Nokia Lumia Launch – The Amazing Everyday

November 19, 2011 | von

Seit dieser Woche ist das neue Nokia Lumia 800 in Deutschland erhältlich und wir waren beim Launch im Berliner Cafè Moskau dabei und sprachen mit den Köpfen hinter der neuen Nokia & Microsoft-Partnerschaft, Journalisten, die das neue Smartphone testen durften und Hanna Sievinen, Geschäftsführerin von Nokia Deutschland.

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Falling Walls – Anastasia Ailamaki: Nach mir die Datenflut?

November 19, 2011 | von

 2011fw11090128 622x1024 Falling Walls   Anastasia Ailamaki: Nach mir die Datenflut?

Anastasia Ailamaki ist Professorin an der School of Computer and Communication Sciences an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, Schweiz. In ihrer Falling Walls Präsentation zeigt sie, wie Daten-Exploration neue wissenschaftliche Entdeckungen ermöglicht.

GH: Frau Ailamaiki, wie viele Daten werden jeden Tag auf der Welt gespeichert?
AA: Das kann ich ihnen für heute nicht genau sagen, ich könnte aber an meinen Computer gehen und nachschauen. Was ich ihnen sagen kann, dass wir aktuell ungefähr ca. 1,5 Zeta-Bytes an Daten haben, internetweit. Das bedeutet….moment….. Byte,Kilo-Byte (10 hoch 3), Mega-Byte, Gigabyte, Terra-Byte, Peta-Byte, Exa-Byte und Zetta-Byte (10 hoch 21)…und das nimmt um 58% jedes Jahr zu. Wir verdoppeln also den globalen Datenbestand ca. alle18 Monate. Das ist verrückt.

GH: Wenn wir bedenken, dass die Datenmenge expotentiell zu unserem technischen Vermögen anwächst, diese überhaupt zu bewältigen, wie sollen wir es dann überhaupt schaffen, diese Lücke zu überbrücken?
AA: Diese Brücke ist ein zweischneidiges Schwert. Es geht zum einen um all die Daten und ihre Interpretation, die Technologie, all das zu bewältigen, die andere Seite aber ist die Interdisziplinäre. Ob wir nun von Wissenschaft oder Wirtschaft reden, überall gibt es für Daten noch Interpretationsprobleme – die Bereiche müssen stärker miteinander kommunizieren, die Wissenschaft sich noch mehr anstrengen (…).

GH: Wenn wir die Welt immer mehr aufzeichnen, alles Detail für Computerberechnung zugänglich machen und die letzten Geheimnisse in unseren Gesellschaftszusammenhängen enthüllen, schwebt da nicht auch ein gewisse Gefahr für diese Gesellschaft mit?
AA: Da liegen Sie total richtig, auch wenn ich nicht die richtige Person bin, um diese Frage zu adressieren. Ich gehe zu rück zu meiner Computer Science und schließe die Tür. Es gibt immer einen Weg, Erkenntnis missbräuchlich zu benutzen. Wir können Atome knacken und das in guter als auch in schlechter Weise. Deshalb gibt es auch in der Forschung, in der Wissenschaft Ethik-Kommissionen. Man bedenke einfach mal nur, was die Hirnforschung alles zu Tage befördert. Wir tun was wir tun ja letztendlich für Menschen. Was ich will, ist eine Technologie zu erschaffen, die die anwachsende Datenmenge für uns besser zugänglich verständlich macht. Das Wichtige dabei ist, eine Technologie zu schaffen, die zudem Missbrauch erschwert.

GH: Was halten sie von Aufzeichnungsservices wie daytum.com, die ermöglichen jeden gegessenen Krümel und jeden gelassenen Pups akribisch zu dokumentieren?
AA: Das bleibt jedem selbst überlassen und ich möchte mit der Frage antworten “Is the more data the better?” antworten.

