Alles paletti? – Dö Yt Jursälv
Vor zweidrei Wochen ist mal wieder der von einigen Menschen heiß ersehnte Ikea-Katalog erschienen. Ich hätte diesen Post allerdings auch ohne diesen Aufhänger geschrieben. Lieber wäre mir dieser Artikel gewesen, darin eine lautstarke Beschwerde darüber, daß sich mittlerweile nahezu jede Großstadt ein hübsch dekoratives Street Art Festival leistet, wobei kritische Inhalte und politische Implikationen dieser Kunstrichtung aber oftmals zu kurz kommen. Leider habe ich den Link verschludert.


Daß sich mit den Möbeln des schwedischen Einrichtungsriesen einiges Einfallsreiches anstellen läßt, weiß die zwischenvernetzte Welt spätestens seit IKEA Hackers. Der künstlerische Öffentlichkeitsinterventionist Florian Rivière geht noch einen Schritt weiter, indem er lediglich den Stil der Aufbauanleitungen imitiert, ohne das Unternehmen beim Namen zu nennen. Jeder Betrachter weiß trotzdem sofort, werwas gemeint ist. Der Mann veranstaltet übrigens auch das Festival Perffusion.
Dabei ist die Idee, aus Europaletten Möbel zu bauen, nicht mehr ganz neu. Aber naja, jeder hat mal klein angefangen. Nur muß halt erst einmal jemand kommen, der beides zusammenbringt. Chapeau für diesen offensichtlich genialen Einfall.


Auch die dazugehörigen Namen (“Täbbl”) sind gut gewählt. Ich bin ja schon froh, beim Schreiben dieses Artikels ohne Nennung der Farben blau und gelb ausgekommen zu sein.
Gefunden auf dem in der Regal allzeit lesenswerten Blog rebelart.net/. Ebenfalls nicht hilfreich: @Sillium-Tweets zum Thema. Dafür lustig.

Es ist schon seltsam – Facebook ist eigentlich doch dafür bekannt, Raum zu bieten, um die eigene Persönlichkeit nicht nur zu entfalten, sondern viel eher zu gestalten. Dieses Facebook, bekannt und geliebt dafür, Chancen zu geben die eigene, wie man so schön sagt „Lebensvistitenkarte“ zu präsentieren. Zu sein, zu zeigen wie man ist, wie man sein möchte. Dieses Facebook öffnete jetzt seinen Schlund und zeigt seine Macht. Vor ungefähr sechs Wochen hat sich etwas, wie eine Art Virus eingeschlichen. Dieses Etwas öffnete den Vorhang. Plötzlich wurde, das doch bisher im Netz bis zum letzten Winkel ausgestreckte, gedeihte Individiuum mit einem billigen Trick, nämlich vermeintlicher Individualität, gelockt. Und von einer auf die andere Sekunde war sie dahin. Die Idee von der Massenplattform, die individuell sein lässt.
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