c/o pop – neue Musik in Köln

Kategorie: Festival | June 23, 2010 | von Hendrik Spree

Heute startet die c/o pop in Köln. Wer nachlesen willmuß, wiewas das genau ist. Kann das hier tun, Berliner zum Beispiel. Die Hauptstädter brauchen dafür aber auch nicht weiterzulesen: Von meiner Seite aus gibt es jetzt nämlich kein allerweltliches PR-Geschwabbel, sondern fünf völlig lediglich subjektive Tipps, für jeden Tag der läufigen Veranstaltung einen. Alsozusagen meine persönlichen Highlights. Weiterlesen »

Die Magie der Kalküllosigkeit

Kategorie: Festival | November 11, 2009 | von Alexander Gumz

LEONARD COHEN AT THE ISLE OF WIGHT: Eine starke Erfindung seiner selbst

COHEN wightcover klein Die Magie der Kalküllosigkeit

Leonard Cohen ist – da verrate ich kein Geheimnis – neben Bob Dylan, Tom Waits, Hank Williams oder Townes van Zandt einer der größten Singer-Songwriter überhaupt. Das hat er nach langer Abwesenheit auf seiner noch andauernden Welttour allen gezeigt, die ihn schon im Zen-Kloster auf Mount Baldy verschwunden glaubten. Trotz zuletzt leider etwas lieblos produzierter Alben.

Wer erleben will wie dieser Mann 1970 mit seinen Songs und Gedichten ein wildgewordenes Open-Air-Festival zähmte, der sollte sich „Leonard Cohen at the Isle of Wight“ zulegen. Auf CD und DVD ist hier zum ersten Mal das ganze legendäre Konzert zugänglich.

Legendär nicht nur, weil Cohen zunächst etwas wacklige, dann aber immer wundervollere, seltsamerweise völlig intime Versionen seiner Songs wie ‘Bird on a Wire’, ‘Suzanne’, ‘So long, Marianne’ oder ‘Famous Blue Raincoat’ spielt. Songs, die zu den besten gehören, die je geschrieben wurden.

YouTube Preview Image

Legendär auch, weil er es war, der, nachts um zwei aus seinem Wohnwagen gezogen, nur eine helle Safari-Jacke über seinem Pyjama warf und 600.000 Leute besänftigte, die seit fünf Tagen in Dreck und Regen saßen, die Veranstalter beschimpften, Musiker wie Kris Kristofferson ausbuhten und beim Jimi Hendrix Gig die Bühne anzündeten. Das mit Abstand größte Pop-Festival Europas war aus dem Ruder gelaufen.

YouTube Preview Image

Dann kommt dieser Mann auf die Bühne: seit Tagen unrasiert, völlig übermüdet, restbetrunken und/oder auf sonstwas druff. 20 Minuten braucht er um seine Gitarre zu stimmen; das sehen wir zum Glück nicht. Wir sehen wie er zum Mikro schlurft, in die Nacht schaut und die Leute bittet, sie mögen ein paar Streichhölzer anzünden, damit er sie sehen kann. Und sie einander.

Das ist auch schon die einzige Geste, die unter Spät-Hippie-Vedacht stehen könnte. Der Rest des Auftritts ist, nachdem Cohen und seine etwas verpennte Begleitband – „The Army“ – sich eingegroovt haben, schnörkellos, unsentimental und zeitlos.

YouTube Preview Image

Über die Frage nachdenkend, warum er in dieser Nacht ausgebuht wurde, Cohen aber nicht, sagt Kristofferson in einem der kurzen Interviews des Films: Cohen sei einfach ein zu guter Performer gewesen. Jemand, der nur kam um seine Kunst zu machen, ohne sich um irgendetwas anderes zu kümmern.

Das beschreibt in seiner scheinbaren Paradoxie, was Cohens Aufritt 1970 so großartig machte, und seine Konzerte seither immer wieder: Ein ‘Performer’ braucht keine Show, keine Choreografie, kein Kalkül. Selbst wenn er sich zwischen den Songs ein paar Sätze zurechtlegt, spricht er sie jedes Mal so, als fielen sie ihm in diesem Moment ein.

