Short Shots 2.0: Hien Le, Modedesigner

Kategorie: Mode | November 28, 2011 | von

Was geht – und was gar nicht. Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Hien Le

Er hat die idealen Voraussetzungen, um Karriere, in der Modewelt zu machen: Hien Le. Erstens hat der in Laos geborene und in Berlin ansässige Designer einen einprägsamen Namen und zweitens ein gutes Netzwerk. Bevor er sich im Sommer 2010 mit seinem gleichnamigen Label der Öffentlichkeit präsentierte, hat Hien Le diverse Erfahrungen in der Branche gesammelt, unter anderem bei einem französischen Modemagazin, der belgischen Designerin Veronique Branquinho oder der Berliner Modemesse Ideal. Als dritter Punkt der logischen Schlussfolgerung, warum Hien Les Karriere nichts im Wege stehen sollte wären Zielstrebigkeit, Konsequenz zu nennen sowie sein Talent aparte Mode zwischen Minimalismus und Lässigkeit zu entwerfen zu können. Wo andere Jungdesigner sich in Experimenttieren proben, setzt Le auf Tragbarkeit und Weniger-ist-Mehr vor allem kleine Details: ein schimmernder Stoff, leichte Transparenz, eine betonte Knopfleiste, auffällige Brusttasche oder ein andersfarbiger Tascheneingriff. Alles in allem ist die Mode des Hien Le aber vor allem eine unprätentiöse Mischung aus lässig und elegant – egal, ob es sich um eine zarte, schlichte, graue Seidenbluse handelt (wie in der Herbst/Winter-Kollektion 2011/12) handelt oder ein knallrotes Jackett (wie in seiner Frühjahr/Sommer-Kollektion 2012). Ob der 1979 geborenen Designer genau so entspannt ist, wie seine Mode, kann man nachfolgend erfahren.

 

hien bw 01 818x1024 Short Shots 2.0: Hien Le, Modedesigner

 

NAME Hien Le
JAHRGANG 1979

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?
Laos > Berlin > hoch hinaus.

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?
Hoffentlich mit meiner Mode, weil da steckt auch mein Herzblut drin.

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?
Vertrags- und Preisverhandlungen  vs.  Das Entstehen einer neuen Kollektion von Saison zu Saison..

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?
Mein auf Ebay Kleinanzeigen ersteigertes Fahrrad …

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?
iCal  vs.  Moleskine

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?
haw-lin.com und Jak&Jil  vs.  meinen Freunde und Familie.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?
Luxus ist jetzt das machen zu können, wofür ich jahrelang gearbeitet habe und was jetzt mein Alltag füllt  vs.  gerade wird alles in mein Label investiert.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?
Mein Studio  vs.  Das Zollamt und die Endloswarteschleifen, egal wo!

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?
Meine Familie, meine Freunde, meine Assistenten bereichern meine Welt jeden Tag aufs Neue… vs. Behörden jeglicher Art sorgen fürs Gegenteil.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?
Gemeinschaft baue ich vor allem vor, mitten und unmittelbar nach den Kollektionsfertigungen…danach ziehe ich mich zurück und lasse die Massen alleine ziehen.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Ich beschäftige mich gerade mit Sophies Calle’s „die Schläfer“…und während der Arbeit lausche ich meinen Assistenten.

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?
Gerade nur ein bisschen schöner. Um sie ein bisschen besser zu machen, Bedarf es etwas mehr…wenn Schokolade Sünde ist, dann sündige ich täglich.

DANKE!

HienLe Short Shots 2.0: Hien Le, Modedesigner

HIEN LE HERBST/WINTER 2011/12 // PHOTOS: AMOS FRICKE

hien le 2 Short Shots 2.0: Hien Le, Modedesigner

HIEN LE HERBST/WINTER 2011/12 // PHOTO: AMOS FRICKE

Items Of The Week – Skying

Kategorie: Mode | July 26, 2011 | von

Items Skying Items Of The Week   SkyingDer du von dem Himmel bist,
Alles Leid und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit Erquickung füllest,
Ach, ich bin des Treibens müde!
Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!