GH: Gute Frage!
AA: Und ich will sie mit “Ja” beantworten, weil es mir darum geht, automatisch Extraktion von Modellen aus Daten zu erreichen. Stellen Sie sich einfach vor, wir würden nie mehr ein mangelhaftes Modell herausbekommen. Wissen Sie, wie schwer es für einen Wissenschaftler ist, ein Modell zu extrahieren, in dem man nicht mehr gefangen wäre, sondern dessen Simulationen sich verlässlich selbst füttern würde. Das sind alles Experimente, und das Problem mit der Wahrheit ist, das sie nur eben die ganze Wahrheit sein kann. Wenn man nun aber genug Daten hätte und ein verlässliches Modell zugrunde läge, kämen wir dem näher, was wir als Wahrheit bezeichnen.

GH: Was wäre dabei die schlimmste Überraschung?
AA: Dabei doch falsch zu liegen (bekommt einen Lachanfall).

GH: Meinen Sie denn tatsächlich vermittels der rasch voranschreitenden Datenforschung an so etwa wie die letztendliche Wahrheit zu gelangen?
AA: Mit dieser philosophischen Frage werfen Sie mich zurück zu meinen alten griechischen Vorfahren. Wissen Sie was? I don’t care. Ich will es einfach tun. Ich möchte einfach diese ansteigende Datenkurve hin zur Technologie überbrücken. Wenn wir dazu auch wenigstens aufhören würden, Daten wegzuwerfen. Wir verschwenden sie. Verwenden sie nicht. Was das heißt? Wir haben keinen return of investment. Der Break Even war 2007, mittlerweile können wir das alles nicht mehr handhaben. Und da klafft eben noch eine andere Lücke. Wir brauchen also Effizienz darin. Das ist das Ausschlaggebende.

GH: Wir haben nun schon mehr Daten als das Gehirn je verarbeiten kann, wir haben zwar das Potenzial, aber die Zeit, die haben wir doch nicht, oder…?
AA: Uff, Kennen Sie Jeopardy? Das hier ist langsam so…(und lachend zieht sie nach Austausch der Visitendaten von dannen.)

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Charlie Engman hat ein Auge

November 18, 2011 | von

Unverstellt soll der Blick sein, natürlich. Und doch will man sich beim Betrachten von Photos nicht wie ein Voyeur vorkommen. Verkommen. Der Photograph Charlie Engman hat mit der Serie domestic diorama eine Bildsprache gefunden, die eindrücklich abbildet, ohne die Portraitierten einfach auszubeuten. Nackte Haut in ihrer angestammten Umgebung. Aber er kann auch anders, was Arbeiten in einer Bandbreite von Vogue bis Vice beweisen. Beeindruckend. Weiterlesen »

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Falling Walls Conference: LAB

November 17, 2011 | von

kayh20111108 img 7964 Falling Walls Conference: LAB
Einen Tag vor der eigentlichen Konferenz gaben die Veranstalter 100 jungen Akademikern oder qualifizierter Menschen, die einem Beruf nachgehen die Chance für einen Auftritt. Im LAB genannten Vorforum der Hauptredner-Events bestand also die einmalige Chance, seinen  persönlichen Durchbruch einmal einem breiteren akademischen und öffentlichem Publikum vorzustellen.

Die Präsentation durfte drei Minuten zuzüglich einer Minute kritischen Nachfragens durch das Auditorium nicht überschreiten. 100 mal vier Minuten sind am Ende auch 6,66 Periode Stunden. Ein mehrtraktiger Elevator-Pitch, sozusagen dazu. Tagesfüllend und kurzweilig zugleich.

2011fw1109068 1024x643 Falling Walls Conference: LABThe Falling Walls Lab scholars follow the conference

kayh20111108 dm5g97781 Falling Walls Conference: LABBild: The Lab Winners with the Jury

Für den einen der große Aufritt, für andere eine Bühne wie jeden Tag, für das Publikum Unterhaltung, Bereicherung und Überraschung. Nicht nur zwischen den Zeilen ließ sich ablesen, dass ein zunehmender Common Sense für den, der Politik in den letzten Dekaden abhanden gekommenen oder eben schwer neu aufzusetzenden, Generationenvertrag sich wachsender Bedeutung erfreute.

