Fashion Week mit der Capsule Show

Kategorie: berlin | May 18, 2012 | von

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Die Herrenmode kommt in diesen Zeiten bekanntlich nicht allzu kurz. Dank vieler Fashion-Blogs und Streetfotografen sowie eiem nSprießen von Männerlabels aus allen Ecken gibt es fast schon einen kleinen Ablenkungsversuch von der urtypischen Frauenmode, wie man sie auf jeder Modenschau bewundern kann. Die Capsule Modemesse trifft den Zeitgeist ganz gut mit seiner neuen Wanderausstellung, die durch die Welt zieht und kontemporäre Männermode zeigt.

 

Die Capsule Trade Show ist zwar eine Männershow, sollte aber auch für die Damenwelt nicht an Inspiration mangeln. Die Macher konzentrieren sich dabei auf einen gemischten Style in ihrer Auswahl von Designern. Ganz vorne liegen die Ästhetiken der Großstädte, die man aus diversen Tumblr-Blogs kennt. Marken mit viel Style, aber weniger internationalem Parkett kommen hier ganz und gar zur Geltung, vor allem jene, die diesen besonderen skandinavischen Ansprüchen recht werden: Wood Wood etwa ist eine von ihnen, Norse Projects die nächste.

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Die Capsule Show gibt es derzeit bereits in Berlin, Paris, New York und neuerdings auch in Las Vegas, wo man eine Pause vom Pokern machen und sich die neuesten Trends für Männer angucken kann. Modenschauen im großen Stil kann die Capsule hingegen nicht: die Messe konzentriert sich vor allem auf den Trade Aspekt. Für die Glücksspiel-Metropole Las Vegas ist der Zuzug der Capsule Show ein besonderes Erlebnis, denn die Stadt scheint gerade ihr festgefahrenes Image loswerden zu wollen.

 

Neben der Capsule finden sich in Las Vegas mittlerweile einige Fashion Weeks (davon allerdings nur eine offizielle), die immer mehr junge Designer und Aussteller anziehen. Vermutlich soll Las Vegas endlich das verruchte, trashige Bild abstreifen, dass man aus Filmen und touristischen Besuchen kennt. Nirgendswoanders hingegen finden so viele verschiedene Kongresse und Messen statt – dank der unzähligen Räumlichkeiten in den Hotels – wieso soll nicht auch Mode hier ihre neue Heimat finden? Die ganzen Texas Hold Em Tuniere könnten auch irgendwann langweilig werden, obwohl sicherlich die Zielgruppen der jeweiligen Nischen – Casino vs. Fashion – differieren.

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In jedem Fall darf man gespannt sein, wie sich die Capsule in den nächsten Jahren mausern wird und ob sie es schaffen kann, einer der erfolgreichen Fashion Week Nebendarstellern zu werden. Auch die Bread and Butter hat das immerhin in Berlin geschafft – so weit hergeholt wäre es also nicht.

 

Hasta La Vasta II | Shoppen mit dem Lumia 800

Kategorie: berlin | March 14, 2012 | von

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Mal gestylt, mal gechillt – Nadine Vasta ist flexibel, was die Wahl ihrer Klamotten anbelangt. Umso besser, dass das weiße Lumia 800 ebenfalls anpassungsfähig ist und mit einem sportlichen, wie auch einem eleganten Outfit harmoniert.

Auf zum Shopping mit Vasta im Adidas Original Store in Berlin!

Zwischen den Welten | Photography by Monika Rauscher

Kategorie: berlin | January 30, 2012 | von
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Shot with Nokia

Apertur, Verschlusszeit, Weissabgleich. Normalerweise besteht die Kunst der Fotografie darin, den Blick und Eindruck des Betrachters mit den richtigen technischen Mitteln zu führen. Was aber, wenn all diese Mittel nicht zur Verfügung stehen? Dann bedarf es dem richtigen Motiv – und viel Talent für den richtigen Augenblick.

artist Zwischen den Welten | Photography by Monika Rauscher

Monika Rauscher, Jahrgang 1976, bekam im vergangenen Sommer zufällig ein Nokia C6 Smartphone von ihrem Bruder geschenkt. Mit 5 Megapixeln sowie einem einzigartigen Auge für Kontraste, Strukturen und Spiegelungen ausgestattet, hielt sie ihren Alltag fest. Ein fotografisches Tagebuch, veröffentlicht auf Facebook, das mit einer kleinen Spielerei begann, ist nun in Auszügen in der Schöneberger Galerie Under the Mango Tree zu sehen.

