Rewind: Justin Strauss on “Computer World”

Kategorie: | May 31, 2010 | von

Finn in discussion with Justin Strauss on “Computer World” by Kraftwerk (1981).

0 Rewind: Justin Strauss on Computer World

Can you still remember the first time you ever heard Kraftwerk?

Yes. I think the first time I heard them I was 17 years old, in England, recording an album for Island Records with the band I was in at the time, Milk n Cookies. I heard the song “Autobahn” on the radio there and remember thinking how different and cool it sounded than anything else out there. I bought a copy of the 7″ while I was there. Weiterlesen »

Recycling für Avantgardisten – Papi(e)r Fashion

Kategorie: | May 30, 2010 | von

20 Presse Cepress Collar C Atopos 732x1024 Recycling für Avantgardisten   Papi(e)r FashionSeide, Organza, Leder oder Baumwolle scheinen logisch wenn es um die Materialität von Kleidung geht. Abseits elastischer Gewebefasern aber scheint wenig vorstellbar, dem nicht sofort der Stallgeruch der Kunst oder schlimmer, der funktionalen Wegwerfgesellschaft anhaften würde.

10 Presse Marcus Tomlinson Recycling für Avantgardisten   Papi(e)r Fashion

Bild > Marcus Tomlinson, Stills aus dem Film „Pen to Paper“, UK 2003. © Marcus Tomlinson Weiterlesen »

Items Of The Week – Deep Down

Kategorie: | May 29, 2010 | von

von Mareike Nieberding

Ob musikalisch, stilistisch, olfaktorisch oder visuell. Die Items dieser Woche fordern den Köpper in die Tiefen der Intimität.
Schon das Cover des neuen Albums „All Days are Nights: Songs for Lulu“ (07) der Singer-Songwriter-Institution Rufus Wainwright zeugt von der Tiefe seines künstlerischen und emotionalen Anspruchs. Besonders in „Martha“, einem Song der sich um die tiefschürfende Beziehung zu seiner Schwester dreht, bekommen wir als Zuhörer die volle Ladung Geste – inklusive zartem Klavier und sanftem Gesang, der auch dem hartgesottensten Familienunfreund Tränen in die trockenen Augen treibt. Auch das Parfum [untitled] (03), erster Duft und letzte Amtshandlung von Martin Margiela, schürt Sehnsüchte. Dank natürlicher Inhaltstoffe wie Galbanum, Buchsbaumgrün und Weihrauch in hellem Grün gehalten, riecht es nach Waldfee und Sommerfrische und lässt, wie der Name schon andeutet, Raum für persönliche Fantasien. Der transparente, simpel gehaltene BH von Jean Ju (01) aus Seidenchiffon und mit hauchdünnen Trägern regt ebenfalls an, zeugt aber gleich dem Parfum von dem Verführungspotenzial eines natürlichen Nichts mit dem es sich einzuhüllen gilt und schubst jede Spitze und Schleife ganz sanft über die Klippe der modischen Überholtheiten.

ITEMS deep down Items Of The Week   Deep Down

Fühlt man sich doch mal danach allem Tiefsinnigen den esoterischen Mittelfinger zu zeigen, schnappe man sich die neue Sailor Cap von A.P.C. (08), schlüpfe in die aktuelle Kollaboration von Supreme und Vans (06) und mache die Arschbombe ins Vergnügen.

Eine Ansage, die ebenfalls die Manschettenknöpfe von Tomoki Sukezane für Openers (05) machen. Eine Warnung im Detail, die sich auch immer wieder in den Werken Louise Bourgeois’ entdecken lässt, die noch bis zum 15. August diesen Jahres in der Sammlung Scharf-Gerstenberg in Assoziation mit den surrealistischen Skulpturen Hans Bellmers unter dem Titel „Double Sexus“ gezeigt werden (02). Schon auf dem schwarz-weißen Porträt, das auch von der neuen Alpa-Kamera von Estragon (04) stammen könnte, betreibt sie optisches Versteckspiel. Mit dem Stereotyp der „netten alten Dame“ arbeitend, erklärt sich ihr schelmisches Lächeln erst nach Entdecken des überdimensionierten Phallus unter ihrem rechten Arm, der sich letztendlich als junge Frau, „la filette“, entpuppt. Nichts ist wie es scheint. Dive deep.

