Industrial für Elfen – Seefeel live in Berlin

Kategorie: | March 31, 2011 | von

bearb 02 2011 036 Industrial für Elfen   Seefeel live in Berlin

Seefeel sind so eine Band, ohne deren Alben aus den 90ern vermutlich einiges an Musik nicht gemacht worden wäre. Nach allem, was um sie herum ‚Postrock’ genannt wurde, hat nicht zuletzt solch Horrorfilm-Drone-Zeugs wie Salem oder Esben and the Witch es machen, einiges von dem abbkommen, was Seefeel mit losgetreten haben.

Ihr erstes Album nach 14 Jahren wird dann auch schon mal von De:Bug als ‚Reunion des Jahres’ apostrophiert. Es heisst „Seefeel“ und klingt wie Seefeel – Dreampop und Noise, Gitarren und Loop-Effekte, verzerrrte Bässe und Elektroklicks stehen Seite an Seite, demontieren und erhellen einander wechselseitig.

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Art for Good – Nokia Pure

Kategorie: | March 30, 2011 | von

pure art 0009 Layer 3 Art for Good – Nokia PureDie Typographie hat die Handschrift abgelöst. Doch während es in analogen Zeiten noch den Schönsschreibern vorbehalten war, dank des richtigen Schwungs als Feingeist zu gelten, hätte heute jeder Gelegenheit dazu. Im Prinzip. Denn aus dem Überangebot zu wählen, welche Schrift Persönlichkeit vermittelt, ohne aufdringlich zu sein, die sich leseflussfreundlich aber nicht konservativ gibt, ist ein Ringen zwischen Mensch und Technik, das meist damit endet, eine schizophrene Typographiepersönlichkeit ausgebildet zu haben. Die Emails freundlich, die Dokumente majestätisch seriös, Präsentationen in Schrift wie monströse Ausrufezeichen und auf dem Blog herrscht Anarchie.

Da wundert es kaum, dass bei einem globalen Unternehmen wie Nokia zur Revitalisierung der eigenen Schrift viele Gedanken, Entwürfe und Prozesse vergehen, bis die richtige Form gefunden ist. Muss die Schrift hier doch auf einem Smartphone-Display genauso funktional wie stilsicher sein, wie auf einer riesigen Billboard-Tafel am Times Square. Und gleiche Anforderungen gilt es im arabischen oder kyrillischen Alphabet erfüllen. Nur eben das alles mit ein und derselben Typographie.

pure devices01 450x4131 Art for Good – Nokia PureBild : Die aktuelle Nokia Schrift, dargestellt auf einem Nokia Device.

pure devices02 450x413 Art for Good – Nokia PureBild: Nokia Pure, dargestellt auf einem Nokia Device.

Gemeinsam mit der in London lebenden Typographie Designer Bruno Haag haben die Finnen nun „Nokia Pure“ entwickelt und soeben vorgestellt. Ähnlich anderen finnischen Designimporten wie Iittala oder Arabia geht es dabei um die Reinheit der Form, die jedoch nicht ohne das Harmonische, das Runde, das Weiche und eben Menschliche auskommt.

“Es war ein Balanceakt”, gesteht Bruno Haag. “Eine elegante, einfache Schrift zu entwickeln, die keine Aufmerksamkeit an sich erregt, aber trotzdem anders und unterscheidbar ist. Das Kritischste ist der Rhythmus und die Verwandtschaft zwischen den einzelnen Lettern, denn im Arabischen muss man schließlich immer noch erkennen können, dass es Nokia ist. Und dafür braucht man einen wahrnehmbaren Rhythmus.“

Bild 13 Art for Good – Nokia Pure

Und der Rhythmus scheint gefunden, denn Nokia Pure kommt ohne Serifen aus und besitzt doch das Fließende, Organische dank einer unterschiedlichen Gewichtung und Dicke der einzelne Striche und Formen. Authentisch und unmittelbar wie der Schwung einer Hand, aber ohne offensichtlich, mechanisch oder zeitgeistig zu sein.

