Nokia lights up London - Das Lumia 800 live

Kategorie: | November 30, 2011 | von

 

Bild 71 Nokia lights up London   Das Lumia 800 live
Manchmal passiert es, dass das Digitale mit dem Analogen verschmilzt und magische Momente entstehen. Denn im besten aller Fälle überhöht das Digitale die Realität und lässt sich sehen, hören, empfinden…

Bild 5 Nokia lights up London   Das Lumia 800 live
So geschehen am  Montag, als Nokia, anlässlich des Launchs des neuen Lumia 800, den Londoner Milkbank Tower mit einer Lichtshow bespielte. Alle 800 Fenster des 120 Meter hohen Gebäudes an der Themse wurden dafür mit Vinyl überzogen und 16 Projektoren warfen gigantische 3D-Projektionen zum Takt der exklusiv komponierten Sounds des kanadischen DJs und Produzenten Deadmau5 auf die Architektur. Riesige Schmetterlinge erhoben sich in den Himmel der britischen Hauptstadt, der Turm verdrehte sich, pulsierte und stürzte schließlich in sich zusammen. Digital versteht sich.

0 Nokia lights up London   Das Lumia 800 live

Frei nach dem Lumia-Motto: The Amazing Everyay.

Das Wort zum 1. Advent

Kategorie: | November 29, 2011 | von

hugh masekela cover Das Wort zum 1. Advent

Die einzige Chance, der Todesspirale der Überflussgesellschaft zu entkommen, ist nicht korrekter Konsum, sondern kein Konsum. Weiterlesen »

Short Shots 2.0: Hien Le, Modedesigner

Kategorie: | November 28, 2011 | von

Was geht – und was gar nicht. Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Hien Le

Er hat die idealen Voraussetzungen, um Karriere, in der Modewelt zu machen: Hien Le. Erstens hat der in Laos geborene und in Berlin ansässige Designer einen einprägsamen Namen und zweitens ein gutes Netzwerk. Bevor er sich im Sommer 2010 mit seinem gleichnamigen Label der Öffentlichkeit präsentierte, hat Hien Le diverse Erfahrungen in der Branche gesammelt, unter anderem bei einem französischen Modemagazin, der belgischen Designerin Veronique Branquinho oder der Berliner Modemesse Ideal. Als dritter Punkt der logischen Schlussfolgerung, warum Hien Les Karriere nichts im Wege stehen sollte wären Zielstrebigkeit, Konsequenz zu nennen sowie sein Talent aparte Mode zwischen Minimalismus und Lässigkeit zu entwerfen zu können. Wo andere Jungdesigner sich in Experimenttieren proben, setzt Le auf Tragbarkeit und Weniger-ist-Mehr vor allem kleine Details: ein schimmernder Stoff, leichte Transparenz, eine betonte Knopfleiste, auffällige Brusttasche oder ein andersfarbiger Tascheneingriff. Alles in allem ist die Mode des Hien Le aber vor allem eine unprätentiöse Mischung aus lässig und elegant – egal, ob es sich um eine zarte, schlichte, graue Seidenbluse handelt (wie in der Herbst/Winter-Kollektion 2011/12) handelt oder ein knallrotes Jackett (wie in seiner Frühjahr/Sommer-Kollektion 2012). Ob der 1979 geborenen Designer genau so entspannt ist, wie seine Mode, kann man nachfolgend erfahren.

 

hien bw 01 818x1024 Short Shots 2.0: Hien Le, Modedesigner

 

NAME Hien Le
JAHRGANG 1979

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?
Laos > Berlin > hoch hinaus.

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?
Hoffentlich mit meiner Mode, weil da steckt auch mein Herzblut drin.

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?
Vertrags- und Preisverhandlungen  vs.  Das Entstehen einer neuen Kollektion von Saison zu Saison..

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?
Mein auf Ebay Kleinanzeigen ersteigertes Fahrrad …

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?
iCal  vs.  Moleskine

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?
haw-lin.com und Jak&Jil  vs.  meinen Freunde und Familie.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?
Luxus ist jetzt das machen zu können, wofür ich jahrelang gearbeitet habe und was jetzt mein Alltag füllt  vs.  gerade wird alles in mein Label investiert.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?
Mein Studio  vs.  Das Zollamt und die Endloswarteschleifen, egal wo!

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?
Meine Familie, meine Freunde, meine Assistenten bereichern meine Welt jeden Tag aufs Neue… vs. Behörden jeglicher Art sorgen fürs Gegenteil.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?
Gemeinschaft baue ich vor allem vor, mitten und unmittelbar nach den Kollektionsfertigungen…danach ziehe ich mich zurück und lasse die Massen alleine ziehen.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Ich beschäftige mich gerade mit Sophies Calle’s „die Schläfer“…und während der Arbeit lausche ich meinen Assistenten.

