Items Of The Week – Formsache

Kategorie: DONTLOVE | March 12, 2010 | von Sounds like NEWS

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von Mareike Nieberding

In Form bleiben? Boring! Dachten sich auch die Designer unserer aktuellen Begehrlichkeiten und fixierten ihre Ideen in Kreativkomplexen, die gestalterischen Gewohnheiten förmlich wie formal in den saturierten Hintern treten. Während die Schweizer Architekten von Herzog & de Meuron für das Vitrahaus in Wheil am Rhein (05) Form-Stretching mit „Das ist das Haus vom Nikolaus“-iger Einfachheit verbinden, morphen die beiden Jungs von Crookers lieber akustisch. Im Kollektiv stampfen sie auf dem Debütalbum „Tons of Friends“ (01) eingeschlafenen Hip-Hoper-Füßen gehörig auf die geleckten Sneakers.

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Mitläufermysterium – Facebook is evil

Kategorie: DONTLOVE | February 21, 2010 | von Aicha Reguieg

facebookevil  Mitläufermysterium   Facebook is evilEs ist schon seltsam – Facebook ist eigentlich doch dafür bekannt, Raum zu bieten, um die eigene Persönlichkeit nicht nur zu entfalten, sondern viel eher zu gestalten. Dieses Facebook, bekannt und geliebt dafür, Chancen zu geben die eigene, wie man so schön sagt „Lebensvistitenkarte“  zu präsentieren. Zu sein, zu zeigen wie man ist, wie man sein möchte. Dieses Facebook öffnete jetzt seinen Schlund und zeigt seine Macht. Vor ungefähr sechs Wochen hat sich etwas, wie eine Art Virus eingeschlichen. Dieses Etwas öffnete den Vorhang. Plötzlich wurde, das doch bisher im Netz bis zum letzten Winkel ausgestreckte, gedeihte Individiuum mit einem billigen Trick, nämlich vermeintlicher Individualität, gelockt. Und von einer auf die andere Sekunde war sie dahin. Die Idee von der Massenplattform, die individuell sein lässt. Weiterlesen »

Zum Tod Alexander McQueens

Kategorie: DONTLOVE | February 12, 2010 | von Friederike Steinert

Hackneyboy auf Abwegen oder der Versuch sich zu verabschieden

Ich weiß noch was ich gedacht habe, als ich vom Tod Isabella Blows erfahren habe. Oder besser, ich weiß nicht nur was ich gedacht habe, sondern auch was ich gesagt habe, nämlich: „Wenn Isabella Blow stirbt, dann sterben wir alle“. Weiterlesen »

Soul Kitchen – Essen für die Seele, Witze fürs Klo

Kategorie: DONTLOVE | February 07, 2010 | von Moritz Kuhn

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Seine beste Szene hat Soul Kitchen, der neuste Film von Fatih Akin, gleich zu Beginn: Spitzenkoch Shayn, gespielt von Birol Ünel, rammt ein langes Messer in einen Restauranttisch, an dem ein Gast sitzt, der nach einer heißen Gazpacho verlangt. Ünel muss den Psychopathen nicht spielen und auch der Gast sieht mit seiner runden Kai Diekmann-Brille so aus, wie  reiche Hamburger Schnösel eben aussehen.

Leider sind Birol Ünel im Lauf des Films kaum noch Auftritte gestattet, von ein paar cholerischen Anfällen mal abgesehen. Stattdessen erzählt Soul Kitchen die, nach Angaben des Regisseurs, autobiografische Geschichte von Zinos Kanzantsakis, einem dümmlichen Griechen der in Hamburg-Wilhelmsburg ein Restaurant betreibt. Gespielt wird Zinos von Adam Bousdoukos, einem dümmlichen Griechen, der in Hamburg-Altona ein Restaurant betreibt.