 

kayh20111108 img 8372 Falling Walls Conference: LABBild: Jennifer Jordan, University of Groningen, winner of the 4th prize, follows the lectures of her colleagues

PhDler aus der ganzen Welt stellten aufregende Projekt vor, ob es um die Erforschung von Vergebung gingt, eine Wertschöpfungskette von Altpapier aus dem Büro, das in Schulbildung umgewandelt wurde, um organische Photovoltaik, clevere Chemie, Managementsysteme oder das menschliche Bewusstsein, Computerei, Altern oder Armut. Dass der Welt offene Baustellen leidenschaftlich beforscht und beackert werden lässt sich an der langen Liste der Vortragenden und Themen ablesen. Erhellend und Mut machend.

In Kurzform auf Twitter gibt es das ganze hier

Bild1 : Eileen Diskin, Trinity College Dublin, during her presentation

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Blickt nach Gorleben!

November 16, 2011 | von

gorleben1 Blickt nach Gorleben!

Die Occupy-Bewegung ist noch jung. Deshalb sei ihr der Look aus Dreadlocks und Sackleinen verziehen. Dabei wäre es so einfach, von den Alten tadellose Nichtmode zu lernen. Blickt nach Gorleben! Weiterlesen »

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Short Shots 2.0: Richard Wilhelmer, Filmemacher

November 14, 2011 | von

Welche Webseite wird täglich besucht und was war die letzte Sünde? Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Richard Wilhelmer

Ambitioniert und reiselustig sind zwei Charakterzüge, die man ihm definitiv zuordnen darf. Die Rede ist dieses Mal von Nachwuchs-Filmemacher Richard Wilhelmer und die beiden genannten Eigenschaften lassen sich bestens mit seinem Beruf vereinbaren. Um einen Film zu machen, muss man schließlich nicht nur eine Vision haben, sondern vor allem ehrgeizig sein. Und reisen wollen – sowohl geistig als auch körperlich. Schaffenswütig dürfte man als drittes Adjektiv noch hinzufügen – auch wenn die harte Arbeit des 28-jährigen bisweilen fast in „kreativer Selbstzerstörung“ endet, wie er es im Fragebogen selbst beschreibt. Einen Low Budget-Film auf die Beine zu stellen, ist eben kein Zuckerschlecken. Das Ergebnis der harten Arbeit des UdK-Absolventen 2011  kann man sich momentan im Kino ansehen. „Adams Ende“ ist der Titel seines Spielfilms und darin erzählt er von den post-pubertären Großstädtern und den weniger positiven Nebenwirkungen des Peter-Pan-Syndroms: Adam (Robert Stadlober) verstrickt sich zwischen Beziehungsgeflicht mit Anna (Eva-Maria May) und dem Wunsch seinen seinen Freiheitsdrang auszuleben in einem Gefühlsgewirr. Sein bester Freund und eine andere Frau machen das Ganze nicht einfacher. Wer jetzt an ein reines Beziehungsdrama denkt, der sollte sich das Filmplakat nochmals genauer ansehen… menschliche Beziehungen bergen eben nicht nur viel Potential für verbale Auseinandersetzung, sondern auch für Eifersucht und Wahn. „Adams Ende“  ist ein Psychodrama, bei dem der vor allem als Künstler bekannte Julius von Bismarck die Bilder eingefangen hat. Momentan sitzt Richard Wilhelmer schon an der nächsten Filmidee. Darin wird es einmal mehr menschliche und vor allem körperliche Beziehungen gehen, aber lest selbst, was der gebürtige Österreicher und Wahlberliner dazu verrät…

 

portrait wilhelmer 2011 682x1024 Short Shots 2.0: Richard Wilhelmer, Filmemacher
NAME Richard Wilhelmer
JAHRGANG 1983

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?
Ursprünglich komme ich vom Land und will da auch irgendwann wieder hin. Mein Lebensmittelpunkt ist seit Jahren Berlin. In der Zwischenzeit war ich auch einige Zeit in London und Los Angeles. Ich bin aber auch sehr gerne in Wien.

