Subversiv ist anders – Keep it going louder

December 02, 2009 | von Hendrik Spree

Alles schon mal dagewesen, sicher. Aber eine Generalüberholung kann nicht schaden, dachten sich wohl die beiden Produzenten Switch und Diplo (Interview) und sind bereits letztes Jahr mit Ihrem Projekt Major Lazer angetreten, den etwas angestaubten Dancehall auch in Hipsterkreisen der nördlichen Clubhemisphäre salonfähig zu machen. Und so finden sich auf dem in Kingston, Jamaika aufgenommen Album “Guns Don’t Kill People … Lazers Do” neben tatsächlichen Ganja-Lyrics und Slackness-Tunes auch jede Menge abgedrehte Samples wie Mobiltelefone oder Tiergeräusche, was dem Ganzen, trotz erheblicher 80er-Anleihen (siehe auch das Artwork), wirklich eine gewisse Frische verleiht.

http://www.vimeo.com/7652564

Kein Wunder, schließlich ist das Team Switch/Diplo schon für Kracher wie M.I.A. und Santigold verantwortlich gewesen. Und dass es dabei in den seltensten Fällen vonnöten ist, das musikalische Rad komplett neu zu erfinden, sondern es auch reichen kann, den Sack mit den Versatzstücken Ersatzteilen mal ordentlich durchzuschütteln, dürfte mittlerweile jedem klar sein. Also, was schreibe ich hier eigentlich über alte Hutablagen?

Es geht um diese zwei Videos hier, wobei das obere wohl gerade erst ein paar Tage draußen ist. Ich will mich gar nicht mit Diskussionen aufhalten, wo Inspiration aufhört und der Indeenklau anfängt – call it remix, sample or whatever. Aber die Parallelen sind offensichtlich, Motorräder gegen eine überlange Limousine. Knallbunt gegen Weißweiß. Vereinte Zeitlupenchoreographien aus der Hölle. Was damit für ein Frauenbild transportiert wird, darüber wage ich mich auch nicht zu äußern; das können andere machen. Hier zum Vergleich noch einmal die Vollversion des Clipmeilensteins von Chris Cunningham für Aphex Twin’s “Windowlicker”. Die Musik unterscheidet sich jedenfalls gewaltig.

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