Rewind: Mathias Schaffhäuser über “Red”

Kategorie: LOVE | March 15, 2010 | von Finn Johannsen

Finn im Gespräch mit Mathias Schaffhäuser über “Red” von King Crimson (1974).

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Kannst du Dich noch erinnern, wie und wann Du auf King Crimson gestoßen bist? War es eine nachhaltige Begegnung?

Auf jeden Fall! Die erste Begegnung war auf Radio SWF 3, da machte in den 70ern Frank Laufenberg (!) eine 2-teilige (!!) Sendung über King Crimson, das muss man sich mal vorstellen. Zwar abends, so gegen 22h vermutlich, aber immerhin. Da hab ich dann fleißig mitgeschnitten mit meinem kleinen Poppy Mono-Kassettenrecorder, und die Kassetten wurden dann rauf- und runtergespielt. Da waren praktisch alle “Hits” der Band dabei… und ich war gerade mal so 12 Jahre alt, schätze ich. Weiterlesen »

Und ewig bleckt die Malerei – George Condo

Kategorie: LOVE | March 14, 2010 | von Marcus Woeller

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Ungefähr so sieht Malerei nach dem Ende der Malerei aus. Muss sie aussehen. Während der 1980er Jahre fühlte sich George Condo den in Deutschland seinerzeit grassierenden „Neuen Wilden“ nahe, die ihren Willen zur Malerei nach ihrem mehrfach von Kritik und medial anders arbeitender Künstler ausgerufenen Tod durch einen Duktus und eine Motivik bekundeten, die wirklich an lebenserhaltenden Maßnahmen für die Gattung zweifeln ließen.

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Während Leute wie Elvira Bach oder Salomé inzwischen in der Versenkung auf Wiederauferstehung warten, wurde das Genie und der Witz eines Martin Kippenbergers erst posthum erkannt. Condo hat diesen Kippenbergerschen Witz, bewegt sich aber sonst mit handwerklichem Geschick und kunsthistorischem Wissen als Nachlassverwalter durch das Reich der Malerei.

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„Family Portaits“ nennt er seine Ausstellung in der Berliner Abteilung der Galerie Sprüth Magers. Zu der Familie will man nicht gehören – jedenfalls wenn es um die Physiognomie geht. Da zersplittern Gesichtsfassaden kubistisch, morphen in Comicfratzen, lösen sich Konturzeichnungen von Köpfen und Händen in gestisches Gekritzel  à la Cy Twombly auf. Füße klumpen, Lächeln entgleisen, Zähne blecken. Die Malerei grinst und grient auf allen Ebenen.

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Und doch bleiben die Gemälde Portraits im Sinne einer klassischen Einordnung in künstlerische Genres. Nur das Condo das Groteske im Antlitz sucht und nicht Erhabenheit, Würde oder die Einzeichnungen des Realen in Haut oder Ausdruck. Und darüber hinaus beweist er die Lebensfähigkeit einer der hartnäckigsten Untoten der Kunstgeschichte.

George Condo, „Family Portraits“, Galerie Sprüth Magers Berlin, Oranienburger Straße 18, Berlin-Mitte, noch bis zum 1. April 2010

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Berlin verweigert den Benimm

Kategorie: LOVE | March 12, 2010 | von Jan Joswig

guido1 Berlin verweigert den Benimm

„Vizekanzler, benimm dich!“ sollte es am 6. März 2010 von Plakaten aller Couleur auf dem Alexanderplatz mitten in Berlin schallen. Eine Flashmob-Initiative rief über Facebook zu dieser Anti-Westerwelle-Demonstration auf. „Benimm dich!“, diese Formel kommt direkt aus dem Mustopf (Lieblingsschimpfwort für die Heimat aller Kopfschwachen von meinem nazifizierten Geschichtslehrer, der immer unterschiedliche Strümpfe trug) zu uns. Weiterlesen »

Items Of The Week – Formsache

Kategorie: LOVE | March 12, 2010 | von Sounds like NEWS

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von Mareike Nieberding

In Form bleiben? Boring! Dachten sich auch die Designer unserer aktuellen Begehrlichkeiten und fixierten ihre Ideen in Kreativkomplexen, die gestalterischen Gewohnheiten förmlich wie formal in den saturierten Hintern treten. Während die Schweizer Architekten von Herzog & de Meuron für das Vitrahaus in Wheil am Rhein (05) Form-Stretching mit „Das ist das Haus vom Nikolaus“-iger Einfachheit verbinden, morphen die beiden Jungs von Crookers lieber akustisch. Im Kollektiv stampfen sie auf dem Debütalbum „Tons of Friends“ (01) eingeschlafenen Hip-Hoper-Füßen gehörig auf die geleckten Sneakers.

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What’s in your bag, Joanna Ratajczak?

Kategorie: LOVE | March 11, 2010 | von Open your bags

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Name: Joanna Ratajczak

Alter: 32

Beruf: Journalistin

Wohnort: Berlin

Tasche dabei, seit: die Tasche habe ich mir in Paris gekauft von einem Fabelhaften Designer :isaac reina

Whats joanna inhalt 03März10 Whats in your bag, Joanna Ratajczak?

Tascheninhalt: POrmonait, meine Visitenkarte, Touche eclat von YSL, getrocknete Aprikosen, mein Ipod, Schlüssel und ein Schaf von meinem Sohn.

Ein persönliches Statement: “Ich bin gerade auf einer Party, da muss man nicht soviel mit haben.”