Weil das an sich noch nicht besonders witzig ist, akkumuliert Fatih Akin im Laufe des Films so lange Zufälle und unfassbare Ereignisse, bis sich daraus zwangsläufig so etwas wie ein Plot ergibt. Zunächst taucht Zinos Bruder Ilias auf, gespielt vom unvermeidlichen Moritz Bleibtreu.

Die Rolle des Freigängers im Nadelstreifenanzug beschränkt Bleibtreu auf die inflationäre Verwendung der Anrede „Digger“ und darauf das Klischee des kleinkriminellen Südländers, der auf Pump lebt und Arbeit verweigert, zu verkörpern. Nachdem Zinos, von seiner Freundin verlassen, sich beim Anheben einer Spülmaschine auch noch einen Bandscheibenvorfall zuzieht, speist sich die Komik des Films hauptsächlich aus dem Aufeinandertreffen der ungleichen Brüder. Das simple Prinzip, nach dem man zwei Chaoten zusammenführt und damit Lacher erntet, erinnert dabei stark an die anstrengenden Blödeleien des neunziger Jahre Comedy-Duos Erkan und Stefan.

YouTube Preview Image

Was folgt sind zunächst brave Gags, wie der über einen türkischen Motorradfreak namens „Ali Davidson“, die schließlich in einem brachial-humoristischen Desaster enden: Immobilienhai Neumann „fickt das Finanzamt“ in Person einer Mitarbeiterin und filmt sich dabei mit dem Handy.

Zwischendurch hat Kultregisseur Fatih Akin (”der Spiegel“) noch ein paar Überraschungen parat: Zunächst betritt Lebensmittelkontrolleur Jan Vedder, der Kult-Polizist vom Großstadtrevier Zinos Restaurant und bemängelt die Nicht-Einhaltung der Hygienevorschriften. Vedder im Kino zu sehen sorgt für kurze Irritation, irgendwie witzig ist es leider nicht. Gegen Ende des Films taucht dann auch noch Udo Kier auf, sagt nichts und spielt eine für die Story völlig unerhebliche Rolle, eine Kult-Rolle sozusagen.

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Zwischen diesen Höhepunkten deutsch-griechisch-türkischer Kult-Komik bleibt den Schauspielern, allesamt aus dem Freundeskreis des Regisseurs, noch genug Zeit, sich ausgiebig selbst zu feiern. Das wirkt anfangs sympathisch und irgendwann nur noch aufdringlich. Vor allem aber muss man sich fragen, was dem Zuschauer eigentlich mitgeteilt werden soll und ob Pointen auf diesem Niveau nicht beim Quatsch Comedy Club besser aufgehoben wären. Die eigentliche Geschichte über ein Restaurant in Hamburg-Willhelmsburg, dass zur Szene-Location avanciert und nur knapp der Versteigerung durch skrupellose Immobilienmakler entgeht, fällt in Soul Kitchen dem Klamauk zum Opfer.

Dem NDR hat Fatih Akin erzählt, sein Film sei zwar leichte Unterhaltung, berühre aber auch die aktuelle Diskussion um das Thema Gentrifizierung. Wer das behauptet, hält vermutlich auch „Reine Männersache“ mit Mario Barth für einen Beitrag zur Gender Mainstreaming-Debatte.

 Soul Kitchen – Essen für die Seele, Witze fürs Klo

Soul Kitchen-Hauptdarsteller Adam Bousdoukos sagt in Interviews Sätze wie: „Ich habe in den letzten Jahren nicht gespielt, aber in meinem Kopf waren immer irgendwelche Geschichten.“ Das ist schwer vorstellbar, denn einmal mehr spielt sich Bousdoukos in Soul Kitchen ganz einfach selbst. Das war ihm schon einmal gelungen, als er in „Kurz& Schmerzlos“ einen Kleinkriminellen spielte, der als Postbote arbeitete und Briefsendungen aufriss, um sich zu bereichern. Zwischen den Filmen liegt mehr als ein Jahrzehnt in dem es Bousdoukos nicht gelungen ist, eine andere Rolle als die des bemitleidenswerten Losers anzunehmen.

