
In der De:Bug von September 2011 schrieb Timo Feldhaus: “Die Mode merkt gerade: Während der zumeist auf retro aufbauende Street Style stecken bleibt, hat Funktionsmode Zukunft.” Weiterlesen »
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Schon Heinrich Heine wusste über die deutschen Sommer des 19. Jahrhunderts zu sagen: “Unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter, sogar die Sonne muss bei uns eine Jacke von Flanell tragen, wenn sie sich nicht erkälten will.”
Und auch wenn uns die Septembersonne allmählich versöhnlich stimmt, sind hier noch mal die fünf schönsten Akustiksets der Nokia Summer Sessions. Allesamt entstanden und gedreht mit dem Nokia N8. Und den vielversprechenden Indie-Hoffnungen diesen Jahres.

Cults – You Know What I Mean

Portugal. The Man – People Say

Wretch 32 ft. Josh Kumra – Don’t Go

Transfer – Losing Composure

Young The Giant – Cough Syrup
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Welches Standardwerk im Bücherregal steht und was das Gadget der Stunde ist. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Jan Schomburg.
Er ist ein Mann, der sich präzise auszudrücken weiß – in Worten, wie im nachfolgenden Fragebogen lesen kann – aber nicht nur: Jan Schomburg weiß die Fähigkeit präziser Ausdrucksweise auch auf der Leinwand einzusetzen. Bester Beweis dafür ist sein Film „Über uns das All“, der am 15. September in die deutschen Kinos gekommen ist. In dem Langfilm-Debüt des gebürtigen Aacheners, der an der Kunsthochschule für Medien in Köln Film studiert hat, geht um Wendepunkte im Leben, Momente in denen Dinge plötzlich eine andere Wendung nehmen, den Umgang mit Verlust, um Identität und Doppelleben. Protagonistin Martha, gespielt von der wie-immer-begnadeten Sandra Hüller, wird das Verschwinden ihres Mannes Paul (Felix Knopp) mitgeteilt. Infolge des Verlusts gibt sich Martha nicht der Trauer hin, sondern setzt ihr Leben mit einem neuen Mann namens Alexander (Gerog Friedrich) fort und stellt fest, dass sie ihren Mann beiweitem nicht so gut gekannt hatte, wie gedacht. Der Neue jedoch weist charakterliche Parallelen mit seinem Vorgänger auf – oder ist es Martha, die diese herbeiführt? Die Geschichte beleuchtet das Handeln der Protagonisten nicht nur von einer Seite, sondern wagt den Perspektivwechsel. Ein deutscher Film, der mit einer Vielschichtigkeit und zugleich Klarheit aufwartet, die man im deutschen Kino nur selten zu Gesicht bekommt. Beim Panorama Special der diesjährigen Berlinale hat „Über uns das All“ übrigens den „Prix Europas Cinemas“ abgeräumt. Wer jetzt Angst vor anspruchsvollem Kino bekommen hat, dem sei gesagt: Der Trailer verrät, dass subtiler Humor durchaus Teil des Films ist und der Herr Regisseur selbst verfügt dementsprechend auch über ein angenehmes Maß dessen – immerhin nennt er seinen Flur als Ort, der gar-nicht-mehr-geht. Aber lest selbst…

NAME Jan Schomburg
JAHRGANG 1976
HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?
Mutterbauch / Muttererde.
BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?
Herzblut schmiert Butter.
BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?
Gloriös inszenierte Sexualität / lange Bahnfahrten.
HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?
äußere Hülle der Frau meines Herzens / innerer Kern der Frau meines Herzens
HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?
Fahrrad / Luftpumpe
ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?
der Seite des legendären Psychotheoretikers Dr. Hanno Verbier / Großmutter
CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?
Liebe Arbeit Kino / neue Schuhe
HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?
Schlafzimmer / Flur
FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?
Menschen / Tod
SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?
Die Gemeinschaft, die jemanden wie mich aufnähme, ließe ich immer lieber alleine ziehen. (nach Marx) (G.)
NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?
J. Litell: „Die Wohlgesinnten“, The Montesas „Vendetta ’62“
Duden, Bibel, Freud
„Am Besten wäre es, nicht geboren zu sein. Aber wem passiert das schon? Unter Millionen kaum einem.“
GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?
Zivilisatorische Triebkontrolle / Felice angeschrien, weil sie zu spät kam.
DANKE!

