Ich klage an (und mein Welpe ebenso)
April 29, 2010 | von Jan Joswig

Oh, Frühling, ist es das
Was aus deinem Füllhorn du uns gönnst?
Am Rosenstrauße die Knospe schon verdorrt
Bevor sie das Köpfchen hebt,
die Blätter spreizt
Oh, Frühling, dieses Jahr du geizt!
Dein Gesicht, einer Hohnfratze gleich
Verdüstert von
Vulkanasche aus dem hohen Norden
einem Land, ausgezogen bis aufs letzte Hemd,
und Bombenasche aus dem mittleren Osten,
einem Land, in das unsere (also, meine nicht!) Soldaten auszogen
und mittendrin ich,
mit meinem Welpen, einem zitternd’ Bündel,
das ich vom Bordstein las,
und dem selbst zum Scheißen zu kalt ist,
in diesem bitteren Klima,
Oh, Frühling, treibst du uns zwei ins milde Lima?
Ihr Weisen, so sagt mir doch,
wo find’ ich nur mein Auenland?
(5)
kommt alles noch, im mai. dem wonnemonat. dem schönsten!
oh man – jan.
es fällt mir schwer,
aber bitte keine gedichte mehr.
wir sind überdies vom auenland umgeben.
von der uckermark bis in die mark brandenburg…
@kookie
Ach, ich armer Kerl bin nicht zu beneiden
das Reimen möcht’ man mir verleiden
dabei brauch ich’s wie das Wasser in der Wanne,
das Eis zum Lecken,
das Haar in der Suppe,
in allen vier Ecken
soll Glück drin stecken
Ja-Ja-Jan
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin…
Jan, ach könnte doch bald Herbst sein im Auenland
“wolke als wille und vorstellung” (faz vom 30.april)
ingeborg harms stellt die kunst des haiku vor
http://de.wikipedia.org/wiki/Haiku
http://www.haiku-heute.de/Archiv/Haiku_Gute_Beispiele/haiku_gute_beispiele.html
ob twitter vielleicht doch eine poetische dimension besitzt?