Superqual, ja
Nicht amerikanische, sondern dieses Mal kanadische Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, daß “geistige Anstrengungen und emotionelle Aufgaben” laut einer aktuellen Studie “die selbstregulierende Fähigkeit verbrauchen, Sport zu treiben.” Ob die Begrenztheit der menschlichen Willensstärke aber eine bahnbrechend “neue Erkenntnis” ist, sei mal mindestens dahingestellt. (Genau da.) Immerhin soll sie trainierbar (sic!) sein.
Von wegen Qual. Wer nach dem letzten Staatsakt dieses Superwahljahres sich immer noch nicht genug entscheidungsgefreut hat, dem sei Wer ist dir lieber? ans Zweiherzkammernsystem gelegt. Daß Abstimmungen im Netz scheinbar vielen Leuten Spaß machen, ist ebenfalls keine aufregende Neuigkeit. Nun beschließt auch der “Social Media Guide” Mashable, mit dem zweiten Vergleichspoll in Serie zu gehen. Und ist damit bestimmt nicht das letzte Glied in einer nicht endenden Wahlkette. Ob Portale wie web.de und t-online.de oder Zeitungsseiten von bild.de bis zeit.de – alle lassen sie zu mal mehr, mal weniger sinnvollen Fragen die User ein paar Kästchen klicken. Wer glaubt nicht gerne, die eigene Stimme hätte Gewicht? Das wirkt schön interaktiv und ist damit so richtig trendresistent. Keine Frage.
Jeder nur 1000 Kreuze
Im Gegensatz zu langwierigen Umfragen aus der Marktforschungsabteilung, die als Gewinnspiel daherkommen und doch nur an die Userdaten wollen, sind diese Abstimmungen echte One Click Wonder. Google spuckt beim Suchbegriff “Umfrage erstellen” 4.610.000 Treffer aus. Bei Wordpress ist ein solches Tool bereits integriert, ich habe es auf meinem eigenen Blog auch schon einmal benutzt, als ich mich im Zuge eines Redesigns nicht für ein Theme entscheiden konnte. Für die zwitscherschnelle Meinungsbildung unter seinen Followern gibt es Twittpoll. Und wenn man für mehrere Leute einen gemeinsamen Termin finden muß, dann ist Doodle dafür ein gutes Hilfsmittel. Um nur einige zu nennen.

Über weitere Links zu diesem Thema in den Kommentaren würde ich mich freuen. Für alle, die sich ungnädigerweise nicht entscheiden wollen oder können, gibt es ja noch den Cyborg Pirate Ninja Jesus. Der sieht ziemlich fit aus, ist ja auch kein Schreibtischtäter.

(0)
Zu beachten ist aber, dass Sinnhaftigkeiten von Online-Umfragen, allein schon der Inhalte wegen, zu bezweifeln sind.
“Hatten Sie schon einmal eine Affäre”, “Wie oft kochen Siee Nudeln”, “Achten Sie auf Ihre Kalorienzufuhr?”…um nur einige Themen zu nennen.
Da fällt es schon leicht, sich mal eben zu entscheiden, oder?
Okay, Du hast recht. Ist gestrichen (siehe Text). Gerade die Abstimmungen der von mir erwähnten und von Dir bestimmt gemeinten Portale tendieren in ihrer Sinnlosigkeit und Aussagekräftigkeit in Richtung des Niveaus von SMS-Gewinnspielfragen, die mit “Sende A oder B an die …” beantwortet werden können.