Schlampig aber sympathisch – Jamie T. live in Berlin

Kategorie: Konzert | February 25, 2010 | von Alexander Gumz

Als ich Jamie T. 2007 zum ersten Mal live sah war das vor knapp 250 Leuten im Mudd Club. Der Laden war rammelvoll, die Decke so niedrig, dass die Band fast dagegen stieß, und der als Wunderkind gehypte Jamie wirklich wunderbar. Dass er die Low-Fi-Stilmixe seines Debüts „Panic Prevention“ live durch den Punkwolf jagte, war eine schöne Überraschung und machte Spaß. An all dem hat sich im Prinzip wenig geändert. Nur spielt er jetzt im Postbahnhof.

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Nach dem Schiffbruch weiter paddeln – Get Well Soon.

Kategorie: Konzert | January 30, 2010 | von Alexander Gumz

Get Well Soon Nach dem Schiffbruch weiter paddeln   Get Well Soon.

Das Debüt von Get Well Soon alias Konstantin Gropper vor zwei Jahren bewies, das auch in Deutschland Popmusik produziert werden kann, die weder teutonendoof  klingt, noch nach schlechter Kopie von, sagen wir, US-oder Brit-Charts-Pop. Das allein ist ja – leider – schon ein Ereignis. Wenn der Künstler dann erst 23 Jahre jung ist und zu allem Überfluss noch auf der Pop-Akademie in Mannheim studiert hat, dazu quasi alle Instrumente alleine einspielt, ists ganz vorbei. „German Wunderkind“ schreib dann auch gleich der New Musical Express.

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Vienna Boogie – Ja, Panik!

Kategorie: Konzert | December 13, 2009 | von Alexander Gumz

JA, PANIK LIVE IM HAFENKLANG, HAMBURG, 10.12.09

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Wie toll „Ja, Panik“ aus Wien, jetzt Berlin, sind, haben wir ja schon lautstark verkündet. Intro, Spex und Co. sind auch der Meinung.

Nachdem sie bei LAN, einem von mir mit organisiertem Festival für Literatur, im Mai gespielt haben und glatt Jens Friebe, den Headliner des Abends, ein bisschen an die Wand schubsten, hab ich sie in Berlin neulich verpasst und bin ihnen nach Hamburg nachgefahren.

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Ganz weit draußen: The Notwist orchestral

Kategorie: Konzert | December 12, 2009 | von Alexander Gumz

THE NOTWIST UND DAS ANDROMEDA MEGA EXPRESS ORCHESTRA LIVE IN BERLIN, 9.12.09

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Haltet mich für altmodisch, aber ich glaube, The Notwist sind immer noch eine der besten Bands in Deutschland. Vielleicht die einzige von internationalem Format. Also krame ich mein Fan-T-Shirt raus, das schon etwas an Farbe verliert, und mache mich auf den Weg ins Astra.

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Post-Wave-Beach-Boys | Grizzly Bear

Kategorie: Konzert | November 12, 2009 | von Alexander Gumz

GRIZZLY BEAR UND ST. VINCENT IM POSTBAHNHOF, BERLIN, 11.11.2009

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Foto > Alexander Gumz | shot with Nokia Nseries

Spät gekommen, durch den Berliner Nieselregen, und fast St. Vincent verpasst. Mit ihrer One-Woman-Show aus Transistorradio-Gitarre, Sampler, Drumcomputer und mehrstimmigen Gesangsloops klingt sie irgendwie wie eine PJ Harvey, die zwei süße Folk-Girls verschluckt hat. All das macht sie nicht nur technisch hervorragend: singen, Gitarre spielen, Knöpfchen drücken; außerdem ist sie natürlich wunderschön. Und spielt eine herrliche Coverversion von „Dig a Pony“ der Beatles als klirrigen Solo-Blues. Irgendwie hat das Ganze auch mehr Druck und Konsequenz als 2008; da hab ich sie in New York als Opener von The National gehört.

Auch so eine Band, die ich auf Platte besser finde als live. Oder, ums nochmal anders vorwegzunehmen: Grizzy Bear im Postbahnhof war eines der Konzerte, bei denen ich die Vorband besser fand als den Act, wegen dem ich eigentlich da war.

Was nicht heißen soll, dass Grizzly Bear schlechte Musik machen Weiterlesen »

Die Magie der Kalküllosigkeit

Kategorie: Konzert | November 11, 2009 | von Alexander Gumz

LEONARD COHEN AT THE ISLE OF WIGHT: Eine starke Erfindung seiner selbst

COHEN wightcover klein Die Magie der Kalküllosigkeit

Leonard Cohen ist – da verrate ich kein Geheimnis – neben Bob Dylan, Tom Waits, Hank Williams oder Townes van Zandt einer der größten Singer-Songwriter überhaupt. Das hat er nach langer Abwesenheit auf seiner noch andauernden Welttour allen gezeigt, die ihn schon im Zen-Kloster auf Mount Baldy verschwunden glaubten. Trotz zuletzt leider etwas lieblos produzierter Alben.

Wer erleben will wie dieser Mann 1970 mit seinen Songs und Gedichten ein wildgewordenes Open-Air-Festival zähmte, der sollte sich „Leonard Cohen at the Isle of Wight“ zulegen. Auf CD und DVD ist hier zum ersten Mal das ganze legendäre Konzert zugänglich.

Legendär nicht nur, weil Cohen zunächst etwas wacklige, dann aber immer wundervollere, seltsamerweise völlig intime Versionen seiner Songs wie ‘Bird on a Wire’, ‘Suzanne’, ‘So long, Marianne’ oder ‘Famous Blue Raincoat’ spielt. Songs, die zu den besten gehören, die je geschrieben wurden.

