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Miriam Rauh

ist halbe Modedesignerin und ganze Goldschmiedin. Sie liebt Kunst und Technik und gutes Essen und lebt seit vielen Jahren als freie Texterin in Berlin. Für Sounds like me schreibt sie. Punkt.


Einträge von Miriam Rauh:

Allet fließt – Nowkoelln Flowmarkt

June 02, 2010 | Miriam Rauh

Mal ehrlich. Hanfdeutsche Wortspiele, die Begriffe wie „Flow“ und „Now“ launig locker miteinander kombinieren, stülpen mir schon seit den 90er Jahren in schauriger Regelmäßigkeit die Zehennägel schräg links nach oben. Aber das ist auch schon alles, was ich am Nowköllner Flowmarkt auszusetzen habe.

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Street Art Crossing Europe

April 20, 2010 | Miriam Rauh

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In Linz, der „heimlichen Drehscheibe“ des europäischen Kinos (Süddeutsche Zeitung, 2004) jährt sich diesen April das Crossing Europe Festival zum siebten Mal. Vom 20. Bis zum 25. 4. zeigt es „junges, eigenwilliges und zeitgenössisches europäisches Autorenkino“, wobei sich laut Veranstalter das „jung“ nicht auf das Alter der Filmschaffenden, sondern vielmehr auf aktuelle Erzählformen und die künstlerische Gestaltung bezieht.

Der deutsche Beitrag Street Art – Die vergängliche Rebellion der Regisseure Benjamin Cantu und Anne Bürger, beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit der Straßenkunst und mit den – oft politischen – Motiven von Street Artists aus Paris, Berlin, New York, London und Moskau .

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„Et hätt noch immer jut jejange.“ – Im Gespräch mit Nikolaus Jagdfeld

April 08, 2010 | Miriam Rauh

Was passiert mit Berlin – bleibt die Stadt an der Spree ein panerotisches Armenhaus oder hat sie eine glanzvollere Zukunft? Wer könnte besser darüber nachdenken als jemand, der Berlin sowohl aus der Perspektive der Sub- als auch der Hochkultur kennt und der darüber hinaus mit einigen Metropolen dieser Welt recht gut vertraut ist.

jagdfeldsw2 661x1024 „Et hätt noch immer jut jejange.“   Im Gespräch mit Nikolaus Jagdfeld

//Foto: Michael Hoelzl©2010VG-Bildkunst-Bonn//

Nikolaus Jagdfeld ist vielen Berlinern ein Begriff. Als Gründer des legendären Scala Clubs in der Friedrichstrasse und auch als Mit-Geschäftsführer des Berliner Departmentstore Quartier 206, einem in ganz Europa für sein einzigartiges Konzept und Angebot bekannten Kaufhaus der Luxusklasse, hat er sich in kurzer Zeit einen Namen gemacht. Recht neu eröffnet hat er den Departmentstore-Cabinet Store, eine Art Raritätensammlung, die sich wohltuend vom sterilen Design anderer Konzept-Stores abhebt. Mode, Fotografie und Interior-Design verbinden sich im Departmentstore-Cabinet, Kunden finden „eine Vielfalt von Objekten unterschiedlichster Art und Herkunft (die) zu einer neuen Einheit und Weltsicht“ verschmelzen.

In seinem Berliner Büro gibt Nikolaus Jagdfeld zwischen einer eklektischen Mischung ausgewählter schwarz-weiß Fotografien, ethnischer Kunst und abendländischer Designklassiker Einblick in seine Gedanken über die Zukunft des Handels und Berlin und beantwortet dabei auch ein paar persönliche Fragen.

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Glanz und Glory

February 10, 2010 | Miriam Rauh

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Schmuck kann man eigentlich gar nicht genug haben. Besonders, wenn es sich um so luxuriöse und ungemein schmückende Einzelstücke handelt, wie sie die in Berlin lebende Stylistin Franziska Fischer unter dem Namen Glorybox anfertigt und vertreibt.

Sie selbst bezeichnet ihren Umgang mit Luxusmaterialien als geradezu maßlos. Gold, Koralle, Swarovski Kristalle und handgegossene Glaslinsen werden opulent arrangiert und so in immer wieder neue Zusammenhänge gebracht. Schließlich geht es Franziska darum, nicht  bloßen Tand zu erstellen, sondern einen Gegenstand zu schaffen, der auch ohne seine Trägerin und ganz für sich ein wunderbares Kunstwerk ist.

