Items Of The Week – Famous

Kategorie: Missoni | April 01, 2011 | von

von Mareike Nieberding -

“Die neue Wirklichkeit – Fotografie der Moderne aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde” zeigt die Fotografie der 20er und 30er Jahre als Medienexperiment mit entfesselnder Wirkung. Werkgruppen von Germaine Krull, August Sander, Florence Henri, Karl Blossfeldt oder Aenne Biermann – surrealistische Inszenierung, sachliches Formexperiment und Objektstudien – konfrontieren mit den Stilwurzeln der Gegenwart. Die Pinakothek der Moderne ehrt fast vergessene Persönlichkeiten der frühen Fotografie, die das Medium berühmt, begehrlich und bedeutsam machten (06). Die “Fantastic Man” bezeichnet ihn als “den berühmtesten Mann der Welt”: David Beckham. Er ist zurück in England. Fotografiert von Alasdair McLellan auf dem Cover der neuen Ausgabe von “Fantastic Man” vergisst man fast den Prunk und Protz amerikanischer Zeiten (02). Siri Hustvedt und Paul Auster sind das Paar der New Yorker Literaturszene. Hustvedt erzählt in “Sommer ohne Männer” die Geschichte einer pausierenden Ehe, einer Flucht an den Ort ihrer Kindheit und die subtil boshaften und doch herzerwärmenden Beziehungen unter Frauen – delikat autobiographisch (03).

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Fast jedes Kollektionsteil von Missoni wirkt wie ein Mantra auf die Form- und Farbentradition des Hauses und sie machen Spaß, wie diese Espandrilles (01). Stella Tennants Ausdruck ist hart und verschlossen, aber durch Juergen Tellers Linse wirkt sie dennoch entspannt. Sein Blick auf die Welt verändert etwas – macht sie farbig, hell und ironisch. Die neue Céline-Kampagne zeugt davon (04)Stella McCartney wurde mit Pastellfarben berühmt, mit Minimalismus, Zurückhaltung und pointierter Weiblichkeit. Ihre Sommerkollektion spritzt, leuchtet und fordert ein Lächeln heraus, so zitronig, orangig und voller Natur (05). Ebenso klebrig süß sind die neuen Air Max 1 “Honeycomb” in bestechender Farbkombination (08). Es wird Frühling – seid eure eigene Berühmtheit.

Items Of The Week – One by One

Kategorie: Missoni | June 04, 2010 | von

von Mareike Nieberding

Seit gefühlten Dekaden der Abstinenz warf die Sonne heute ihr gleißendes Licht auf das Kopfsteinpflaster der Marienburger und verwandelte Passanten wie Flaneure in blinde Flecken vor blendendem Hintergrund. Erhaben, weil schön und schaurig zugleich lässt sich dieses Gefühl im Song „Milan“ von Matthew Herbert nun bis in die Unendlichkeit reproduzieren. Im zweiten Lied seines neuen Albums „One One“ (07) versetzt Herbert uns ganz ohne kollektives Big Band Geknarze und anscheinend nur mit dem Klang der dahin fliehenden Zeit in sphärische Weiten der Einsamkeit, in denen man sich trotzdem nicht allein fühlen muss. Die Bilder von Ingar Krauss zeugen ebenfalls von solch zeitloser Momenthaftigkeit. Der Berliner Fotograf dokumentierte Hannah, ein Mädchen von der polnischen Grenze, über die Jahre ihrer Adoleszenz und bannte so Stück für Stück ihre Geschichte visuell. Die Serie „Von einem Maedchen“ (06) kann noch bis zum 26.06. in der Galerie für moderne Fotografie beschaut werden.

items onebyone Items Of The Week   One by One

Im Gegensatz dazu funktionieren die Espandrilles von Marc Jacobs (01), die hellblauen Veloursleder Desert Boots von Kris van Assche (05) und die Paarkaraffe für Wasser und Wein von Postfossil (08) nur schwerlich im Alleingang. Bei Missoni kommt ebenfalls eins zum anderen. Scheint doch das Credo des italienischen Familienunternehmens kein anderes zu sein als „mehr ist mehr“. So potenziert sich in der aktuellen Cruise Collection (04) Masche um Masche zu einem organisierten Vielerlei von Farben und Formen. Guy Bourdin hingegen kultivierte in seiner Arbeit als Modefotograf eine Bildsprache formaler Reduktion, die jedoch stets durch die Vielschichtigkeit der Narration die balancierende Kompensation erfuhr. Eine Gratwanderung, die in „In Between“ nun vom Steidl Verlag (03) neu kontextualsiert wird.
Die Suche nach dem rechten Maß sollten wir bei einem Besuch bei
Yoli Yoghurt in der Invalidenstraße (02) vielleicht kurz vergessen können, denn auch wenn die Grundsubstanz von Fett befreit ist, kann man das calciumreiche Häubchen Nichts der Reihe nach mit gustatorischen Lieblichkeiten samt Endorphinversicherung toppen und so die tägliche Glückskurve kontinuierlich in die Höhe treiben. One by one.