(Johann Wolfgang von Goethe)

Der Himmel ist Symbol ewiger Seligkeit. Aber kann man den Himmel auch stehlen? Kann man ihm entgehen? Will man überhaupt hin?

The Horrors scheinen mit ihrer neuen Platte, mal Bowie’isch, mal in Synthie-Pop-Manier die Frage zu stellen, ob der Himmel überhaupt ein anzustrebender Ort ist und loten musikalisch die Möglichkeiten des Anhimmelns aus. (07) André Kertész’ surreal inspirierte Bildpoesie konnte Gefühle in Fotos sichtbar machen. Eine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zeigt neben seinen Schlüsselwerken wie “Schwimmer unter Wasser” oder “Chez Mondrian”, die vorallem durch die formale Bildkomposition bestechen auch frühe Aufnahmen, die während seines Militärdienstes im Ersten Weltkrieg entstanden und Polaroids aus den letzten Jahren in New York (06). Der amerikanische Fotograf Arnold Crane war der Fotograf der Fotografen und er porträtierte neben Kértesz und seiner Türklingel auch all die anderen Großen der amerikanischen und europäischen Fotogeschichte: Man Ray, Ansel Adams, Walker Evans, Brassai, Henri Cartier-Bresson, Edward Steichen und viele mehr. Eine Ausstellung in der Berliner Galerie Camera Work zeigt sein beeindruckendes Werk nun erstmals in Berlin und in Kombination mit Werken der porträtierten Fotografen (02). Das neue Acne Paper widmet sich der Jugend – dem Begehren nach der Jugend als Himmel der Möglichkeiten, als Quell der Perfektion und ewigem Tanz auf dem Vulkan der Vergänglichkeit. Spannende Interviews mit jungen klassischen wie Pop-Musikern, Künstlern und den Tänzern des Moskauer Bolshoi Theaters sowie eine ebenso umfangreiche wie vielfältige Strecke kuratiert von Bruce Weber sorgen für die visuelle wie intellektuelle Ansprache. (03)

skying Items Of The Week   Skying

Das französische Pret-a-Porter Haus Carven hat in ihren Resortkollektion Kleider und Blusen gezeigt, die den Himmel gleich auf Brust und Schultern bringen (04); Christopher Kane wandte sich in seiner Resortkollektion einem anderen Phänomen der Himmelssphäre zu, nämlich dem Regenbogen, den er prominent in Pullover strickte und auf Kleider druckte (05); dieses Collier von Valentino scheint für Himmelsstürmerinnen gemacht (01) und mit den neuen Converse Schuhen scheint man den Himmel gleich unter den Füßen zu spüren – sie sehen außerdem auch wie Wolken aus (08). Go Skying!

Von Mareike Nieberding

Derzeit goes international – 3. Tag: Mailand

Kategorie: Mode | July 09, 2011 | von

Dritter Tag. Die italienische Modestadt Mailand steht auf dem Plan. Wie gewohnt geht es um 7:15 Uhr mit dem Shuttle in die Druckerei. Diesmal fliege von Tegel, anstatt von Schönefeld. Wir kommen pünktlich an der Druckerei an, die Derzeit liegt bereit und mein Flughafen Shuttle steht auch schon da. Pünktlich und eine gute halbe Stunde vor Boardingtime komme ich am Check In an.

Es soll wohl diesmal alles reibungslos ablaufen?

Mein heutiger Flugplan beinhaltet, das ich mit Air France erst nach Paris fliege und dann eine Stunde Zeit habe um den Anschlussflieger nach Mailand zu bekommen. In landete pünktlich 12:00 Uhr in Paris, doch musste der Flieger kostbare 20 Minuten auf eine Parkgenehmigung warten. Und da hatte ich nun das Problem . 12:10Uhr. Mir bleiben noch 35 Minuten, um aus dem Flugzeug zu kommen, raus aus dem Terminal Eins, rein in Terminal Zwei, durch die Sicherheitskontrolle und zum Gate F25. 12:46 Uhr, ich komme am Gate an – er ist geschlossen. Nichts mehr zumachen. Ich gehe zum Air France Schalter und stelle mich in die Warteschlange – offensichtlich hatten mehrere Personen dieses Problem. Ich erklärte der Dame mein Problem und nach ewigem hin und her, Mailand oder Berlin, musste mein Flug umgebucht werden, sodass ich um 15 Uhr wieder nach Berlin zurück flog. Diesmal wartete ich direkt am Gate auf die Abfertigung.