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?
Ich lebe derzeit von einem Stipendium und darf einen neuen Spielfilm entwickeln. Es ist aber natürlich immer spannender, das zu tun was man gerade nicht darf. Das ist auch mein Verhängnis.

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?
Adrenalin ist ein Stresshormon und entsteht, wenn sich die Psyche in irgendeiner Form in Gefahr wähnt. Ich bin früher sehr viel Skateboard gefahren. In meiner Jugend habe ich das als so eine Art kreative Selbstzerstörung betrachtet. Einen Low Budget Film zu drehen hat eine sehr ähnliche Wirkung.

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?
Das iPhone war eine echte Bereicherung in meinem Leben.

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?
Auch das iPhone.

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?
Mein nächster Film hat sehr viel mit Sex zu tun. Dazu gibt es im Internet sehr viel zu recherchieren.
Im echten Leben habe ich eine Freundin.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?
Zu sparen gibt es nicht viel. Ich versuche mein Geld für Reisen zusammenzuhalten. Wer zu viel hat sollte es aber anscheinend in Gold investieren. Oder in Kunst. Bei Damien Hirst kann man beides erledigen.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?
Ich selbst besitze ich kein Wohnzimmer. Für ein Zweites habe ich also auch keinen Bedarf.

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?
Ich durfte bereits mit vielen spannenden Leuten gemeinsame Projekte verwirklichen. Sei es mit Alec Empire, Robert Stadlober oder Julius von Bismarck. Das hat mich jedes Mal inspiriert und war immer ein aufregender Prozess. Jeder der sich einbildet Sonntagmorgen bohren, hämmern oder schlagbohren zu müssen, ist naturgemäß mein Feind.
SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?
Ich bin ein großer Fan von Gemeinschaft und lasse ungern überhaupt jemanden ziehen.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?
In letzter Zeit habe ich fast alle Romane von Philip K. Dick gelesen. Ein Science-Fiction-Autor, der u.A. die Vorlagen zu „Blade Runner“, „Total Recall“ etc. geschrieben hat. „The Man in the High Castle“ hat mir sehr gut gefallen.
Klaus Nomi kann ich eigentlich immer hören.

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?
Diese Frage ehrlich zu beantworten wäre wahrscheinlich zu deprimierend.

DANKE.

0 Short Shots 2.0: Richard Wilhelmer, Filmemacher

 

Bild 100 Short Shots 2.0: Richard Wilhelmer, Filmemacher

AM SET VON "ADAMS ENDE"

Bild 101 Short Shots 2.0: Richard Wilhelmer, Filmemacher

AM SET VON "ADAMS ENDE"

 

001 Adams Ende Richard Wilhelmer1 723x1024 Short Shots 2.0: Richard Wilhelmer, Filmemacher

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Falling Walls Conference – Mauern zu Mauerfällen

November 13, 2011 | von

10 1024x667 Falling Walls Conference   Mauern zu Mauerfällen
Anlässlich des Mauerfalls hat auch in diesem Jahr wieder die, seit dem 20jährigen Jubiläum selbigens stattfindende, Falling Walls Conference Vorwärtsdenker aus 75 Ländern dazu eingeladen, zu zeigen, welche Mauern auf dieser Welt noch einzureißen sind. Gastgeber war die Einstein Stiftung und eine Reihe anderer akademischer Institutionen.

2011fw1109060 1024x694 Falling Walls Conference   Mauern zu MauerfällenBild: Jürgen Mlynek, Mathias Döpfner, Friede Springer, Cornelia Quennet-Thielen in the audience

Welchen Grund es dazu gibt? Da lohnt es sich doch mal, den Kopf mit offenen Augen zu drehen:

Interdisziplinarität wird in Zukunft unsere abgegrenztes Wissenschaftsdenken ablösen. Das wusste zwar vor über 20 Jahren auch schon der Mitentwickler des Rasterelektronenenmikroskops, Gerd Binnig, der Kreativität/Innovation einfach mittels der Neukombination gehabter Dinge zu beschreiben wusste. Aber lieber nochmals sichergehen.

