Items Of The Week – Haeuten

Kategorie: Jonas Lindström | October 23, 2011 | von

“Mein Körper ist eine gnadenlose Topie. Und wenn ich nun das Glück hätte, mit ihm wie mit einem Schatten zu leben? Wie mit alltäglichen Dingen, die ich gar nicht mehr wahrnehme, weil das Leben sie hat eintönig werden lassen? Wie mit den Schornsteinen und Dächern, die sich abends vor meinem Fenster aneinander reihen? Aber jeden Morgen dieselbe Erscheinung, dieselbe Verletzung. […] In dieser Haut muss ich dahinvegetieren. Mein Körper ist der Ort, von dem es kein Entrinnen gibt, an den ich verdammt bin.” (Michel Foucault, Der utopische Körper)

Auch wenn die Postmodernisten wie Foucault, Derrida oder Baudrillard das Ich als ein heterogenes Konstrukt von Zitaten beschrieben, entkamen sie doch nicht dem Körper, der Haut, in der sie wohnten. Im gleichnamigen Film vom spanischen Regisseur Pedro Almodóvar will der Schönheitschirurg Robert Ledgard eine künstliche Haut schaffen, die den Menschen vor allen Einflüssen schützt. Gespielt von Antonio Banderas verkörpert Ledgard den Wahnsinn des modernen Schönheitskults. Der große Melodramatiker Almodóvar legt mit Die Haut, in der ich wohne einen Thriller vor, der versucht die Demarkationslinie zwischen Innen und Außen neu zu definieren und zeigt dabei den Menschen in seiner schönen Schaurigkeit, dem Bösen. (02)

Ein weiterer Befund des Postmodernismus war, dass sich Gesellschaften nicht mehr politisch steuern, sondern nur noch ästhetisch ertragen ließen. Das Victoria & Albert Museum in London widmet diesem Ansatz der totalen Distanz zum Gelebten nun die Ausstellung Postmodernism – Style and Subversion 1970-1990. Gezeigt werden das maternity dress für Grace Jones, die Möbelstücke von Ettore Sottsass oder Zeichnungen und Baupläne postmoderner Architektur wie dem AT&T-Gebäude von Philip Johnson. (06)

Im Gegensatz zur Londoner Schau zeigt das Berliner Bode Museum in der Ausstellung Gesichter der Renaissance eine Epoche, in der sich das Ich vom gleichmachenden Ästhetizismus der höfischen Malerei erfolgreich emanzipiert hatte und die Distanz zum Dargestellten eindrucksvoll aufgegeben wurde. Schlängeln sich auch draußen die Menschenmassen, der Eintritt in die geschwärzten Räumlichkeiten lohnt sich, die Gemälde Botticellis, Da Vincis Dame mit Hermelin und beeindruckende Skulpturen lassen alle Stehstunden zwischen kulturmasochistischen Rentnern vergessen. (07) 

haeuten1 Items Of The Week   Haeuten

Die Hauptfigur in Judith Schalanskys Bildungsroman Der Hals der Giraffe wäre dem Rentenalter am liebsten schon näher und ist getrieben von Verbissenheit. Die Biologie-Lehrerin Inge Lohmark unterrichtet am Charles-Darwin-Gymnasium in der Nähe Greifswalds und den ganzen Roman über folgt der Leser ihren ewigen Hasstiraden im Inneren Monolog. Nach Lohmark hat im Überlebenskampf nur der eine Chance, der sich den Verhältnissen anpasst, wie auch sie es getan hat, in der DDR und in der Zeit danach. Und so schreibt Schalansky im Biologie-Jargon einen spröden Roman über die drängende Frage nach der Verantwortung des Einzelnen. (05)

Husk hat nichts zu verlieren. Vinzenz Hölzl und Trey Taylor wollen mit dem Modemagazin neue Kontexte schaffen. Ihre Arbeit beschreiben sie als Neuordnung gelernter Verhaltensweisen und tradierter Geschmäcker. In der zweiten Ausgabe fordern sie mit Editorials von Jonas Lindström, Hanna Putz, Willem Jaspert oder Rosa Rendl zu einem Neusehen zeitgenössischer Modefotografie, analysieren mit Experten wie UDK-Modeprofessor Stephan Schneider oder Xerxes Cook vom I-Pad-Magazin Post die Zukunft der Mode und zollen Raf Simons Tribut in sieben Kapiteln. (08)

Für die Isländerin Sóley Stefánsdóttir scheint der Mensch nur eine weiteres Geschöpf im Kreis der Tiere und Fabelwesen. “And then I took all your birds/ And I ate them by the fire/ And then me and your smashed birds we danced all night/ And in the morning I climbed your tree and flew away.” Ihre Musik streift vorsichtig die Haut, flieht geheimnisvoll ins Nichts. (03)

Mit den neuen Schnürstiefeln von Missoni kann man die Verfolgung aufnehmen (01) und unter der wetterfesten Montur schmiegt sich das Unterkleid von Carine Gilson wie eine zweite Haut (04).