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Durch einen weiteren Zufall wurde die Galeristin Mini Kapur auf Monika Rauscher aufmerksam. Sie schätzt die Fähigkeit der Künstlerin, Imagination und äußere Wirklichkeit miteinander zu verweben. Und tatsächlich handelt es sich bei vielen Motiven um Spiegelbilder, bei denen das Auge des Betrachters zwischen der oberflächlichen Wahrnehmung und der zweiten Bildebene hin- und herosziliert – und sich dabei der Tiefe des Eindrucks nicht entziehen kann. Realität wird zur relativen Erfahrung, die sich in ihrer Flüchtigkeit manifestiert.

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Shot with Nokia

Der Unbeständigkeit des Moments begegnet Monika Rauscher mit ihrem Smartphone. Sie sagt, viele der Bilder wären ohne ihr Handy nie entstanden, da ihr Nokia C6 ihr steter Begleiter im Alltag ist.

Monika Rauscher: Many Realities
30. Januar – 11. März 2012
UNDER THE MANGO TREE

Merseburgerstraße 14
10823 Berlin

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Ein Flow aus Fragmenten: Nicolas Jaar im Berghain

Kategorie: berlin | January 28, 2012 | von

Nicolas Jaar wurde nicht von wenigen – inkl. mir selbst – als einer der interessantesten Musiker des Jahres 2011 gelobt. Seine popbildungssatten Elektro-Miniaturen, zu denen man sowohl nachdenken als auch tanzen kann, schienen vielen in eine mögliche Zukunft zu weisen, raus aus dem retro-lastigen Gegenwartsbetrieb.

Nun kam er Mitte Januar nach Berlin und man wollte hören, was sich da live tut. Noch dazu im Berghain, das sich neben seinem Ruf als einem der besten Clubs Europas zunehmend als eine sehr angenehme Konzert-Location etabliert. Zwei Abende mussten gegeben werden. Beide waren ausverkauft, die Schlange derjenigen, die im Berliner Nieselregen auf die Abendkasse hofften, lang.

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intervista 04: Fil über Comics, Shows und freie Wahl

Kategorie: berlin | December 25, 2011 | von

Fil ist schon lange nicht nur zitty-Lesern bekannt als Zeichner der beiden Ideal-Berliner Diddi und Stulle. Fast genau so lang schon gibt er großartige Shows, mal mit Stoff-Hai Sharkey, mal ohne, im Mehringhof-Theater, Kreuzberg, und all over the land. Der Mann, bei dessen Programmen einem schon zur Pause vor Lachen alles weh tut, hat uns ein paar knackige Antworten gegeben – zum Zeichnen, Auf-der-Bühne-Stehen, zu Künstlerbetreuerinnen und der Illusion des freien Willen. Live zu erleben ist er in nächster Zeit hier.

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Fil – kommst du eigentlich wirklich aus dem Märkischen Viertel? Und warst mal Punk? Wie sah deine Jugend in West-Berlin aus? Spannend? Langweilig? Weder noch?

Ich habe 15 Jahre im MV gelebt und war dort auch Punk. Langweilig war es nie.

Wie kamst du zum Comiczeichnen?

Das hab ich schon als Kind gemacht und einfach nie aufgehört.

Du hast eine Ausbildung zum Kunstmaler abgebrochen, hab ich gelesen. Warum? Gabs da nichts zu lernen?

Ich hab nie ne Ausbildung zum Kunstmaler gemacht – ich glaub, sowas gibts auch gar nicht. Nur einen Haufen Aktzeichenkurse besucht.

Wie wichtig ist Zeichentechnik für deine Comics? 

Ganz unwichtig. Ich glaube sogar: je hingekrakelter die Sache, desto lustiger. Leider zeichne ich fast immer in so einer Grauzone zwischen ganz kraklig und fast ordentlich.

