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goerex heißt im wahren Leben Göran Hielscher – nur wirft ein Name mit G-Ö-Folge bei der Usernamevergabe Hürden auf. Göran drückt Pixel und Texte aus und wird zukünftig seine Connectorello-Qualitäten bei txthype ausleben, dem Magazin für Sprachkultur. Für Sounds Like Me schreibt er über Netzperlen und -pannen, über Innensichten zu außen erlebtem, Jungsspielzeug und andere grüne Sachen.


Einträge von goerex:

Fembot Romance – Switch off Beziehungstress

January 11, 2010 | goerex

Fembot1 Fembot Romance   Switch off Beziehungstress

Custom Made Traumfrau – diesen Wunsch hat sich Le Trung aus Canada erfüllt. Er hat sie sich selbst gebastelt aus allem was dazu gehört und kann nun auch noch stolz damit preisen, dass Aiko zweisprachig daherkommt. Alle klassischen Macken die man auch in human-humanen Beziehungen entwickelt kann Le nun in seiner human-humanoiden Zweisamkeit ausleben. Aiko ist die perfekte Projektionsfläche für männliche Zuneigungs-Macken.

Sicher ist bei aller Technik und Elektronik Aiko keine Frau, die mann im Regen stehen lässt. Allein schon nicht wegen des Material-Wertes von 30.00 Pfund. Auch wenn wir hier menschliche Bewertungskategoriern verlassen. Le hat sich ihretwegen schon hoch verschuldet und einen Herzinfarkt infolge von Überarbreitung an seinem “Projekt Aiko” eingehandelt. Was unterscheidet sie nur so von echten Frauen – btw. schein Le sie für eine zu halten – dass der verrückte Mensch seine Zeit in so ein seelenloses Ding investiert als in das, was viel unkalkulierbarer, spannender, duftender und zugleich seelisch wie auch lebens-technisch spannender ist also so ein blöder Roboter? Bestimmt hat es sich Le nicht nehmen lassen, dem Technoweib einen Aus-Knopf zu verpassen, wenn der intelligenten Software der Zugang zur unbegründeten und für Männerlogik nicht nachvollziehbaren Widerrede gewährt ist. Menschen, Menschen, Menschen.

Originalartikel bei dailymail

Bilder: copyright by barcroft media

Wie dumm macht Facebook und Co. wirklich?

January 02, 2010 | goerex

facebookbloed Wie dumm macht Facebook und Co. wirklich?

Es ist vielerorten zu vernehmen, dass die Wissenschaft, vielleicht auch mehr die Populärwissenschaft oder gar die Pseudowissenschaft sozialen Netzwerken die Fähigkeit attestiert, sozialpsychologisch unvorteilhaft Einfluss auf die Menschheit zu nehmen. Wissenschaftler schreiben Bände und wir Online-Geschichte. Woher kommt das? Nicht, dass das Schreiben dieser ersten Sätze schon jäh durch einen einflatternden Gutrutschwunsch unterbrochen worden wäre. Die mehrkanalige Erreichbarkeit hat längst Spuren im alltäglichen Kommunikationsverhalten hinterlassen. Aber was meint dieses blöd eigentlich?

Spiegel berichtet kürzlich davon, dass eine Studie der Universität Ohio belege, dass Facebook-Nutzer empirisch belegbar schlechtere Noten haben als die Wenig- bis Nichtnutzer.

Der deutschen liebste Zeitung Bild veröffentlicht die radikale These einer Psychologin, die ein Wort für Facebook einlegt, Twitter-Usern sowie Youtube-Fanaten aber dem Übel nahe sieht, durch ihr Handeln dümmer zu werden. Facebook, so meint sie, fördere das Arbeitsgedächtnis und fördert die Intelligenz. Youtube und Twitter hingegen verursachen das genaue Gegenteil, weil das Kurzzeitgedächtnis auf unförderliche Weise beansprucht werde.

Und da sind wir wieder beim generellen Problem der Generation Netzwerk-Kinder: wir sind prokrastinierende Online-Junkies, die auf der Suche nach der kopierbaren Hausarbeit, dem Wissensquell Wikipedia auf den Leim gehen, was wir damit rechtfertigen, dass sich die Journalistengilde auch nicht anders verhält. Auf halbem Wege klimpert uns Skype, Facebook und Co. aber schon längst die Melodie des Aktuellen vor, was zwar keine große Bedeutung birgt, doch aber unseren einsamen Seelen den Herdentrieb und das Gruppengefühl überbürstet.