Dann werden sich zukünftig hoffentlich nicht nur schlaue schlaue Köpfe darum drehen, sich mit den neuen Erkenntnissen den globalen Herausforderungen zu stellen. Gilt es doch, aus aller Denkerei heraus praktische Theorien zu entwickeln. Und die dabei zu Grunde liegende Forschung, einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

2011fw1109262 1024x842 Falling Walls Conference   Mauern zu MauerfällenBild: Das Berliner Radialsystem

Zu diesem Zwecke bot die im Radialsystem stattfindende Konferenz zwanzig renommierten Wissenschaftlern von vielen Längen- und Breitengradkreuzungen dieses Planeten die Chance, ihre einzigartigen Durchbrüche vorzustellen, die quer durch alle Bereiche rangierten: Zugänglichkeit zu Wissen, Datenüberschwemmung, Krieg, Evolution, Kosmos und Zeit, Glücksspiel, Krankheiten, Veränderung(un)Wille, Entscheidungstheorie, Ernährungsprobleme und Energieversorgung waren nur einige der dargebotenen Themenkreise.

Die aha-effektiven Vorstellungen war recht gut gelungen. Nur dass die Präsentationscharts bisweilen bis zu 50 Einzelfakten in office-igster Darstellungsweise – mit wenig in in Sekundentakt nachvollziehbaren Diagrammen von hoher Zahlen- , Pfeil und griechischer Buchstabendichte durchzogen – darboten, zeugte vom standesdünkeligen Eigenwillen. Auch wenn dabei klar ist, dass Klima-Komplexität sich nicht mit drei Steigbügelworten erklären lässt.

2 1024x679 Falling Walls Conference   Mauern zu MauerfällenBild: Sebastian Turner opens the Falling Walls Conference 2011

Die Ticketpreise rangierten im Preisgleisgewirr zwischen 90 und 980 Euro und machen es somit der urbanen Spezies umso attraktiver, in ein  paar Tagen mit den Videos auf der Webseite von Falling Walls Vorlieb zu nehmen.
Den meisten Journalisten ging es sicher auch nicht anders, hat doch der Auftritt einer, sichtlich in ihrem ursprünglichen Element befindlichen, Angela Merkel zu erhöhten Sicherheitsbedingungen beigetragen.

2011fw11091861 1024x692 Falling Walls Conference   Mauern zu MauerfällenWang Hui presenting the five faces of equality with the help of an actor

Haupt-Giveaway war ein Qualitätshammers zum Einreißen von Mauern in der Zukunft. Der wurde dann auch erst am Ende ausgehändigt. Wie es sich in Berlin gehört in einem Stoffbeutel. Und mit dem netten Vermerk, dass man mit dem jüngst verdienten Hammer nun aber nicht mehr auf die Konferenz gelassen wird.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Motivationsschub nicht gleich die Wall of Fame zum Objekt der Veränderung machte, denn das Stückchen Mauer um die Ecke des Veranstaltungsortes steht ja immer noch.

Die durchgehend gute Resonanz wurde sicherlich befördert durch de Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Falling Walls. Für alle!

2011fw1109193 1024x750 Falling Walls Conference   Mauern zu MauerfällenBild: Anders Scherp performing during Alejandro Litovsky’s presentation

Bild 1: Sebastian Turner, Falling Walls Foundation, Chancellor Angela Merkel, the ex President of Germany Roman Herzog at the Falling Walls Conference 2011

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Lieber Clark, lieber Werner, lieber Thomas, lieber Felix, liebe Sara-Lena – hochgestapelt!