„Kurz& Schmerzlos“, Fatih Akins Erstlingswerk war roh, gewalttätig und überzeugte mit Mehmet Kurtulus als Ex-Häftling in der Hauptrolle. Der Berlinale-Gewinner „Gegen die Wand“ war gewalttätig und pornographisch und ließ das deutsche Publikum erahnen, dass es hierzulande tatsächlich noch erlaubt ist, Filme jenseits von vaterländischem Kitsch wie „Good bye Lenin“ und „Das Wunder von Bern“ zu drehen.

Soul Kitchen verlässt den von Akin eingeschlagenen Weg und reiht sich ein in das schlimmste Filmgenre das die Welt derzeit zu bieten hat: Deutsche Comedy.

An jedem verdammten Wochenende

Kategorie: DONTLOVE | February 03, 2010 | von Moritz Kuhn

Mitte des 19. Jahrhunderts fand in der englischen Grafschaft Derbyshire ein sportliches Ereignis statt, das, würde man es in die heutige Zeit übertragen, vermutlich als größte Hooligan-Schlacht in die Geschichte des Fußballs einginge: Etwa 1000 Spieler dieser free-for-all Veranstaltung lieferten sich in weiten Teilen des Stadtgebiets von Derby einen regelfreien Kampf um das runde Leder, wobei die Bezeichnung Kampf wörtlich zu verstehen ist.

Was ursprünglich als sportliche Auseinandersetzung zwischen den Kirchengemeinden All Saints und St. Peters gedacht war, endete für viele Teilnehmer nicht selten tödlich. Ein Französischer Beobachter konstatierte im Jahr 1829: “If Englishmen call this play, it would be impossible to say what they call fighting”. Der Engländer selbst nahm’s sportlich; geboren war das Derby. Weiterlesen »

Der Kater nach der Berlin Fashion Week

Kategorie: DONTLOVE | January 26, 2010 | von Nackt im Wind

fashioncrowd Der Kater nach der Berlin Fashion Week
(Typische Fashion-Crowd vor dem Bebelplatz-Zelt, eingefangen von Otto Griebel)

Januar 2010 sah die mürrischste Berlin Fashion Week aller Zeiten (also seit zweieinhalb Jahren). Und den kältesten Berliner Winter seit über zehn Jahren. Beim Schlingern über die zentimeterdicke Eisschicht auf den Fußwegen versuchten alle, ihre schwarze Galle im Zaum zu halten. Wie war’s? Frag nicht! Man will sich ja nicht sein Karma versauen, nur weil von den Großveranstaltungen nichts so richtig hinhaute. Weiterlesen »

Die lustigen Stiefel marschieren …

Kategorie: DONTLOVE | January 14, 2010 | von Jan Joswig

panzer1 Die lustigen Stiefel marschieren …
(Tiger-Panzer, Bausatz beworben auf Tele5)

Deutschland rüstet auf. Und nicht nur auf den Militärbasen mit dem Airbus A400M (der zu solch einer skandalösen Lachnummer wie der Starfighter zu werden droht), sondern auch im Wohnzimmer. Wer nicht fürs Totschießen ist, wie Bischöfin Käßmann, gilt als Kameradenschwein oder muss sich gleich die Dolchstoßlegende anhören. Weiterlesen »

Incredible strange unfriendly

Kategorie: DONTLOVE | January 06, 2010 | von Marcus Woeller

Ist der erste Kauf des Jahres ausschlaggebend für Zwanzigzehn oder gleich die ganze Dekade? Sind Besitzer von Plattenläden eine wirtschaftsevolutionär besonders regressive Spezies von Einzelhändlern? Haben Dienstleistungsgesellschaft und Wissensgesellschaft keine gemeinsame Schnittmenge? Fragen, die ich mir wohl nicht gestellt, wären sie mir nicht so uncharmant aufgedrängt worden.