 "ÜBER UNS DAS ALL"
 ÜBER UNS DAS ALL

- “ÜBER UNS DAS ALL”
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In Istanbul lebt noch das kerngesunde Bekenntnis zur eigenen Stadt. Die Künstler verstehen überhaupt nicht, was an ihrer Stadtkulisse als Motiv verfänglich sein sollte. Noch bis ins 19. Jahrhundert galten Veduten schließlich als ehrenwerte Gattung. Weiterlesen »
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Fast keiner Clubber konnte sich in den letzten Wochen den Sounds, des in Berlin stationierten Santè entziehen. Trotz Elektrodominanz sind die beiden Maxis “Souvenir” und “Rekids” des DJs und Produzenten von Tiefschwarz auf allen Techno- und House-Floors omnipräsent. Es verwundert also kaum, dass der gebürtige Schwabe jetzt seinen Plattenkoffer gepackt und sich aus Berlin verabschiedet hat, um auf US-Tour zu gehen.
Miami, San Francisco, Los Angeles, New York und Mexiko…das sind die kommenden Stationen und wir konnten ihn überzeugen, uns an seinem Trip teilhaben lassen. Ausgestattet mit einem Nokia Smartphone wird Santè in seinem Blog auf Sounds-Like-Me von Spannendem und Trivialem, Lautem und Leisem, Exklusivem und Privatem berichten, von Treffen mit Artists vor Ort und uns seine Eindrücke im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in Bildern und Videos festhalten…
Sounds-Like-Me traf Santè noch vor seinem Abflug und sprachen mit ihm über sein Leben zwischen On- und Offline-Modus…
HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?
Geboren bin ich in Ulm im schönen Baden Württemberg. Lebe aber nun schon 9 Jahre in Berlin. Im Moment kann ich mir keine schönere Stadt vorstellen. Hier passt alles, hmm vielleicht fehlt ein Meer und mehr Sonne, das
war´s aber schon. Ich könnte mir in den nächsten Jahren vorstellen für einige zeit nach L.A. zu gehen. Weiterlesen »
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Digitale Karten wie Nokia Maps und Location-basierte Services für Smartphones dienen nicht nur dafür, in der Pizzeria um die Ecke einzuchecken und diese Information mit Freunden zu teilen, sondern ihr technischer und sozialer Nutzen erstreckt sich weit darüber hinaus.

Anlässlich der diesjährigen Social Media Week, die diese Woche weltweit und in Deutschland in Berlin stattfindet, wird sich Sylvain Grande, Leiter von Nokia Maps, heute Abend um 20:00 mit diesem Thema im Aufbauhaus am Moritzplatz auseinandersetzen.
Sylvain Grande wird in dem Vortrag einen Überblick über seine Ideen zum Thema “Location and Social Space” präsentieren und näher skizzieren, wie Karten & Navigation zukünftig über den Unterhaltungszweck und Spaß hinaus, ihr wahres Potential entfalten können.
Denn es geht eben nicht nur darum, wie man am schnellsten von A nach B gelangt oder wo man das nächste Museum oder Gleichgesinnte findet und all das auf Facebook teilt. Sozial sinnvoll werden die Dienste zum Beispiel in Ländern wie Kenia, indem sich damit lokale Bauern oder Märkte lokalisieren lassen, die bestimmte Waren verkaufen. Oder indem man sie als wirtschaftliche Mikronetzwerke nutzt, um über bestimmte Produkte und Kleinhändler auf dem Laufenden gehalten zu werden. Sylvain ist überzeugt, dass standortbezogene Services tatsächlichen Nutzen im Alltag schaffen müssen, sonst werden sie irrelevant.
In welche Richtungen sich diese weiterentwickeln werden und müssen, wie sie unser soziales Engagement prägen werden und wie neue wirtschaftliche Geflechte entstehen lassen, darüber wird Sylvain in seiner Keynote am heutigen Abend sprechen.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen:
Sylvain Grande: “Location and Social Space”
Mi, 21.09.2011 um 20:00 Uhr
Aufbau Haus
Prinzenstraße 85
10969 Berlin

Und wer sich über weitere Events und Vorträge der Social Media Week informieren möchte, kann ihr auf Twitter folgen, #NokiaConnects oder die Social Media Week Facebook-Seite nutzen.
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Christiane Rösinger lebt seit dem 80er Jahren als Musikerin, Texterin und (jetzt Wieder-) Organisatorin der monatlichen Gala Flittchenbar in Berlin. Sie hat die legendären Lassie Singers mitgegründet, dann die Band Britta. Im letzten Jahr erschien ihr Solo-Album „Songs of L. and Hate“. Dafür hat sie zusammen mit Andreas Spechtl von der Gruppe Ja, Panik einen der schönsten Berlin-Songs seit langem geschrieben, der wunderbar zwischen Liebe und Wut, zwischen “Warum bloß” und “Jetzt erst recht” changiert. Wen könnte man besser befragen über das Leben in Berlin, damals und heute, über die tollen und nervigen Seiten der Stadt?

