David Lynch – Dark Splendor

February 06, 2010 | von

Dies ist keine Neuigkeit. Die Ausstellung Dark Splendor mit Werken des als Filmemacher berühmt gewordenen David Lynchs läuft schon seit November letzten Jahres. Aber wann schafft man es als selbst als Kölner mal ins Max Ernst Museum, ins beschaulich benachbarte Brühl? Zumal die häßlich zusammengeschusterten Plakate nahezu aller LVR-Einrichtungen nicht gerade zu einem Besuch selbiger animieren. Aber so ist das eben, wenn sich so ein bürokratisches Ungetüm wie der Landschaftsverband Rheinland (als u. a. Träger dieses Museums) plötzlich in die Öffentlichkeit wagt und mit seinem riesigen Spektrum etwas Ähnliches wie eine Corporate Identity zu verköpern hat. Wie dem auch sei, ich habe mich trotz des schlechten Wetters vorletztes Wochenende dann doch einmal aufgerafft und muß sagen: Es hat sich gelohnt.

Bild 10 David Lynch   Dark Splendor

Der Regisseur solch verstörender (Eraserhead, Blue Velvet und Lost Highway) wie anrührender Filme (Der Elephanzenmensch, Straight Story) hat zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn vornehmlich auf den Gebieten Malerei, Skulptur und Photographie gearbeitet. Erst zum Ende seines Studiums an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts in Philadelphia wendet er sich dem Bewegtbild zu. Die in Brühl zu sehenden Werke sind vornehmlich düster, aber ich bin kein Kunstkritiker – mir haben die meisten Sachen gefallen, vor allem die Zeichnungen. Für die Wirkung der bedrohlichen Soundinstallationen ist es selbst in den Kellerräumen des Museums für meinen Geschmack zu hell. Über das sich auf solchen Veranstaltungen tummelnde Volk brauchen wir gar nicht zu diskutieren; wenn es sich irgendwie einrichten läßt, empfiehlt sich ein Besuch unter der Woche, wenn es leerer ist. Die im Beiheft abgedruckte Empfehlung hingegen darf wohl als PR-Gag verstanden werden.

Bitte beachten Sie, dass einige der in der Ausstellung gezeigten Kunstwerke Ihre Wert- oder Moralvorstellungen verletzen können.  Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die deshalb nur in Begleitung Erwachsener auf deren Verantwortung die Ausstellung besichtigen sollten.

Laut Wikipedia ist es seine zweite Ausstellung in Deutschland, von den Arbeiten für das Booklet des letzten Danger Mouse/Sparklehorse-Albums ist nichts zu sehen. Über Lynchs Engagement für die Transzendentale Meditation breiten wir den Mantel des Schweigens. Man muß ja nicht alles so ernst nehmen.

Bild 14 1024x1022 David Lynch   Dark Splendor

Einzig wirklicher Wermutstropfen: Die Vorführung der Lynch’schen Kurzfilme ist am Tag meines Austellungsbesuches leider durch eine Kindervorführung von “Karneval der Tiere” verhindert worden. Das ist zwar so auf der Website angekündigt gewesen, aber der Besuch wäre an keinem anderen Tag möglich gewesen. Wo sollte ich denn (siehe obiges Zitat) mit einer Sechsjährigen sonst hin?

David Lynch – Dark Splendor ist noch bis zum 21. März geöffnet.

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1 KOMMENTAR

  1. viktor:

    hi hendrik, guter beitrag. kommt die ausstellung auch nach hamburg?

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