Ab jetzt wieder: störungsfrei!

Kategorie: Internet | August 04, 2010 | von Sounds like NEWS

stoerung Kopie

Wie das passieren konnte? Wir wissen es nicht. Aber als wir Euch am Freitag wie immer mit Content aus realer und digitaler Sphäre versorgen wollten, fraß die Technik ihre Kinder. Der Browser teilte uns mit: Seite nicht erreichbar. Auch mit Schweiß, Arbeit und Tränen ließ sich nichts machen, denn offenbar war der Host-Server gehackt. Nach ein paar Tagen – schwankend zwischen nervösem Aktionismus und analogem Müßiggang – ist es nun endlich vollbracht und wir sind neu geboren: Gleicher Ort, gleicher Inhalt, nur um das Gefühl reicher, dass Technik nicht immer den Vorsprung wahrt, der Sommer aber gleichbleibend zauberschön bleibt.

Wo bin ich?

Kategorie: Internet | June 17, 2010 | von Marcus Woeller

The device swallowed the man.

„Locate me“ machte neugierig. Schließlich will man ja wissen wo man ist. Und noch dringender will man meistens wissen wo der/die/das Andere ist. Im World Wide Web findet man allerlei Angebote, über GPS, mysteriöse Handystrahlung oder ganz normales Voodoo zu orten, wem auch immer man nachspionieren will. Mit dem ubiquitären Zugriff auf soziale Netzwerke sind dem Kontrollfreak und Hobbystalker ja schon alle Türen, Portale und Interfaces geöffnet. Warum also nicht auch hardwaremäßig aufrüsten?

Wo bin ich? Und wenn ja, wie oft?

Wo bin ich? Und wenn ja, wie oft?

Doch die Ausstellung zur ständigen Standortvergewisserung seiner/ihrer selbst und aller anderen, „Locate me“ im Kunstraum Kreuzberg scheitert. Den meisten Exponaten knapp zwanzig beteiligten Künstlern und Künstlerinnen gelingt es nur in seltenen Fällen, ihre Ideen aus des Virtualität im realen Ausstellungsraum Gestalt zu verleihen. Sie scheitert aber vor allem an der krakenartigen Mischung aus Informationsmyzel und Wahrnehmungsparanoia, die das Internet zu der Universalformel des frühen 21. Jahrhunderts macht.

Virtuell werden im realen Raum. Und umgekehrt.

Virtuell werden im realen Raum. Und umgekehrt.

Der Kommentar auf Praktiken, die im Netz entwickelt werden, kann vielleicht auch besser dort formuliert werden. Oder aber in Konzepten, denen die Ausstellung mit einem Programm auch noch auf den Leib rücken wird. In der klassischen Ausstellungssituation wirken die künstlerischen Positionen sehr bemüht, selbst wenn der Besucher interagieren kann. Die radikale Änderung unserer Wirklichkeitserfahrung und die immer größer werdende Durchdringung von virtuellem und realem Raum erfordert auch radikalere Interventionen der Kunst. Jetzt wäre die richtige Zeit. Vielleicht zum letzten Mal ehe sich das Raum-Zeit-Kontinuum unwiederbringlich verwölbt.

Selbstbildnis des Autors als virtuelle ikone.

Selbstbildnis des Autors als virtuelle ikone.

Im Begleitprogramm setzen die Macherinnen Florina Limberg und Daniela Walz auf Diskussionen und Workshops, die den etwas schlaffen Konsum der Ausstellung hoffentlich aufwerten können.

„Locate Me“, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Mariannenplatz 2, Berlin-Kreuzberg

Tinnitus virtualis.

Tinnitus virtualis.

Freitag, 18. Juni, und Samstag, 19. Juni, 15-18 Uhr: Biotop Bethanien. Workshop mit Verena Kuni.  Samstag, 19. Juni: ab 19 Uhr Open Lab

Donnerstag, 24. Juni und 5. August, 19 Uhr: Ausstellungsführung mit den Kuratorinnen

Donnerstag, 1. Juli, 19 Uhr: „Verortungen. Über Zusammenhänge von Identitäten, Orten und neuen Medien“,
Vortrag von Prof. Susanne Hauser

Donnerstag, 22. und 29. Juli, 21-23 Uhr: „Leave-A-Comment Toolkit“, Secret-Tour mit Patrick Kochlick und Dennis Paul

Samstag, 7. August, 10-18 Uhr und Sonntag, 08. August, ab 16 Uhr: „Macht Spiele!“, Workshop mit Berlin Invisible Playground
Street Games Design

// alle Bilder > shot with Nokia Nseries //

republica: auch mal offline sein

Kategorie: Internet | April 16, 2010 | von Hendrik Spree

Der offizielle Teil der Internetzkonferenz ist vorbei und bevor die Party losgeht, muß ich schnell noch was loswerden: Mitveranstalter @spreeblick sagt es selbst im Interview – und er hat recht, wie ich finde. Ich möchte das gerne an einem Beispiel illustrieren, … Weiterlesen »

Ist die Nutzung des Internets eine Glaubensfrage?