The Final Cut – Smartstyles

Kategorie: Jonas Lindström | February 20, 2011 | von


2001201124501 1024x768 The Final Cut   Smartstyles

Nach vielen Wochen Designer sichten, Locations scouten und darüber brüten, was die perfekte Fusion aus Mode, Technik und einem gemütlichen Ort der Zusammenkunft beider seien könnte, war es vor ein paar Tagen vollbracht: Alle drei  Smartstyles Pop Up Cafés in Berlin, München und Düsseldorf waren erfolgreich zu Ende gegangen und was uns blieb war der Eindruck, dass, wenn viele unterschiedliche Protagonisten gemeinsam Leidenschaft für ein Projekt entwickeln, eine Art kreativer “buzz” entsteht, der flimmert, Spaß macht, neue Ideen entstehen lässt und weit über das hinaus geht was die einzelnen Disziplinen für sich hätten bewirken können. Eben ein Ganzes, das mehr ist als die Summe seiner Teile.

Und so blicken wir zurück auf Mode, die nicht langweilt, sondern grimmig, kompliziert, gefaltet, drapiert, gestrickt gelayert und vor allem mit viel neuem Talent ersonnen ist; Talent, das von den Fashion Patrons so liebevoll und perfekt geborgen wurde; das neue Nokia C7, das, ebenso wie alle Beteiligten, keine Kompromisse zwischen Style und Funktion macht und deswegen in allen Belangen besonders formidabel ausgestattet ist; lachende Models, Make-up Artisten, Besucher und Beteiligte und auf zwei Wochen mit den Fotografen Jonas Lindström und Yves Borgwardt, die weder die Hektik noch die Versuchung des Biers aus der Ruhe bringen konnte und die dabei die Symbiose aus Technik und Mode in die schönsten Bilder bannten.

Francois de La Rochefoucauld sagte einst „die Natur gibt einem Menschen seine Fähigkeiten, und das Glück bringt sie zur Wirkung.” Wir verbeugen uns vor allen, die anlässlich “Smartstyles presented by Nokia” daran beteiligt waren, dem Glück ein wenig nachzuhelfen.

N8 | Body Studies by Jonas Lindström

Kategorie: Jonas Lindström | December 24, 2010 | von

Bild 41 N8 | Body Studies by Jonas Lindström

Im September fanden in Berlin die Nokia N8 Sessions statt und seither pirschen die Kreativsten um Blogger und Ex-VIVAler Nilz Bokelberg, Styleclicker Gunnar Hämmerle, Autor Jan Joswig, Fotograf Daniel Josefsohn oder MTV-Homie Palina mit ihren Smartphones durch die Republik, immer auf der Suche nach Content, den es mit dem N8 zu digitalisieren, kreativ(ieren) und schließlich zu teilen gilt. Bis am Ende alle kreativen Ergüsse der letzten Monate in einem realen “Cre8 Space” vorgestellt werden, begleitet Sounds-Like-Me alle Teilnehmer und präsentiert erste Ergebnisse ihrer N8-Abenteuerei

DSC0008 N8 | Body Studies by Jonas Lindström

Jonas Lindström wurde 1988 geboren bei Kaiserslautern, war nach dem Abitur ein Jahr Assistent bei Modefotograf Joachim Baldauf in Berlin und Hamburg, begann anschließend damit, Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste Berlin zu studieren und ist momentan in der Klasse für experimentelles Grafikdesign von Prof. Fons Hickmann.

Er ist gleichermaßen fotografisch als auch im Bereich Grafik Design tätig und veröffentlichte u.a. in DERZEIT Fashion Week Daily, Style And The Family Tunes, Electronic Beats oder VORN Magazin.
Seine erste Einzelausstellung hatte er in diesem Jahr in der Neonchocolate Gallery und seit 2009 ist er Teil der “Parallel School of Art”.

Video: “Body Studies” by Jonas Lindstroem | shot with Nokia N8

Für sein Konzept “Body Studies” anlässlich der Nokia N8 Sessions setzte Lindström sich, wie auch bei seiner Arbeit immer wieder, mit Körpern / Gesten / Ausdrucksformen auseinander.. Gefilmt wurde mit dem Nokia N8 in einem dunklen Raum vor weißer Wand, in den ein Blitz immer wieder stroboskobartig hinein blitzt. Geschnitten, zusammengefügt und mit Musik unterlegt wurden die Clips schließlich in der Post-Production am Computer.