Zeichnest Du jeden Strich selbst, oder wie läuft die Produktion?

Ich zeichne mit Bleistift vor, mit Tusche nach, radier den Bleistift wieder weg und gebs dann meinem freund Gurke, ders am Computer koloriert.

Irgendwann hast Du angefangen, aus „Didi und Stulle“ Mehrteiler zu machen – längere, schlingernde Geschichten. Ist das leichter oder schwieriger als sogenannte One-Pager zu zeichnen?

Viel, viel leichter, weil man den Gag einfach auf die nächste Folge verschieben kann. Die Mehrteiler sind auch alle aus dem Unvermögen, einen schnellen Witz zu finden, entstanden, sie waren nie geplant.

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Wie entwirfst Du Deine Shows? Wie viel ist vorab geschrieben, geplant, wie viel improvisiert?

Ich schreibe vorher nur die Lieder und Gedichte, und auch die meistens nicht ganz fertig. Der Rest, das Drumrumgerede, das zum Schluss 80 Prozent der Show ist, entsteht auf der Bühne. Oder nicht, was dann schlecht ist. Darum wird die Show jede Woche 15 Minuten länger und ich muss Lieder rausschmeissen. Bei den Premieren hab ich meistens um die 14 Lieder/Gedichte, am Ende nur noch fünf oder so.

Sitzt Du acht Stunden am Tag mit Laptop und Gitarre am Schreibtisch, oder wie müssen wir uns Fil beim Arbeiten vorstellen?

Ich arbeite sehr wenig und nie am Laptop.

Du tourst ne Menge, trittst auch häufig in Berlin auf. Kann man jeden Abend auf der Bühne witzig sein? 

Du kannst nur so witzig sein, wie das Publikum dich lässt. Das ist wie beim Sex.

Du versuchst immer, scheint mir, bewusst ein bisschen schlechter zu singen und Gitarre zu spielen als Du es kannst. Ist das sowas wie: die Inszenierung des Unperfekten? Ist das Punk?

Ich fürchte, ich kann gar nicht besser spielen oder singen. Bei mir gehts allerdings auch nicht um Können, glaub ich.

Und ist, was Du auf der Bühne machst, ‘Comedy’? Oder was anderes?

Wohl eher etwas anderes.

Gibt es einen spezifischen Berliner Humor?

Ich glaube, es gibt nur zwei Arten von Humor: guten und schlechten. Städteunabhängig. Also nein. 

Wie viel hat ‘Fil’, den wir auf der Bühne sehen, mit ‘Dir privat’ zu tun? Ist er eine autonome Kunstfigur? Oder ein Mischwesen? 

Es sind nur meine guten Eigenschaften, die ich da zeige.

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Bist Du schon morgens am Frühstückstisch am Witzereißen, oder ist – im Gegenteil – was dran am Klischee, dass witzige Künstler privat eher Melancholiker sind?

Weder noch. Ich bin ganz normalmässig drauf. Erst wenn mehr als fünf Leute um mich rum sitzen fang ich an, sie zu entertainen.

Würdest Du gern mal ein total ernstes Programm machen? Oder einen Band mit schwieriger Lyrik schreiben?

Nein. Jeder sollte das machen, was er kann. Das Leben ist keine anthroposophische Klinik.

Wie kriegt man so viele Auftritte, so viele Comics mit Privat- und Familienleben zusammen?

Weniger saufen und nicht jede Künstlerbetreuerin flachlegen hilft mir dabei.

Was würdest Du machen, wenn Du die freie Wahl hättest? Das ganze Jahr am Strand liegen? Jeden Abend in die Philharmonie gehen? Fußball gucken? Oder doch Comics zeichnen? 

Ich würd wahrscheinlich alles genau so machen wie jetzt. Was heißt schon “freie Wahl”? Der einzige freie Wal, den ich kenne, ist Free Willy, und wie der will ich nicht sein.