Und sei es nur daran gelegen, dass wir dann wissen, dass Ines und Peter heute Spaghetti gegessen haben und dabei mit Anthony and the Johnsons dem Tag einen Soundtrack gaben. Nebenbei noch ein wenig rumgehuscht, etwas dünnes bei Twitter gelesen und den Sinn für Humor im Failblog befriedet, während die Hausarbeit ins Vergessen gerät, weil wieder mal mehr Tabs geöffnet sind, als die Bildschirmbreite unterzubringen vermag. Dafür hat man was bei Ebay ersteigert, was man ohnehin nicht braucht und ist unweigerlich dem Serendipity-Effekt erlegen.

Unsere latente sexuelle Orientierungslosigkeit verdrehen wir mit Youporn und wenn es mit den Partnern nicht mehr klappt, dann gibt’s ja auch ein Heulforum. Oder ‘ne Gruppe bei Facebook.  Dafür bekommen wir aber die feschesten Partytipps und müssen nicht unbedingt alle Menschen nur noch im Internet kennenlernen, was ja gar nicht so dumm ist. Oder? Bing! Ich habe eine neue Nachricht. Endlich. Erlöst aus dem erdrückenden Jetzt.

WEAVE – Magazin im Gespräch

December 19, 2009 | goerex

weave cover WEAVE   Magazin im Gespräch

SLM: Hallo Ilona, schön, dass Du Zeit gefunden hast. WEAVE ist seit ein paar Monaten auf dem Markt und hat den Nerv der kreativen Macher rund Webentwicklung, Design, Interaktivität und Schnittstellen der Zukunft getroffen. Wann kam im Hause PAGE die Idee zu einem der gearteten Magazin auf?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die Idee entstand im Herbst 2008. Einerseits war es so, dass die Bandbreite der Themen rund um Web- und Interaction Design sowie Development über die Jahre so umfangreich und komplex geworden waren, dass sie in PAGE – neben den anderen Themen – nicht in der gebührenden Breite Platz fanden. Andererseits stellten wir fest, dass es in diesem Segment kein deutschsprachiges Magazin am Markt gab.

SLM: War es von Anfang an diese Idee, oder war die Ur-Intention eine andere? Wie hat sich die Idee entwickelt?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die grundsätzliche Richtung von WEAVE stand von Anfang an fest. In mehreren Runden entstand in der Redaktion dann das Konzept – also dass WEAVE beispielsweise eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Professionen in diesem Bereich bilden sollte. Etwa von Designern zu Programmierern, von Konzeptern zu Auftraggebern oder von Usability Experten zu Designern und so weiter. Das findet sich unter anderem auch in der Rubriken-Aufteilung wieder: Es gibt keine inhaltlich-thematischen Rubriken wie in PAGE (Kreation, Typo, Bild, Technik), sondern die Rubriken TRENDS, PROJECTS, TUTORIALS, TOOLS und LIFE, in denen jeweils die Bereiche Konzeption, Design und Technik statt finden können. Die Case Studies in der Rubrik PROJECTS sind vielleicht das beste Beispiel, wie die Grund-Intention von WEAVE aussieht: Ein Projekt wird hier aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschrieben – je nach Art des Projekts kommen hierbei die Konzepter, die Designer, die Usability-Exerten, die Projektmanager, die Programmierer und auch die Auftraggeber zu Wort. Zudem wollten wir in WEAVE stark auf Autoren aus der Praxis setzen.

Im November luden wir schließlich auch eine Reihe von Designern und Entwicklern aus diesem Bereich in die Redaktion zu einem Brainstorming. Dabei zeigte sich, dass wir in unserer grundsätzlichen Ausrichtung ziemlich richtig lagen – und natürlich bekamen wir hier auch noch weiteren, wertvollen Input.

Weave 1 WEAVE   Magazin im Gespräch

Weave2 WEAVE   Magazin im Gespräch

SLM: Wie lange brauchte es dann von der fertigen Konzeption bis zu Ausgabe Nummer Eins?