Ärgerlich! In Mailand hätten mich 28 Grad und Sonnenschein erwartet. Stattdessen war ich klimatisierter Flughafen Luft, Kindergeschrei und Wartezeit ausgesetzt.

Nichts desto trotz, ist es aufregend und es wird nie langweilig. Ich bin gespannt was mich morgen erwartet… Auf dem Derzeit- und meinem Plan steht: PARIS!

CIMG4555 1 1024x768 Derzeit goes international   3. Tag: Mailand

Derzeit goes international – 1. Tag: Paris

Kategorie: Mode | July 07, 2011 | von

DERZEIT METROPOLIS2 Derzeit goes international – 1. Tag: Paris

Derzeit, das Daily zur Fashion Week Berlin ist diese Saison auch in den vier Modemetropolen Paris, London, Mailand und New York erhältlich. Und ich bringe die Hefte persönlich dort hin. Heute, am ersten Tag der Berlin Fashion Week ist Paris an der Reihe! Hier ein kleiner Einblick in die Reise…

Paris. 24 Grad, die Sonne scheint. Drei Wetter Taft? Nein, meine Haare werden von dem aufkommenden Wind zerzaust! Es geht mit dem Busshuttle in das Centre de Paris. Auf dem Weg dorthin bekomme ich eine erste kleine Französisch-Lektion vom afroamerikanischen Busfahrer:

“Die Zigarette gehört zum Franzosen wie der Cuba zum Libre.”

Die Stadt ist atemberaubend schön. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus.
Läuft man durch die Gassen, vorbei an prächtigen Alleen und eindrucksvollen, ja fast majestätischen Jugendstilhäusern fallen die französischen Balkone mit ihren Blumenkästen ins Auge. Die Luft riecht nach süßlich holzigen Parfum oder nach Benzin. Der Verkehr in New York ist im Vergleich zu Paris ein Kindergarten. Motorroller schneiden sich den Weg ab, Taxifahrer hupen, auch wenn die Ampel rot ist und zwischendrin die rasanten Fahrradfahrer.

Das Baguette und der Franzose sind wirklich echte Leckerbissen. Die Pariser sehen stets gut gekleidet aus und noch nie habe ich so viele Birkin Bags an den verschiedensten Frauen gesehen. Die Männer tragen elegante eng anliegende Anzüge. In den Cafés wird am schon Nachmittag gekühlter Rosé Wein getrunken und vornehm gespeist.

Dennoch bestätigt sich das Vorurteil, dass Franzosen nur ihre eigene Sprache sprechen. Wenn man selber kein Französisch spricht, muss man sich mit Hand und Fuß verständigen. Das kann teilweise anstrengend werden, denn der Franzose gibt sich meist keine Mühe dich zu verstehen.

Paris ist laut. Paris ist hektisch. Paris ist teuer. Paris macht Spaß.