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(Konzept der Reihe und Fragen: Alexander Gumz)

Darstellung in Szene – ArtBerlin

Kategorie: berlin | December 17, 2011 | von

Bild 1 Darstellung in Szene – ArtBerlin

Kunstszene – dieses schlimme Wort. In Berlin hat es insofern seine Berechtigung, als dass sich die Kunst wie an wohl keinem anderen Ort so inszenieren konnte, wie hier in der preußischen Tiefebene. Kunst muss sich darstellen, manchmal als Selbstzweck, immer als ihre grundlegende Eigenschaft. In Berlin haben sich in den letzten zwanzig Jahren kreative (noch so ein schlimmes Wort, um das man leider nicht herumkommt ab und an…) Netzwerke gebildet, in denen die Kunst eine maßgebliche Rolle spielt. Der ortsansässige Möbelproduzent und Ideendistributor Rafael Horzon hat eine Keimzelle des Kunstnetzes in seinem „Das weisse Buch“ unlängst beschrieben, obwohl er selbst alles nur kein Künstler sein will. Glücklicherweise besteht die Berliner Kunstszene inzwischen nicht mehr nur aus einigen wenigen Spinnennetzen mit den immergleichen Protagonisten, sondern diversifiziert sich. Den Überblick zu behalten, wird schwieriger.

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Eine jüngst gelaunchte Online-Plattform könnte sich zu einem Anker in Sachen kultureller Kommunikation rund um die Kunst entwickeln. Erdacht von Eva Kaczor, keine Unbekannte bei Sounds Like Me, versteht sich ArtBerlin als Kompass durch die nicht nur lokale Kunstwelt. Sie interessiert die Persönlichkeit hinter der Kunst, der Mensch im Künstler, den eloquenten Geist im Sammler, die Macherin aber auch den Scout in der Galeristin, das Soziale hinter der Kunstmesse. Zusammen mit Journalisten und Kunsthistorikern, Fotografen und Filmemachern will sie ArtBerlin zu einem vielschichtigen Portrait der Berliner Kunstszene entwickeln.

Bild 8 Darstellung in Szene – ArtBerlin

Ein solches redaktionelles, aber unabhängiges Angebot hat in Berlin bisher gefehlt! Wir wünschen ArtBerlin für 2012 ein exponentielles Wachstum der Liste von Künstlern und anderen Gesprächspartnern, die sich auch jetzt schon sehen lassen kann, und ein gutes Gespür für Meinungen, Sichtweisen, Trends und spannende Charaktere.

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Who ya gonna call? Ghostbusters – Windows Phone Hotel

Kategorie: berlin | December 16, 2011 | von

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Nachdem im Vorfeld nur Mysteriöses und wenig Genaues über das Windows Phone 7.5 Hotel bekannt war, das gestern für nur einen Abend und eine handverlesene Zahl von geladenen “Hotelgästen” in Berlin eröffnete, ist das Geheimnis nun gelüftet. Dank des neuen Nokia Lumia, das in Zusammenarbeit mit Windows Phone entstand, verschmolz in den historischen Gemäuern der Alten Münze, reale mit digitaler Welt und Gäste, Medienvertreter und Prominente wie der ehemalige MTV-Moderator Patrice Bouédibéla wurden auf eine Reise ins Spukschloss entführt. Weiterlesen »

Am Knie von Gabriele Schulze

Kategorie: berlin | December 11, 2011 | von
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ein Licht im Dickicht

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geheimnisvolle Abgänge

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ein Kreis im Kreis

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ein Ort des Funkeln im Dunkeln

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ein diskreter Zugang

Wo findet der gestresste Homo sapiens Ruhe und ist doch mitten im Geschehen? Zum Beispiel im Auge des Orkans, um einen herum tost die Naturgewalt, man selbst genießt die Windstille und das zentripetale Rauschen. Bloß schwierig hereinzukommen in die Mitte des Wirbelsturms… Als urbane Entsprechung kann man glücklicherweise noch auf das Innere eines Kreisverkehrs zurückgreifen. Hier ist normalerweise kein Hinkommen und kein Wegkommen, ein Besuch des verkehrumbrandeten Runds ist nicht vorgesehen. Der nichtöffentlichste Ort in der Öffentlichkeit. Ein Rückzugsort. Die als „Waldfrau“ zu temporärem Ruhm gelangte Gabriele Schulze aus Belzig lebte zwölf Jahre lang ohne Obdach und bevorzugte die innere Grünanlage von Kreisverkehren als ungestörte Schlafstätte.

