann, indem sie interessierten Herren die weibliche Anatomie samt Bedienungsanleitung vermittelt, dann sollte das lymbische System einer jeden Leserin in Wallung geraten. Sollte. Aber, liebe Suzette, so einfach ist das nicht, wenn sexuelle Buzzwords auf charmelose Zeilen stoßen:
“Jedenfalls vögelte ich an diesem Abend mit meinem Date vor Publikum rum, sprich vor vielen wichsenden Männern, was ich durchaus anregend fand, einigen molk ich noch die Schwänze ab, ehe mich mein Begleiter weiterzog, weil er ein anderes Pärchen vögeln wollte. Doch die, die dafür offen waren, wollten wir nicht. Bei denen, die wir scharf fanden, winkte meist die Frau ab, der Typ wollte natürlich schon. Jedenfalls verließen wir diesen Club, der jeder Reportage auf RTL2 Ehre gemacht hätte, gegen Mitternacht, gingen in mein Hotel, wo ich mich nochmal geil von ihm in den Arsch ficken ließ, bevor wir in einen traumlosen Schlaf fielen.”
Bild: Plakatkampagne zum Blog “Suzette Oh”
Da hilft dann auch eine Plakatkampagne zu der sich die Kreativagentur noch nicht einmal bekennen will auch nicht weiter: Rang 6’455’298 im Alexaranking – Sex sells also doch nicht.
Liebe Leserin (und lieber Leser), falls es wirklich ein bisschen geschmackvollere literarische Stimulanz im Online-Format sein soll, dann empfiehlt sich ein Blog (oder altdeutsch: Kolumne) zum Thema: Paula Lambert, eine Frau für alle Sinne – und die Lachmuskeln.
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Im September fanden in Berlin die Nokia N8 Sessions statt und seither pirschen die Kreativsten um Blogger und Ex-VIVAler Nilz Bokelberg, Styleclicker Gunnar Hämmerle, Autor Jan Joswig, Fotograf Daniel Josefsohn oder MTV-Homie Palina mit ihren Smartphones durch die Republik, immer auf der Suche nach Content, den es mit dem N8 zu digitalisieren, kreativ(ieren) und schließlich zu teilen gilt. Bis am Ende alle kreativen Ergüsse der letzten Monate in einem realen “Cre8 Space” vorgestellt werden, begleitet Sounds-Like-Me alle Teilnehmer und präsentiert erste Ergebnisse ihrer N8-Abenteuerei

Jonas Lindström wurde 1988 geboren bei Kaiserslautern, war nach dem Abitur ein Jahr Assistent bei Modefotograf Joachim Baldauf in Berlin und Hamburg, begann anschließend damit, Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste Berlin zu studieren und ist momentan in der Klasse für experimentelles Grafikdesign von Prof. Fons Hickmann.
Er ist gleichermaßen fotografisch als auch im Bereich Grafik Design tätig und veröffentlichte u.a. in DERZEIT Fashion Week Daily, Style And The Family Tunes, Electronic Beats oder VORN Magazin.
Seine erste Einzelausstellung hatte er in diesem Jahr in der Neonchocolate Gallery und seit 2009 ist er Teil der “Parallel School of Art”.
Video: “Body Studies” by Jonas Lindstroem | shot with Nokia N8
Für sein Konzept “Body Studies” anlässlich der Nokia N8 Sessions setzte Lindström sich, wie auch bei seiner Arbeit immer wieder, mit Körpern / Gesten / Ausdrucksformen auseinander.. Gefilmt wurde mit dem Nokia N8 in einem dunklen Raum vor weißer Wand, in den ein Blitz immer wieder stroboskobartig hinein blitzt. Geschnitten, zusammengefügt und mit Musik unterlegt wurden die Clips schließlich in der Post-Production am Computer.
Still aus “Body Studies” by Jonas Lindstroem | shot with Nokia N8
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Sylvie Fleury
Ein dreiteiliges Gemälde von Gerold Miller in rot auf hellbraunem Holz. Ein knallblauer überdimensional großer Bilderrahmen, eine Auftragsarbeit des Schweizer Konzeptkünstlers John Armleder, um den sich ein deckenhoher roter baumförmiger Weihnachtsstern rankt. Ein grünlich schiefergrauer Steinboden auf dem unsere Winterstiefel kleine Pfützen hinterlassen. Es ist Montagabend und wir stehen in der Empfangshalle des Grand Hyatt am Potsdamer Platz und ich frage mich, wer hier für die allzu knallige Farbkombination verantwortlich ist. Weiterlesen »
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von Mareike Nieberding -
Geschenke sind Ausdruck von Dankbarkeit, Liebe, Freundschaft oder Trost. Wir übergeben sie (weitestgehend) freiwillig und fordern für sie (weitestgehend) keine Gegenleistung (denn dem masochistischen Prickeln eines kleinen sozialen Zwangs kann sich kaum einer entziehen).