FINAL2 PARIS1 1024x785 Derzeit goes international – 1. Tag: Paris

Was unbedingt zubeachten ist, ist die Fahrzeit aus dem Center von Paris bis zum Flughafen. Wirklich gute zwei Stunden sind am Morgen, sowie am Abend einzuplanen, wenn nicht sogar länger. Mein Flug ging heute um 20:40Uhr und um 20:35Uhr saß ich noch immer im Bus. Vier Minuten später am Flughafen angekommen, rannte ich den schlecht ausgeschilderten Flughafen Flughafen treppauf, treppauf, zum Check-in. Die sagten mir: „Tut uns leid, wir haben schon geschlossen. Probieren sie es oben am Gate.“ Ich – wieder nach oben. Ich musste mich durchfragen. Sie müssen ans andere Ende, zum Gate 60!“ Völlig verschwitzt und mit Atemnot am Gate 60 angekommen, fragte ich das stationäre Personal, ob sie mich bitte noch rein lassen – sie ließen mich! Dem nicht genug. Das freundliche Boardingpersonal checkte meinen Koffer: “Madame, dieser ist zu groß. Sie müssen dafür extra zahlen!” Ja und Wo? “Am Gate fünf!“ Im ersten Moment dachte ich, sie verarschen mich, aber sie meinten es ernst. Also lief zum Gate fünf und zurück, bis ich dann nach drei Stunden mit Metro und Bus endlich im Flieger nach Berlin sitzen konnte!

Paris J’adore! Aber morgen mehr News aus London…

Show/Off 2011 – Abschluss-Show aus Antwerpen

Kategorie: Mode | June 24, 2011 | von

NIELSPARRAER 01  Show/Off 2011 – Abschluss Show aus Antwerpen

Ganze dreimal wird die jährliche Modenschau der Königichen Hochschule für schöne Künste in Antwerpen aufgeführt – so groß ist der Andrang. Kein Wunder, hat die Institution in der Vergangenheit doch einige berühmte Modedesigner hervorgebracht: Unter dem Namen „Antwerp Six“ wurden einst Dries van Noten, An Demuelemeester, Dirk van Saene, Dirk Bikkembergs, Walther van Beirendonck und Marina Yee bekannt, nachdem sie nach London gereist waren, um dort ihre Abschlusskollektion zu präsentieren. Fünf der Sechs gelang es im Anschluss, ihr eigenes Label erfolgreich zu etablieren. Der Ruf als Talentschmiede der Schule war begründet – und es sollten weitere namhafte Designer folgen: Veronique Branquinho, Raf Simons, Bernhard Willhelm und Haider Ackermann (der allerdings sein Studium nicht an der Schule beendete). Mittlerweile brauchen die Abgänger der Schule nicht mehr nach London reisen – die Welt kommt nach Antwerpen. Auch wenn es nicht jedes Jahr Talent, wie das der Genannten zu entdecken gibt, und der Hype um die Schule seinen Zenith villeicht bereits überschritten hat…

antwerpen II Show/Off 2011 – Abschluss Show aus Antwerpen
2. Jahr Bachelor/Historische Kostüme // by JACK DAVEY: “1594 ‘Captain Thomas Lee’ Marcus Gheeraerts De Jongen – ‘Genuine Picture’”

Dennoch: Jedes Jahr werden aus Tausenden Bewerbern nur einige Dutzend ausgewählt von denen es wiederum nur sehr Wenige bis zum tatsächlichen Abschluss schaffen. Dieses Jahr ganze sieben! Die diesjährige Show fand im Hangar 29 statt, einer riesigen Halle am städtischen Hafen der belgischen 500.000-Einwohner-Stadt. Rund um einen Catwalk mit kreisrundem Ende waren die Stühle für das Publikum aufgebaut und wer ein Sitzplatz ergattern konnte, durfte sich freuen, denn die Show dauerte ganze vier Stunden! Gezeigt wurden die Arbeiten von Studenten aus dem 1. bis 3. Jahr des Bachelor-Studiengangs sowie des 4.Jahrgangs, der Master-Klasse, die ihre Abschluss-Kollektion präsentierten.

antwerpen III Show/Off 2011 – Abschluss Show aus Antwerpen

2. Jahr Bachelor/Historische Kostüme// Links: Audrey Aboucaya: "1795, Jean Louis Sérizat - 'Beauty in Translation'" // Rechts: Niklaus Hodel: "1888 Mike 'King' Kelly – Smiley Rd.".