Bild 52 N8 | Body Studies by Jonas LindströmStill aus “Body Studies” by Jonas Lindstroem | shot with Nokia N8

Items Of The Week – N8 Fast Forward

Kategorie: Jonas Lindström | October 28, 2010 | von

Die Gegenwart beschleunigen, schneller am Ziel sein als der Rest, einen Blick in die Zukunft werfen – der ultimative Reiz der modernen Weltgesellschaft. Die Designer, Fotografen, Schriftsteller und Entwickler unserer, im Berliner Showroom von Jonas Lindström mit dem Nokia N8 fotografierten Items of the Week, drücken mit Vorliebe Fast Forward und katapultieren damit auch Rezipienten und Konsumenten auf die Überholspur. In den N8 Showrooms konnten sich Interessierte und Involvierte von Experten aus den Bereichen Musik, Video, Fotografie und Maps & Apps alle Vorzüge des Geräts in der unmittelbaren Anwendung live erklären lassen. Für die Studioaufnahmen der Items baten wir deshalb den Fotografen Jonas Lindström mit seinem N8 samt 12mp-Kamera und Carl Zeiss Optik die Begehrlichkeiten dieser Woche auf Foto zu bannen und die Shootings für seine N8-Website in HD-Qualität zu filmen. Wie Nathini von Jonas in Szene gesetzt wurde, seht ihr hier.
Peter Lindbergh setzt Maßstäbe. Seine Show “On Street. Photography and Films. 1980-2010″ bespielt momentan das C/O Berlin und wer die Ausstellung mag, sollte den Katalog, der bei Schirmer/Mosel erschien, lieben. Denn seine Modefotografien und Porträts sind wohl überlegte Kompositionen des Moments und sensible Dokumentationen des Zwischenmenschlichen. (07)

fastforward Items Of The Week   N8 Fast Forward

All pictures shot with the Nokia N8

Jeremy Scott überrumpelt organisiert und liebt sein Leben auf der Überholspur so sehr, dass er den Fast Forward-Knopf nicht mehr loszulassen scheint. Seine zitationsreichen Entwürfe für Adidas zeugen von dieser kreativen Hybris und verleihen uns nebenbei noch Flügel. (04) Auch Carin Wester, Rika sowie Leigh und Luca beseelen mit ihren Kreationen den trendlustigen Geist und die Headphones von Nokia flößen den richtigen Sound dazu ein. (03, 05, 06) Jonathan Franzen hat mit “Freiheit” “sämtliche Scheußlichkeiten aus[geleuchtet], die sich im Tunnel der Jahre 2001 bis 2004 zutrugen, und geht dann dazu über, das Licht am Ende zu feiern”, sagt Die Zeit. Jonathan Franzens Erzählerschach setzt die amerikanische Vergangenheit matt und verweist damit auf die Züge der Zukunft. (02) Svenja Specht vom Berliner Label Reality Studio schafft es stets die Balance zu wahren, zwischen kreativem Freigeist und schnöder Verkäuflichkeit. Ihre Entwürfe sind präzise, wohlüberlegt, zeugen von handwerklichem wie gestalterischem Können und exorzieren die Weiblichkeit im Detail. (01) Sabrina Dehoffs Geschäft ist die Detailverliebtheit. Die Royal College Absolventin, die schon bei Guy Laroche und Lanvin assistierte, vereint in ihren Schmuckdesigns verschiedenste Materialien wie Kordeln, Steine und Edelmetalle und ist stets einen bescheidenen Schritt voraus. (08,06,01) Move forward. Fast.

Fotograf > Jonas Lindström using Nokia N8

Produktion > Mareike Nieberding & Claudia Klenke

Model > Nathini

Cre8! – Zweite N8 Session in Berlin

Kategorie: Jonas Lindström | September 16, 2010 | von

16092010219 1024x575 Cre8!   Zweite N8 Session in BerlinNach einem erfolgreichen Auftakt in der letzten Woche, ging der kreative Zukunfts-Denker-Club am heutigen Donnerstag in Berlin unter dem Motto “Cre8!” in die zweite Runde.

Aufgerufen waren in den vergangenen Wochen Alle, die sich dank des neuen Alles-Könner-Highend-Smartphone Nokia N8 zu schöpferischen Ideen rund um Film, Foto, Medien inspiriert fühlten. Aus über 400 Bewerbungen wurde eine zehnköpfige “Task Force” mit den spannendsten Projektideen nach Berlin eingeladen und alle Teilnehmer holen sich heute  in den entspannt-loungigen Hallen des Michelberger Hotels professionelle Unterstützung und letzte Ratschläge, bevor es in den nächsten zwei Monaten an die Umsetzung geht.

16092010152 1024x575 Cre8!   Zweite N8 Session in BerlinFoto > MTV Moderatorin Palina auf virtueller Entdeckungsreisen mit ihrem Metallicgrünen N8 / shot with Nokia N8 Weiterlesen »