Kategorie: Internet | April 15, 2010 | von Uwe Viehmann

Ein Höhepunkt des ersten re:publica-Tages gestern war mit Sicherheit dieser Vortrag von Peter Kruse. “What’s Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren”. “Das Internet ist keine Glaubensfrage, sondern eine Frage sinnvoller Zukunftsorientierung und praktischer Vernunft”. Ulrike Reinhard hat den Beitrag glücklicherweise aufgezeichnet.

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Die Folien dazu gibt es hier.

Sex, Selbstdarstellung und Dieter Thomas Heck

Kategorie: Internet | April 15, 2010 | von Uwe Viehmann

Wie an einer anderen Stelle beschrieben gibt es sie, die weniger ernste Übergangsphase zwischen Tagwerk und Abendunterhaltung, auch auf Internet-Konferenzen wie der re:publica 2010, das hat Tradition. Unrecht widerfährt in diesem Zusammenhang hier nur einer gewissen Melissa Gira Grant. Ihr Vortrag zum Thema “Sex and the Internet” war mit Sicherheit nicht Teil der Abendbespaßung auf Deutschlands sympathischster Nerd-Versammlung. Die Dame hat ein Anliegen, bloggt mal casual, twittert als “writer, internet lady” und “feminist with office hours”, pflegt ihren Flickr-Account und weiß schlaue Dinge über das Thema wohlfeil zu berichten, ohne allzu sehr in Plattitüden zu verfallen oder bloß über US-amerikanische Prüderie zu jammern. Ganz aktuell praktisch wichtig im Nerdzusammenhang auch: Sie hielt die ganze Zeit ein iPad in der Hand. “Techporn trifft Sexnetz-Debatte”. Herrlich absurd.

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Say “Hello” to all the Chinese people!

Kategorie: Internet | December 21, 2009 | von Aicha Reguieg

China-das Reich der Mitte, wie es sich selbst nennt, beginnt nach und nach seinem Namen alle Ehre zu machen. Dass der chinesische Drache sein Köpfchen hebt,  hat auch die französische Luxusgüterindustrie mitbekommen. Weiterlesen »

WEAVE – Magazin im Gespräch

Kategorie: Internet | December 19, 2009 | von goerex

weave cover WEAVE   Magazin im Gespräch

SLM: Hallo Ilona, schön, dass Du Zeit gefunden hast. WEAVE ist seit ein paar Monaten auf dem Markt und hat den Nerv der kreativen Macher rund Webentwicklung, Design, Interaktivität und Schnittstellen der Zukunft getroffen. Wann kam im Hause PAGE die Idee zu einem der gearteten Magazin auf?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die Idee entstand im Herbst 2008. Einerseits war es so, dass die Bandbreite der Themen rund um Web- und Interaction Design sowie Development über die Jahre so umfangreich und komplex geworden waren, dass sie in PAGE – neben den anderen Themen – nicht in der gebührenden Breite Platz fanden. Andererseits stellten wir fest, dass es in diesem Segment kein deutschsprachiges Magazin am Markt gab.

SLM: War es von Anfang an diese Idee, oder war die Ur-Intention eine andere? Wie hat sich die Idee entwickelt?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die grundsätzliche Richtung von WEAVE stand von Anfang an fest. In mehreren Runden entstand in der Redaktion dann das Konzept – also dass WEAVE beispielsweise eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Professionen in diesem Bereich bilden sollte. Etwa von Designern zu Programmierern, von Konzeptern zu Auftraggebern oder von Usability Experten zu Designern und so weiter. Das findet sich unter anderem auch in der Rubriken-Aufteilung wieder: Es gibt keine inhaltlich-thematischen Rubriken wie in PAGE (Kreation, Typo, Bild, Technik), sondern die Rubriken TRENDS, PROJECTS, TUTORIALS, TOOLS und LIFE, in denen jeweils die Bereiche Konzeption, Design und Technik statt finden können. Die Case Studies in der Rubrik PROJECTS sind vielleicht das beste Beispiel, wie die Grund-Intention von WEAVE aussieht: Ein Projekt wird hier aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschrieben – je nach Art des Projekts kommen hierbei die Konzepter, die Designer, die Usability-Exerten, die Projektmanager, die Programmierer und auch die Auftraggeber zu Wort. Zudem wollten wir in WEAVE stark auf Autoren aus der Praxis setzen.

