Mediaspree statt Maria

March 10, 2011 | von

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Nennen Sie drei schwarze Löcher des Urbanen in Berlin. Potsdamer Platz, Treptowers und O2-Arena. Zwei davon liegen an der Spree, das dritte bahnt sich an. Nach der Bar25 muss im Mai auch der Club Maria den ungedeckten Versprechungen der Investoren weichen.

Maria-Chef Ben de Biel ist kein Mann der weinerlichen Töne, der die Schuld bei anderen suchen und über unbotmäßige Schicksalsschwere klagen würde. Also konstatiert er in seinem Rundbrief zur Schließung ganz nüchtern: „Die Verwirklichung der Mega/Media/Multi-Spree-Vision, die ein abgewirtschafteter Senat einer willigen Industrie anheimelte, lässt sich trotz Protesten nicht mehr aufhalten … Die Maria geht aber nicht in Ärger, sondern bedankt sich ganz offiziell und von ganzem Herzen bei ihrem Vermieter, dem Liegenschaftsfonds Berlin, der den Betrieb doch immer weiter, länger und durchaus engagiert möglich machte.“
Nur beim Resümee schwingen auch andere Tonarten durcheinander: „Dort, wo heute noch in Abrisslaune geraved, gerockt und gefeiert wird, entstehen bald also Hotels, Wohnungen und natürlich, was braucht man mehr in Berlin, geile Büroflächen. Das wird die Hamburger Ludger Inholte Projektentwicklungsgesellschaft, kurz LIP, mit ihrer Kompetenz schon schaukeln. Die Stadt verändert sich halt, sonst wäre sie ja auch keine Stadt.“

Wie das M von Maria in die aktuelle G-Reihe der Katastrophen passen soll, verstehe ich allerdings nicht. Gaddafi, Guttenberg, Galliano – und Maria? Vielleicht wird die Kündigung doch wieder aufgehoben (oder muss ich etwa das Zutrauen in meinen Alphabets-Aberglauben verlieren?).

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