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?
Gerade nur ein bisschen schöner. Um sie ein bisschen besser zu machen, Bedarf es etwas mehr…wenn Schokolade Sünde ist, dann sündige ich täglich.

DANKE!

HienLe Short Shots 2.0: Hien Le, Modedesigner

HIEN LE HERBST/WINTER 2011/12 // PHOTOS: AMOS FRICKE

hien le 2 Short Shots 2.0: Hien Le, Modedesigner

HIEN LE HERBST/WINTER 2011/12 // PHOTO: AMOS FRICKE

The art of buffering

Kategorie: | November 27, 2011 | von

Wenn bei YouTube das ewige Rennen zwischen Rot und Grau mal wieder zuungunsten der kontinuierlichen Abspielbarkeit verläuft und in den anderen Tabs nur tl;dr-Artikel oder die Arbeit lauern, dann könnte man im wahrsten Sinne des Wortes am Rädchen drehen. Das ist definitiv nicht mehr witzig. Weiterlesen »

An der Spitze der Musikreihe: Nils Frahm im Radialsystem

Kategorie: | November 25, 2011 | von

Am Montagabend bot das Radialstem für die akustische Erlebnisdimensionserweiterung einen musikalischen Dreiklang in der Reihe “UM:LAUT musik.impulse” an. Vollbestuhlung inklusive. Auch rechts und links neben der Bühne. Ausverkauft.

l An der Spitze der Musikreihe: Nils Frahm im Radialsystem

 

0 An der Spitze der Musikreihe: Nils Frahm im Radialsystem

Der Grund waren: Sleepoingdog aus Belgien, die ruhig und entspannt eröffneten, einfache Musik, ganz einfach und doch so schön. A Winged Victory For The Sullen folgten und verwebten den Raum mit Klangfäden, dass einem der Zustand zwischen Trance, “der Rotwein wirkt” und “die Lider zittern” in Zwischenwelten entführte, aus denen einen der jähe Applaus auch nur noch leicht zu reißen wusste. Weiterlesen »

Jung und artig – neue Kunst in alter Münze

Kategorie: | November 24, 2011 | von

JungArt 2011. Wie kommt man bloß auf so einen Titel? Worauf soll das “Jung” referieren, wenn man mal davon ausgeht, das in “Art” kein Tippfehler steckt und wohl auf die Kunst hinauswill. Jung – im Sinne von young? Jung – als Hinweis auf psychoanalytische Ansätze? Oder Jung – als Hinweis auf einen Familiennamen? Letzteres kann ausgeschlossen werden. Hinter dem was sich als “Kunstfestival” präsenetiert stehen drei Initiatoren: Markus Schaller (Künstler), Courtney Phillips (Gastronom) und Tai Caesar (Marketingmann) und ihre Idee ist gar nicht mal so schlecht wie der Name den sie sich dafür ausgedacht haben. Nachwuchstalente der bildenden Kunst mittels einem Wettbewerb aufspüren und den Gewinnern nicht nur einen Geldpreis, sondern auch eine Ausstellung zu ermöglichen. Clever auch deshalb, weil damit schon das Anfangsprogramm der dann im nächsten Jahr zu eröffnenden JungArt Berlin Gallery an der – selbstredend – Potsdamer Straße steht. Damit das weder basisdemokratisch noch inhaberautokratisch und somit öffentlichkeitswirksam legitimiert wird, überließ man Vor- und Finalauswahl einer gut besetzten Jury: dem ABC-Kurator Marc Gloede, dem UdK-Professor Robert Lucander, der Sammlerberaterin Susanne Grieshaber, dem Künstler Clement Page, dem Leiter des Georg-Kolbe-Museums Marc Wellmann und Daniel Marzona, dem Direktor der Galerie Konrad Fischer. So weit so gut. Bloß in der Umsetzung der Wettbewerbsausstellung in der Alten Münze hapert es etwas. Gewohnt trashig muss es zugehen, eng und verrammelt präsentiert sich die Ausstellungsarchitektur und gibt den künstlerischen Positionen wenig Raum zur Entfaltung. Stattdessen kommt unwillkürlich ein Messecharakter auf, dem nur einige der ausgestellten Arbeiten entgegenwirken können. Bis zum Sonntag kann man sich noch selbst ein Bild machen.

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Louisa Radtke (Berlin) hat kleine filigrane Selbstportraits mit der Polaroidkamera entwickelt...