Im November luden wir schließlich auch eine Reihe von Designern und Entwicklern aus diesem Bereich in die Redaktion zu einem Brainstorming. Dabei zeigte sich, dass wir in unserer grundsätzlichen Ausrichtung ziemlich richtig lagen – und natürlich bekamen wir hier auch noch weiteren, wertvollen Input.

Weave 1 WEAVE   Magazin im Gespräch

Weave2 WEAVE   Magazin im Gespräch

SLM: Wie lange brauchte es dann von der fertigen Konzeption bis zu Ausgabe Nummer Eins?

WEAVE/ Ilona Koglin: Ende Dezember stand damit die Konzeption von WEAVE. Anfang Januar 2009 starteten wir damit, das erste Beta-Heft inhaltlich zu planen, Autoren zu akquirieren und das Design bzw. das Layout zu entwickeln. Mitte Mai kam dann die erste Beta-Version heraus – noch ein recht schmales, 32-seitiges Heft. Die Rückmeldungen, die wir darauf bekamen flossen anschließend in die erste “richtige” WEAVE-Ausgabe ein, die Anfang September erschien.

SLM: Wie viel Menschen sind redaktionell an WEAVE beteiligt, wie setzt sich die Redaktion zusammen?

WEAVE/ Ilona Koglin: Wie bereits angesprochen soll die WEAVE vor allem ein Forum von der Branche für die Branche sein. Das heißt, dass bei uns hauptsächlich Autoren schreiben, die hauptberuflich Designer, Entwickler, Konzeptioner, Trend-Forscher und so weiter sind. Die Redaktion selbst besteht aus einer so genannten Content-Redaktion, die für die Themenplanung, die Autoren-Akquise und -Betreuung und die Koordination des Artikel-Workflows zuständig ist. Dann gibt es die Text-Redaktion, die alle Artikel noch mal auf Herz und Nieren prüft, bevor sie in die Grafik gehen, die sie layoutet.

SLM: Bei der Vielzahl an Themen, der fliegenartigen Vermehrung von Webphänomenen und neuen Technologien – wie trefft ihr da die Themenauswahl, die dem Konzept gerecht wird?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die Themenplanung ist ein Zusammenspiel der Redaktion und der Community. Wir bekommen einerseits sehr viele Themenideen und Artikelvorschläge – und haben Autoren, die überaus engagiert bei der Sache sind. Unsere Idee, WEAVE als eine Plattform anzubieten, funktioniert also – und das freut uns natürlich sehr!  Andererseits entwickeln wir natürlich auch in der Redaktion Ideen, mit denen wir dann gezielt auf Leute zugehen. Es stimmt schon, dass man in der Themenfülle, die das Web anschwemmt, den Überblick behalten muss. Aber wenn man mit den Menschen redet, merkt man schnell, was sie wirklich bewegt, was sie wissen möchten oder wofür sie sich interessieren.

SLM: Wie würdest du eure DurchschnittsleserIn beschreiben?

WEAVE/ Ilona Koglin: An Web- und Interaction-Projekten sind ja immer sehr viele unterschiedliche Gewerke und damit Menschen beteiligt. Den typischen Leser der WEAVE gibt daher auch nicht. Allein wenn man Designer und Programmierer vergleicht, wird man schnell fest stellen, dass sie zum Teil sehr unterschiedliche Bedürfnisse, Vorgehensweisen oder Interessen haben. Dennoch eint sie, dass sie alle gestalterisch und technisch Grenzen überschreiten und innovative Anwendungen erschaffen wollen. An diesem Punkt kommen wir wieder zu der Idee mit der Brücke, die wir mit WEAVE ja bauen wollen: Das ist natürlich auch eine Herausforderung.

Weave3 WEAVE   Magazin im Gespräch

SLM: Wisst ihr durch LeserInnenfeedback, wei weit gefasst das Spektrum eurer LeserInnen ist?