Subject60 Party mit Facehunter und Lykke Li

Kategorie: | May 28, 2010 | von

28052010248 1024x768 Subject60 Party mit Facehunter und Lykke Li
In der Station Berlin feierte gestern Abend eine erstaunlich heterogene und daher interessante  Berlin-Crowd gleich zwei Premieren: Die Präsentation des neuen Volvo S60 und den Auftakt zur Subject60 Tour, die nach der deutschen Hauptstadt in den kommenden Wochen noch in London, Paris, Mailand und Madrid Halt machen wird.
In einem S60-farbenen, weinroten Labyrinth aus Trennwänden, Blumenbeeten und Personal in hinreißend adretten Laborkitteln, bzw. Margiela-esken Skulpturkleidern fühlte man sich, als sei man in einem schwedischen Volvo-Abenteuerland gelandet, das eher zu mehr Kreativität denn Spritverbrauch einladen will und dessen Image vom soliden-familienfreundlichen Kastenautolieferanten nicht mehr mit der Wirklichkeit übereinstimmen will. Weiterlesen »

Sex and the City 2

Kategorie: | May 27, 2010 | von

SexTC Sex and the City 2

Habt Mitleid mit den New Yorkerinnen. Sie müssen nicht nur Mutter und Berufstätige unter einen (Designer-)Hut bringen, sondern auch noch den ewigen Teenager. Sex & The City 2 zeigt das ganze Drama. Weiterlesen »

Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection

Kategorie: | May 26, 2010 | von

“Warum sammeln Sie eigentlich Kunst, Mister Joannou!” – Auf diese Frage würde ich gerne einmal eine ehrliche Antwort von Dakis Joannou, dem Athener Kunstmogul und Gründer der DESTE-Foundation for Contemporary Art hören.

New Museum 1 1024x682 Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection “Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons.  Photograph by Benoit Pailley.

Die von Jeff Koons kuratierte Ausstellung ‘Skin Fruit’ – hiermit werden im New Yorker New Museum zum ersten Mal in den Staaten Werke aus der Dakis Joannou Collection gezeigt – gibt Hinweise auf eine mögliche Beantwortung dieser Frage. Joannou scheint davon bessessen zu sein einen möglichst vollständigen Kanon der wichtigsten Künstler seit den 80er Jahren zu besitzen.

New Museum 2 1024x712 Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection “Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons.  Photograph by Benoit Pailley.

So sind dementsprechend auch gleich über 50 Künstler in Skin Fruit vertreten. Durch die Aneinanderreihung verschiedenster künstlerischer Ansätze wird dem Besucher der Zugang zum einzelnen Werk erschwert. Worum geht es hier eigentlich? Steht wirklich das künstlerische Werk im Mittelpunkt oder bietet ‘Skin Fruit’ vielmehr eine Plattform für den Sammler um sich zur Schau zu stellen?

New Museum 3 766x1024 Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection “Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons.  Photograph by Benoit Pailley.

Was soll zum Beispiel diese einzelne Skulptur von Pawel Althammer in der Mitte des Raumes? Sie glänzt dort zwar schoen golden, macht aber keineswegs die Intention von Althammers künstlerischem Wirken klar. Das einzige, was sie hier repräsentiert, ist der Fakt, dass Althammer zur Joannous Sammlung gehört. Aber warum gerade Althammer? Ist sich Joannou bewusst, welches Konzept hinter Althammers Kunst steht?

New Museum 4 1024x694 Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection “Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons.  Photograph by Benoit Pailley.

Der Sinn geht ein bisschen verloren, wenn der Sammler scheinbar sinnlos sammelt. Warum wird dies dann mit einer musealen Ausstellung honoriert, die auch noch ein Freund des Sammlers kuratiert: nämlich Jeff Koons? Prima, dass das den beiden Spass macht. Leider nur wird so die Bedeutung des einzelnen Kunstwerks zur hedonistischen Bedürfnisbefriedigung degradiert.

New Museum 5 1024x721 Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection “Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons.  Photograph by Benoit Pailley.

