Lighter – Items Of The Week

Kategorie: Marilyn Monroe | June 10, 2011 | von

von Mareike Nieberding

“Da ich mir vornehme, hier das Licht zu behandeln, will ich Sie zuerst darüber unterrichten, dass es einen Unterschied geben kann zwischen der Empfindung, die wir von ihm haben, d.h. die Idee, die sich davon mittels unserer Augen in unserer Einbildung formt, und dem, was in den Gegenständen liegt und in uns diese Empfindung hervorruft, d.h. das, was sich in der Flamme oder der Sonne befindet und Licht heißt.” (René Descartes, 1633)

Was wir empfinden, wenn wir etwas anschauen muss nicht mit dem übereinstimmen, was wir sehen und der Ausdruck unseres tiefsten Gefühls erfährt immer Objektivierung durch das Nadelöhr Sprache.

Dekonstruktivistischen Theorien zum Trotz, die den Autor töten und das Werk zu einem Netz von Zitaten ohne Urheber machen, bringen biographische Bezüge gelegentlich dennoch erhellende wenn nicht gar das eigentliche Werk erhebende Impulse. So auch bei der Malerin Christa Dichgans, die ihrem Ehemann, dem Galeristen Rudolf Springer über vierzig Jahre selbst gestaltete Postkarten zu Weihnachten schickte und damit einerseits ihre “eigentliche” Malerei reflektiert und sich andererseits ein völlig neues Medium inklusive der kreativen Freiheit persönlicher Korrespondenzen erschloss. Ab morgen sind Postkarten wie private Fotografien in der Ausstellung “Postskriptum” in der Galerie für Moderne Fotografie zu sehen (04). Der amerikanische Galerist Brooke Alexander publiziert seit über 40 Jahren Editionen namhafter Künstler wie Ed Ruscha, Bruce Nauman, Raymond Pettibon oder Alex Katz. Ab diesem Donnerstag ist eine Auswahl der von ihm vertretenen Prints und Multiples in der Galerie Helga Maria Klosterfelde in der Potsdamer Straße zu Gast. Ein Galeristen-Experiment, das uns Werke von Donald Judd, Richard Long, Jenny Holzer, Lawrence Weiner und John Baldessari beschert und spannende Positionen zur Entwicklung der amerikanischen Editionsgeschichte verspricht (06).

lighter Lighter   Items Of The Week

Marilyn Monroe stand Zeit ihres Lebens im Licht der Öffentlichkeit. 1959 gewährte sie dem deutschen Fotografen Manfred Linus Kreiner für drei Tage den Spot auf sie zu richten, wenn die Pressetermine zu dem Wilder-Klassiker “Some like it hot” vorbei waren und die Blitzlichter der Anderen ausgeschaltet. Die entstandene Serie “Marilyn backstage” zeigt nun das Zeitmagazin im Café Einstein Unter den Linden (02). Jan Wigger von Spiegel Online empfiehlt das neue Album des “Sohn des Edelmutes” und “führenden Schwermutspianist” Scott Matthew nur im weißen Anzug zu hören, wir gehorchen und schalten zu den sanft schillernden Klängen von Klarinette, Mandoline und Cello den Kopf ab und die Leichtigkeit ein (07). Leicht, licht und erleuchtend sind auch die Entwürfe des Central St. Martins Absolventen Tze Goh (03), die zitronengelben Sonnenbrillen von Illesteva (01), das Schrankparfum von Diptyque, das muffige Shirts und Shorts nach Feige, Moos, Rosen und Geranien duften lässt (05) oder die Nike Pegasus mit frischen roten Akzenten (08). Be light. Nimm´s leichter.

Items Of The Week – Eingeigelt

Kategorie: Marilyn Monroe | September 08, 2010 | von

Hälfte des Lebens -

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne;
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

(Friedrich Hölderlin)

Thieves like us liefern mit ihrem neuen Album „Again and again“ die Musik zum gleißend-klaren Herbstgefühl. Sphärisch, die Balance aus elektronischen und akustischen Elementen wahrend, möchte man dazu wieder und wieder unter die Decke kriechen. (03) Sollte die Mitbewohnerschaft solch sanfter Klang befremden, behelfe man sich den In-Ears „Medis“ von Urbanears. (04) Für die olfaktorische Verführung der Einigelungspartnerin: M/Mink von Byredo – gestaltet von M/M Paris. (06)
Diamonds are a girls best friend: In Form pink-glitzernder Augen dieses herzzerreißenden Igelfreundes von Boucheron, gewinnt dieses Zitat Marilyn Monroes an goldener Stichhaltigkeit. (01)

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Nathan Hylden entlarvt auf Aluminium und Leinwand Ursache und Wirkung, Wahrnehmung und Flüchtigkeit. „Getting There, in Various Order“ – noch bis zum 23. Oktober in der Galerie Johann König. (02) In ästhetischer Analogie zur gezeigten Kunst, die Herbst-Winterkollektion von Y3: schwarz, grau, voluminös, dezidiert. (07)
Für die letzten Sonnenstrahlen unterm Walnussbaum oder die ersten kalten Tage vor luftdurchlässigen Berliner Fenstern – diese Wolldecke in grobem Schachbrett macht der einhüllenden Tradition des Hauses Hermès alle Ehre. (05) Damit die auch Männerfüße warm bleiben, gibt es die Sperry Top-Sider in herbstlichem Tweed. (08) Igelt Euch.

Von: Mareike Nieberding

Remix Art – Kent Rogowski puzzelt

Kategorie: Marilyn Monroe | March 28, 2010 | von

Kent Rogowski ist wohl ein Remix Artist im besten Sinne. Letztes Jahr ist eine seiner Ausstellung - Bears – in der Kölner Galerie in focus zu sehen gewesen. Gezeigt worden sind nicht etwa die Teddies selbst, sondern Portraitphotos von ihnen. Und es handelt sich dabei zwar um Spielzeugwaren von der Stange, nur eben mit einem gewissen Twist. Die Stofftiere sind aufgeschnitten und ihrem kuscheligen Inhalt beraubt worden, dann ist die Hülle umgekrempelt, wieder befüllt und zusammengenäht worden – sozusagen Teddies inside out. Wer die Austellung verpasst hat , kann die Bildbetrachtungen mittlerweile auch in Buchform nachholen. Mr Rogowski hat sich derweil anderen Projekten zugewendet, seine Arbeitsweise ist jedoch dieselbe geblieben: Remix eben.

 Remix Art   Kent Rogowski puzzelt

© Kent Rogowski

Für seinen neuesten Schaffenszyklus namens Love = Love hat er Puzzle im wahrsten Sinne des Wortes zusammengesetzt. Und zwar nicht jedes für sich, sondern  er hat sie bunt, sehr gemischt. Rogowski macht sich dabei den Kniff zunutze, daß die Puzzle von ein und demselben Hersteller unabhängig vom Motiv meistens mit der gleichen Stanzform produziert werden. Auf diese Weise sind ein paar schräge Blumen/Himmel-Kombinationen mit der Farbharmonie eines blinden Geduldsspielefan entstanden.

Der in Brasilien geborene und in New York lebende Künster Vik Muniz, bekannt für den Einsatz unorthodoxer Materialen, benutzt für einen seiner Zyklen ebenfalls Puzzleteile, die er auf so nicht intendierte Weise neu arrangiert und so eine betrachtliche Tiefenwirkung erzeugt. Die Serie trägt den auf eben jenen Knoten anspielenden Titel “The Gordian Puzzles”. (via)

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Marilyn Monroe by Vik Muniz