November 12, 2011 | von

091120111560 Lieber Clark, lieber Werner, lieber Thomas, lieber Felix, liebe Sara Lena – hochgestapelt!Das Hochstaplerleben ist das einzig Wahre! Thomas Mann hat es seinen Felix Krull vormachen lassen, wie man mit nichts als ästhetischem Anstand durch unruhige Zeiten kommt und sich dabei mit nichts weniger als mit sich selbst beschäftigt. Ein Buch, dass jedes Jahr aufs Neue gelesen werden sollte. Auch Walter Serners parevenüseliges Schwindlerbrevier „Letzte Lockerung“ bedarf dringend wiederholter Lektüre. In u.a. 22 Kriminalgeschichten kleidet der der Dadaist sein Wissen um Lug und Trug von der menschlichen Existenz.

091120111559 Lieber Clark, lieber Werner, lieber Thomas, lieber Felix, liebe Sara Lena – hochgestapelt!

Christian Karl Gerhartsreiter, geboren 1961 am allen Hochundhöherstapeleien gänzlich abgeneigten Siegsdorf bei Traunstein, hat es wahr gemacht und sich jahrzehntelang als Heiratsschwindler und vermeintlicher Rockefellerabkömmling in den Vereinigten Staaten von Amerika niedergelassen und dort ein Leben auf hohem Ross und großen Fuß geführt. Allein die Geheimniskrämerei wollte man ihm irgendwann nicht mehr dulden und es kam wie es kommen musste, zu Unduldsamkeit, Entführung, Haft und schließlich Mord. Das wird momentan noch verhandelt, ob er es wie manchmal auch Serners Protagonisten zum Äußersten hat kommen lassen.

091120111557 Lieber Clark, lieber Werner, lieber Thomas, lieber Felix, liebe Sara Lena – hochgestapelt!091120111558 Lieber Clark, lieber Werner, lieber Thomas, lieber Felix, liebe Sara Lena – hochgestapelt!091120111566 Lieber Clark, lieber Werner, lieber Thomas, lieber Felix, liebe Sara Lena – hochgestapelt!

Sara-Lena Maierhofer schießt mit der Kamera, stapelt aber auch weniger als tief. „Dear Clark“ hat sie ihre Serie von eigenhändig angefertigten Fotografien, zusammengeklaubten Bildern, Fotokopien und Indizien genannt. Sie scheint dem Schwindlertum verfallen und mogelt in ihre Reportage über jenen Gerhartsreiter, der sich Clark Rockefeller nannte und zurzeit im Gefängnis schmort, allerlei falsche Fährten, ganz so wie man eine Hochstaplervita anlegen sollte. Keiner wusste das besser als Thomas Mann, von Walter Serner ganz zu schweigen…

091120111561 Lieber Clark, lieber Werner, lieber Thomas, lieber Felix, liebe Sara Lena – hochgestapelt!091120111562 Lieber Clark, lieber Werner, lieber Thomas, lieber Felix, liebe Sara Lena – hochgestapelt!

Maierhofers Abschlussarbeit in der Fotoklasse der Fachhochschule Bielefeld schaffte es in die Ausstellung der besten sieben im diesjährigen Wettbewerb „Gute Aussichten“. Und „Dear Clark“ ist die mit Abstand beste Serie, nicht nur weil sie ein immerwährendes Thema trifft, sondern weil sie es auch mit der gleichen Neigung anrührt wie ihr Held/Antiheld. Sie präsentiert Hochstapelei nicht nur als Fotosujet, sondern als Kulturtechnik mit der man durchkommt, bis man irgendwo hängen bleibt.

091120111564 Lieber Clark, lieber Werner, lieber Thomas, lieber Felix, liebe Sara Lena – hochgestapelt!

Gute Aussichten, Junge deutsche Fotografie 2011/12, Museum für Fotografie Berlin, Jebensstraße 2, 10623 Berlin, noch bis zum 29. Januar 2012

(all images shot with Nokia)

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Gestern Moskau, heute Berlin: Nokia Lumia 800 Launch