WEAVE/ Ilona Koglin:Ja. Sowohl die zahlreichen Rückmeldungen auf die Beta- und die Erstausgabe der WEAVE, als auch eine kleine Online-Umfrage oder die Mitglieder unseres Vimeo-Channels zeigen uns, dass wir mit der Vorstellung unserer Leserschaft, wie wir sie schon zu Anfang ins Auge gefasst haben, ganz richtig liegen.

SLM: Was ist das Anliegen, was der Mehrwert von WEAVE?

WEAVE/ Ilona Koglin: Zum Anliegen habe ich im Zusammenhang mit dem Konzept der WEAVE schon einiges gesagt. WEAVE ist nicht nur der Titel des Magazins, sondern auch gleichzeitig unser Ziel: Wir wollen die unterschiedlichen Professionen, die es im Bereich Interaction und Web-Design sowie -Entwicklung gibt, mit einander verweben und vernetzen. Wir wollen natürlich für einen Wissens- und Erfahrungsaustausch sorgen. Und natürlich wollen wir inspirieren und unseren Lesern Lust machen, Neues zu entdecken und auszuprobieren. Trotz aller Professionalität und Ernsthaftigkeit soll dabei der Spaß aber nicht zu kurz kommen. Beispielsweise liefert die Rubrik LIFE auch Artikel, Interviews und Portraits über Menschen und Themen, die unterhalten und/oder einen Blick über den Tellerrand der Branche hinaus bieten.

SLM: Bei der Verfügbarkeit der Informationen online – von der Selektierbarkeit einmal abgesehen – wie kam die Entscheidung, Print als Medium zur Vermittlung zu wählen?

WEAVE/ Ilona Koglin: Zugegeben: Es mag zunächst anachronistisch erscheinen, ausgerechnet bei diesem Themenspektrum mit einem Print-Titel heraus zu kommen – und dann auch noch in 2-monatlichem Erscheinungsrhythmus. Allerdings hat uns allerspätestens das Feedback auf die ersten Ausgaben der WEAVE in unserer Überzeugung bestätigt: Selbst so absolut internet-affine Menschen wie unsere Leser informieren sich gerne auch mal über Gedrucktes. Viele Leser haben uns sogar geschrieben, dass sie schon lange auf so ein Magazin gewartet haben…

Weave4 WEAVE   Magazin im Gespräch

Vielleicht liegt das daran, dass man längere Texte eben doch besser gedruckt liest. Auf jeden Fall glaube ich, dass es gerade die Informationsfülle und auch die Schnelligkeit (Schnelllebigkeit) im Internet ist, die einen bei einem Buch oder einem Magazin aufatmen lässt. Die WEAVE kann aus der Flut von Informationen in Ruhe das heraus filtern, was wirklich wichtig ist. Wir haben die Zeit, Texte und Layouts im Detail und mit Sorgfalt aufzubereiten. Das geht im Web unter dem üblichen Zeitdruck oft verloren.

SLM: Wie würdest du die sinnvolle Verzahnung von Print und Online in der Zukunft beschreiben, gerade im Hinblick auf die Aussage, dass Print sich vom Massenmedium hin zum spezialisierten hochwertigen Nischenmedium entwickeln wird.

WEAVE/ Ilona Koglin: Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie sich Print und Online befruchten können. Das fängt mit ganz banalen Dingen an – etwa, dass man als Redaktion über das Social Web viel enger in Kontakt mit seinen LeserInnen kommen und so natürlich viel konkreter Themen entlang ihrer Bedürfnisse entwickeln kann. Wie ich in der vorigen Frage schon sagte, sehe ich den Vorteil von Print vor allem in der Zeit – in dem Luxus, Zeit zu haben. Das klingt vielleicht paradox, weil die Schnelligkeit des Web eigentlich immer als Vorteil gesehen wird – und genau hier liegt natürlich auch der Vorteil von Online-Medien, den man als Magazin natürlich auch nutzen sollte. Wir haben darauf beispielsweise reagiert, in dem wir konsequent entschieden haben, dass WEAVE keine “News” in dem Sinne mehr beinhaltet. Es gibt eine Chronik, die berichtet, was die letzten Wochen Wesentliches geschah – aber es gibt nicht mehr die Kurzmeldungen, die so tun, als wären sie aktuell – dabei hat man sie schon vor zwei oder drei Wochen im Netz gelesen…

Weave5 WEAVE   Magazin im Gespräch

SLM: Wo sollte beim jeweiligen Kanal der Schwerpunkt liegen?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die Schwerpunkte ergeben sich: Print darf ausführlicher, länger, langsamer, tiefgründiger und irgendwie bedachter sein. Online ist dagegen schnell, interaktiv, multimedial. Beides hat ohne Frage seine Qualitäten.