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... die unterschwellig das Medium Fotografie weit hinter sich lassen.

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Nadine Wottke (Erfurt) spielt in ihren kleinen Porzellanskulpturen mit...

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... Ambivalenzen zwischen Skurrilität, Sexualisierung und Body Extensions.

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Auch Anne Drew Potter (Berlin) erweckt den wohligen Schauer mit nicht wirklich subtilen Skulpturen.

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Mit schillernden Plastiktütenderivaten aus Glasperlen kommentiert...

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... Shige Fujishiro (Hannover) offenbar soziale Ausgrenzung und Konsumkultur.

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Chris Bierls (Berlin) Installation aus Tinte, Draht, Schnur, Platte, Strunk...

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... und Goya-Collage erinnert stark an Kitty Kraus.

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Auch Nastasja Keller (Berlin) ist nicht die erste, die das künstlerische Sprücheklopfen erfunden hat, aber die offenbar zugrundeliegende Performance macht neugierig.

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Carolin Weinkopf (Berlin) ging auf Foto-Reportage.

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Unter den stärksten Fotografiepositionen ist auch Fabian Hampel (Berlin), mit seiner streng komponierten Serie von plankenden Akten im Stadtraum.

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Katharina Kohl (Hamburg) dokumentiert Street Art...

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... während 2naked.org sich selbst zum Thema der Street Art machen.

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Und das Readymades immer gehen, will auch diese Ausstellung beweisen – dabei hatte Duchamp immer noch den besten Riecher.

JungArt Berlin Festival 2011, noch bis zum 26. November, Alte Münze, Molkenmarkt 2, 10179 Berlin-Mitte, geöffnet: 14 Uhr bis open end

(photos shot with Nokia)

 

 

 

Broadway Market – dickes Bionade-B

Kategorie: | November 23, 2011 | von

organic waste Broadway Market   dickes Bionade B

Der Londoner Stadtteil Shoreditch hat sich längst zum Hipster-Heaven gemausert. Bionade-Bohème und Bionade-Bourgeoisie feiern auf dem samstäglichen Broadway Market den Sieg der korrekten Kuschel-Klasse. Weiterlesen »

Items Of The Week – The Power

Kategorie: | November 21, 2011 | von

von Mareike Nieberding -

wenn kraft sich
mit masse paart
herrscht »wuchtsal«
– die wucht der wichte
»wuchtsal«
schikksal
aussichtsreich
entgegenzusetzen
ist gleichbedeutend
mit »geschikkt sein«
–»wuchtsal« haut
deine nachbarn um
aber
geschikklichkeit
strekkt
oh dich
nieder
(Bert Papenfuß-Gorek, schikksal & »wuchtsal«)

In dunklen Hinterhöfen, in schlecht geheizten Wohnungen mit entblätterten Wänden, umgeben von vollen Aschenbechern und Papierstapeln – so stellt man sie sich vor. Die Lyriker vom Prenzlauer Berg, als sie in den Achtziger Jahren dem Zentralkomitee der DDR mit ihren Gedichten den Stinkefinger zeigen wollten. Dabei begaben sie sich nie in direkte Opposition, sondern gingen mit ihren sprachkritischen Schreibweisen den Weg der Verdrehung, der kontrollierten Fehlerhaftigkeit und der kunstvollen Unverständlichkeit, die sie verdächtig, aber selten schuldig machte.

Zwar unschuldig, aber deshalb auch der Zeit etwas schuldig blieben in den letzten Jahren die Intellektuellen. “Wo waren sie eigentlich, als Europa die Luft ausging? Warum schlugen sie sich in die Büsche, als es brenzlig wurde?” fragte letzte Woche Thomas Assheuer in Die Zeit und die Antwort folgte sogleich: Vom wichtigsten deutschen Philosophen der Gegenwart, Jürgen Habermas. Unter dem doppelsinnigen Titel Zur Verfassung Europas legt er nun einen Essay im Suhrkamp Verlag vor, der die Weltinnenpolitik in seine Einzelteile zerlegt, von einer transnationalen Demokratie träumt und die Kraft aufbringt auch in den dunkelsten Tagen noch Utopie zu wagen. (08)

