Author profile: Jan Joswig

Jan Joswig

Jan Joswig ist ein typischer Unterm-Strich-Schreiber, neben sounds-like-me.com für Zoo Magazine, Zitty, taz, Intersection, De:Bug, Style & The Family Tunes, Literaturen etc. Als bedächtiger Bartträger wird er von Pointe und Slogan mehr herausgefordert als von Analyse und Reflektion. Außerdem mimt er die graue Eminenz auf berlinfashion.tv. Obwohl er vermeidet, Denkfalten zu bekommen, halten ihn die Leute für so alt, wie er ist. Die Hälfte dürfte geschafft sein. Jetzt wird es Zeit, Unterhosen mit Hosenträgern zu tragen.


Einträge von Jan Joswig:

Zeit der Einkehr: Café de Flore

September 02, 2010 | Jan Joswig

flore cover Zeit der Einkehr: Café de Flore

Die Lichtintensität fällt auf 2.000 Lux, die Laune ins Loch. Gegen die Zumutungen der Realität hilft nur das Bollwerk des Fiktiven. Wir basteln uns unseren goldenen Herbst. Sollen die verpeilten Party-Bruchpiloten doch beim Luna Land im Berliner Plänterwald versuchen, den Restsommer bei der Narrenkappe zu packen. Weiterlesen »

Frau und Vehikel: SUV

August 26, 2010 | Jan Joswig

SUV Frau und Vehikel: SUV

Ein neues Phänomen schält sich heraus. Die Erklärung steht noch aus. Zur Blutsbrüderschaft von Mann und Maschine gesellt sich eine Allianz aus Frau und Vehikel. Blickt man durch die getönten Scheiben eines SUVs, sitzt hinter dem Steuer – eine Frau. Weiterlesen »

Scharwänzelnde Musik mit SS Arthur

August 19, 2010 | Jan Joswig

SS Arthur Scharwänzelnde Musik mit SS Arthur

Ab sofort ruft mich „SS Arthur“. „Soft, Softer, Arthur“ heißt es ausgeschrieben. Oder auch „Smooth, Smoother, Arthur“. Ich spezialisiere mich als DJ auf ein Unterhaltungsfeld, das viel zu unbeachtet bleibt. Der gepflegte Düdelpop mit schlabbrigen Synkopen von saturierten Langweilern für saturierte Langweiler – wie mich.

Vergesst die Bar 25, es lebe Ferreros Raffaello-Welt. Die Aasgeier im weißen Leinen sind müde, sie haben die Kinderchen zum Drogennehmen nach Thailand geschickt und für Pakistan gespendet, jetzt können sie endlich die Tore verrammeln und darauf warten, dass sie unterm ewigen Azur an ihren Goldkronen ersticken. Drogen langweilen sie nur noch, Sex langweilt sie nur noch, Steuerbetrug langweilt sie nur noch. Das Einzige, was ein letztes Kribbeln in ihre abgesaugten Hüften treibt, ist der Sound von SS Arthur.

ss1 Scharwänzelnde Musik mit SS Arthur

Wenn ihr genauso SS drauf seid wie Arthur, kommt ihr an diesen musikalischen Pralinées nicht vorbei:

Jimmy Messina – Do you want to dance
Seals & Croft – Summer Breeze
Gino Vannelli – One Woman Lover
Rupert Holmes – Escape 4
Nick Heyward – Kick of Love
Blue Rondo à la Turk – Masked Mood
Joe Jackson – Cha Cha Loco
William Pitt – City Lights
Martine Girault – Revival
Tony Toni Toné – Thinking of You

Berliner können das Raffaello-Ressort am 23.09.2010 entern, dann legt SS Arthur in der Bar des Hotel Amano auf.

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ss3 Scharwänzelnde Musik mit SS Arthur
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Nachhilfe in Disco-Geschichte – live in Berlin

