Eric Lusito – After The Wall
Da hat sich einer auf den Weg gemacht. Back In The USSR – und darüber hinaus. Auf zwei großen Touren, einmal von Ostdeutschland bis in die Mongolei und das andere Mal von Polen nach Kasachstan, hat der französische Photograph Eric Lusito sowjetische Militärbasen besucht und sich davon mehr als ein Bild gemacht. Beziehungsweise von dem, was davon übrig geblieben ist. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer sind diese Bilder jetzt als Buch erschienen.

Alles hat seine Zeit. So wie diese Bauten und Plätze einst den Anspruch einer Weltmacht dargestellten, so steht ihr jetzt sichtbarer Verfall für den Untergang des real existierenden Kommunismus. Die Bilder lassen etwas von diesem Spagat erahnen, dem das Militär (nicht nur damals hinter dem Eisernen Vorhang) unterworfen ist: Einerseits werden durch Paraden auf Prachtboulevards Stärke und Disziplin repräsentiert, werden Atomtests nicht nur für die eigene Bevölkerung, sondern möglichst weltöffentlich zur Schau gestellt, andererseits bildet es einen Staat im Staate, dem neben Geheim- auch die Zusammenhaltung das Höchste ist, der Verrat aber als das mit Abstand Verabscheuungswürdigste gilt. Eine Kombination, die schon viele Künstler fasziniert hat. Und weil ich den hier nicht mag, werde ich mir mal wieder einen dieser beiden Kubrick-Filme anschauen.

Als sozusagen Gegenstückwerke zu Lusito sollte man sich danach die Photos Detroiter Industrieruinen von Yves Marchand und Romain Meffre ansehen. Hier wird der geplatzte Traum vom unendlichen Wachstum einer radikalkapitalistischen Verwertungsgesellschaft sichtbar. Die beiden haben allerdings auch kaum weniger beeindruckende Bilder ostdeutscher Fabrikbrachen im Portfolio.
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