“Warum sammeln Sie eigentlich Kunst, Mister Joannou!” – Auf diese Frage würde ich gerne einmal eine ehrliche Antwort von Dakis Joannou, dem Athener Kunstmogul und Gründer der DESTE-Foundation for Contemporary Art hören.
“Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons. Photograph by Benoit Pailley.
Die von Jeff Koons kuratierte Ausstellung ‘Skin Fruit’ – hiermit werden im New Yorker New Museum zum ersten Mal in den Staaten Werke aus der Dakis Joannou Collection gezeigt – gibt Hinweise auf eine mögliche Beantwortung dieser Frage. Joannou scheint davon bessessen zu sein einen möglichst vollständigen Kanon der wichtigsten Künstler seit den 80er Jahren zu besitzen.
“Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons. Photograph by Benoit Pailley.
So sind dementsprechend auch gleich über 50 Künstler in Skin Fruit vertreten. Durch die Aneinanderreihung verschiedenster künstlerischer Ansätze wird dem Besucher der Zugang zum einzelnen Werk erschwert. Worum geht es hier eigentlich? Steht wirklich das künstlerische Werk im Mittelpunkt oder bietet ‘Skin Fruit’ vielmehr eine Plattform für den Sammler um sich zur Schau zu stellen?
“Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons. Photograph by Benoit Pailley.
Was soll zum Beispiel diese einzelne Skulptur von Pawel Althammer in der Mitte des Raumes? Sie glänzt dort zwar schoen golden, macht aber keineswegs die Intention von Althammers künstlerischem Wirken klar. Das einzige, was sie hier repräsentiert, ist der Fakt, dass Althammer zur Joannous Sammlung gehört. Aber warum gerade Althammer? Ist sich Joannou bewusst, welches Konzept hinter Althammers Kunst steht?
“Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons. Photograph by Benoit Pailley.
Der Sinn geht ein bisschen verloren, wenn der Sammler scheinbar sinnlos sammelt. Warum wird dies dann mit einer musealen Ausstellung honoriert, die auch noch ein Freund des Sammlers kuratiert: nämlich Jeff Koons? Prima, dass das den beiden Spass macht. Leider nur wird so die Bedeutung des einzelnen Kunstwerks zur hedonistischen Bedürfnisbefriedigung degradiert.
“Skin Fruit: Selections from the Dakis Joannou Collection,” curated by Jeff Koons. Photograph by Benoit Pailley.
Eines der Werke in Skin Fruit ist eine abstrakte Collage von Mark Bradford. Diese Arbeit proklamiert: ‘Let’s Make Christmas Mean Something This Year’. Diese Forderung sollte nicht nur für Weihnachten, sondern auch für die Kunst gelten.
Zu sehen ist ‘Skin Fruit’ noch bis Juni im:
New Museum
235 Bowery
New York, NY 10002
212.219.1222
http://www.newmuseum.org/