WEAVE/ Ilona Koglin: Ende Dezember stand damit die Konzeption von WEAVE. Anfang Januar 2009 starteten wir damit, das erste Beta-Heft inhaltlich zu planen, Autoren zu akquirieren und das Design bzw. das Layout zu entwickeln. Mitte Mai kam dann die erste Beta-Version heraus – noch ein recht schmales, 32-seitiges Heft. Die Rückmeldungen, die wir darauf bekamen flossen anschließend in die erste “richtige” WEAVE-Ausgabe ein, die Anfang September erschien.

SLM: Wie viel Menschen sind redaktionell an WEAVE beteiligt, wie setzt sich die Redaktion zusammen?

WEAVE/ Ilona Koglin: Wie bereits angesprochen soll die WEAVE vor allem ein Forum von der Branche für die Branche sein. Das heißt, dass bei uns hauptsächlich Autoren schreiben, die hauptberuflich Designer, Entwickler, Konzeptioner, Trend-Forscher und so weiter sind. Die Redaktion selbst besteht aus einer so genannten Content-Redaktion, die für die Themenplanung, die Autoren-Akquise und -Betreuung und die Koordination des Artikel-Workflows zuständig ist. Dann gibt es die Text-Redaktion, die alle Artikel noch mal auf Herz und Nieren prüft, bevor sie in die Grafik gehen, die sie layoutet.

SLM: Bei der Vielzahl an Themen, der fliegenartigen Vermehrung von Webphänomenen und neuen Technologien – wie trefft ihr da die Themenauswahl, die dem Konzept gerecht wird?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die Themenplanung ist ein Zusammenspiel der Redaktion und der Community. Wir bekommen einerseits sehr viele Themenideen und Artikelvorschläge – und haben Autoren, die überaus engagiert bei der Sache sind. Unsere Idee, WEAVE als eine Plattform anzubieten, funktioniert also – und das freut uns natürlich sehr!  Andererseits entwickeln wir natürlich auch in der Redaktion Ideen, mit denen wir dann gezielt auf Leute zugehen. Es stimmt schon, dass man in der Themenfülle, die das Web anschwemmt, den Überblick behalten muss. Aber wenn man mit den Menschen redet, merkt man schnell, was sie wirklich bewegt, was sie wissen möchten oder wofür sie sich interessieren.

SLM: Wie würdest du eure DurchschnittsleserIn beschreiben?

WEAVE/ Ilona Koglin: An Web- und Interaction-Projekten sind ja immer sehr viele unterschiedliche Gewerke und damit Menschen beteiligt. Den typischen Leser der WEAVE gibt daher auch nicht. Allein wenn man Designer und Programmierer vergleicht, wird man schnell fest stellen, dass sie zum Teil sehr unterschiedliche Bedürfnisse, Vorgehensweisen oder Interessen haben. Dennoch eint sie, dass sie alle gestalterisch und technisch Grenzen überschreiten und innovative Anwendungen erschaffen wollen. An diesem Punkt kommen wir wieder zu der Idee mit der Brücke, die wir mit WEAVE ja bauen wollen: Das ist natürlich auch eine Herausforderung.

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SLM: Wisst ihr durch LeserInnenfeedback, wei weit gefasst das Spektrum eurer LeserInnen ist?

WEAVE/ Ilona Koglin:Ja. Sowohl die zahlreichen Rückmeldungen auf die Beta- und die Erstausgabe der WEAVE, als auch eine kleine Online-Umfrage oder die Mitglieder unseres Vimeo-Channels zeigen uns, dass wir mit der Vorstellung unserer Leserschaft, wie wir sie schon zu Anfang ins Auge gefasst haben, ganz richtig liegen.

SLM: Was ist das Anliegen, was der Mehrwert von WEAVE?

WEAVE/ Ilona Koglin: Zum Anliegen habe ich im Zusammenhang mit dem Konzept der WEAVE schon einiges gesagt. WEAVE ist nicht nur der Titel des Magazins, sondern auch gleichzeitig unser Ziel: Wir wollen die unterschiedlichen Professionen, die es im Bereich Interaction und Web-Design sowie -Entwicklung gibt, mit einander verweben und vernetzen. Wir wollen natürlich für einen Wissens- und Erfahrungsaustausch sorgen. Und natürlich wollen wir inspirieren und unseren Lesern Lust machen, Neues zu entdecken und auszuprobieren. Trotz aller Professionalität und Ernsthaftigkeit soll dabei der Spaß aber nicht zu kurz kommen. Beispielsweise liefert die Rubrik LIFE auch Artikel, Interviews und Portraits über Menschen und Themen, die unterhalten und/oder einen Blick über den Tellerrand der Branche hinaus bieten.