Um diese Vielfalt des Ausdrucks zu testen, lud Nokia 13 Designer und Studios ein, ihre eigenen Designs mit der neuen Schrift zu gestalten:

pure art 0000 Layer 12 Art for Good – Nokia Pure“ The quick brown fox jumps over a lazy dog.
I chose to use the pangram above, so we are able to see all the shapes of the lower case Nokia Pure alphabet. By playing with just the shapes of the letters and messing around with them, we get to see where the letters make no sense, but the text can still be read. Looking to draw a thin line between meaningful and meaningless. ”
Designer: Alex Trochut

pure art 0003 Layer 9 Art for Good – Nokia Pure“ Alvar Aalto spoke about an intimate connection between design and the Finnish landscape. Inspired by his affinity with natural forms and materials, we have created a series of posters using only wood veneer. No ink, no paper, no print process—just the purity of removing material to render the font.
We have listed Finland’s ten most common trees in English and their native form. Our concept celebrates the essence of minimalism, beauty and natural form which lie at the heart of Finnish design. ”
Designer: Cartlidge Levene

pure art 0012 Art for Good – Nokia Pure

“ It just hit me—a big space to exhibit, the brief to use the new Nokia Pure font and a Finnish company.
Why not do an installation with ‘PURE’ white Alvar Aalto 60 stools, a classic Finnish design icon, using the new ‘PURE’ Nokia font and my play on the word ‘PURE’. ”
Designer: Studio Myerscough

All 13 Entwürfe sind als limitierte Prints bei DesignStudio erhältlich, mehr Informationen zu allen 13 Designs gibt es hier.

Dem Mann seine Handtasche: das Motorrad

Kategorie: | March 29, 2011 | von

bike1 Dem Mann seine Handtasche: das Motorrad

Ich hatte ernstlich einst geglaubt, die Herrenhandtasche hätte Potential. Dabei übersah ich, dass es für den Mann immer „brummbrumm“ machen muss. Es bleibt also dabei: Die Handtasche des Mannes ist sein Motorrad. Weiterlesen »

Short Shots 2.0 – Patrick Mohr, Modedesigner

Kategorie: | March 28, 2011 | von

SHORT SHORTS 2.0
Wir wollen wissen was geht – und was gar nicht. Wo die Heimat ist und wo die Wahlheimat, und welches Standarwerk im Bücherregal steht und welches Gadget den Alltag ausmacht. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Patrick Mohr
.

Im Jahr 2007 schloss er seine Ausbildung an der Modeschule Esmod ab und 2008 gründete er schon sein eigenes Label: Patrick Mohr. Der Modemacher mit Wohnsitz München ist eben von der schnellen Sorte. Das hat zufolge, dass Patrick Mohr anno 2011 quasi schon ein alter Hase im Mode-Business ist – er hat bereits eine Denim-Minikollektion und seine Präsentationen im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin sind bereits fester Bestandteil des Programms – und werden stes mit Spannung erwartet. Warum? Weil er bereits Obdachlose und Bodybuilder auf den Laufsteg schickte oder seinem Models eine künstliche Glatze und angeklebte Bärte verpasste. Auch den Frauen. Das wird medial gerne mit dem Schagwort „Provokation“ betitelt, weil es sich  eben vom gros der Laufsteg-Präsentationen abhebt. Ergo erweckt der Name Patrick Mohr Neugier. Aber abgesehen davon, ist die Mode des Wahl-Münchners durchaus tragbar. Er selbst beschreibt seinen Stil als etwas zwischen Streetwear und Avantgarde und jenseits von Glamour. Grundzutat sind übrigens meist geometrische Formen – und das Dreieck ist des Designers liebste Form. Es taucht überall auf. Was genau dahiner steckt, ist Teil der Mohr’schen Kopfwelt, aber das Sinnieren darüber sollte an dieser Stelle vertagt werden, denn nachfolgend gibt es andere klare Aussagen des eigenwilligen Modemachers…

patrickmohr 2011 Short Shots 2.0   Patrick Mohr, Modedesigner

NAME Patrick Mohr
JAHRGANG 1980

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?

…immer wieder komme ich zurück in meine Wahlheimat: MÜNCHEN

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?

Ich bin Modedesigner und verdiene glücklicherweise damit auch mein Geld.

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/ wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?

Lautes Schmatzen nervt mich, und wenn Menschen große Sprüche klopfen und nichts dahinter steckt.

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?

Ich bin ein Mann, ich mag Autos und ganz besonders Oldtimer – bewegen muss ich mich aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

HARDWARE vs. SOFTWARE:
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?

Google Maps und Wikipedia – außerdem habe ich eine Apple-Sucht.

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?

ashadedviewonfashion.com ist ein Blog den ich täglich besuche – Familie und Freunde versuche ich, so oft wie möglich, zu sehen.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?

Mein großer Traum war und ist es mein Modelabel zu realisieren, alles was habe, stecke ich in die Entwicklung des Labels Patrick Mohr.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?