Großartig löchrig – Autonomic-Podcasts

Kategorie: LOVE | March 11, 2010 | von Alexander Gumz

Wer mitkriegen möchte, wie pop-nah Experimentelles sein kann, wie sich Drum’n’Bass nach der Dubstep-Invasion der letzten Jahren anhört, oder auch einfach nur haufenweise tolle Musik kostenlos vor seine Ohren tragen will, der sollte sich dringend auf www.club-autonomic.com begeben.

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Begegnungen mit dem Ich – Imago 1:1

Kategorie: LOVE | March 09, 2010 | von Nina Trippel

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Es sieht ein bisschen aus wie eine Zeitkapsel, das raumhohe, grau-rote Objekt, dabei ist es genau das Gegenteil – eher eine Jetztzeit-Maschine, die einen Moment Gegenwart einfängt und ausspuckt. Und das in Lebensgröße. Die IMAGO 1:1 ist eine Kamera zum Hineingehen, die es vermag den Körper in ganzer Länge und im realen Verhältnis zu fotografieren. Und auch wenn die Begriffe Fotografie und Wahrheit heutztage, im Zeitalter des Digitalen, bei der Benutzung im gleichen Satz wie ein Oxymoron anmuten, darf sich sich die Oversize-Kamera doch mit ein wenig der Aura des Echten, Wahren, mit ein wenig Aufrichtigkeit schmücken. Immerhin ist das, was als Ergebnis am Ende herauskommt, ein Unikat. Ohne Daten, ohne Negativ – keine Wiederholung möglich. Weiterlesen »

Liebesgedichte von Schiesser

Kategorie: LOVE | March 07, 2010 | von Jan Joswig

lentz Liebesgedichte von Schiesser
(Screenshot von faz.net)

Internet – ich liebe dir! Elitärer Separatismus hat keinen Platz in diesem Mix aus globalem Circus Maximus und Bibliothek zu Alexandria. Da kann man noch so sehr in Nosferatu-Pose „Unser nie geträumtes Tränenreich“ skandieren. Der Autor Michael Lentz liest für faz.net in Kurzvideos Zeilen aus seinem nächsten Gedichtband. So etwas heikel Ungeschwollenes wie: „Ich habe ganz einfach die Dinge einmal klarstellen wollen / für immer / nun stehen sie ganz verloren da / als gäbe es immer nur / was in den Blick gerät“.

Und was gerät in den Blick auf der faz-Seite? Oben rechts die Liebesgedichte von Michael Lentz, unten links die Unterwäsche von Schiesser. Das prägt. Jeder (sag’ ich mal so) kennt den hässlichen Pawlowschen Reflex, wenn man in seiner eigenen Duftwolke auf Klo sitzt und beim Magazinblättern auf eine spannende Klamotte stößt. Die ist dann leider für alle Zeiten mit dem Klogestank kontaminiert. Man kommt nicht dagegen an. Genauso geht es mir mit Michael Lentz. Höre ich: „Ich bin Staub und Stempel / aber du bestäubst mich nicht“, denke ich, an den schicken Schiesser-Unterhosen mit Eingriff kann es nicht liegen. Intoniert er: „Du reißt mich auf“, stelle ich mir vor, wie Lentz statt im schwarz autoritären Mantel im Liebestöter von Schiesser dasteht. Tut mir Leid (ob für mich oder für Lentz, weiß ich nicht so genau).
Ich glaube, seit der Popularität des Internets habe ich so oft wie noch nie resümiert: „Das falsche Medium / bringt den Besten um.“

Day Life Mysteries – Max Diel

Kategorie: LOVE | March 06, 2010 | von Marcus Woeller
"Smithsomania 3"

"Smithsomania 3"

Clement Greenberg hat es nicht geschafft. Der gegenständlichen Malerei den Garaus zu machen. Obwohl er es mit aller Kraft (beißend, böse, polemisch) und aller Macht (Greenberg war der wichtigste Sprecher für den Abstrakten Expressionismus und lobte ihn zur Modernen Kunst schlechthin aus) versuchte. Denn viele der Künstler sahen es nicht so eng, wie es der Kritiker in den 1940er und 1950er Jahren sah. Praktiker sind selten so dogmatisch wie Theoretiker… Weiterlesen »

What’s in your bag, Elli?

Kategorie: LOVE | March 05, 2010 | von Open your bags

Whats elli portrait 01MAR10 Whats in your bag, Elli?

Name: Elli

Alter: 24 jahre

Beruf: Selbstständige und Kostümbildnerin für’s Fehrnsehen

Wohnort: Berlin

Tasche dabei, seit: 2 Jahren

Whats Elli inhalt 01MAR10 Whats in your bag, Elli?

Tasheninhalt: zwei Packungen extra Slime Zigaretten aus Polen, ein kleiner Silber Portmonait, Notizzettel, Schusterquittung, Puderpinsel, Türkise Spitzenhandschuhe, Kamm, Taxiquittung, Kopfhörer, LG Handy, Mineralpuder, Schlüssel, eine Stulle in Silberfolie, zwei Jägermeister Freuerzeuge, Wimperntusche, Folienstift, zwei Lipglosse und viele bunte Mini-Smarties.

Ein persönliches Statement: “Man eigendlich hab ich sooo viele Stylische Taschen zu Hause, aber ich hab heute diese weil sie so toll Farblich zu meinem Outfit passte. Menno !!!”

Whats Elli Inhalt plus 01MAR10 Whats in your bag, Elli?

Old School Item: “Also Leute, ein überbleibsel aus alten Zeiten, eine solide Graubrot Stulle in knisterner Alufolie. Als Nachtisch viele bunte Smarties.”