Wer belgisches Understatement erwartet hatte, lag fehl, denn das Motto schien fast durch weg „Mehr ist mehr“ zu lauten. Walther van Beirendonck – einer der bereits erwähnten legendären „Antwerp Six“ ist mittlerweile Leiter der Modeabteilung der Schule. Er selbst ist bekannt für seinen poppig-bunten Modestil und die Arbeiten seiner Studenten standen dem in nichts nach: Es wurde wild mit Farben und Formen experimentiert.

Antwepen 01 so takayama Show/Off 2011 – Abschluss Show aus Antwerpen

3. Jahr Bachelor/Ethnische Bekleidungsformen // by SO TAKAYAMA: Japan, Soriko - "Ar"

Den Auftakt der Schau machten Formstudien der 48 Erstsemester. Es folgten monochrome Studien historischer Kostüme der nur noch 34 Studenten des zweiten Jahres, die zeigten, was die Mode im Laufe der Geschichte schon an Silhouetten und Ideen schon so hervorgebracht hat: von Kleidern im Empire-Stil bis zu Rokoko-Ensembles oder Baseballoutfits der 1950er Jahre. Es folgen Mini-Kollektionen der nunmehr nur noch 20 Studenten des dritten Semesters zum Thema „ethnische Bekleidungsformen“, die von japanischen Kaisern oder Nomaden inspiriert waren, sich allerdings stark vom direkten Bezug lösten und einen eigenen Stil der Studenten aufzeigten.

antwerpen IV Show/Off 2011 – Abschluss Show aus Antwerpen

4. Jahr/Master // LEONNEKE DERKSEN "FORMOSA"

Den Abschluss machten die sieben Studenten der Master-Klasse mit eigenständigen Kollektionen. Hervorzuheben hierbei waren vor allem die Entwürfe von Yusuke Hotchi und Niels Perraer. Hotchi wartete mit Oversized-Looks für Männer auf, Perraer mit Feminin-Verträumtem für den Mann und hat bereits den ersten Schritt in Richtung Karriere eingeschlagen: Während der letztjährigen Abschlussshow fiel seine Kollektion der künstlerischen Leiterin des belgischen Traditionshauses Delvaux, Veronique Branquinho, auf. Sie wähle Perraer für eine Kooperation mit dem Taschenlabel aus und seine „Bento Box“-Tasche aus der Abschlusskollektion wurde von Delvaux gefertigt. Und die roséfarbene Tasche kommt gut an – bereits am ersten Tag war die limitierte Miniserie bereits ausverkauft! Den Namen  Niels Perraer also gut einprägen, er könnte ein Großer werden …

Antwerpen V Show/Off 2011 – Abschluss Show aus Antwerpen

4.Jahr/Master // YUSUKE HOTCHI "BORDERLESS"

Bild 1: 4. Jahr/Master // Niels Perraer – “Guess Technology Isn’t Ready For Pancake Teleportation”

Short Shots 2.0 – Patrick Mohr, Modedesigner

Kategorie: Mode | March 28, 2011 | von

SHORT SHORTS 2.0
Wir wollen wissen was geht – und was gar nicht. Wo die Heimat ist und wo die Wahlheimat, und welches Standarwerk im Bücherregal steht und welches Gadget den Alltag ausmacht. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Patrick Mohr
.

Im Jahr 2007 schloss er seine Ausbildung an der Modeschule Esmod ab und 2008 gründete er schon sein eigenes Label: Patrick Mohr. Der Modemacher mit Wohnsitz München ist eben von der schnellen Sorte. Das hat zufolge, dass Patrick Mohr anno 2011 quasi schon ein alter Hase im Mode-Business ist – er hat bereits eine Denim-Minikollektion und seine Präsentationen im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin sind bereits fester Bestandteil des Programms – und werden stes mit Spannung erwartet. Warum? Weil er bereits Obdachlose und Bodybuilder auf den Laufsteg schickte oder seinem Models eine künstliche Glatze und angeklebte Bärte verpasste. Auch den Frauen. Das wird medial gerne mit dem Schagwort „Provokation“ betitelt, weil es sich  eben vom gros der Laufsteg-Präsentationen abhebt. Ergo erweckt der Name Patrick Mohr Neugier. Aber abgesehen davon, ist die Mode des Wahl-Münchners durchaus tragbar. Er selbst beschreibt seinen Stil als etwas zwischen Streetwear und Avantgarde und jenseits von Glamour. Grundzutat sind übrigens meist geometrische Formen – und das Dreieck ist des Designers liebste Form. Es taucht überall auf. Was genau dahiner steckt, ist Teil der Mohr’schen Kopfwelt, aber das Sinnieren darüber sollte an dieser Stelle vertagt werden, denn nachfolgend gibt es andere klare Aussagen des eigenwilligen Modemachers…