Hier einige verschenkbare Empfehlungen zum Festtag:
Die Blechtrommel von Günter Grass brachte dem Autor Weltruhm und Volker Schlöndorff uns im Zuge der Verfilmung Verstörung mit Katharina Thalbach alias Maria mit dem kleinen Oskar am Badesee und den Aalen im Pferdekopf. Seit 1993 hat der Steidl Verlag die Weltrechte am Werk von Günter Grass inne und lässt es sich nicht nehmen, den Buchmarkt dieses immer wieder aufs Neue in hochwertigen Publikationen nahe zu bringen. Die Sonderausgabe zum 50-jährigen Jubiläums ist auf Bibelpapier gedruckt, in Leinen gebunden und Grass selber zeichnete für den Schuber fünf trommelnde Oskars (04).
Eine in florale Abstraktion getunkte Seiden-Clutch von der belgisch-amerikanischen Designerin Diane von Furstenberg (01), der dunkelblaue Nagellack Blue Satin, der neben den schlammigen Khaki-Farben den diesjährigen Fingerwinter von Chanel bestimmt (05) oder die beige Skull-Kordhose mit cognac-farbenen Loafern von Ralph Lauren (07), die der GQ-Fotograf von Gordon Steiner in der “Princetonians”-Serie festhielt, machen die Bescherung unterm Weihnachtsbaum zur ästhetischen Schönschenkerei. Auch heute, 16 Jahre nach seinem Tod, entspricht Leigh Bowery weder gängigem Schönheitsideal noch passt er in irgendeine Kategorie. Nackt ziert er nun das Cover des neuen Acne Papers und provoziert immer noch – diesmal mit entwaffnender Verletzlichkeit (02).

Tron Legacy erschuf Anfang der 80er Jahre eine Filmwelt im Cyberspace bevor es diesen de facto gab, war damals ein kommerzieller Flop und ist trotzdem zum Kultflim avanciert. Den Soundtrack zur Tron-Wiederbelebung in 3-D machten nun, dem Innovationsanspruch entsprechend, die Franzosen von Daft Punk und brachten so der seit 2007 darbenden Fangemeinde elektrisches wie elektrisierendes Futter (03). Der Zukunft entgegen arbeiten Crosley, die mit ihrem portablen Plattenspieler den traditionsbewussten Vinylliebhabern sicherlich einen Gefallen tun (08).
Dem altruistischen Brauch des Schenkens widmet sich auch Christian Jankowski mit seiner neuen Serie “Staatsgeschenke”, die seit letztem Wochenende in der Galerie Helga Maria Klosterfelde ausgestellt wird (06). Im Bundeskanzleramt spürte er den Schenkungen auf, die Staatschefs und Minister von ihren ausländischen Kollegen überreicht bekamen. Fotografisch dokumentierte er snap-shot-haft in schwarz-weiß die Pokale, Säbel, Samoware oder auch eine Box mit Musical-DVD´s, die George W. Bush als Gabe brachte. So macht das schwarz-weiß der Bilder die Geschenke gleich, untergräbt ihre intendierte Opulenz und lässt den Betrachter nahekommen, entdecken und amüsiert verharren. Neben den Bildern zeigt die Galerie noch eine aktuelle filmische Arbeit und eine Lichtinstallation aus den 90ern. Schönes schenken!
Advent
Der Frost haucht zarte Häkelspitzen
Perlmuttergrau ans Scheibenglas.
Da blühn bis an die Fensterritzen
Eisblumen, Sterne, Farn und Gras.
Kristalle schaukeln von den Bäumen,
Die letzen Vögel sind entflohn.
Leis fällt der Schnee … In unsern Träumen
Weihnachtet es seit gestern schon.
(Mascha Kaleko)
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Wirtschaft und Mode ziehen bei ihren Revivals parallel. Wie Ende der zwanziger Jahre bleiben für viele statt des Daches über dem Kopf nur die Handschuhe ohne Finger. Todschick in Not. Weiterlesen »
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