Fotorecycling

Kategorie: Bild | December 26, 2009 | von

Fotografie ist so banal. Seit wirklich jeder mit mindestens 5 Megapixeln, gigabytestarken Speicherkarten und Kameras, die sogar telefonieren können, ausgerüstet ist, droht das Medium endgültig auf den Hund zu kommen. Weiterlesen »

Akribisch kombinatorisch – Corinne Wasmuht

Kategorie: Bild | December 19, 2009 | von
10122009443 Akribisch kombinatorisch – Corinne Wasmuht

U-Bhf. Heinrich-Heine-Straße

Corinne Wasmuht ist eine Bildersammlerin. Sie sucht und hortet, ordnet und katalogisiert, analysiert und verschlagwortet die Bilder in einem sehr eigenen Analogiesystem: wissenschaftliche Zeichnungen aus biologischen und medizinischen Lehrbüchern, Fotografien aus Zeitschriften und Bildbänden, aber auch Fotos, die sie selber schießt. Es sind die unwillkürlichen Formen jenseits fokussierter Betrachtung, die Wasmuht in ihren großformatigen Ölgemälden zu einer neuen Eigenständigkeit verhilft: Im Flackern oder in der Glut eingefrorene Verbrennungsprozesse, Muster von Schmetterlingsraupen oder verpixelte Belichtungschwächen von Digitalausdrucken. Zellbausteine aus Mitochondrien bekommen dann plötzlich eine skulpturale Wirkung, erscheinen wie frei erfundene Bildformen, dabei sind es eigentlich knallharte form-follows-function-Designs der Natur.

 Akribisch kombinatorisch – Corinne Wasmuht

Menschen im Kunstlicht

 Akribisch kombinatorisch – Corinne Wasmuht

Mikroskopische Anatomie

10122009434 Akribisch kombinatorisch – Corinne Wasmuht

Feuer

Das Haus am Waldsee in Berlin-Zehlendorf widmet Corinne Wasmuht die erste Institutionsausstellung in der Stadt, wo die Künstlerin seit vier Jahren lebt. Aufgewachsen ist sie in Argentinien, in Düsseldorf hat sie an der Kunstakademie studiert. Akribie und Kombinatorik sind die Eigenschaften, die ihre Arbeitsweise am besten beschreiben. Grundlage der Arbeiten sind ausgefeilte Collagen aus ihrem Bildarchiv, die sie dann mittels Projektion ins Medium der Malerei überführt. Und das kann schon mal dauern.

10122009438 Akribisch kombinatorisch – Corinne Wasmuht

Wandbild

Wasmuht malt Bild für Bild, erklärt Katja Blomberg, die Direktorin im Haus am Waldsee. Sie hat in ihrem Atelier keine angefangenen Werke stehen und switcht von Bild zu Bild. Sie hat zwar Assistenten, die ihr helfen, aber Wasmuht malt die Großformate selbst und lässt sich Zeit. Kaum fünf Gemälde schafft sie pro Jahr, denn ihre Arbeit ist ein ständiger, fortlaufender Bildfindungsprozess, der als Resultat in einem Ölgemälde mündet, aber die vergangene Arbeitszeit in vielen Anekdoten und Motivchiffren codiert.

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ein Panorama von Wasmuht

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Pathfinder

Seit einigen Jahren thematisiert Wasmuht die Stadt in ihren Bildern. Sie überlagert Schicht um Schicht zu einem sich visuell immer wieder auflösenden und zusammensetzenden Flimmern urbaner Landschaftsräume. In der bildenden Kunst besetzt Corinne Wasmuht eine sehr individuelle Position. Die große Leistung der Ausstellung „Supracity“ ist es, zu verdeutlichen, welchen Weg die Künstlerin genommen hat und nachvollziehbar zu machen, warum die Malerei nach den unzähligen Freitoden, Auftragsmorden und altersschwachen Verwesungsprozessen, die sie hingerafft hat, immer noch eine Gattung ist, die sich immer aufs Neue wiederzubeleben weiß.

Corinne Wasmuht -„Supracity“
Haus am Waldsee – Ort internationaler Gegenwartskunst
noch bis zum 21. Februar 2010
Argentinische Allee 30
14163 Berlin

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Corinne Wasmuht im Haus am Waldsee

Kommunikation, die sich gewaschen hat

Kategorie: Bild | November 20, 2009 | von

IMG 4244 700 Kommunikation, die sich gewaschen hat

Der moderne Mensch ist einsam, unendlich einsam. Seine emotionale Isolation wird als soziale Normabweichung gesellschaftlich beargwöhnt, missbilligt oder betrauert, mithin küchenpsychologisch ausgedeutet. Unbehelligt in die Gegend starren oder triste Trübsal blasen ist nicht. Weiterlesen »