SLM: Bei der Verfügbarkeit der Informationen online – von der Selektierbarkeit einmal abgesehen – wie kam die Entscheidung, Print als Medium zur Vermittlung zu wählen?

WEAVE/ Ilona Koglin: Zugegeben: Es mag zunächst anachronistisch erscheinen, ausgerechnet bei diesem Themenspektrum mit einem Print-Titel heraus zu kommen – und dann auch noch in 2-monatlichem Erscheinungsrhythmus. Allerdings hat uns allerspätestens das Feedback auf die ersten Ausgaben der WEAVE in unserer Überzeugung bestätigt: Selbst so absolut internet-affine Menschen wie unsere Leser informieren sich gerne auch mal über Gedrucktes. Viele Leser haben uns sogar geschrieben, dass sie schon lange auf so ein Magazin gewartet haben…

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Vielleicht liegt das daran, dass man längere Texte eben doch besser gedruckt liest. Auf jeden Fall glaube ich, dass es gerade die Informationsfülle und auch die Schnelligkeit (Schnelllebigkeit) im Internet ist, die einen bei einem Buch oder einem Magazin aufatmen lässt. Die WEAVE kann aus der Flut von Informationen in Ruhe das heraus filtern, was wirklich wichtig ist. Wir haben die Zeit, Texte und Layouts im Detail und mit Sorgfalt aufzubereiten. Das geht im Web unter dem üblichen Zeitdruck oft verloren.

SLM: Wie würdest du die sinnvolle Verzahnung von Print und Online in der Zukunft beschreiben, gerade im Hinblick auf die Aussage, dass Print sich vom Massenmedium hin zum spezialisierten hochwertigen Nischenmedium entwickeln wird.

WEAVE/ Ilona Koglin: Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie sich Print und Online befruchten können. Das fängt mit ganz banalen Dingen an – etwa, dass man als Redaktion über das Social Web viel enger in Kontakt mit seinen LeserInnen kommen und so natürlich viel konkreter Themen entlang ihrer Bedürfnisse entwickeln kann. Wie ich in der vorigen Frage schon sagte, sehe ich den Vorteil von Print vor allem in der Zeit – in dem Luxus, Zeit zu haben. Das klingt vielleicht paradox, weil die Schnelligkeit des Web eigentlich immer als Vorteil gesehen wird – und genau hier liegt natürlich auch der Vorteil von Online-Medien, den man als Magazin natürlich auch nutzen sollte. Wir haben darauf beispielsweise reagiert, in dem wir konsequent entschieden haben, dass WEAVE keine “News” in dem Sinne mehr beinhaltet. Es gibt eine Chronik, die berichtet, was die letzten Wochen Wesentliches geschah – aber es gibt nicht mehr die Kurzmeldungen, die so tun, als wären sie aktuell – dabei hat man sie schon vor zwei oder drei Wochen im Netz gelesen…

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SLM: Wo sollte beim jeweiligen Kanal der Schwerpunkt liegen?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die Schwerpunkte ergeben sich: Print darf ausführlicher, länger, langsamer, tiefgründiger und irgendwie bedachter sein. Online ist dagegen schnell, interaktiv, multimedial. Beides hat ohne Frage seine Qualitäten.

SLM: Inwiefern hat Editorial Design in den letzten Jahren vom Webdesign gelernt oder gar profitiert? Hast du – vielleicht neben WEAVE – ein gutes Beispiel?

WEAVE/ Ilona Koglin: Aus meiner Sicht haben die Print-Medien die letzten Jahre versucht, den Wettlauf mit den digitalen Medien aufzunehmen. Alles sollte auch im Druck schneller werden – das Beispiel mit den “News” habe ich ja schon angesprochen. Diesen Wettlauf können gedruckte Zeitungen oder Zeitschriften gar nicht gewinnen. Und meinem Eindruck nach besinnen sich auch mehr und mehr Publikationen auf ihre Stärken: Hochwertigen und sorgfältigen Journalismus, gute Gestaltung und auch eine Ausstattung, die die Haptik unterstreicht. Print-Medien müssen viel mehr zu etwas werden, was man aufheben und archivieren möchte. Etwas, was man gerne “hat” – denn Websiten, Tweets, Blog-Einträge, das alles ist flüchtig, schnell und verschwindet.
Selbstverständlich hat Print aber auch von Online gelernt bzw. positive Einflüsse erfahren. Ich denke da vor allem an den Austausch zwischen Redaktion und Lesern. Es ist viel einfacher, deren Wünsche und Ideen aufzunehmen und in Dialog zu treten. Es ist nur die Frage, wie weit sich Redaktionen (d.h. die Menschen in den Redaktionen) öffnen. Das fällt vielen ja noch schwer, aber ich glaube, da liegt viel Potential.