SLM: Inwiefern hat Editorial Design in den letzten Jahren vom Webdesign gelernt oder gar profitiert? Hast du – vielleicht neben WEAVE – ein gutes Beispiel?

WEAVE/ Ilona Koglin: Aus meiner Sicht haben die Print-Medien die letzten Jahre versucht, den Wettlauf mit den digitalen Medien aufzunehmen. Alles sollte auch im Druck schneller werden – das Beispiel mit den “News” habe ich ja schon angesprochen. Diesen Wettlauf können gedruckte Zeitungen oder Zeitschriften gar nicht gewinnen. Und meinem Eindruck nach besinnen sich auch mehr und mehr Publikationen auf ihre Stärken: Hochwertigen und sorgfältigen Journalismus, gute Gestaltung und auch eine Ausstattung, die die Haptik unterstreicht. Print-Medien müssen viel mehr zu etwas werden, was man aufheben und archivieren möchte. Etwas, was man gerne “hat” – denn Websiten, Tweets, Blog-Einträge, das alles ist flüchtig, schnell und verschwindet.
Selbstverständlich hat Print aber auch von Online gelernt bzw. positive Einflüsse erfahren. Ich denke da vor allem an den Austausch zwischen Redaktion und Lesern. Es ist viel einfacher, deren Wünsche und Ideen aufzunehmen und in Dialog zu treten. Es ist nur die Frage, wie weit sich Redaktionen (d.h. die Menschen in den Redaktionen) öffnen. Das fällt vielen ja noch schwer, aber ich glaube, da liegt viel Potential.

SLM: Das Heft besticht durch Themenbandbreite, modernes Layout und Unterhaltungswert bei gleichzeitiger Tiefe und spannenden Webverweisen – ein Special-Interest-Magazin für das 21. Jahrhundert. Das war aufrichtiges Lob. Nun die Bitte zur Selbstkritik: Was kann WEAVE in Zukunft noch besser machen?

WEAVE/ Ilona Koglin: Wir sind gerade dabei, die dritte Ausgabe zu produzieren. Es ist ganz klar, dass sich WEAVE immer noch entwickelt, dass das Magazin wächst und sich verändert. Das ist wichtig. Wenn es um Print geht, würde ich sagen, dass wir schon auf einem guten Weg sind. Es sind wahrscheinlich eher Kleinigkeiten, die in dem ein oder anderen Artikel mal verbesserungswürdig wären. Themen, die man noch mehr in die Tiefe bearbeiten möchte. Jede Redaktion legt sich wohl mit jeder Ausgabe immer wieder die Latte selbst ein bisschen höher. Was wir 2010 dagegen definitiv noch stärker forcieren wollen, sind unsere Online-Aktivitäten. Wir haben schon einen Vimeo-Channel, in dem es auch WEAVE-Videos zu sehen gibt. Das wollen wir fortführen, aber auch weitere Kanäle des Social Web stärker bespielen.

Weave6 WEAVE   Magazin im Gespräch

SLM: Was ist in den nächsten Ausgaben zu erwarten?

WEAVE/ Ilona Koglin: Die nächste Ausgabe erscheint am 18. Januar. Wie es sich für die erste Ausgabe eines neuen Jahres gehört, haben wir unter anderem Designer, Entwickler, Trendforscher, Science-Fiction-Autoren, Interactive Artists und Online-Journalisten danach gefragt, welche Trends, Wünsche und Vorstellungen sie für 2010 haben. Wir berichten über eine spannende Ausstellung im Zentrum Neue Technologie (ZNT) in München, in der sämtliche Exponate mit einander vernetzt und über berührungssensitive Vitrinengläser steuerbar sind. Wir berichten, was Designer und Entwickler heute schon mit RFID machen können und wo die Chancen und Risiken liegen. Es gibt eine Reihe von Tutorials – unter anderem zu AIR 2.0 und Silverlight 4. Es wird Interview mit dem Interactive Designer Chris O’Shea, der RIA-Agentur The Visionaire Group aus Los Angeles und dem Arduino-Erfinder David Mellis geben. Naja, und noch einiges mehr – zu viel will ich auch nicht verraten ;-D

SLM: Bleibt WEAVE technisch oder wird es auch Redaktionelles zu den sozialen Wechselwirkungen finden, die durch die Webentwicklungen Einzug in unsere Gesellschaft halten? Das ist ja kein ganz unwesentliches Thema für heute und morgen.

