Berlin, du kannst mich mal kreuzbergweise

Kategorie: Kreuzberg | January 22, 2010 | von Jan Joswig

berlin1 Berlin, du kannst mich mal kreuzbergweise

Nacht für Nacht leuchtet diese Fensterfront über meinen Kreuzberger Hinterhof in meine Phantasie. Was wird dort oben getrieben? Ja, getrieben, in all diesem Anspielungsreichtum muss man das formulieren. Illegaler Spielsalon, Puff, Glühbirnentestlabor? Für eine Drogenfabrik wirkt es nicht steril genug.
Man muss in Berlin nicht einmal seine Wohnung verlassen, hier blühen auch dem vergrabensten Pantoffelhelden die aberwitzigsten Abenteuer. Aus meinem norddeutschen Elternhaus habe ich extra ein Fernglas herausgeschmuggelt, um mir Klarheit zu verschaffen. Aber auch mit dieser Verstärkung sehe ich durch die dunklen Baumumrisse nur dunkle Schatten von links nach rechts schreiten. He, ich stecke doch mitten in einem Thriller von Brian de Palma! Ob der stiernackige Typ mit dem winzigen Chihuahua an der Gucci-Leine, dem ich morgens beim Bäcker begegne, zu dem Rätsel gehört?

berlin2 Berlin, du kannst mich mal kreuzbergweise
(Es wird immer rätselhafter: Die Klingel oben links gehört zu der nachtaktiven Wohnung – nur ein nacktes Loch mit Drahteingeweiden im Messingbrett.)

Das Rätsel stellte sich mir vor Jahren. Längst weiß ich gar nicht mehr, wo ich eigentlich das Fernglas verstaut habe. Es war aber auch sehr schwer und wackelig.
Mensch, ist Berlin spannend. So spannend, dass man selbst ganz ungespannt wird.

What’s in your bag, Dawid Grynasz?

Kategorie: Kreuzberg | November 05, 2009 | von Open your bags

 Whats in your bag, Dawid Grynasz?

Name: Dawid Grynasz

Alter: 28

Beruf: Architekt

Wohnort: Warschau, Polen

Getroffen, wo: In Berlin, beim Herbst-Spaziergang in Kreuzberg 61

Tasche dabei: seit ich die Kamera besitze, aber genau weiß ich das wirklich nicht mehr.

 Whats in your bag, Dawid Grynasz?

Tascheninhalt: Nikon Kamera, Visitenkarten plus Streichhölzer von Mirchi,  meine eigenen Visitenkarten, Ladekabel mit Adapter für meine Nikon, ein Würstchen mit Obstler, Kenzo Parfum, Verpackung von MUJI, Modell von Audi A4, Pinsel für meine Kameralinse von MUJI und Stadtpläne von Berlin.

Ein persönliches Statement: “Wir haben gerade einen Auftrag von MUJI bekommen, und sind gerade dabei beim Spaziergang Inspirationen und Impressionen, mit der Kamara festzuhalten.”

What’s in your bag, Ilker Ugay?

Kategorie: Kreuzberg | October 23, 2009 | von Open your bags

Whats Ilker Portrait 181009 Whats in your bag, Ilker Ugay?

Name: Ilker Ugay

Alter: 27

Beruf: Kreativer

Wohnort: Frankfurt am Main

Getroffen: beim Dreh für Kabel Deutschland, Hau Zwei Theater in Berlin, Kreuzberg

Tasche dabei seit: seit ich in Berlin bin, also Mittwoch

 Whats in your bag, Ilker Ugay?

Tascheninhalt: Apple Laptop, Ladekabel für meine Iphone’s, eine Mouse, Web n’Walk Stick, Videokabel, Digicamera, Akkuladegerät, ein Marker, zwei Iphone’s und ein Astmaspray.

Ein persönliches Statement: “Da ich mir den Rucksack, in letzter Minute von einem Kumpel geliehen habe, sind da paar Sachen die mir nicht gehören, wie das Astmaspray. Keine Sorge, ich hab mich schon vergewissert, dass mein Kumpel noch eins vor Ort hat.”

YOU ARE HERE – and nowhere else

Kategorie: Kreuzberg | September 21, 2009 | von Jana Ahrens

SONNtag YOU ARE HERE   and nowhere else

So fängt der Sonntag gut an. Er tut es nämlich erst mittags und ich sitze vorm Café in der frühherbstlichen Restsonne. Es ist ein erhebendes Gefühl, nichts  geplant zu haben außer ein paar Zeilen am Abend zu schreiben. Dann klingelt das Telefon. Ob ich um vier Uhr am Moritzplatz sein kann. Die unglaubliche Band Dominique würde spielen. Mit dem unglaublichen Richard Davis am Bass. Aha. Also trödele ich von einem Kiez zum nächsten, ohne sonderliche Erwartungshaltung. Es ist ein Momenttag. Und der wird jetzt gekrönt vom besten Ort, an dem man in Kreuzberg den Moment leben kann: Dem Prinzessinengarten.

a garden is a garden is a garden - Photo by Wencke Landsmann

a garden is a garden is a garden - Photo by Wenke Landsmann

Die Brache neben dem Verkehrskreisel am Moritzplatz wurde zu einem urbanen Nutzgarten mit Unkraut-Appeal umgewandelt. Mitten im Dickicht eine kleine Bar und daneben eine Bühne. Und dann Dominique. Die Welt ist plötzlich wie ein Blick durch die Sonnenbrille: Das Grün ist noch grüner, das Licht noch wärmer, die Menschen sind eindeutig netter und es läuft mir ein wohliger schauer über den Rücken.

http://www.dominiquetheband.com/

http://www.dominiquetheband.com/

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Nach dem Konzert lustwandeln meine Peergroup und ich durch die Natur, die hier langsam die ehemals kahle Betonfläche zurückerobert. Überall stehen kleine Schilder: A garden is a garden is a garden. Und mein Favorit: You are here – steht da. Und genau so fühlt sich dieser Sonntag im Prinzessinengarten an. Ich bin hier, sonst nirgendwo. Ich spüre das und ganz kurz ist alles andere egal.

Photo by Wencke Landsmann

Photo by Wenke Landsmann

Das Ende der Oranienstraße. Ein Lamento.

Kategorie: Kreuzberg | September 09, 2009 | von Alexander Gumz

Ich sag es ungern: ich fühl mich in der Oranienstraße nicht mehr wohl. Und das ist für jemanden, der – mit kurzer Prenzlauer-Berg-Unterbrechung um die Jahrtausendwende – seit über 15 Jahren in der Gegend wohnt, schon sowas wie ein Weltuntergang.

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(the Good…)

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A tale of two cities: Wasserlassen

Kategorie: Kreuzberg | August 31, 2009 | von A tale of two cities

Berlin – London. Zwei Freunde, zwei Städte…

In loser Folge entsteht das Kaleidoskop zweier Leben an zwei unterschiedlichen Orten. Gebaute Umwelt, soziale Netzwerke, Eindrücke, Inspirationen – thematisch sind keine Grenzen gesetzt, der Inhalt ist frei und bleibt den beiden Tagebuchfotografen überlassen.
Es werden gemeinsame Leitfäden auftauchen, die auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen: formal, inhaltlich, stilistisch. Auf diese Weise entsteht ein Bilderreigen, a tale of two cities: Berlin – London / London – Berlin.

Samstagabend. 22.00 Uhr. Auf’m Klo.

toilets A tale of two cities: Wasserlassentrans A tale of two cities: Wasserlassen

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