Loops and Kubik at Ritter Butzke
von Esther Harrison
Der gestrige Abend hatte so einiges zu bieten, verschlungene Wege machten es möglich und so spielt der Absender in diesem Fall auch keine große Rolle, der Inhalt zählt!
Man nehme also illuminierte Wassertanks, sowie eine menschliche Loop Maschine .. menschliche Loop Maschine?Als Rico Loop zum ersten Mal in Kontakt kam mit einer sogenannten “Loop Maschine” – eigentlich gedacht als ein Hilfsmittel für ein Theaterstück – blieb er im wahrsten Sinne des Wortes daran kleben und so wurde aus dem sowieso schon reichen musikalischen Background (Vater: Theaterkasseninhaber, ergibt: fleissigen Konzertgängersohn, diverse Instrumente wurden erlernt usw.), eine bis heute andauernde musikalisch-menschliche überschäumende Schleife: Rico Loop.
In Verbindung mit Kubik ein Boxhagener Platz-Original, wie ich mir von vielen Gästen sagen ließ. Kubik ist im Endeffekt ja auch ein Berliner Original, nach vierjähriger Reise all over the World, wieder hier bei uns, umarmt von Backsteinmauern und eingebettet im Innenhof der immer charmanten Ritter Butzke, auf deren Initiative der Kubik wieder nach Berlin kam!
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Besagter Innenhof füllte sich schnell, die Performance ging los und der Rest auch! Je länger Rico Loop dort seinen, von felligen Fabelwesen begleiteten, Klangteppich ausrollte, umso mutiger und innovativer die Gäste. Da wurde sich hochgehangelt und geschoben, kühn geklettert und gesprungen, als schienen alle einmal ganz oben stehen zu wollen. Oder aber auch um im “Background” abzuhängen, mittendrin im Licht, den Würfeln, Schattenspielen und den Loops quasi!
Rico´s Loops sind genauso endlos wandelbar und flexibel wie die Idee von Kubik, und Kubik selbst. Beide reagieren auf Ihr Umfeld und erfinden sich so immer wieder neu, ja kommunizieren mit den äußeren Umständen auf Ihre eigene unverwechselbare Art. Eine Mischung aus Formen, Licht, (Klang)farbe, Stimme und Präsenz.
So ließ sich immer wieder zu beobachten, wie die Gäste den Kubik erobern, interpretieren, nutzen und erfahren. Jeder anders. Für sich und zusammen. Eine Eigendynamik die einen daran erinnert neugierig zu bleiben, sich zuzugestehen, quasi das Kind in sich rauszulassen oder mal eben aufzuhören, nur “cool” rumzustehen.
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“Ja, ich klettere da jetzt rauf, ist mir egal wie es aussieht, ich will da rauf” !
Ha! Spass! Anderer Blickwinkel von hier oben? Ja! Neu! Anders. Gut.
“Free yourself with Kubik!”
Und dennoch beide angewiesen auf die Begegnung mit interessierten Individuen die die jeweilige Kunst erst zum Leben bringt! Klingt ein wenig gestelzt ist aber einfach so.
Wie Rico eben, der in ständiger Kommunikation mit dem Publikum seine Ideen quasi aus seinem Zuschauerpool zieht und so auch immer ein uniques Ergebnis hat. Das funktioniert in Rokskilde genauso wie auf der Fusion, aber eben anders. Und auf dem Boxhagenerplatz vor 5 Leuten oder einem sehr gemischten Publikum bestehend aus statdbekannten Party- und Szenegesichtern, internationaler Crowd, sowie eingefleischten Berliner Atzen aus Neukölln – wie gestern Abend. Da gab es choralige Gesänge, Afrika, immer wieder Afrika, schnarren und schnurren, immer wieder endlose geloopte Flaschengeräusche, Stimmen, Musikfetzen selbst eingespielt auf Bass und Melodika und schnickig, knickige Geräusche gefolgt von fiesen, deepen Bass Beats. Endlos könnte man aufzählen, wie er sich in der Musik vergisst und sich in Gedanken im ewigen Flow selbst weiterloopt. Und trotzdem immer, ein sich schließender musikalischer Kreis, untermalt vom wandernden Licht der Tanks.
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Überhaupt, man darf gespannt sein wie sich der Kubik in Verbindung mit allen ihn umgebenden Komponenten verändert. Der Interpretation dieser genialen Idee der Crew von Balestra Berlin, sind keine Grenzen gesetzt und so sollte man die Zeit unbedingt nutzen solange unsere Lieblingswassertanks in Town sind. Nach so illustren Orten wie Dubai, Barcelona, Lausanne, Mailand usw.. ist es ja auch schön, nach Hause zu kommen und dann wieder weiterzuziehen, um mit diesen ultimativen, überdimensionalen “Bauklötzen für Erwachsene” erneut spielerisch Plätze, Orte und Räume für eine bestimmte Zeitspanne zu verändern, neu zu erschaffen, zu transformieren.
Da fällt einem spontan der Action Painting Club ein- um ein weiteres Highlight für das Berliner Kubik Zeitfenster vorzuschlagen?
Hand aufs Herz, wer hätte denn nicht gern selbst zuhause so viel Platz für dieses Würfelspiel der ganz anderen Art und je nach Lust und Laune veränderbar?
Hingehen solange es noch in Berlin ist, es lohnt!
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