Diesel – Home of the hetero

October 23, 2010 | von

Auf White Zine gibt es seit gerade eben Bilder zur neuen Unterwäschekollektion Diesel Intimate Fall/Winter 2010 zu sehen. Beim Runterscrollen war ich schon angetan: knackige Körper beiderlei Geschlechts, wenig Stoff und eine Farbfröhlichkeit, die ich in den meisten Fällen einer abgegriffenen Schwarz/Weiß-Erotik vorziehe. Wie White Zine schon anmerkt, ist der Einfluß von American Apparel unübersehbar.

Diesel Intimate FW2010 Boxers 580x765 Diesel   Home of the hetero

Auf den zweiten Blick stört mich aber etwas. Und das liegt gar nicht so sehr an den Bildern, als vielmehr an den Produkten. Und zwar die Geschlechterrollen, die sie transportieren. Klar spielt das alles auf ironische Art auf Rollenspielereien an, nur ob witzig gemeint reicht, um wirklich witzig zu sein? Natürlich ist die Frau eine Krankenschwester und keine Ärztin. Natürlich ist die Frau Flugbegleiterin und keine Pilotin. Aber ich will gar nicht alles schlecht reden, immerhin ist die Frau die Lehrerin und der Mann der Schüler.

Diesel Intimate FW2010 Couple Lingerie 580x765 Diesel   Home of the hetero

Allerdings gibt es mit Ausnahme eines Bildes (der männliche Gefangene zwischen zwei Polizisten) nur heterosexuelle Rollenzuschreibungen, es sind nie homosexuelle Paarungen Pärchen auf den Werbephotos zu sehen. Und passenderweise gibt es die im Onlineshop natürlich keine Mann/Mann- oder Frau/Frau-Kombinationen dieser Dualslips zu bestellen.

Nennt mich einen Spaßverderber, aber ist Diesel am Ende seiner eigenen “Be Stupid”-Kampagne erlegen? Oder verlange ich im Vergleich zu gewollt vergilbten Images à la Agent Provocateur einfach zu viel?

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6 KOMMENTARE

  1. In dem Zusammenhang vielleicht auch interessant, wie American Apparel noch aus einem Gay Bashing versucht, etwas PR für sich rauszuschlagen. Oder bin ich da auch zu zynisch?

  2. [...] Die Klamottenmarke Diesel hat eine neue Unterwächenkampagne, der sounds-like-me mal auf den heterosexuell normierten Hintern blickt. [...]

  3. Police Women und Flight Assistant könnten ja lesbisch sein.

    Und immerhin sind auch die Frauen größtenteils über den Männern positioniert.
    Warum muss deiner Meinung nach übrigens eine solche Paarung dabei sein? So häufig sind homosexuelle ja nun auch wieder nicht, es lohnt sich bei jedem Plakat eher die Heterosexuellen anzusprechen, da diese etwa 90% der Leute ausmachen, die die Plakate sehen.

  4. „Und immerhin sind auch die Frauen größtenteils über den Männern positioniert.“ – Dass Frauen auf Männern sein müssen ist doch genauso unausgegoren, als wenn es nur anders wäre. Was mir noch aufgefallen ist: Es sind nur weiße Frauen dabei, und ein einziger Schwarzer. King Kong und die blonde Frau auf dem Regal darf dabei auch nicht fehlen… Und natürlich ist es bei 23 Plakaten durchaus angebracht, auch Homosexuelle anzusprechen. Gibt doch z.B. das Klischee, dass Schwule mehr auf Aussehen, auf Klamotten stehen und mehr Geld dafür ausgeben, weil sie keine Kinder bekommen. Danach müßte man doch erst recht versuchen, denen was zu verkaufen. Es sei denn natürlich, man will kein „schwules“ Firmenimage.

  5. Die neue Kampagne der YES Man.
    http://www.dieselforwomen.com/

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