BarCampieren in der Kulturhauptstadt

March 21, 2010 | von

Zeitgleich zum Berliner PolitCamp ist am Wochenende das dritte BarCamp Ruhr über die Bühne gegangen. Nach Öffnung der Anmeldelisten im Internet Ende Januar sind die 170 Plätze – wie zu erwarten – in wenigen Minuten vergeben gewesen. Ich selbst hatte mir den Termin zwar in den Kalender geschrieben, aber natürlich wieder vergessen. Und nur, weil ich auf Twitter plötzlich vermehrt auf das Hashtag #bcruhr3in meiner Timeline aufmerksam geworden war, hattte ich mir noch einen der letzten Plätze sichern können.

Ein weiteres Zeichen dafür, daß diese Unkonferenzen, bei denen es außer den Sessionvorschlägen vor dem Start keinerlei inhaltliche Planung gibt, immer beliebter und anerkannter werden, ist die Sponsorenliste. Die Firmen, welche nicht nur Geld in solche Veranstaltungen stecken, um irgendwo vor Ort ihr Logo platziert zu sehen, werden ebenfalls immer namhafter. Neben dem seit Jahren notorischen Otto stehen mittlerweile selbstverständlich große Namen wie Microsofts Windows Phone und auch Nokia auf dieser Liste der Unterstützer. Letztere sind zwar präsent gewesen, haben sich aber angenehm zurückgehalten, denn die Sache ist ein Drahtseilakt; nicht jeder BarCamper mag etwa die forsche Art von Vodafone, sich mit eigenen Sessions in den Vordergrund zu drängen. Aber letztlich sind das nur Angebote, die ja keiner der Teilnehmer zu nutzen gezwungen ist. Und den meisten ist doch klar, daß ohne eine Beteiligung seitens der Wirtschaft so etwas schwerlich auf die Beine zu stellen wäre.

barcampruhr3 viele stadte ein barcamp BarCampieren in der Kulturhauptstadt

Nur so gibt es beispielsweise ohne Eintritt Speisen und Getränke for free. Die mit ihrem einzigartigen Konzept passende Location dazu hat das Unperfekthaus in der Essener Innenstadt geliefert. Bevor man zum Ort des Geschehens gelangen konnte, mußte man sich (zumindest als Spätankömmling wie ich) seinen Weg durch eine Demo suchen.

Nichtsdestotrotz hat es diesmal entgegen des eigentlich offen angelegten Konzepts einen Themenschwerpunkt gegeben. Der Sessionplan des ersten Tages (Timetable) hat das gezeigt. Ist mir sehr entgegengekommen, ich habe am Samstag gleich zwei Sessions zu standortbezogenen Diensten besucht. Und daran, wie heiß dieses Thema diskutiert wird, läßt sich auch dessen Temperatur ablesen. Es sind tatsächlich weniger Vorträge als Gesprächsrunden gewesen. Sehr interessant.

Vor der – immerhin gut besuchten – Session zu Social Media (so durch kann der Buzz also nicht sein) hat es einen sehr konkreten Vortrag zu Cloud Computing am Beispiel von Amazon gegeben. Ziemlich speziell, wer sich darunter nichts vorstellen kann oder wen das Thema interessiert, der sei auf dieses Interview mit Sessionhalter Thomas Metschke hingewiesen.

img 0883 BarCampieren in der Kulturhauptstadt

Den Spaßvogel abgeschossen hat aber die Session zum derzeitigen Straßenfeger Chatroulette. Wohl das erste Mal in der Veranstaltungsgeschichte, daß eine Session unter dem Label “ab 18″ gelaufen ist. Denn statt sich dem Phänomen theoretisch zu nähern, hat die versammelte Mannschaft den Service einfach live getestet. Bei jeder neuen Connection hat es eine große Jubelei gegeben, die Reaktionen am anderen Ende der Leitung fordern jetzt eigentlich einen onlineaffinen Wortwitz mit “Bandbreite”, aber an dieser Stelle bricht leider die Verbindung ab-

1 Star (1)
Loading ... Loading ...

1 KOMMENTAR

  1. Der neue pl0gbar-Podcast widmet sich u. a. auch dem BarCamp.
    http://www.pl0g.de/wordpress/2010/03/23/pl0gcast-18-springbreak-fur-geeks/
    Dort ist auch ein Video der Chatroulette-Session verlinkt.

Kommentar verfassen