Noch mehr Begehrlichkeiten dürfte die Tatsache wecken, dass es sich bei den Stücken von Glorybox sämtlich um Unikate handelt, die sich bislang vorwiegend über Mund-zu-Mund Propaganda verkauft haben, quasi direkt aus dem Atelier. Be prepared Franziska, bald werden sie Dir die Bude einrennen…

Die aktuelle Kollektion heißt übrigens Structure F.

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Paarungen

January 31, 2010 | Miriam Rauh

„Also, was ich bei Euch Heteros echt nicht verstehe ist, warum ihr Euch so schwer tut, über Sex zu reden. Die Hetero-Männer in meinem Bekanntenkreis sind ja oft so was von frustriert, weil Ihr einfach nicht darüber sprecht, was Euch Spaß macht, oder was Ihr Euch wünscht, das ist mir unbegreiflich.“ M. nippt an seinem Gin Tonic und ich denke „Stimmt. Das ist ein totales Tabu.“ Mit dem Mann, mit dem man gerade in einer Beziehung steckt, über den hauseigenen Sex zu sprechen ist in etwa so, als würde man mit seinem Chef die verschiedenen Fehlermöglichkeiten bei der Anwendung von Hämorrhoidensalbe diskutieren wollen. Man hat von vornherein das Gefühl, sich auf sehr dünnem Eis zu bewegen und mit großer Wahrscheinlichkeit missverstanden zu werden. Oder, schlimmer noch, das Geheimnis um die eigene Sexualität zu lüften und damit schlicht banal, sprich nicht mehr begehrenswert zu sein.

hoelzl31 Paarungen//Foto: Michael Hoelzl©2009VG-Bildkunst-Bonn//

Dass die Libido zwischen Mann und Frau fragil ist, erfahren viele Paare immer wieder, manchmal unwiderruflich und ich kenne keins, das es mit Hilfe eines Therapeuten oder simplem Aussitzen geschafft hätte, wieder wohliges Feuer in die Laken zu bringen, hat sich dort erst einmal feuchtkalte Unlust so richtig breitgemacht. „Bei Frauen hat es oft mit der Erziehung zu tun, dass es so schwer ist, mit dem anders geschlechtlichen Partner über Sex zu sprechen“ sagt mein Freund H., mit dem ich mich über das Thema unterhalte. Weiterlesen »

NEW COUTURE

January 29, 2010 | Miriam Rauh

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In Berlin tut sich was. Die Stadt wird glamourös. Gab es noch in den 90er Jahren oft nicht mal einzige Frau im Club, die Lippenstift trug, reichen sich im  Jahr 2010 die sorgfältig zurechtgemachten Schönen die Klinke in die Hand. Und sogar vor den sonst gerade in Berlin so stilberatungsresistenten Herren macht diese Entwicklung nicht halt: Sie sehen aus wie moderne Großstadtdandys, mögen Anzüge und Fliegen, tragen Hüte, Reiterstiefel und Gamaschen und sehen damit so hinreißend aus, dass man sich immer wieder selbst gratuliert, nicht schon längst aus ungeduldiger Verzweiflung das Handtuch geschmissen und in eine der garantiert geschmackssicheren, aber eben doch auch langweiligeren Großstädte gezogen zu sein.

Die aktuellen Kollektionen in Berlin lebender Nachwuchsdesigner spiegeln den neuen Trend zum kleidsamen Kleidungsstück wieder. Endlich! Denn es ist höchste Zeit, dem internationalen Publikum etwas anderes anzubieten, als die immergleiche, brav reduzierte New-Media-Großraum-Büro-Wear, oder die ewigen, mit grobem Stich zusammengebastelten Beinkleider aus Hanf oder bedrucktem Cotton. Weiterlesen »

37 x NOW

January 21, 2010 | Miriam Rauh

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37 x NOW heißt das neueste Ausstellungsprojekt des berliner Künstlers André Marose, das er anlässlich seines 37. Geburtstages im Kreuzberger Forgotten Bar Project präsentiert. Gezeigt werden Arbeiten anderer Künstler, bzw. Texte, Bücher, Magazine, in denen das Wort NOW / Jetzt / Présent eine Rolle spielt. „Alle Arbeiten werden an diesem Abend als Abbildung oder Snapshot in einer digitalen Slide Show auf einem Monitor gezeigt. Alles ganz einfach.“

Frühere Ausstellungen von André Marose lassen vermuten, dass das mit dem „ganz einfach“ eher Ausdruck von sympathischem Understatement als ein tatsächliches Attribut für seine neue Arbeit ist… Den Termin sollte man jedenfalls nicht verpassen: 37 x NOW wird nur an einem einzigen Tag gezeigt!