SLM: Das Heft besticht durch Themenbandbreite, modernes Layout und Unterhaltungswert bei gleichzeitiger Tiefe und spannenden Webverweisen – ein Special-Interest-Magazin für das 21. Jahrhundert. Das war aufrichtiges Lob. Nun die Bitte zur Selbstkritik: Was kann WEAVE in Zukunft noch besser machen?

WEAVE/ Ilona Koglin: Wir sind gerade dabei, die dritte Ausgabe zu produzieren. Es ist ganz klar, dass sich WEAVE immer noch entwickelt, dass das Magazin wächst und sich verändert. Das ist wichtig. Wenn es um Print geht, würde ich sagen, dass wir schon auf einem guten Weg sind. Es sind wahrscheinlich eher Kleinigkeiten, die in dem ein oder anderen Artikel mal verbesserungswürdig wären. Themen, die man noch mehr in die Tiefe bearbeiten möchte. Jede Redaktion legt sich wohl mit jeder Ausgabe immer wieder die Latte selbst ein bisschen höher. Was wir 2010 dagegen definitiv noch stärker forcieren wollen, sind unsere Online-Aktivitäten. Wir haben schon einen Vimeo-Channel, in dem es auch WEAVE-Videos zu sehen gibt. Das wollen wir fortführen, aber auch weitere Kanäle des Social Web stärker bespielen.

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SLM: Was ist in den nächsten Ausgaben zu erwarten?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die nächste Ausgabe erscheint am 18. Januar. Wie es sich für die erste Ausgabe eines neuen Jahres gehört, haben wir unter anderem Designer, Entwickler, Trendforscher, Science-Fiction-Autoren, Interactive Artists und Online-Journalisten danach gefragt, welche Trends, Wünsche und Vorstellungen sie für 2010 haben. Wir berichten über eine spannende Ausstellung im Zentrum Neue Technologie (ZNT) in München, in der sämtliche Exponate mit einander vernetzt und über berührungssensitive Vitrinengläser steuerbar sind. Wir berichten, was Designer und Entwickler heute schon mit RFID machen können und wo die Chancen und Risiken liegen. Es gibt eine Reihe von Tutorials – unter anderem zu AIR 2.0 und Silverlight 4. Es wird Interview mit dem Interactive Designer Chris O’Shea, der RIA-Agentur The Visionaire Group aus Los Angeles und dem Arduino-Erfinder David Mellis geben. Naja, und noch einiges mehr – zu viel will ich auch nicht verraten ;-D

SLM: Bleibt WEAVE technisch oder wird es auch Redaktionelles zu den sozialen Wechselwirkungen finden, die durch die Webentwicklungen Einzug in unsere Gesellschaft halten? Das ist ja kein ganz unwesentliches Thema für heute und morgen.

WEAVE/ Ilona Koglin: Das machen wir auf jeden Fall. Wie gesagt: Die Rubrik LIFE enthält solche Themen.

SLM: Wo steht WEAVE in 3 Jahren?

WEAVE/ Ilona Koglin:
Drei Jahre sind in der Welt des Internet sehr sehr viel Zeit. Ich denke keiner von uns kann wissen, wie die Medienlandschaft in drei Jahren aussieht: Haben wir dann beispielsweise Holodecks oder AR-Kontaktlinsen? Wer weiß? Von daher würde ich heute auch keine Prognosen aufstellen, wie WEAVE in drei Jahren aussieht. Was ich aber sagen kann ist, dass wir uns auf die spannenden Zeiten freuen. Wir haben jedenfalls viele Ideen und sind voller Tatendrang!

SLM: Danke für das Interview!