Ich liebe Sauna und natürlich meinen Arbeitsplatz! Beides ist wie mein 2.Wohnzimmer. Es gibt kaum einen Ort, an dem ich mich unwohl fühle – komme aber immer wieder gerne zurück.

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?

Mein Familie, meine Freunde und meine Mitarbeiter im Atelier bereichern meine Welt. Langweiler,
Vielquatscher und Sprücheklopfer rauben mir meine Energie.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann braust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?

Wenn ich entwerfe und kreativ bin, muss ich alleine sein – sobald ich Ergebnisse habe, brauche ich allerdings Gesellschaft, Rat und Kritik.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?

„Der Träumende Delfin“. Die Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart sind wirklich schön und entspannend, ich höre sie gerne, um vom Alltag abschalten zu können.

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?

Ich mache die Welt nicht besser, aber für mein Empfinden ein wenig schöner.

DANKE!

FW11 PatrickMohr 258 1 Short Shots 2.0   Patrick Mohr, ModedesignerPATRICK MOHR BERLIN FASHION WEEK SHOW H/W 11/12

100 + 100 = 100

Kategorie: | March 27, 2011 | von

Andy Adams and Larissa LeClair sind als Kuratoren auf die Idee verfallen, 100 verschiedene Photokünstler in einer Ausstellung zusammenzubringen. Jede/r ist mit genau einem Bild dabei. Einziges Auswahlkriterium (neben der Qualität): Es muß sich bei dem Photo um ein Portrait handeln.

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Eine Liste aller 100 Photographen nebst ihrer teilnehmenden Bilder findet sich hier. Und Musik dazu dort.

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Die 100 Bilder sind nicht von überall auf der Welt zusammengeklaubt worden. Sie alle stammen aus den Archiven von Flakphoto. Die Website versteht sich als eine Mischung aus “online art space and photography publication”. Jeder kann Bilder einreichen, aber nicht alle werden publiziert. Eine Redaktion soll hohe Qualitätstandards gewährleisten und das gelingt in der Regel auch. Was diese Seite einzigartig macht, sind allerdings nicht die gezeigten Photos, sondern die Veranstaltungen drumherum.

So ist auch Faces: 100 Portraits by 100 Photographers nicht nur ein Online-Projekt, sondern anläßlich der FotoWeek DC letztes Jahr November in Washington sind die ausgewählten Bilder nachts an die Fassade der Corcoran Gallery of Art projeziert worden. Photos dieser Ausstellung finden sich auch auf Facebook.

Bild 5 100 + 100 = 100

(via – überhaupt ist GOOD meistens sehr empfehlenswert)

Get your movie made! – Nokia Shorts 2011

Kategorie: | March 26, 2011 | von

Bild 12 Get your movie made!   Nokia Shorts 2011

Ihr seid Geschichtenerzähler, Filmemacher oder einfach jemand mit einer visuellen Vision? Und niemand unterstützt Euch bei der Umsetzung Eures Projekts? Das lässt sich ändern. Nokia und Vimeo haben sich zusammengetan und gemeinsam das Kurzfilmfestival Nokia Shorts 2011 ins Leben gerufen.

Bewerben kann sich bis zum 17. April 2011 jeder, der etwas zu sagen/zeigen/teilen hat. Im Anschluss werden die Schöpfer der besten Kurzfilm-Ideen mit 5000 Dollar Budget und zwei neuen Nokia N8 Smartphones ausgestattet und die Dreharbeiten können beginnen.

Alle in Produktion gegebenen Filme werden beim Nokia Shorts 2011 während des Edinburgh Filmfestivals vorgeführt und wer dort mit seinem Talent punkten kann, auf den warten nicht nur cineastischer Ruhm und eine Siegerkrone, sondern versüßt wird der Gewinn mit 10.000 Dollar Preisgeld. Für eine Investition in die Zukunft und den standesgemäßen Champagnerrausch.

Noch mehr Infos und Details zur Bewerbung gibt’s unter www.vimeo.com/nokia

Berliner Partywelt macht sich’s bequem

Kategorie: | March 26, 2011 | von

appartement 450x275 Berliner Partywelt macht sich’s bequem

In Berlin, zwo drei, da tanzt man in Ruinen, zwo drei, da nutzt man Leerstand. Diese Litanei diktiert seit 20 Jahren den Partydiskurs zur wiedervereinigten Stadt. Aber sie stimmt nicht mehr … Weiterlesen »