Plattenspieler

Plattenspieler

Eine Freundin und Liebhaberin von „incredible strange music“, wie es die Spex Mitte der 1990er Jahre genannt hätte, beging am 2. Januar ihren Geburtstag. Kein besonders dankbares Feierdatum, aber immerhin erster verkaufsoffener Tag des neuen Jahres. Der Plattenladen auf der Kastanienallee war leer, die Plattenkisten wie üblich für Second-Hand-Shops zu eng befüllt, die Platten den Geruch jahrelanger Kelleraufbewahrung auf den Fingerspitzen hinterlassend, der Plattenladeninhaber unter seiner Smutje-Mütze freundlich lächelnd.

Abtasten

Abtasten

Vermeintlich freundlich. Nachdem ich eine Kiste durchgeblättert habe, lässt mich die Musik aufhorchen: instrumental, eigenartig, seltsam. Könnte also etwas taugen als Geburtstagsgeschenk. „Entschuldigung, was läuft denn da gerade?“ – „Das kannst du kaufen, aber Fragen beantworte ich nicht.“ Incredible strange reply, aber egal, nach langer Konsumsozialisation im rauen Berliner Kommunikationsklima ist man ja einiges gewohnt. Vielleicht bin ja aber auch einfach nicht verstanden worden.

Noch auf Spur?

Noch auf Spur?

„Ich wüsste ja nur gern was da läuft.“ Wortlos hält mir der Gebrauchtwarenhändler eine Keksdose mit einem im Deckel  eingeschnittenen Schlitz entgegen: ‚Fragenkasse 1.- Euro’.

Noch Fragen?

Noch Fragen?

„Vielleicht kaufe ich die Platte ja“, versuche ich es arglos argumentativ, „aber vorher möchte ich gern wissen, was ich da dann kaufe.“ – „Das ist mir scheißegal, ob du die Platte kaufst!“ Sprachlos verlasse ich die Servicewüste und bedauere, keine Rolle 1-Euro-Münzen mit mir zu tragen – jetzt habe ich nämlich einige Fragen. Nicht nur, was da auf dem Plattenteller lag…

Der Name hätte einem gleich zu denken geben können...

Der Name hätte einem gleich zu denken geben können...

Aber auch zwei Antworten:

„Franz & Josef“ in der Kastanienallee 48, Berlin-Mitte empfehle ich ausdrücklich nicht.

Als Geschenk eignete sich mein everlasting Top-10-Album „Song Cycle“ von Van Dyke Parks. Das gab es erster Hand, digitally remastered, auf Vinyl, weder geruchs- noch karmabelastet woanders zu kaufen.

gute Platte

gute Platte

Absolutely not fabulous: Lacroix geht baden

Kategorie: DONTLOVE | January 02, 2010 | von Friederike Steinert

Lacroix2 Absolutely not fabulous: Lacroix geht baden

Dieses Jahr war ein komisches. Während Kate Moss ihren Gürtel nur enger schnallte, weil ihr nichts so gut schmeckt, wie ihren hageren Altgroupie-Schick im Spiegel zu sehen, mussten die Konsumenten auf einiges verzichten, was ansonsten in den Kleiderschränken dieser Welt gelandet wäre. Weiterlesen »

Reueloser Konsum

Kategorie: DONTLOVE | December 22, 2009 | von Nackt im Wind

reueloser konsum Reueloser Konsum

Die Krise zeigt Wirkung. Aber statt sich auf Alternativen zum Teufelskreis des Kaufens zu besinnen, wird auf Teufel komm raus das besinnungslose Kaufen angeheizt.
Der Staat will durch Steuervergünstigungen den Konsum ankurbeln. Zwei neue Mode-Internet-Seiten springen fröhlich darauf an. Weiterlesen »