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nach rechts

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nach links

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nach unten

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am Ziel aller Wünsche

In den Städten schreit die Öffentlichkeit bekanntlich nach Öffentlichkeit und so darf auch nur einer der drei großen Berliner Roundabouts für sich bleiben. Auf dem Strausberger Platz im Zentrum des Strausberger Platzes springt ein Brunnen und sonst gar nichts. Der Große Stern dagegen ist über Unterführungen zugänglich und gut frequentiert, da dort die erklimmbare Siegessäule den Blick über den Tiergarten öffnet. Auch der Ernst-Reuter-Platz macht sein Inneres öffentlich, allerdings nicht leicht erreichbar. Der Tunnel zweigt irgendwo vom Untergrundbahnhof ab, ist schlecht beleuchtet, als stadtplanerische Durchwegung ein Kind der autogerechten Stadt, die heute keiner mehr will, da wir ja alle ökologisch korrekt zu Fuß gehen oder mit dem Veloziped unterwegs sind. Allerdings hat auch diese autogerechte Stadt erst das fantastische Sechziger-Jahre-Ensemble des Ernst-Reuter-Platzes ermöglicht. Ein Platz, der lange baulich verkam, inzwischen restauriert wird und seit kurzem auch ein Ziel des Regionalmanagements der „Berlin City West“ geworden ist.

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das Wäldchen

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der See

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der Mond

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die Architektur

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die Moderne

Nach dem altbekannten Motto „Unser Platz soll schöner werden“ darf jetzt fast jeder mitreden über die Zukunft des Kreisverkehrs. Studenten der UdK wollen dem Platz mit den Mitteln der Auditiven Architektur zu Leibe rücken und drohen mit der Aufstellung von Cafépavillons. Jene Universität und ihre Technische Schwester erklären den Platz kurzerhand zu ihrem Hoheitsgebiet, sind sie doch die Hauptanrainer mit Gebäuden an der Straße des 17. Juni und der vor einigen Jahren geschehenen Übernahme des Telefunken-Hochhauses direkt am Platz. Auf einer Konferenz referierte der TU-Architektursoziologie vor kurzem fundiert über die Historie des Charlottenburger Knies (das dann erst ein Kreisel werden musste) und den Denkmalschutz fast des gesamten Bereichs, kann sich aber gleichzeitig Fußgängerampeln vorstellen – wohl weil er sich auch vorstellen kann, dass halb Charlottenburg nichts anderes im Sinn hat, als endlich nach Jahrzehnten der Hinderung den Ernst-Reuter-Platz in seinem Herzen heimzusuchen, sich mit Kind und Kreisel an die Wasserfläche zu setzen, den Fontänen zuzuschauen wie sie nach oben schießen und bei Kaffe-und-Kuchen darüber nachsinnen, wie schön es ist, so viel urbane Freiheit zurückerlangt zu haben.

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Schützt die Öffentlichkeit vor der Öffentlichkeit!!!

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Sei autogerecht! Sei Kreisverkehr! Sei Ernst-Reuter-Platz!

Der Ernst-Reuter-Platz braucht tatsächlich Öffentlichkeit, allerdings zunächst bitte öffentliche Diskussion bevor sich Nachbarschaftsinitiativen auch die ästhetische Komponente unter den Nagel reißen. Eine Stadt braucht einsame Orte, schwer erreichbare Orte, laute, ungemütliche Orte, solche wo niemand ist und niemand sein will. Orte, wo man einmal Gabriele Schulze sein kann und sei es nur für einen Moment.

The world as you see it – Nokia Maps 3D

Kategorie: berlin | December 09, 2011 | von

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Endlich. Nun hat auch Berlin eine dritte Dimension in der virtuellen Sphäre. Denn gerade hat Nokia  seinen Kartendienst Nokia Maps 3D um die deutsche Hauptstadt erweitert. Das bedeutet, dass man ab jetzt so realistisch wie irgend möglich durch Straßenzüge, an Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Stores vorbei schlendern, sie von überall auf der Welt auf eigene Faust für sich  entdecken oder sich vor Ort leicht und einfach zu orientieren und nervenschonend zum Ziel zu gelangen kann.