Eines der Werke in Skin Fruit ist eine abstrakte Collage von Mark Bradford. Diese Arbeit proklamiert: ‘Let’s Make Christmas Mean Something This Year’. Diese Forderung sollte nicht nur für Weihnachten, sondern auch für die Kunst gelten.

Zu sehen ist ‘Skin Fruit’ noch bis Juni im:

New Museum
235 Bowery
New York, NY 10002
212.219.1222

http://www.newmuseum.org/

Die entdomestizierte Businesskrawatte

Kategorie: | May 25, 2010 | von

brustbeutel Die entdomestizierte Businesskrawatte

Langsam fügen sich die Einträge der letzten Wochen zu einem schlüssigen Bild. Wie man der Businesskrawatte den letzten Schliff für 2010 gibt, verrät ein erneuter Blick zur Wiege der Menschheit (oder lag die nach letzten Erkenntnissen statt in Afrika im Zweistromland?). Weiterlesen »

Rewind: Falko Brocksieper über “Disco”

Kategorie: | May 24, 2010 | von

Finn im Gespräch mit Falko Brocksieper über “Disco” von den Pet Shop Boys (1986).

0 Rewind: Falko Brocksieper über Disco

Wie kamst Du erstmalig mit den Pet Shop Boys in Kontakt? “West End Girls” im Radio, in jungen Jahren?

Ich habe eine zwei Jahre ältere Schwester, deren beste Freundin hatte auch wiederum eine zwei Jahre ältere Schwester, und über diese zähe Nahrungskette gelangte einiges an kredibler Popkultur schließlich zu mir. Das waren zwar auch mal Sachen wie Wham! oder so, aber auch Depeche Mode, The Smiths, und eben Pet Shop Boys. Da muss ich etwa zehn Jahre alt gewesen sein. Ein eigenes Kassettenradio hatte ich erst gegen Ende der 80er. Die Mitschnitt-Zeit fing für mich also erst etwas später an.

Hattest Du generell eine Schwäche für den Synthpop dieser Zeit, und die Pet Shop Boys waren eine Facette davon, die Dir besonders gut gefiel?

Auch davor schon, auf diversen NDW-Compilations, die in unserer Familie kursierten, übten die Synthie- und Drummachine-geprägten Lieder eine große Faszination auf mich aus. Irgendwie Knöpfe drücken und Sachen bedienen erschien mir weitaus reizvoller als das handwerkliche Beherrschen eines Musikinstruments. Der Synthpop der 80er traf also ebenfalls diesen Nerv, auch wenn mein Fanverhalten da wenig systematisch war, geschweige denn von irgendwelchem Wissen gekennzeichnet. Ein eigenes Radio besaß ich wie gesagt nicht, das elterliche hochwertige HiFi-Equipment war tabu, und ich durfte auch eigenartigerweise ziemlich lang keine Bravo lesen. Mir kamen also nur einzelne Songs gelegentlich zugeflogen – wenn nicht von Freunden, dann etwa im Supermarkt, oder aus einem vorbeifahrenden, sportlich lackierten Ascona. Weiterlesen »

Südafrika: der Jazz der Besetzten (und der Besatzer)

Kategorie: | May 23, 2010 | von

buren1 Südafrika: der Jazz der Besetzten (und der Besatzer)

Wenn schon scheiß Fußball, dann aber mit Musike! Ich habe zwar keine Ahnung, in welchem Beat Südafrika gerade rockt. Vielleicht groovt es auch im Flow, oder es droppt die Breaks? Früher vervolksmusizierte es den Jazz. Weiterlesen »

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Panorama und Hain – neue Platten von Efdemin und Marcel Dettmann

Kategorie: | May 22, 2010 | von

Zwei der wichtigen Elektro-Musiker des Landes haben neue oder gar erste Alben herausgebracht. Sie klingen – Achtung: These! – wie Berghain vs. Panorama-Bar: schabender, knarziger, repetitiver Techno einerseits – federnder, eleganter House anderseits. Das ist natürlich stark vereinfacht, aber ein bisschen stimmt es schon. Zwei Seiten des selben Clubs, der selben Stadt, des selben Musik. Mit Nähen, Überschneidungen, Spiegelungen, aber eben ganz anders.

MD4 by Sven Marquardt KL Panorama und Hain – neue Platten von Efdemin und Marcel Dettmann

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