WEAVE/ Ilona Koglin: Das machen wir auf jeden Fall. Wie gesagt: Die Rubrik LIFE enthält solche Themen.

SLM: Wo steht WEAVE in 3 Jahren?

WEAVE/ Ilona Koglin:
Drei Jahre sind in der Welt des Internet sehr sehr viel Zeit. Ich denke keiner von uns kann wissen, wie die Medienlandschaft in drei Jahren aussieht: Haben wir dann beispielsweise Holodecks oder AR-Kontaktlinsen? Wer weiß? Von daher würde ich heute auch keine Prognosen aufstellen, wie WEAVE in drei Jahren aussieht. Was ich aber sagen kann ist, dass wir uns auf die spannenden Zeiten freuen. Wir haben jedenfalls viele Ideen und sind voller Tatendrang!

SLM: Danke für das Interview!

WEAVE/ Ilona Koglin: Gerne und vielen Dank, dass ihr an WEAVE gedacht habt!

www.weave.de

Waeve7 WEAVE   Magazin im Gespräch

„There’s a there, there“

Kategorie: Internet | October 14, 2009 | von Miriam Rauh

Das erste Mal von The WELL hörte ich Anfang der 1990er Jahre. In einem deprimierenden Kölner Vorort lag ich auf hässlicher Auslegeware und sah auf einem kleinen grauen Fernseher eine Reportage, während mein Freund und selbsternannter Mentor darauf bestand, dass ich mir alles bis zum Ende ansah und zur Motivationssteigerung versuchte, mich mit in Lake schwimmenden Tiefseekrabben zu füttern.

Ganz davon abgesehen, dass es kaum ein Nahrungsmittel gibt, das mich weniger anspricht, hätte es der versuchten Bestechung nicht bedurft. Ich starrte so gebannt auf den Bildschirm, dass ich beinahe mit dem Fernseher verwachsen wäre. Ich wusste, dass das hier etwas war, was eine Bedeutung hatte. Dass da etwas passierte, was eine Wirkung haben würde. Dass es sich verbreiten würde, wie ein Flächenbrand.

schwarm hoelzl19 „There’s a there, there“

// Foto: Michael Hoelzl©2009VG-Bildkunst-Bonn//”Der Begriff Schwarmverhalten bezeichnet das Verhalten von Fischen, Vögeln, Insekten und anderen Tieren, …”//

1985 stellten ein paar Freaks einen Server in Sausalito, Norkalifornien, auf und gründeten die erste Internetcommunity. Stewart Brand und Larry Brilliant sind die Namen der Gründer, die mit ihrem „The Whole Earth ‘Lectronic Link“ (The WELL) zunächst Schreiber und Leser des Whole Earth Review und zunehmend auch andere Kreative und Interessierte verschiedenster Bereiche miteinander vernetzten. Weiterlesen »

Ruhm reloaded

Kategorie: Internet | October 07, 2009 | von Simone Schoepf

Youtube. Das ist doch der Inbegriff der Web-Verblödung im Drei-Minuten-Takt. Wer besonders viele Klicks erreicht, wird für einen Augenaufschlag lang “berühmt”. Doch warum muss ich das jetzt auch verwerflich finden?

Mosaik mit 1512 der beliebtesten Youtube-Videos. (c)jbum via flickr.com

Mosaik mit 1512 der beliebtesten Youtube-Videos. (c)jbum via flickr.com

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We Weh Yeah

Kategorie: Internet | September 30, 2009 | von Hendrik Spree

Hier in der Gegend jagte in den letzten Tagen eine Veranstaltung die andere, man konnte sie unmöglich alle vollständig mitnehmen: Los ging es am Mittwoch mit der Online Marketing Messe dmexco – zwei Tage lang gaben sich krawattierte Anzüglichträger die Klinke in die Hand und waren ordentlich am Repräsentieren. Am Donnerstag und Freitag fand die start09 in der Duisburger Mercatorhalle statt, diesmal mit dem Schwerpunkt Web 2.0 für den Kulturbetrieb. Ebenfalls am Freitag war da noch der Kölner Co-Working Day als sozusagen rheinische Dependance des atoms & bits Festivals. Damit aber nicht genug: Also am Sonntag nach dem Gang zur Wahlkabine ins Auto gesetzt und zum Barcamp Mönchengladbach gefahren.

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