An einen Ort, an dem Hoffnungen und Wunschwelten keinen Platz zu finden scheinen und auch in der Vergangenheit kaum Gelegenheit hatten aufzublühen, verschlug es den deutschen Fotokünstler Tobias Zielony. Für seine Serie Manitoba, die er nun erstmalig im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main vorstellt, reiste er nach Winnipeg, der Hauptstadt des kanadischen Bundesstaates Manitoba. In suburbanen Lebenswelten porträtierte er dort jugendliche Gangmitglieder indigener Herkunft und belebt damit die uramerikanische Wunde vom Umgang mit den amerikanischen Ureinwohnern, von ihrer Vertreibung und Ghettoisierung, von dem Zwang zur Anpassung, die viele Einheimische gern verheilt sehen würden. (02)

thepower Items Of The Week   The Power

Jorinde Voigt begreift die Wirklichkeit in Mikrokosmen. Mit wissenschaftlicher Akribie und präziser Sachlichkeit sucht sie die Natur und ihre Gewalten, zu denen auch der Mensch in seiner Getriebenheit gehört, erfahrbar zu machen, darzustellen, aufzuschreiben, hinzuzeichnen. Für die Ausstellung Gardens of Pleasure in der Galerie Helga Maria Klosterfelde (19.11.2011-29.02.2012) dekonstruierte sie auf diese Weise Abbildungen aus der Ausstellung Der chinesische Lustgarten – Erotische Kunst aus der Sammlung Bertholet der Ostasiatischen Kunstsammlung der Museen Dahlem. Indem sie die erotische Kunst auf ihre Formalia reduziert, Umrisse reproduziert, durch Farbfächer klassifiziert oder mit Himmelsrichtungen und Rotationsgeschwindigkeit versieht, nimmt Voigt den Abbildungen das offensiv Verführerische und ersetzt es durch die faszinierende Kraft von Dokumentation und Abstraktion. (06)

Für Hussein Chalayan ist Mode ein Politikum und jedes einzelne seiner Designs hinterfragt unseren Umgang mit Ressourcen und Materialien, mit Technologie und Umweltverträglichkeit. In seinem nun erschienenen gleichnamigen Bildband wird seine Arbeit noch mal in ganzer Breite präsentiert. Vom bahnbrechenden Paper Dress, das sich zusammenfalten, in einen Briefumschlag stecken und verschicken ließ, über sein Airplane Dress aus Fiberglas und mit herausfahrbaren Flügeln bis zum hölzernen Tisch, der sich in einen Rock verwandelte. Chalayan ist einer der konzeptuellsten und stringentesten Designer unserer Tage, der die Macht der Mode und die Kraft ihrer Subversion in jedem Einzelteil zelebriert. (03)

In Cheyenne spielt Sean Penn einen gealterten Rockstar, der sich nach dem Tod seines Vaters auf die Suche nach dessen KZ-Peiniger Alois Lange macht – quer durch die USA. Mit großer Glamrock-Mähne und viel Penn’schem Darstellungsgefühl ist Paolo Sorrentinos Film ein handlungssprudelndes Roadmovie. (04) Auf ihrem neuen Album Horsepower huldigen die Pariser Jungs von Justice der Pferdestärke, klingen aber eher nach Kirmesreiten auf zu dünnen Ponyrücken. Ein letztes Aufbäumen der ehemals liebsamen Rock-Dance-Verbrüderung. (07) Dazu passen die Hufeisen-Ohrringe von Giles & Brother (01) oder das futuristische Supernovakleid des australischen Designers Dion Lee (05). Geht alles: “wenn kraft sich mit masse paart”.

Nokia Lumia Launch – The Amazing Everyday

Kategorie: | November 19, 2011 | von

Seit dieser Woche ist das neue Nokia Lumia 800 in Deutschland erhältlich und wir waren beim Launch im Berliner Cafè Moskau dabei und sprachen mit den Köpfen hinter der neuen Nokia & Microsoft-Partnerschaft, Journalisten, die das neue Smartphone testen durften und Hanna Sievinen, Geschäftsführerin von Nokia Deutschland.

Falling Walls – Anastasia Ailamaki: Nach mir die Datenflut?

Kategorie: | November 19, 2011 | von

 2011fw11090128 622x1024 Falling Walls   Anastasia Ailamaki: Nach mir die Datenflut?

Anastasia Ailamaki ist Professorin an der School of Computer and Communication Sciences an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, Schweiz. In ihrer Falling Walls Präsentation zeigt sie, wie Daten-Exploration neue wissenschaftliche Entdeckungen ermöglicht.

GH: Frau Ailamaiki, wie viele Daten werden jeden Tag auf der Welt gespeichert?
AA: Das kann ich ihnen für heute nicht genau sagen, ich könnte aber an meinen Computer gehen und nachschauen. Was ich ihnen sagen kann, dass wir aktuell ungefähr ca. 1,5 Zeta-Bytes an Daten haben, internetweit. Das bedeutet….moment….. Byte,Kilo-Byte (10 hoch 3), Mega-Byte, Gigabyte, Terra-Byte, Peta-Byte, Exa-Byte und Zetta-Byte (10 hoch 21)…und das nimmt um 58% jedes Jahr zu. Wir verdoppeln also den globalen Datenbestand ca. alle18 Monate. Das ist verrückt.