July 23, 2010 | Jan Joswig

disco1 Nachhilfe in Disco Geschichte – live in Berlin

Der Disco-Doktor kommt nach Berlin! Tim Lawrence lehrt Musiktheorie an der University of East London, sieht so junggeblieben Eulen-äugig aus wie David Byrne – und versteht sich als Tänzer. Das hat er Diedrich Diederichsen, seinem deutschen Poptheorie-Pendant, voraus, der die Musik von der Theke statt der Tanzfläche aus beobachtete (und so schon durch sein Körperverhalten determiniert mehr Bezug zu HipHop als House hatte).
Lawrence hat „Love saves the day“ über die Anfänge von Disco und Clubkultur in den 70ern und „Hold on to your dreams“ über den Disco-Avantgardisten Arthur Russell geschrieben. Beide Bücher verführen nicht nur durch detaillierte Geschichtsschreibung, sondern – ihr ahnt es schon – durch die empathische Perspektive des Tänzers.
Am Freitag, den 23.07.2010 liest Lawrence aus „Hold on to your dreams“ und hat versprochen, immer wieder abzuschweifen. Das Basso als Berlins bester Männer-in-Hotpants-Kulturverein ist geradezu prädestiniert für die Veranstaltung. Die Disco-Digger Daniel Wang und Finn Johannsen (ihr kennt ihn von Rewind) an den Decks werden hinterher die Tracks aufsteigen lassen wie Kraniche, die außerhalb der menschlichen Sichtweite ihre Hälse zum Liebestanz umschlingen, mit einer flauschigen Kumuluswolke als Tanzfläche (sie bevorzugen den kalifornischen Hustle). Disco bleibt eben eine Geheimwissenschaft für Liebende.
Hier eine kurze Lehrstunde in amtlichem Disco-Tanz aus Kitty Hansons Fibel „Disco Fieber“ von 1978, die durch ihren fehlenden historischen Abstand besticht. Versuchte Analyse, die sich in Groschenroman-Aufgeregtheit verliert – genauso empfehlenswert wie Tim Lawrence’ Bücher, nur anders.

disco3 Nachhilfe in Disco Geschichte – live in Berlin

disco Nachhilfe in Disco Geschichte – live in Berlin

Tim Lawrence liest, Daniel Wang und Finn Johannsen spielen
23.07.2010, 21 Uhr
Basso, Köpenicker Straße 187-188, Berlin Kreuzberg

Kunst fragt: Wie wollen wir wohnen?

July 17, 2010 | Jan Joswig

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Das Berliner Stadtschloss ist tot – es lebe die Baracke! Berlin, Hauptstadt der Improvisation, führt gerade an verschiedenen Orten vor, wie das Wohnen der Zukunft aussehen könnte. Generalgeplante Geschlossenheit in der Architektur weicht chaotischem Wildwuchs ohne Din und ohne Bevormundung. Die Kunst, sensibelster Seismograf des Sozialen, macht es vor. Weiterlesen »

Der Text ist meine Party, die Gala mein Laufsteg

July 10, 2010 | Jan Joswig

gala1 Der Text ist meine Party, die Gala mein Laufsteg

Eigentlich bin ich eher der Typ für links unten. In diesem Fall arrangiere ich mich aber auch mit rechts oben. Im Falle meines ersten Outfitposts auf gedrucktem Papier. Für mein Foto mussten noch Bäume sterben, liebe Digital Natives. Weiterlesen »

Sexy Popel sells – Quantität statt Qualität

July 04, 2010 | Jan Joswig

popel Sexy Popel sells   Quantität statt Qualität

Mit viel innerer Bewegung habe ich (mal wieder) auf turi2.de, einem News-Ticker für die Medienbranche, den „meistgeclickten Link“ registriert: „Jogi Löw beim Popeln.“ Sexy Popel sells. Masse macht Boulevard. Weiterlesen »

’schland, schwarz, rot

June 24, 2010 | Jan Joswig

schland1 ’schland, schwarz, rot

Fußball mag ja schön sein, deshalb ist Jubel-Patriotismus noch lange nicht gut. Jetzt blöken sie wieder. Und schwenken dazu die Deutschlandfahnen. Weiterlesen »

Neues Online-Magazin: i-ref

June 13, 2010 | Jan Joswig

i ref Neues Online Magazin: i ref

Isabelle Pohl und Norman Röhlig haben dem Blog The Junction den Rücken gekehrt, um mit weniger neongiftigem Farbklima ein neues Projekt zu starten: i-ref, das Feuilleton für den Häppchen-Flaneur. Weiterlesen »

Scheiß Kommunismus – Kuba revisited

June 05, 2010 | Jan Joswig

havana1 Scheiß Kommunismus – Kuba revisited

Der 02. Juni 2010 war ein Festtag für alle Geschichtsrevisionisten, die Fidel Castro verfluchen. Endlich konnte man mal wieder feiern wie in Kubas goldenen 30ern, als harte Dollars das Tor zu Rum und Rumba aufstießen und man als Herr der Welt in seinem pittoresken mittelamerikanischen Vorgarten eine Zigarre schmöken ging. Weiterlesen »