WEAVE/ Ilona Koglin: Gerne und vielen Dank, dass ihr an WEAVE gedacht habt!

www.weave.de

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UTOPIA 8 – Unfried und Langer entwerfen den Masterplan

December 17, 2009 | goerex

utk langerunfried UTOPIA 8   Unfried und Langer entwerfen den Masterplan

Nachdem nun also viele helle Köpfe, laute Münder und gebildete Menschen oder Leute, die all diese Eigenschaften in sich vereinen, gesprochen und gepriesen haben, resümierten Claudia Langer und der stellvertretende taz-Chefredakteur Peter Unfried über die Vorschläge der Utopia-Konferenz 09. Resultat ist eine Roadmap, die in mehreren Punkten vereint, wie die Zukunft beschritten werden sollte.

Das mit dem aktuellen Kopenhagen-Ergebnis eine Menge Konterkaros in den denkfreien Raum geschüttet wurden, darf den Einzelnen nicht irritieren und sollte gerade dazu ermuntern, bei sich selbst zu beginnen. Wie ich finde, lohnt sich der tägliche Blick auf www.utopia.de, um sich in ein umweltverträglicheres Wesen zu wandeln. Sonst schreiben wir alle Memoiren, gegen die T.C. Boyles “Ein Freund der Erde” noch wie ein schönes Märchen klingen wird. Wer eine detaillierte Herleitung braucht, kann das im Detail im Konferenzbereich bei Utopia nachlesen. Also, Weiterlesen »

UTOPIA 7 – So wie die Visonäre. Oder die Gänse.

December 13, 2009 | goerex

utk nialldunne UTOPIA 7   So wie die Visonäre. Oder die Gänse.

Niall Dunne, seines Zeichens Managing Director bei Saatchi&Saatchi, sprach aus einer ganz anderen Perspektive das Zukunfts- respektive Umweltthema an. Nicht dass man Größen wie ihm, Firmen, für die er steht und spricht, nicht unkritischen Geistes gegenüberstehen sollte. Doch wenn man etwas bewegen will, dann ist man sicher gut beraten, es nach Möglichkeit auch im Großen zu tun. Kehrt nun einmal Bewusstsein dort ein, wo auch ein Koloss agil sein darf, dann muss man fragen woher das rührt und vor allem wer da rührt:

Dunne stand beispielsweise mit Walmart eher auf dem Kriegsfuß. Doch aus der zerstörerischen Absicht wurden Wandlungsgedanken, aikido-esk die Energie des Gegners umlenken und ihn zur Besinnung bekehren. Das hat er in Teilen geschafft. Das Umstrukturieren, was nicht allein an den Markenkern von Walmart gerichtet war, führte letztendlich dazu, dass der Konzern nun sogar Coca-Cola in Sachen Markenwert von rechts überholt hat.

Seine Umkrempelung mit Fokus auf den Umweltbereich wird weitreichend anerkannt. Gerade weil dabei auch die kleinsten Einheiten – der einzelne Mitarbeiter, dem neue Freiräume zuteil werden – eine Rolle spielt. Die geschlossene Masse bildet schlussendlich das, was man den Zug am großen Hebel nennen darf.

Im Vortrag spricht Dunne den Paradigmenwechsel an, der gerade dort ausgelöst wird, wo visionären Menschen die Macht in die Hand gegeben wird. Dabei bringt er mit einfachen Gleichnissen alter Kulturen das auf den Punkt, was die Menschheit heute zu begreifen hat: “If you want to go fast, go alone! If you want to go far, go together!” – “Wenn du schnell gehen willst, geh allein! Wenn Du weit gehen willst, geh gemeinsam!”. Werbefachmännisch nutzt er diese starken Bilder, um uns klar zu machen, wie Zukunftsbewegung auszusehen hat: aus der Tierwelt erwähnt er den Graugans-Flug im großen V am Herbsthimmel, der auch dann erhalten bleibt, wenn mal eine Gans ausfällt. Und zwar nicht weil sie einfach rausfliegt, sondern weil sie als Teil der Gruppe in der Form Wertschätzung erfährt, dass zwei Gefährten bei ihr bleiben, bis sie wieder weiter kann. Hilfe zur Gegenhilfe. Ein Planet, eine Familie sozusagen.

utk nialldunne2 UTOPIA 7   So wie die Visonäre. Oder die Gänse.

Das Visionäre der großen Menschenvorbilder Ghandi und Marthin Luther King findet seinen Platz und man darf ihn ruhig lassen, wenn er diese Ikonen als  Teilchenbeschleuniger für seinen lebendigen Vortrag bemüht. Jeder soll, ja muss dabei sein, jeder hat etwas ganz Inidividuelles zu bieten bei dem gemeinsamen Ziel.