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Jung und artig – neue Kunst in alter Münze

Kategorie: berlin | November 24, 2011 | von

JungArt 2011. Wie kommt man bloß auf so einen Titel? Worauf soll das “Jung” referieren, wenn man mal davon ausgeht, das in “Art” kein Tippfehler steckt und wohl auf die Kunst hinauswill. Jung – im Sinne von young? Jung – als Hinweis auf psychoanalytische Ansätze? Oder Jung – als Hinweis auf einen Familiennamen? Letzteres kann ausgeschlossen werden. Hinter dem was sich als “Kunstfestival” präsenetiert stehen drei Initiatoren: Markus Schaller (Künstler), Courtney Phillips (Gastronom) und Tai Caesar (Marketingmann) und ihre Idee ist gar nicht mal so schlecht wie der Name den sie sich dafür ausgedacht haben. Nachwuchstalente der bildenden Kunst mittels einem Wettbewerb aufspüren und den Gewinnern nicht nur einen Geldpreis, sondern auch eine Ausstellung zu ermöglichen. Clever auch deshalb, weil damit schon das Anfangsprogramm der dann im nächsten Jahr zu eröffnenden JungArt Berlin Gallery an der – selbstredend – Potsdamer Straße steht. Damit das weder basisdemokratisch noch inhaberautokratisch und somit öffentlichkeitswirksam legitimiert wird, überließ man Vor- und Finalauswahl einer gut besetzten Jury: dem ABC-Kurator Marc Gloede, dem UdK-Professor Robert Lucander, der Sammlerberaterin Susanne Grieshaber, dem Künstler Clement Page, dem Leiter des Georg-Kolbe-Museums Marc Wellmann und Daniel Marzona, dem Direktor der Galerie Konrad Fischer. So weit so gut. Bloß in der Umsetzung der Wettbewerbsausstellung in der Alten Münze hapert es etwas. Gewohnt trashig muss es zugehen, eng und verrammelt präsentiert sich die Ausstellungsarchitektur und gibt den künstlerischen Positionen wenig Raum zur Entfaltung. Stattdessen kommt unwillkürlich ein Messecharakter auf, dem nur einige der ausgestellten Arbeiten entgegenwirken können. Bis zum Sonntag kann man sich noch selbst ein Bild machen.

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Louisa Radtke (Berlin) hat kleine filigrane Selbstportraits mit der Polaroidkamera entwickelt...

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... die unterschwellig das Medium Fotografie weit hinter sich lassen.

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Nadine Wottke (Erfurt) spielt in ihren kleinen Porzellanskulpturen mit...

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... Ambivalenzen zwischen Skurrilität, Sexualisierung und Body Extensions.

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Auch Anne Drew Potter (Berlin) erweckt den wohligen Schauer mit nicht wirklich subtilen Skulpturen.

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Mit schillernden Plastiktütenderivaten aus Glasperlen kommentiert...

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... Shige Fujishiro (Hannover) offenbar soziale Ausgrenzung und Konsumkultur.

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Chris Bierls (Berlin) Installation aus Tinte, Draht, Schnur, Platte, Strunk...

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... und Goya-Collage erinnert stark an Kitty Kraus.

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Auch Nastasja Keller (Berlin) ist nicht die erste, die das künstlerische Sprücheklopfen erfunden hat, aber die offenbar zugrundeliegende Performance macht neugierig.

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Carolin Weinkopf (Berlin) ging auf Foto-Reportage.

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Unter den stärksten Fotografiepositionen ist auch Fabian Hampel (Berlin), mit seiner streng komponierten Serie von plankenden Akten im Stadtraum.

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Katharina Kohl (Hamburg) dokumentiert Street Art...

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... während 2naked.org sich selbst zum Thema der Street Art machen.

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Und das Readymades immer gehen, will auch diese Ausstellung beweisen – dabei hatte Duchamp immer noch den besten Riecher.

JungArt Berlin Festival 2011, noch bis zum 26. November, Alte Münze, Molkenmarkt 2, 10179 Berlin-Mitte, geöffnet: 14 Uhr bis open end

(photos shot with Nokia)