Christiane, Du bist in den 80ern nach Berlin gekommen – warum?
Ich kam aus einem kleinen badischen Dorf und wollte unbedingt in eine große Stadt. Nachdem ich das Abitur auf dem Abendgymnasium gemacht hatte wollte ich außerdem irgendwo Germanistik studieren. Die Wahl war Freiburg oder Berlin. Zum Glück hab ich mich für Berlin entschieden.
Was war toller damals, was langweiliger als heute? Weiterlesen »
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Längst überfällig: die Renaissance des Zahnstochers als Zigarettenersatz. Warum nur blieb die Leerstelle, die das Rauchverbot in die Gesichter gerissen hat, unbesetzt? Der Zahnstocher füllt sie mit Bravour aus. Vor einem halben Jahrhundert wusste man das noch. Weiterlesen »
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Artisten, die Ihre Bilder nicht auf anderen Websites veröffnen sehen wollen, sind eigentlich so gar nicht Glitzer. Aber weil die photorealistischen Gemälde der Amerikanerin Amanda Elizabeth Joseph so gut sind, werden sie hier doch verlinkt. Ich könnte kotzen, wenn die Geschichte nicht so’n Bart hätte. Aber in Zukunft ändert sich das ja hoffentlich. Damit wir aber auch was zu sehen bekommen, wenden wir uns anderen Künstlern zu. Weiterlesen »
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von Mareike Nieberding -
Ein feiner Dunst scheint Daniel Kupers Welt verschleiert zu haben: “Das Dorf war überall. Das war die Erkenntnis, die sich langsam in ihm ausbreitete. Er müsste schon sehr weit laufen, sehr weit fahren, um zu entkommen. Aber was dann? Was dann? So weit reichte seine Vorstellungskraft nicht aus.” Die Hauptfigur aus Jan Brandts mutigem Debütroman “Gegen die Welt”, der verdient auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gelandet ist, wird zum unschuldig Schuldigem, Jericho, das Dorf in dem er lebt, zum langsamen Vollstrecker. Brandt nutzt die 900 Seiten, an denen er über neun Jahren schrieb, um die Handlung mit Nebensträngen zu füttern und die Figuren voll auszugestalten. Einmal wird der Text zur Quizshow, einmal wird das Geschriebene grafisch in zwei Hälften gebrochen oder es werden Anzeigen und Plakate montiert. Irgendwann wandert der bedrückende Dunst dieser deutschen Vorwende-Geschichte tatsächlich aus der Vorstellung auf die Seite und Brandt lässt die Buchstaben parallel zu Daniels körperlichem Zustand langsam verblassen. Literatur, die beklemmt. (03)
“Fotografieren bedeutet Verstand, Auge und Herz auf Linie zu bringen. Es ist eine Art zu leben”, sagte Henri Cartier-Bresson und machte sein Werkzeug, die Kamera, zum unverzichtbaren Bestandteil seiner Selbst. Seine Bilder aus den Straßen von Paris, der petit garçon, stolz wie Oskar, mit zwei Weinflaschen unter den Kinderarmen oder der Kuss über den Bistrotisch und seine Fotoreportagen als einer der Gründerväter der Fotoagentur Magnum sind längst fest im kulturellen Gedächtnis verankert, doch auch seine Landschaftsaufnahmen sind von kompositorischer wie motivischer Außerordentlichkeit. Das Kunstmuseum Wolfsburg präsentiert diese nun in der Ausstellung “Henri Cartier-Bresson. Die Geometrie des Augenblicks. Landschaften”. (06)

Klara Lidén steht in drei Filmen an drei unterschiedlichen Flüssen. Immer im Morgengrauen zog sie ans Ufer, dick eingemummt, im Schatten von Brücken und Häusern. Alle drei Filme werden im Stockholmer Moderna Museet in einem Raum an drei Wände projiziert. Man hört es platschen, sieht wie sie große Steine und scheinbar unhandliches Treibholz vom Ufer aufliest, sie ins Wasser wirft und dabei jede romantische Kiesel-Werf-Fantasie brachial zu Nichte macht. Lidéns Kunst umfasst meist einfache Handlungen, oft auch Gesten der Zerstörung, die den Besucher einsam zurücklassen. Noch bis Oktober widmet das Moderna Museet ihr eine große Retrospektive und als eine der Gewinnerinnen des Preises der Nationalgalerie für Junge Kunst sind Lidéns Poster Paintings seit dieser Woche auch im Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen. (07)
Während The Rapture mit ihrem neuen Album “In The Grace Of Your Love” in dem Dunst ihres seit zwei Alben vergangenen Hypes unterzugehen drohen und mit ihrer jauligen Elektro-Siebziger-Jahre-Rock-Fusion keinem so richtig die Show stehlen (02), und das neue Magazin Sebastian mit einem verzerrten Cover eine schaurige Lust macht reinzuschauen (04), bewies die Britin Mary Katrantzou auch mit ihrer aktuellen Herbst-Winter-Kollektion wieder ihre wohl austarierte Balance aus überbordendem Material- und Mustermix und stilistischer Pointiertheit (05). Und mit den neuen matt-silbern-glänzenden Slingback-Plateaus von Rochas lässts sich problemlos und elegant über jeden Dunst hinübergleiten (01). Besiegt den grauen Dunst – mit seinen eigenen Waffen!
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