Diese Form der Inspiration überträgt Dunne auf alle menschlichen Organisationsformen, betont dort, wo Markenmacht viel auf einmal erreichen kann. Er muss es wissen. Nialle Dunne rückt den Menschen in den Mittelpunkt aller Überlegungen. So auch beim Klimax der Modellerläuterung für mögliche Unternehmensformen:

a) die Firma organisiert –  Mitarbeiter werden verpflichtet
b) die Firma organisiert –  Mitarbeiter werden eingeladen
c) die Firma befähigt –  Mitarbeiter führen

Dabei sticht Modell Drei hervor und erinnert an den DESIGN THINKNG-Ansatz, durch den (an und für sich ja, dann doch nicht ) überraschende Potenziale ausgeschöpft wurden – People will come up with ideas you never knew they existed. Leider passt das noch nicht so ganz in die biederdeutsche Betrieblichkeit mit Pyramidenstruktur, neue Formen der Arbeitsorgansiation setzen da an. Die Zukunft wird zeigen, was sich wie etabliert. Es braucht nur eben immer einen hellen Kopf, der vorangeht. Wenn es der eigene ist – umso besser!

UTOPIA 6 – JUCCCE!

December 11, 2009 | goerex

utk jucccceokoo UTOPIA 6   JUCCCE!

Der junge Herr mit dem minimalistisch klangvollen Namen O Koo und dem deutlich amerikanischen Akademikerakzent eröffnet weltmännisch seine Präsentation, steigt in Sachen JUCCCE – Joint US-China Collaboration on Clean Energy – gleich voll da ein, wo das Projekt seine Wirkung tun soll: In China. Dort, wo sich rasant eine massive Infrastruktur entfaltet, der Stahl der Welt geschmolzen wird und neben den ohnehin existenten 221 Städten mit mehr als einer Million Einwohner immer noch 2 Städte jährlich vom Ausmaße New Yorks hinzuwachsen, wird Umwelt ganz zwangsläufig ein großes Thema. Der individuelle Verdienst nimmt zu und somit naturgegeben auch der Konsum. Und jeder Konsum buckelt seinen ökologischen Rucksack. Weiterlesen »

Them Crooked Vultures – Zum Ursprung

December 09, 2009 | goerex

TCV02 Them Crooked Vultures   Zum Ursprung

Es gibt Konzerte und es gibt eben KONZERTE. O.k., eingedenk des Umstandes, dass Euch diese Weisheit irgendwann auch schon einmal untergekommen ist, mag das nicht überraschen. Wer aber Montag Abend dabei sein durfte, weiß es in der feinteiligsten Ziseliertheit dieses  Unsinnspruchs nachzufühlen. Weiterlesen »

UTOPIA 5 – Standby in anderem Licht

December 05, 2009 | goerex

utk rainer grieshammer UTOPIA 5   Standby in anderem Licht

Dr. Rainer Grießhammer ist eines der ersten Mitglieder und Unterstützer der Utopia-Plattform. In seinem Vortrag auf der Utpopia-Konferenz ‘09 spricht er dezidiert das Thema nachhaltigen Konsum an und geht in Details: Er fordert, den nachhaltigen Konsum rauszuholen aus seinem momentanen Nieschendasein. Warum? Weil nachhaltiger Konsum zu einer Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse und dabei zu einer Verringerung der Umweltbelastungen führt. Weiterlesen »

UTOPIA 4 – “Den Konsumenten gibt es nicht!”

December 03, 2009 | goerex

utk luciareisch UTOPIA 4   Den Konsumenten gibt es nicht!

Prof. Dr. Lucia Reisch, die sich an der Copenhagen Business School auf Konsumverhalten und Verbraucherpolitik spezialisiert hat, setzt sich innerhalb dieses Feldes mit nachhaltigem Konsumieren und Produzieren sowie der europäischen Verbraucherpolitik auseinander.

Ohne Umschweife beginnt sie auf der Utopia-Konferenz im Radialsystem in Berlin mit “Den Konsumenten gibt es nicht!” und führt uns aus dem Dunkel über Annahmen uns selbst betreffend: 80% aller Autofahrer nehmen an, dass sie zu den 30% der besten Autofahrer gehören. Ihr zufolge ist der Mensch gnadenlos überversichert, schere sich aber um das Klima, und den aus diesem Verhalten resultierenden Ergebnissen, seltsamerweise reichlich wenig.