Items Of The Week – Einsam

Kategorie: | March 25, 2011 | von

von Mareike Nieberding -

Schenkst dich hin. Mit Haut und Haaren.
Magst nicht bleiben, wer du bist.
Liebe treibt die Welt zu Paaren.
Wirst getrieben. Mußt erfahren,
daß es nicht die Liebe ist …
Bist sogar im Kuß alleine.
Aus der Wanduhr tropft die Zeit.
Gehst ans Fenster. Starrst auf Steine.
Brauchtest Liebe. Findest keine.
Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.
Einsam bist du sehr alleine -
und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Erich Kästner (4. Strophe von “Kleines Solo”)

“Die intellektuelle Ehe”: Hannelore Schlaffer schreibt über ein kopflastiges Experiment der stetigen Überprüfung. Das Reden über die Beziehung in der Beziehung. Die Einsamkeit in Zweisamkeit. (08) Ein Gefühl, das Sarah Burton für Alexander McQueen in ein Kleid zu verwandeln wusste – ein Body aus gebrochenem Porzellan, der panzergleich den Körper schützt und doch in tausend Stücke zerbrochen ist. (05) Nicolas Jaar übersetzt in “Space is only noise” Zwischenräume des Seins in Musik. Unterwegs zu sein, ohne jemals ankommen zu wollen. Nicht tanzbar, nur hörbar. (02) Fühlbar sind die weiche Wildlederjacke von Edwin (04) und die eisblaue Ledertasche von Miu Miu. (01)Art & Fashion” – zwischen Haut und Kleid” im Kunstmuseum Wolfsburg will zeigen wie Mode zu Kunst wird. Stücke von Viktor & Rolf, Hussein Chalayan, Bless oder Walter van Beirendonck sollen dies beweisen. (06) Die Ausstellung “Heroinas” im Museo Thyssen in Madrid konfrontiert klassische Szenen der männlichen Sichtweise auf Frauen wie von Degas oder Caravaggio mit zeitgenössischen Positionen zur Selbstermächtigung der Frau von Marina Abramovic oder Nancy Spero. (07)

einsam1 Items Of The Week   Einsam

Jeder stirbt für sich allein“: Erstmals erscheint der Roman von Hans Fallada in ungekürzter Fassung und porträtiert auf rücksichtslose Weise das deutsche Durchschnitts-Nazi-Paar Quangel, seine Läuterung nach dem Tod des Sohnes und ihr vergeblicher Versuch in einer moralisch ausgezehrten und misstrauischen Gesellschaft den Widerstand im Detail zu etablieren. Hans Fallada verarbeitete in seinem Roman die wahre Geschichte des Arbeiterehepaars Otto und Elise Hampel, die sich wehrten und über 300 Postkarten mit widerständigen Botschaften in Berlin verteilten. 1943 wurden sie hingerichtet. Ein Buch, das schmerzt, weil es die Reinwaschung aller Sünden nicht für nötig befindet. (03) Zusammen ist man weniger allein oder zweisam einsam?

Wenn Unbewegliches zu tanzen beginnt…

Kategorie: | March 24, 2011 | von

Es gibt Dinge, deren Prinzip einfach, deren Wirkung aber so groß ist, dass sie jeden in ihren Bann zieht. Wenn Unbewegliches plötzlich zu tanzen beginnt, siegt unsere Phantasie für Augenblicke über den Technikverstand. Linn Kuhlmann, 23, ist Illustratorin und Fotografin, studiert zudem “Angewandte Kulturwissenschaften” und “Digitale Medien” an der Leuphana Universität Lüneburg und präsentierte im Zuge eines Kreativworkshops von MADE gerade zwei Kurzfilme, die mit dem Nokia E7 entstanden und in denen Kuhlmann, Fotografie und Film zu einem magnetischen Ganzen mengt.
Sounds-Like-Me sprach mit der Hamburgerin über Stop-Motion, Telefone als Handwerksinstrument und den Charme des Unspektakulären…

Video:Linn Kuhlmann “Circles” |  shot with Nokia E7

Deine beiden Filme „Circles“ und „Paperdance“ entstanden während eines Kreativworkshops von MADE. Worum ging es dabei genau und gab es Vorgaben für Euer Konzept?
Als Nico Zeh auf mich zu kam mit diesem Projekt
hatte ich als Fotografin und Illustratorin direkt Interesse mir zu überlegen, wie ich im Medium Film arbeiten würde. Da ich vor allem mit dem Fotoapparat unterwegs bin und Bilder mache, die „fest“ für sich stehen, war es eine Herausforderung, etwas zu konzipieren, das über mehrere Bilder verfügt und in Bewegung ist.
Anstatt eines Bewegtfilms entschied ich mich also für einen Stop-Motion Film, weil sich so Fotografie und Film miteinander verbinden ließ. Vorgaben oder ein Briefing gab es nicht. Allerdings kann vollkommene Freiheit auch schwierig sein, da man sich vor lauter Möglichkeiten zunächst für ein Konzept bzw. eine Richtung entscheiden muss. Aber auch das war eine willkommene, kreative Herausforderung.