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Legendär auch, weil er es war, der, nachts um zwei aus seinem Wohnwagen gezogen, nur eine helle Safari-Jacke über seinem Pyjama warf und 600.000 Leute besänftigte, die seit fünf Tagen in Dreck und Regen saßen, die Veranstalter beschimpften, Musiker wie Kris Kristofferson ausbuhten und beim Jimi Hendrix Gig die Bühne anzündeten. Das mit Abstand größte Pop-Festival Europas war aus dem Ruder gelaufen.

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Dann kommt dieser Mann auf die Bühne: seit Tagen unrasiert, völlig übermüdet, restbetrunken und/oder auf sonstwas druff. 20 Minuten braucht er um seine Gitarre zu stimmen; das sehen wir zum Glück nicht. Wir sehen wie er zum Mikro schlurft, in die Nacht schaut und die Leute bittet, sie mögen ein paar Streichhölzer anzünden, damit er sie sehen kann. Und sie einander.

Das ist auch schon die einzige Geste, die unter Spät-Hippie-Vedacht stehen könnte. Der Rest des Auftritts ist, nachdem Cohen und seine etwas verpennte Begleitband – „The Army“ – sich eingegroovt haben, schnörkellos, unsentimental und zeitlos.

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Über die Frage nachdenkend, warum er in dieser Nacht ausgebuht wurde, Cohen aber nicht, sagt Kristofferson in einem der kurzen Interviews des Films: Cohen sei einfach ein zu guter Performer gewesen. Jemand, der nur kam um seine Kunst zu machen, ohne sich um irgendetwas anderes zu kümmern.

Das beschreibt in seiner scheinbaren Paradoxie, was Cohens Aufritt 1970 so großartig machte, und seine Konzerte seither immer wieder: Ein ‘Performer’ braucht keine Show, keine Choreografie, kein Kalkül. Selbst wenn er sich zwischen den Songs ein paar Sätze zurechtlegt, spricht er sie jedes Mal so, als fielen sie ihm in diesem Moment ein.

Die ganze Magie dieser Kalküllosigkeit, die nur Kunst zeigen will und auf deren Wirkung vertraut, entfaltet erst die Dokumentation von Murray Lerner. Wo man auf der CD vor allem die Fehler hört, die gezogenen Töne, die verschleppten Tempi, entsteht in den Bildern vom ersten Close Up auf Cohens Gesicht an etwas, das man eignentlich nur Aura nennen kann. Wie jemand aus geweiteten Pupillen ins Dunkel starrt, Luft holt und beim ersten Ton die Stirn in Falten legt. Die Augen schließt.

Das hat weniger mit der postmodern so unglaubwürdig gewordenen ‚Authentizität’ zu tun. Cohen ist auf der Bühne vielmehr eine unglaublich starke Erfindung seiner selbst – eben weil er keine Show macht, weil er nicht versucht, Entertainer zu sein, weil er niemanden „Do you feel alright?“ fragt. Weil er einfach nur seine Songs singt, seine Gedichte spricht, love it or leave it. Und genau darum möchte man von niemandem lieber gefragt werden, wie es einem eigentlich gerade geht.

Maxïmo Park im Interview

Kategorie: Konzert | October 26, 2009 | von Julia Christian

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Mainact des Nokia sally*sound 09 Festival am Samstag in der Columbiahalle waren Maxïmo Park und schon beim Backstage-Interview vor ihrem Auftritt hätten wir ahnen können was später geschah. Nur wenige Frontmänner sind so charismatisch, so wirr, so treibend und so “England” wie Paul Smith und das, was er auf der Bühne ad hoc mit seinem Mikrofonständer trieb, trainierte er vorher mit seinem Handy. Weiterlesen »

Ich mach auch was mit Medien

Kategorie: Konzert | October 14, 2009 | von Hendrik Spree

Das muß 2005 gewesen sein. Dachte ich. Tatsächlich war es ein Jahr früher, genauer: am 15.03.2004 – das Internet vergisst selten. Zu dieser Zeit war das Hotel Shanghai der Place to party im Pott. Sehr gutes DJ-Booking, schräges Publikum, trinkfreudige Thekenfrauen – alles getragen von einer buchstäblich ungemeinen Feierwut in den alkoholschwangeren Bäuchen. Aber gerade die Clubkonzerte im Shanghai waren nochmal etwas Besonderes. Die haben den Laden rückblickend in noch besserem Stroboskoplichtgewitter dastehen lassen als unseren zweiten Favoriten damals, die mittlerweile nicht mehr existente Harpune in Düsseldorf. Die Konzerte und die Tatsache, daß im VIP-/Backstage-Bereich keine Waschmaschine, sondern ein Solarium stand. Weiterlesen »

Im Zeichen des XX

Kategorie: Konzert | October 14, 2009 | von goerex

XXbox Im Zeichen des XX

Wer gerade mal um die zwanzig ist,  gerade mal das fünfte Konzert seiner ersten European-Headliner-Tour in Berlin spielt und mit gerade mal den allernötigsten Tönen  das maximalste aus seinen Songopalen herausholt, um damit auch noch die neue und berechtigterweise so zu benennende Gattung Dreampop zum Leben erweckt, der kann nur Mitglied von The XX aus Putney, einem Bezirk in Südwest-London sein. Weiterlesen »

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Romantische Narren

Kategorie: Konzert | August 27, 2009 | von Alexander Gumz

ZWEI ABENDE IN HAMBURG

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Rückkehr von der Nordsee, nochmal über Hamburg. Die einzige Alternative zu Berlin, wenn es in diesem Land um Städte geht, macht wieder Spaß –

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