GH: Wenn wir bedenken, dass die Datenmenge expotentiell zu unserem technischen Vermögen anwächst, diese überhaupt zu bewältigen, wie sollen wir es dann überhaupt schaffen, diese Lücke zu überbrücken?
AA: Diese Brücke ist ein zweischneidiges Schwert. Es geht zum einen um all die Daten und ihre Interpretation, die Technologie, all das zu bewältigen, die andere Seite aber ist die Interdisziplinäre. Ob wir nun von Wissenschaft oder Wirtschaft reden, überall gibt es für Daten noch Interpretationsprobleme – die Bereiche müssen stärker miteinander kommunizieren, die Wissenschaft sich noch mehr anstrengen (…).

GH: Wenn wir die Welt immer mehr aufzeichnen, alles Detail für Computerberechnung zugänglich machen und die letzten Geheimnisse in unseren Gesellschaftszusammenhängen enthüllen, schwebt da nicht auch ein gewisse Gefahr für diese Gesellschaft mit?
AA: Da liegen Sie total richtig, auch wenn ich nicht die richtige Person bin, um diese Frage zu adressieren. Ich gehe zu rück zu meiner Computer Science und schließe die Tür. Es gibt immer einen Weg, Erkenntnis missbräuchlich zu benutzen. Wir können Atome knacken und das in guter als auch in schlechter Weise. Deshalb gibt es auch in der Forschung, in der Wissenschaft Ethik-Kommissionen. Man bedenke einfach mal nur, was die Hirnforschung alles zu Tage befördert. Wir tun was wir tun ja letztendlich für Menschen. Was ich will, ist eine Technologie zu erschaffen, die die anwachsende Datenmenge für uns besser zugänglich verständlich macht. Das Wichtige dabei ist, eine Technologie zu schaffen, die zudem Missbrauch erschwert.

GH: Was halten sie von Aufzeichnungsservices wie daytum.com, die ermöglichen jeden gegessenen Krümel und jeden gelassenen Pups akribisch zu dokumentieren?
AA: Das bleibt jedem selbst überlassen und ich möchte mit der Frage antworten “Is the more data the better?” antworten.

GH: Gute Frage!
AA: Und ich will sie mit “Ja” beantworten, weil es mir darum geht, automatisch Extraktion von Modellen aus Daten zu erreichen. Stellen Sie sich einfach vor, wir würden nie mehr ein mangelhaftes Modell herausbekommen. Wissen Sie, wie schwer es für einen Wissenschaftler ist, ein Modell zu extrahieren, in dem man nicht mehr gefangen wäre, sondern dessen Simulationen sich verlässlich selbst füttern würde. Das sind alles Experimente, und das Problem mit der Wahrheit ist, das sie nur eben die ganze Wahrheit sein kann. Wenn man nun aber genug Daten hätte und ein verlässliches Modell zugrunde läge, kämen wir dem näher, was wir als Wahrheit bezeichnen.

GH: Was wäre dabei die schlimmste Überraschung?
AA: Dabei doch falsch zu liegen (bekommt einen Lachanfall).

GH: Meinen Sie denn tatsächlich vermittels der rasch voranschreitenden Datenforschung an so etwa wie die letztendliche Wahrheit zu gelangen?
AA: Mit dieser philosophischen Frage werfen Sie mich zurück zu meinen alten griechischen Vorfahren. Wissen Sie was? I don’t care. Ich will es einfach tun. Ich möchte einfach diese ansteigende Datenkurve hin zur Technologie überbrücken. Wenn wir dazu auch wenigstens aufhören würden, Daten wegzuwerfen. Wir verschwenden sie. Verwenden sie nicht. Was das heißt? Wir haben keinen return of investment. Der Break Even war 2007, mittlerweile können wir das alles nicht mehr handhaben. Und da klafft eben noch eine andere Lücke. Wir brauchen also Effizienz darin. Das ist das Ausschlaggebende.

GH: Wir haben nun schon mehr Daten als das Gehirn je verarbeiten kann, wir haben zwar das Potenzial, aber die Zeit, die haben wir doch nicht, oder…?
AA: Uff, Kennen Sie Jeopardy? Das hier ist langsam so…(und lachend zieht sie nach Austausch der Visitendaten von dannen.)