Mit welcher Technik hast Du gearbeitet? Paperdance wirkt, als sei er durch Stop-Motion entstanden?
Beide Clips sind Experimente. Ich habe frei aus der Hand und ohne Stativ gearbeitet, da ich keinen klassisch
statischen Stop-Motion-Film produzieren wollte.
In „Paperdance“ experimentierte ich mit einer zerrissenen Morgenzeitung und beobachtete, wie sich die Schnipsel zu Formen verwandeln können. Durch den dabei entstandenen „Tanz der Schnipsel“ kann man fast von einem Stop-Motion Film sprechen. Bei beiden Filmen wurden die einzelnen Bilder allerdings nur wenig bearbeitet, um den „selfmade“-Touch nicht zu verlieren. Ich hätte auch mit externem Licht und Stativ arbeiten können, was das Ergebnis aber in eine völlig neue Richtung gelenkt hätte.

Wie entwickelten sich die konzeptionellen Ideen? Sucht man Inspiration im Kunst- oder Filmbereich oder hat man eine inhaltliche Idee und überlegt, wie diese sich umsetzen lässt?
Bei
„Circles“ habe ich endlich an einer Idee gearbeitet, die mir schon länger im Kopf herumschwirrte. Die von der Nase aus größer und größer werdenden Kreise erinnern mich an eine sehr kindliche Herangehensweise an den Körper und ich mag den Tick Selbstironie, der hier mitschwingt.

Zu „Paperdance“ kann ich sagen, dass die Idee sehr spontan am Frühstückstisch entstand. Manchmal ist es gut, alten Ideen nachzugehen oder in Museen oder Zeitschriften zu schauen und nach Anstößen zu suchen. Oft ist es aber auch gut einfach die Augen offen zu haben und zu sehen was vor einem steht, um mit ganz unspektakulären Dingen zu arbeiten. Perfekt war dabei die Unmittelbarkeit des Telefons, um die Idee sofort festhalten zu können.

Video:Linn Kuhlmann “Paperdance” |  shot with Nokia E7

Du bist Illustratorin und Fotografin, was reizte Dich am Medium Film?
Am klassischen Medium Film reizt mich die Herausforderung, dass eine Sekunde aus 25 Bildern bestehen kann und man bei jedem Frame die Chance hat, eine neue Richtung einzuschlagen, andere ästhetische Schwerpunkte zu setzen. Ich mag generell die Möglichkeit, von der Fotografie auszugehen und sich von dort in eine neue kreative Richtung zu bewegen, sei es Skulptur oder wie in diesem Fall, Film.

Wie arbeitet es sich mit einem Telefon als Handwerksinstrument?
Gerade für spontane Bilder auf der Straße, wenn es zu lange dauern würde, die richtige Kamera heraus zu suchen, liebe ich die schnellen Telefonbilder.  Aus dem eigentlichen Plan, nur kurz einen Moment oder eine Idee festzuhalten, können tolle Bilder entstehen, gerade bei Sonnenschein oder künstlichem Licht ist die Qualität von Telefonkameras heutzutage beeindruckend.

Was macht „Modernität“ gerade für Dich aus?
Modernität ist für mich u.a. die Möglichkeit, digital zu arbeiten, mit einem Gerät verschiedene Richtungen wie Fotografie, Film oder Musik innerhalb kürzester Zeit auszuprobieren und zu entdecken.
Zur gleichen Zeit lässt sich diese Modernität aber mit nicht allzu modernen Gedanken, wie zum Beispiel meine Arbeit mit Gesichtsfarbe für Kinder oder der puren Form eines Kreises, verbinden, dieses Zusammenspiel mag ich sehr.

www.linnkuhlmann.tumblr.com

Wohnen ist das neue Anziehen

Kategorie: | March 23, 2011 | von

alessi1 Wohnen ist das neue Anziehen

Die Mods konzentrierten sich ganz auf ihre Klamotten und vernachlässigten ihre Jugendbuden. Aber das waren auch post-pubertierende Arbeiterklassekinder. Die jungerwachsene Mittelschicht entdeckt das Wohnen als erweiterte Distinktions-Spielwiese. Weiterlesen »