Mit einem kurzen Ausflug über die Prospect-Theory befeuert sie den Raum mit allerhand Schmunzeln evozierenden Beispielen, so z.B. dass unser Gehirn Verluste doppelt so stark negativ wertet, wie den Gewinn auf der anderen Seite der Richterskala. Da muss uns nichts mehr wundern. Der Mensch ist eben ein angstverhaftetes, egomanisches Gewohnheitstier, das eingenommen ist vom Halbwissen seiner Existenz. Ein Heureka für die Marketing-Fachleute: mental login, habitualisierter Konsum und nach uns die Sintflut.

Der Mensch bevorzugt lieber das Hier und Jetzt, nimmt lieber 200 € auf die Hand als 500 € über das Jahr verteilt, lässt sich lieber von kurzfristigen Augenwischereien das Geld aus der Tasche ziehen, als von Dingen, die sich langfristig dreimal amortisiert haben.

Ihr Tipp: Die Zukunft auf das Jetzt herunterbrechen!

Weil wir denkfaul und bequem sind – Faulheit ist eine psychologische Effizienzstrategie, man erfreue sich also dieser Rechtfertigungsgrundlage – sind wir auch nicht in der Lage, mehr als sieben Informationsbits auf einmal aufzunehmen. Und auch wenn wir uns rational geben, entscheiden wir in der Regel nicht so. 10% unserer Wahlen treffen wir bewusst, der Rest wird von ungeahnten Mächten in den unbeschreiblichen Tiefen unseres Hirns getroffen. Passen wir also auf, dass wir dem Neuromarketing nicht zu schnell alle Wege in unserem Kopf offenlegen.

BildUtopia4 UTOPIA 4   Den Konsumenten gibt es nicht!

// © J- Lühmann | Professor Peter Hennicke (2 v.l.) //

Für Reisch ist Emotion die Triebfeder zu Handlung und mahnt in ihrer äußerst angenehemen Vortragsweise, die auch alle Patriarchen im Saal hat die Ohren spitzen lassen: THE BRAIN RUNS ON FUN!

Und so verbleibt sie nach populär-verständlichen Ausflügen mit drei To-Dos, für die es dann doch der Marketing-Übersetzung bedarf:

Für Unternehmen: Benchmarks durch “Change Maker” setzen.

Für die Politik: eine kluge Architektur der Wahl schaffen.

und last but not least an den Konsumenten gerichtet: er sollte den “Charme der Wahl” am Point of Sale nutzen.

So, jetzt nur noch alles ganz schnell umsetzen, uahhh.

UTOPIA 3 – Bionadisierung des ökologischen Raumes

December 01, 2009 | goerex

utk peterkowalksy UTOPIA 3   Bionadisierung des ökologischen Raumes

Der Bionade-Geschäftsführer stellt in empathischer Marketing-Manier sein Projekt “Wir pflanzen Trinkwasser” vor, eine Baumpflanzaktion. Diese hat zum Ziel, den Waldböden die Fähigkeit zurück zu geben, mehr Grundwasser zu speichern. Wie man das erreicht? Mit Laubbäumen. Denn Laubwaldböden sind im Gegensatz zu den meisten Nadelwaldböden nicht mit Grasfilz überzogen und somit befähigt, Wasser in den Tiefen zu speichern. Es ist ein Plädoyer für den Laubwald mit seiner hohen Wasserspeicherungskapazität.

Das Ziel: Der Umbau von Monokulturen. Den Zuspruch deutscher Förster hat er. Als Schülerprojekt initiiert, bei dem die Daddelkids auch mal Frischluft und körperliche Arbeit erleben dürfen, kommt man mit Spaß und Eifer dem hohen Ziel näher. Und zwar immer dort, wo es Sinn macht. Bisher ist in den Gegenden Berlin, Frauenstein, im Ruhrpott und der Rhön nach 6 Jahren Projektarbeit sichtbar geworden. So nähert man sich dem Anliegen, 800.000l Wasser/Hektar/Jahr und langfristig soll die Jahresfüllmenge Wasser, die für Bionade benötigt werden mit dem ökologischen Erfolg des Projektes aufwiegbar sein.

Hier geht es zur Projektwebsite www.trinkwasserwald.de