November 11, 2011 | von

Moskau Nokia Interior 6 low Res Gestern Moskau, heute Berlin: Nokia Lumia 800 Launch
Über die Vorzüge der neuen Super-Power-Partnerschaft zwischen Nokia und Mircosoft berichteten wir bereits. Die Frucht dieser Symbiose ist das Nokia Lumia 800, das neueste Nokia mit Windows Phone 7.5, und das wurde gestern in Berlin gelauncht. Zwar startet der deutsche Verkauf erst Dienstag, den 15.11.2011 – zunächst exklusiv bei T-Mobile – doch gestern konnte sich eine exklusive Schar von 180 Journalisten und Entwicklern von den technischen, optischen und sensitiven Vorteilen des Smartphones Weiterlesen »

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Items Of The Week – The Look

November 10, 2011 | von

von Mareike Nieberding -

Walking like a man, hitting like a hammer 
She’s a juvenile scam, never was a quitter 
Tasty like a raindrop, she’s got the look 
Heavenly bound cos heaven’s got a number 
When she’s spinning me around, kissing is a colour 
Her loving is a wild dog, she’s got the look. 
(The Look, Roxette)

She’s got the look: 1988 tauschte Melanie Griffith in Working Girl die goldenen Creolen und klappernden Armreifen, die auftoupierten Haare und gepolsterten Partyoutfits gegen “the impeccable elegance” ihrer krankheitsbedingt abwesenden Vorgesetzten Sigourney Weaver. Ihr Look verlieh ihr Seriosität. Denn hatte ihr in den Augen der Geschäftsleute mangelhaftes Erscheinungsbild bisher Türen verschlossen gehalten, war es nun der Schlüssel zum Erfolg. Auch Julia Roberts schritt in Pretty Woman durch das imaginierte Minilädchen – der Mythos des function-follows-fashion bestimmte die kommerziellen Kinoerfolge der Neunziger Jahre.

Doch nicht alle Schauspielerinnen gaben sich der Idee der Powerfrauen der Neunziger Jahre hin. Charlotte Rampling trug stets die Ambivalenzen in den Augen, die diese Filme für ein perfektes Unterhaltungskino so leicht und gerüscht aus dem Bild schafften. Denn um das Angesehen-Werden, das Wie-Gesehen-Werden und das Nicht-Übersehen-Werden geht es auch in The Look, Angelina Maccarones Film über die britische Schauspielerin. In neun Kapiteln zu den Themen Ausgestelltsein, Alter, Schönheit, Resonanz, Tabu, Dämonen, Begehren, Tod und Liebe erforscht der Dokumentarfilm Ramplings Arbeit mit der Kamera, ihre Verlegenheit vor ihr und die Erotik, die in diesem permanenten Spannungsfeld aus Darstellungswunsch und Exponiert-Sein liegt. (06)

Catherine Opies großer Vorteil als Modefotografin ist, keine zu sein. Für das Buch Rodarte, Catherine Opie, Alec Soth fotografierte die amerikanische Künstlerin die Mode der kalifornischen Scissor Sisters Kate und Laura Mulleavy. Es scheint als hätte sie sich den Kleidern von Rodarte mit derselben Vorsicht genähert, mit der sie sonst die Modelle für ihre Fotoprojekte gewinnt, in denen sie sich mit Homosexualität und Transgender auseinandersetzt. Zärtlich und stark zugleich und mit einem Sinn für die Vergänglichkeit, die die Modeschwestern ihren Kleidern einnähen, porträtiert sie Mensch und Mode. Von Alec Soth ist keine Modefotografie zu sehen. Er versucht, die persönliche Geschichte der beiden durch Stilleben und Landschaftsaufnahmen zu erzählen. Dass Soth für seine Fotoarbeiten mit sammlerischer Akribie arbeitet, hilft dabei in die Tiefen der Mulleavyschen Gedankenwelt abzutauchen. (03)