Die ganze Magie dieser Kalküllosigkeit, die nur Kunst zeigen will und auf deren Wirkung vertraut, entfaltet erst die Dokumentation von Murray Lerner. Wo man auf der CD vor allem die Fehler hört, die gezogenen Töne, die verschleppten Tempi, entsteht in den Bildern vom ersten Close Up auf Cohens Gesicht an etwas, das man eignentlich nur Aura nennen kann. Wie jemand aus geweiteten Pupillen ins Dunkel starrt, Luft holt und beim ersten Ton die Stirn in Falten legt. Die Augen schließt.

Das hat weniger mit der postmodern so unglaubwürdig gewordenen ‚Authentizität’ zu tun. Cohen ist auf der Bühne vielmehr eine unglaublich starke Erfindung seiner selbst – eben weil er keine Show macht, weil er nicht versucht, Entertainer zu sein, weil er niemanden „Do you feel alright?“ fragt. Weil er einfach nur seine Songs singt, seine Gedichte spricht, love it or leave it. Und genau darum möchte man von niemandem lieber gefragt werden, wie es einem eigentlich gerade geht.

The Films – “Heise Scheise” aus Übersee

Kategorie: Festival | October 29, 2009 | von Julia Christian

Das große Musikkarussell beim Nokia sally*sounds 09 Festival setzten am Samstag “The Films” in der Columbiahalle in Gang. Zwar deutlich weniger energetisch als ihre Bühnennachfolger, läuteten die adretten vier Highschool-Freunde aus Übersee den Abend mit glamrockig leichten Musikseifenblasen ein. Dramaturgisch perfekt, im Vergleich etwas drucklos, aber hübsch anzusehen. Weiterlesen »

Attention! AT.TENSION, die Dritte.

Kategorie: Festival | September 15, 2009 | von goerex

attension03 Attention! AT.TENSION, die Dritte.

An diesem doch von den Unbilden eines nahenden Herbstes bereits gezeichneten Wochenendes gab es die Chance, in verzaubernden Welten einzutauchen. Und zwar auf dem Attension-Festival, welches durch das Fusion-Festival bereits bekannte gewordene Phantasiegelände des einstigen russischen Flugplatzes Lärz bekannt geworden sein dürfte. Am Südzipfel der Müritz gelegen, von Berlin also in einem Augenaufschlag zu erreichen, wenn Autobahnen nicht mit dem Phänomen des Staus gesegnet sein sollten. Weiterlesen »

“Mehr Zeitgeist geht nicht” … Nachtdigital 12

Kategorie: Festival | August 05, 2009 | von goerex

nd12 0 Mehr Zeitgeist geht nicht ... Nachtdigital 12

Gemeinsam sind wir 12 hieß es dieser Sommertage. Wir waren zwar vielleicht knapp 3.000. In Olganitz, irgendwo hinter der Horizontlinie einer Autobahn nach Dresden, ostwärts, befindet sich das pittoreske Ferienlagerdörfchen, welches zum Schauplatz elektro-emotionalen Ringelreihens wurde für etwas mehr als 48 Stunden.

Wenn man anreist, sein Gefährt auf dem strohbestoppelten Parkplatz lässt, einem Hoffnungseufzer auf schnelles Reinkommen dann doch besser erst einmal Jamaicainrituale vorzieht, ein und noch ein Bier trinkt, bevor es in den kommenden Tagen auf konstante 28 Grad erwärmt wird, dann ist die Gewissheit da, dass der Alltag gleich verschwunden sein wird. Weiterlesen »

Berlin Festival

Kategorie: Festival | August 03, 2009 | von Ticketverlosung

Nach der Bread & Butter nimmt nun auch das Berlin Festival am 7. und 8. August 2009 Platz auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof. Premiere feierte das Festival im Jahr 2005 in einem kleinen Dorf bei Berlin. 2009 werden 10.000 Besucher erwartet. Mit dabei: Headliner Peter Doherty, der am Freitag auftritt und seinen Vornamen von Pete in Peter geändert hat und Britpop-Gott Jarvis Cocker, der am Samstag auf der Bühne steht. Weitere Highlights: Deichkind, die ihr einziges Berlin-Konzert geben, die Junior Boys und die Berliner Band Bodi Bill.

Weiterlesen »