Author profile: Eva Kaczor

Eva Kaczor

ist Diplom-Psychologin, Markenstrategin und Bloggerin. Wer ihren Blog www.privatecurators.com liest, besucht Kunstsammler dort, wo sie mit ihrer Kunst leben, erfährt jede Woche, was die “Must See” Ausstellungen in Berlin sind und schaut in Berliner Ateliers und bei den wichtigsten Vernissagen vorbei. Ab und zu wirft Eva auch wilde Blicke in die globale Kunstszene. Auf Sounds-Like-Me schreibt sie über ihre Erlebnisse in der Berliner Kunstwelt.


Einträge von Eva Kaczor:

Catch the inspiration

September 12, 2009 |

AUF DER LAFRAISE-VERNISSAGE

Bild 6 Catch the inspiration

15.000 € für Elefantenkaugummi.

Ich stehe in der West Berlin Gallery und spreche einen Mix aus Französisch, Englisch und Deutsch. Vor mir steht die französische Illustratorin Amandine Piu, aka Piu Piu, und ist aufgeregt. Amandine hat den „laFraise 15k Contest“ und damit 15.000 € gewonnen. Ihr Motiv „Elefant Gum“ hat 4.000 Mitbewerber hinter sich gelassen und Amandine ist über Nacht zum Aushängeschild von Europas größten Online T-Shirt-Design Wettbewerb geworden. Claudia, die Marketingmanagerin von laFraise.com, legt schützend den Arm um Amandine und wir plaudern erst einmal über laFraise, um Amandine die Akklimatisierung mit mir als „Journalistin“ zu erleichtern. Weiterlesen »

Statusterroristen

September 09, 2009 |

Boot slme Statusterroristen

In den letzten sieben Tagen an der Steilküste Amalfis hat mein Finger tatsächlich ein paar Mal gezuckt. Zu gern wollte er zu Twitter, um meine Follower mit gut getarnter Ego-Aufwertung vor Neid erblassen oder zumindest hektisch nach vergleichbar ästhetischen Erlebnissen fahnden zu lassen. Ich habe den Finger festgehalten und ihn mit dem anderen ausgeschimpft. Schliesslich waren wir hier um uns zu erholen, vom Statusterrorismus, der sich seit einiger Zeit unter meine sozial-medialen Freunde gemischt hat.

Seit Monaten vergeht keine Minute, ohne dass mich ein Zweizeiler tief ins Mark trifft – wie der Einkaufswagen von hinten auf die Achillessehne.
„Just had the moment of my life“. „Danke an alle für diese Wahnsinns-Party gestern“. „Wo kommt dieser krasse Workflow nur plötzlich her?“. „De-Toxing seit zwei Wochen“.
Während Achilles aufheult, scanne ich blitzschnell mein aktuelles Leben nach selbsterhöhenden Kontern ab und tippe eilig: „Ich trinke jetzt immer Freitags einen Kaffee mit der Inspiration.“
Dann atme ich durch und schäme mich ein bißchen.

Twitter und Facebook sind für uns zu privaten Kunstsammlungen geworden. Hier bauen wir die Galerien unseres Lebens und diese oft in knallpink und rosarot. Die Grautöne werden weggesperrt, in die nicht-öffentliche Ecke der Seelen-Ausstellung gestopft. Schafft es einer von ihnen doch ins Facebook Kästchen, dann ertappe ich mich dabei wie sympathisch mir diese ehrliche Missgelauntheit oder Unsicherheit ist. Sie verschafft mir Erleichterung vom angestrengten Mithalten im Lauf um das aufregendste Dasein.

Ich laufe mit, weil es befriedigend ist von sich selbst zu erzählen und gleichzeitig macht es mich rast- und ratlos. Ich kann nicht mehr allein sein. Mein Idealbild zerrt beständig am Twitter Finger und will nach draussen hin erzählt sein. Und ja, es macht Spass. Vorallem, wenn alles super läuft. Dann feiert es mit den anderen Idealen die ewig gute Party. An den Tagen an dem dies nicht so ist, fühle ich mich wie im falschen Film und frage mich beim Betrachten der Partybilder vom Tag zuvor, warum den niemand einfach bei mir angerufen und mich mitgenommen hat.

Die Lösung. Ich kenne sie nicht. Es geht mir nicht ums Predigen von schonungsloser Ehrlichkeit in guten wie in schlechten Zeiten, schließlich weiß man nie wer mitliest. Vielleicht aber sollten wir ein bisschen mehr ironische Gelassenheit an den Tag legen und uns dem ständig rauschenden Status-Stroms einfach mal verweigern.

wasser slm Statusterroristen

Catch the Inspiration: “Ich bin die Idee.”

August 28, 2009 |

AUTOR MICHAEL OBERT ÜBER DAS RAUBTIERHAFTE DER INSPIRATION

Bild 2 Catch the Inspiration: Ich bin die Idee.

Die Ränder Welt. Dorthin zieht es Michael Obert immer wieder. Mit im Gepäck reist seine persönliche Grundsehnsucht. Sein Verlangen nach fremden Realitäten, nach extremen Lebenssituationen und nach intensiver Nähe zu den dort lebenden Menschen. Über diese schreibt er so fesselnd, dass einem die Schauer über den Rücken laufen.