Über sammlerische Akribie hinaus geht Taryn Simons Arbeit A Living Man Declared Dead and Other Chapters, die momentan in der Neuen Nationalgalerie in Berlin zu sehen ist. Vier Jahre lang reiste die amerikanische Künstlerin und Guggenheim-Stipendiatin durch die ganze Welt, um “Blutlinien” zu porträtieren. Sie lichtete Familien, ganze Dynastien in China, Tansania, Brasilien ab und erzählt außerdem von unglaublichen Einzelschicksalen. Wie vom Iraker Latif Yahia, der schon als Kind mit dem Sohn Saddam Husseins verwechselt wurde und später nach Gefängnisstrafe und Drohungen doch einwilligte dessen Körperdouble zu sein oder vom Inder Shivutt Yadav, der von seinen Verwandten für tot erklärt wurde, um seinen Erbteil beanspruchen zu können und nun für die Wiederanerkennung seiner Lebendigkeit vor Gericht kämpft. Die Besonderheit dieser weitreichenden und außergewöhnlichen Dokumentation funktioniert jedoch als Ausstellung seltsam beschwerlich. Die Fülle der Geschichten ist zu groß; indem man immer wieder Bild und dazugehörige Unterschrift mühsam kombinieren muss, verliert man sich in Puzzlearbeit. Weit besser und dem Projekt angemessener ist die Präsentationsform Buch. Im Verlag der Buchhandlung Walther König ist der dazugehörige aufwendig produzierte Katalog erschienen, der Simons Recherche und Kombinationsarbeit zum tatsächlichen Nachschlagewerk macht. (05)

 

 

thelook Items Of The Week – The Look

 

Lothar Müller schreibt in der Süddeutschen Zeitung Sibylle Lewitscharoff habe das alte Bündnis von romantischem Roman und Philosophie glänzend erneuert. In ihrem neuen Buch Blumenberg kann der gleichnamige Protagonist seinen Augen nicht mehr trauen. Eines Nachts liegt ein Löwe in seinem Arbeitszimmer und weicht von da an nicht mehr von seiner Seite. Der Roman gibt dem Unbenennbaren in Blumenbergs Leben und Wirken eine Gestalt und erzählt voll intelligentem Sprachwitz von einem Philosophen, der offen genug war die Welt neu zu sehen. (08)

Maurizio Cattelan fordert ebenfalls zu einem neuen Blick auf, doch tut er es weit weniger subtil als Lewitscharoff. Catellan zielt auf das, was den Menschen heilig ist: Religion, Fußball oder was sie verunsichert: Hitler, Finanzkapitalismus. Er zeigte eine Wachsfigur von Johannes Paul II. – niedergestreckt von einem Meterorit, in vollem Ornat, ausgerechnet in der Warschauer Nationalgalerie, brachte einen überdimensionalen Stinkefinger vor der Mailänder Börse an, verscharrte lebend einen Fakir, sodass nur noch seine Hände zum Gebet gefaltet wie eine Blume aus dem Boden sprießten oder ließ einen Mini-Hitler aus Wachs fertigen, der auf dem Boden kniend zu büßen scheint. Mitunter stiehlt er auch. Nimmt die Arbeiten anderer und gibt sie als seine eigenen aus. Oder er zwingt seinen Galeristen über die Dauer der Ausstellung im rosa Hasenkostüm zu hoppeln. Einmal hat er einen Galeristen zwecks Installationen sogar mit Klebeband an der Wand angebracht. Cattelan ist gemein und ziemlich schlau. Eine große Retrospektive seiner Skulpturen und Installationen ist nun im New Yorker Guggenheim zu sehen. Danach will er aufhören mit der Kunst. Trauen kann man ihm nicht. (02)

Dillons Stimme klingt ein wenig wie eine zärtlichere Version Lykke Li’s. Ein leises Krächzen liegt in ihren Höhen. Ihr neues Album This Silence kills wird mit Spannung erwartet. (07) Für die kalten Tage bietet dieser Zopfpullover von Aubin & Wills (04) die passende Hülle und diese Schlangenleder-Pumps von Chloé ziehen sicherlich alle Blick auf sich. (01)

So weichgezeichnet die Melanie-Julia-Harrison-Richard-Filme auch waren, letztendlich zeigten sie doch immer, dass es an der Zeit ist für sich selbst einzustehen und Risiken einzugehen. Egal in welchem Look.

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