Review: Absolventen-Modenschau der AMD Berlin

Kategorie: Johanna Rohrer | February 27, 2011 | von

Für alle, die gerade nicht auf der Mailänder Modewoche weilen, gab es gestern in der deutschen Hauptstadt auch ein wenig Laufsteg-Erlebnis: Der Berliner Ableger der Modeschule AMD hatte zur Präsentation der Abschlussarbeiten aus den Bereichen Modedesign, Modejournalismus und Modemanagement in die Villa Elisabeth geladen. Es war die erste öffentliche Modenschau in Berlin – weitere Präsentationen sollen folgen.

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Auf der Empore des charmanten, alten Gebäudes stellte die nächste Generation der Mode-Pros ihre Abschlussarbeiten vor. Die Abhandlungen zu Themen wie „Steigerung der Markenbekanntheit durch Einbeziehung des Kunden als integrierten Partner“ oder schlicht und einfach „Trivilität Modebrache?“ wurden unter Leitung von Elisabeth Busse (Dipl. Ing FH) erarbeitet. Erkundungen in Wort und Bild stellten die angehenden Journalisten vor: Neben einer Fotowand gab es Auszüge der Abschluss-Arbeiten im Magazin-Stil zu sehen (unter Leitung von Olga Blumenhardt). Bei Ines Risis Artikel über Mode und Glaube hätte man gerne weiter geblättert und auch Lisa Strunz’ Text über den Einfluss der wichtigsten Mode-Trendagentur der Branche – WGSN -fing vielversprechend an.

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In der ersten Etage der Villa wurde zur Begutachtung der textilen Kreationen der Nachwuchs-Modedesigner an deni Laufsteg geladen. Zuerst gab es eine Gemeinschaftsshow des dritten Semesters zu sehen: Die im vergangenen Jahr in Berlin gezeigte Ausstellung „Double Sexus“, mit Arbeiten von Hans Bellmer und Louise Bourgeois, stand Pate für die Arbeiten, die das Thema der Geschlechter zwischen Experiment und Eleganz ausloteten. Trotz Kunst und Provokation waren dabei sehr tragbare und aparte Entwürfe zu sehen. Das Ganze ließ sich an wie ein Appetizer für die Abschluss-Show dieser Generation…

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Im Anschluss präsentierten die zwölf Absolventen dieses Jahres ihre Kollektionen (beide Präsentationen unter Leitung von Prof. Dipl. Des. Antje Drinkuth) und die Erste auf dem Laufsteg war am Ende dann auch wirklich „die Erste“: Johanna Rohrer bekam für ihre sehr klaren und interessant geschnittenen Entwürfe zum Thema „Guernica in My Head“ den erstmals ausgelobten „Fresenius Talent Award“ zugesprochen und damit 2000 Euro. Das kann die nunmehr Ex-Studentin für ihre kommenden Arbeiten sicherlich gut gebrauchen.

In Sachen Männermode erkundete Elias Korzendorfer das Thema „Gentry Fear“ und näherte sich dem Thema durch camouflage-artige, aufwendige Batik-Färbungen. Asiatisch angehaucht wirkte Christina Maurers „Gleichzeit“-Kollektion, während ein glitzernder Ganzkörper-Overall von Clara Schicketanz einen glamourösen Schlusspunkt markierte und damit zeigte, dass die Modedesigner Entwürfe für alle Facetten des Lebens machen können. Und von einigen Namen wird man sicherlich noch hören.

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JOHANNA ROHRER "GUERNICA IN MY HEAD"

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CHRISTINA MAURER "GLEICHZEIT"

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MARC BUSCHA "WARRIORS"

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CLARA SCHICKETANZ "SUPERNOVA"