Michael Obert ist einer der bekanntesten deutschen Reisejournalisten und -autoren. Seine Reportagen und Fotostories werden u.a. von Geo, ZEIT, FAZ, Greenpeace Magazin und The Journal in New York publiziert. In seinen Werken erzählt Michael Obert von intensiven Begegnungen mit Menschen, die im Sudan, in Sierra Leone oder in Patagonien, in Timbuktu, Papua Neuguinea oder Bhutan leben. Weiterlesen »

Catch The Inspiration: Im Atelier der Modedesignerin Stephanie Franzius

August 19, 2009 |

Bild 23 Catch The Inspiration: Im Atelier der Modedesignerin Stephanie Franzius

Die Kreativzelle von Stephanie Franzius liegt gut versteckt im Souterrain eines für Berlin untypischen Hochhauses inmitten eines vor Hitze flirrenden Parks. Als ich ihr Atelier betrete, sind das grelle Helle und der verbrannte Rasen da draussen schlagartig vergessen. Es ist kühl, fast dunkel und es sieht nach verdammt harter Arbeit aus.

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Neue Serie: Catch the inspiration

August 18, 2009 |

Bild 21 Neue Serie: Catch the inspiration

Die kosmopolitische Welt scheint auf sie versessen zu sein. Urbanes Lebensgefühl ist unmittelbar mit ihr verbunden und die Generation Me ist sowieso ständig auf der Suche nach ihr. Inspiration heißt der Code für die Tür zum erfüllten Leben in Berlin, London, New York City, Paris und Tokio. Wir tummlen uns auf der obersten maslowschen Stufe und arbeiten hier äußerst konzentriert an den eigenen Ideen, um auf keinen Fall die erfüllte Existenz zu verpassen. Unser Lebensmotto könnte lauten: „Everyone is an artist“ (frei nach Joseph Beuys).

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Whitest Boy Alive@Tape Club Open Air

August 17, 2009 |

UNGLAUBLICH ÄSTHETISCH

Bild 22 Whitest Boy Alive@Tape Club Open Air
Wir standen vier Stunden mit 4000 Menschen bei 37 Grad im staubigen Sand. Unsere Kehlen waren trocken und die Schlangen vor den Bars und dem Imbiss krochen über das gesamte Gelände. Die Sonne stach gnadenlos auf uns herab und ließ jede Bewegung überflüssig erscheinen. Wir waren wie in Watte gepackt und blinzelten halb ohnmächtig zu  den restlichen 3998 Menschen um uns herum. Es war Sonntag 16 Uhr und wir waren glücklich.

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Auf dem Dach mit Zoot Woman

August 10, 2009 |

Bild 3 Auf dem Dach mit Zoot Woman

Zuerst waren wir alle ein bisschen schüchtern, als es gestern an der Tür klingelte. Vor ihr standen die Gebrüder Blake, Johnny und Adam, und damit 2/3 von Zoot Woman. Gekommen waren die beiden Jungs, um für tape.tv eine unplugged Session auf dem tape.tv Dach im up and coming Viertel Weissensee zu geben. Wir schüttelten Hände, klopften Schultern und drückten die netten Jungs von neu gegründeten Berliner Label Snowhite an unsere Brust.

Und dann schlingerten wir alle über die steile Treppe nach oben auf die Dachterrasse, deren Mitte ein von tape.tv-Redakteur Dominik Grötz liebevoll ausgelegter echter Rasen zierte. Weiterlesen »

Der Anti-Starbucks ist… Starbucks

August 05, 2009 |

Bild 8 Der Anti Starbucks ist... Starbucks

Was wir sehen ist hübsch. Was wir serviert bekommen ist hübscher: handgezupfter Tee, speziell gerösteter Kaffee, Teilchen aus den besten lokalen Bäckereien. Womit wir umgeben sind ist altes Holz, das von ausgezeichneter Designerhand neu kreiert worden ist. Und ab und an betrachten wir einen unserer Künstlerfreunde, der hier ausstellt oder Musik macht. Die Message ist klar: welcome to your local coffee shop heaven. Weiterlesen »

Neue Kreative Klasse: Ike Ikrath, Gastgeber der Generation Freigeist

July 19, 2009 |

In den Gasteiner Bergen denkt Ike Ikrath im Moment darüber nach, wie sich ein einst mondäner Belle Epoque Kurort in einen urbanen Salon für Freigeister verwandeln lässt.

Auf einem Himmelbett mitten in der Blumenwiese hinter seinem Hotel Miramonte hat mir Ike Ikrath erzählt, wie man aus Hotels moderne Salons macht, kosmopolite Großstädter dazu bringt, über eine Sommerresidenz in den Bergen nachzudenken und warum die Zukunft eines Bergorts im polarisierten Lifestyle liegt…

1bearb3 Neue Kreative Klasse: Ike Ikrath, Gastgeber der Generation Freigeist

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Umsorge Deine Talente

July 19, 2009 |

assignment zero wide Umsorge Deine Talente

source: futureofthebook

Ein neuer Geist bahnt sich seinen Weg durch unsere Gesellschaft.
Sein Motor ist die digitale Technologie, sein Treibstoff sind Ideen und sein Ausstoss ist ein rasant wachsendes kreatives Unternehmertum. Ideenzeitgeist wird er genannt und wir haben ihn bereits ordentlich lieb gewonnen. Weil er uns offener, großzügiger und unabhängiger macht. Weil er uns zuflüstert, dass wir, wie nie zuvor, unser Leben nach den eigenen Ideen gestalten können, da Erfolg eh ganz neu definiert wird: „You are what you share not what you earn” um es frei nach Charles Leadbeater auszudrücken. Also teilen wir was das Zeug hält. Unser Wissen, unsere Ideen und unsere Kreativität. Weiterlesen »