37 x NOW | Forgotten Bar Project | Boppstraße 5 | 10967 Berlin | 24.1.2010 (nur 1 Tag)

Frank Hülsbömer-The Fiction Of Science

January 10, 2010 | Miriam Rauh

„Der Verkauf interessiert mich eigentlich nicht,“ sagt der in Berlin lebende Fotograf Frank Hülsbömer (Wallpaper, Beaux Arts Magazine) auf die Frage, was genau ihn am Publizieren reizt. Er sei im Gegenteil sogar ein bisschen wie der Juwelier in E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderie,“ der sich seine Schmuckstücke zurückholt und dabei auch vor Greueltaten nicht zurückschreckt. Aber keine Sorge, so weit würde Frank Hülsbömer niemals gehen. Er hat einen anderen Weg gefunden. Indem er sie in seinem Bildband THE FICTION OF SCIENCE versammelt, konserviert er einige seiner Werke für den Betrachter für die Ewigkeit – und eben auch für sich.

4630w1sw Frank Hülsbömer The Fiction Of Science//Foto: Michael Hoelzl©2010VG-Bildkunst-Bonn//

„Whether sketchily visualized thoughts or meticulously staged motifs, his dynamic depictions of immobile objects often resemble computer renderings,“ heißt es im Katalog des Gestalten Verlages zur Vorstellung Deines Buches THE FICTION OF SCIENCE. Woher kommt Deine Liebe zur Perfektion?

>> Es ist keine Liebe. Eher eine Angst und Unwohlsein, wenn etwas nicht gut ist. Von Perfektion will ich gar nicht sprechen. Es gibt sie nicht. Perfektion ist nur eine Idee, die man anstreben kann.

Wie definierst Du „Schönheit“?

>> Sie bedingt Geist, Intelligenz, Humor, Ernsthaftigkeit, eigenständigen Charakter und die richtigen Proportionen des Körpers zu seiner Oberfläche und der Farben zu ihrer Anordnung und Menge.

Deine Arbeiten scheinen oft ein Wechselspiel aus Theoretischem und Visuellem zu sein; Du selbst wirkst manchmal eher wie ein visueller Philosoph als ein Fotograf. Wie würdest Du Dich selbst in Deiner Arbeit beschreiben?

>> Gefällt mir. Vielleicht drucke ich doch mal Visitenkarten: F. Hülsbömer, visueller Philosoph, Musterstrasse…

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Urbanes Gold

January 04, 2010 | Miriam Rauh

oder: Was geschah mit dem Palast der Republik?

cocaine Urbanes Gold//Foto: Michael Hoelzl©2010VG-Bildkunst-Bonn//

Zyniker mögen behaupten, dass es sich um Leichenfledderei im großen Stil handelt. Misanthropen, dass das alles absehbar und sowieso klar war. Und wieder andere, dass man wenigstens aus einem Teil der Ressourcen etwas Brauchbares gemacht hat. Fakt ist jedenfalls, dass der Palast der Republik vor seinem Abriss, oder sollte ich sagen Rückbau, schlappe 120.000.000,-€ wert war, inklusive etwa 20.000 Tonnen Stahl und 4.000 Glasscheiben, die großen von ihnen jeweils 390kg schwer.

Der Stahl wurde zum Teil nach Dubai und in die Türkei verkauft, ein anderer Teil wurde eingeschmolzen und zu VW-Motoren, MAN-Motoren und Kettengliedern für Raupenfahrzeuge verarbeitet. Die Scheiben wurden unentgeltlich vergeben, sofern man einen Antrag dafür stellte und eine spätere künstlerische oder gemeinnützige Verwendung nachwies. Von den ursprünglich mehreren tausend wurden schließlich ganze 210 Scheiben einer neuen Nutzung zugeführt. Der Rest zerbrach beim Abbau und landete auf riesengroßen Scherbenhaufen auf dem Schlossplatz oder bekam durch unsachgemäße Lagerung bis zum Abtransport einen Sprung und musste ebenfalls entsorgt werden. Weiterlesen »

About Glück

January 01, 2010 | Miriam Rauh

luck03b About Glück//Foto: Michael Hoelzl©2009VG-Bildkunst-Bonn//

Über Glück lässt sich vieles sagen, zu fassen ist es oft nur schwer. Paul Snowden, Liv Lundelius, André Marose, Judith Schalanksy und Princess Hijab haben sich Gedanken gemacht.

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