patrickmohr 2011 Short Shots 2.0   Patrick Mohr, Modedesigner

NAME Patrick Mohr
JAHRGANG 1980

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?

…immer wieder komme ich zurück in meine Wahlheimat: MÜNCHEN

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?

Ich bin Modedesigner und verdiene glücklicherweise damit auch mein Geld.

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/ wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?

Lautes Schmatzen nervt mich, und wenn Menschen große Sprüche klopfen und nichts dahinter steckt.

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?

Ich bin ein Mann, ich mag Autos und ganz besonders Oldtimer – bewegen muss ich mich aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

HARDWARE vs. SOFTWARE:
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?

Google Maps und Wikipedia – außerdem habe ich eine Apple-Sucht.

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?

ashadedviewonfashion.com ist ein Blog den ich täglich besuche – Familie und Freunde versuche ich, so oft wie möglich, zu sehen.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?

Mein großer Traum war und ist es mein Modelabel zu realisieren, alles was habe, stecke ich in die Entwicklung des Labels Patrick Mohr.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?

Ich liebe Sauna und natürlich meinen Arbeitsplatz! Beides ist wie mein 2.Wohnzimmer. Es gibt kaum einen Ort, an dem ich mich unwohl fühle – komme aber immer wieder gerne zurück.

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?

Mein Familie, meine Freunde und meine Mitarbeiter im Atelier bereichern meine Welt. Langweiler,
Vielquatscher und Sprücheklopfer rauben mir meine Energie.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann braust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?

Wenn ich entwerfe und kreativ bin, muss ich alleine sein – sobald ich Ergebnisse habe, brauche ich allerdings Gesellschaft, Rat und Kritik.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?

„Der Träumende Delfin“. Die Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart sind wirklich schön und entspannend, ich höre sie gerne, um vom Alltag abschalten zu können.

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?

Ich mache die Welt nicht besser, aber für mein Empfinden ein wenig schöner.

DANKE!

FW11 PatrickMohr 258 1 Short Shots 2.0   Patrick Mohr, ModedesignerPATRICK MOHR BERLIN FASHION WEEK SHOW H/W 11/12

Short Shots 2.0 – Kai von Rabenau, Fotograf / Herausgeber

Kategorie: Mode | March 22, 2011 | von

Wir wollen wissen, was gar nicht geht – und, was Kopf und Körper wirklich bewegt. Welche App immer eine Lösung parat hat und welches Standardwerk im Bücherregal steht. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Kai von Rabenau.

In erster Linie ist er Fotograf uns setzt Menschen zwischen Musik- Kunst- und Modewelt ins rechte Licht. Dabei verzichtet Kai von Rabenau auf Schnickschnack, sondern setzt auf das Wesentliche in den Fokus: die zu fotografierende Person. Seinen klaren Stil stellt der Wahl-Berliner regelmäßig in den Dienst von Zeitungen wie Die Zeit und Magazinen wie Brand Eins oder The Wire. Und natürlich mono.kultur, das nur nebenbei erwähnt Kai von Rabenaus eigene Zeitschrift ist. Die Affinität zur Drucksachen kommt übrigens nicht von irgendwo – immerhin hat er „Graphic Design“ am Central St. Martins College of Art and Design studiert und dann einen Master in „Visual Communication“ am renommierten Royal College of Art in London hinterher geschoben. Sein Magazin im DIN A5-Format ist, wie der Name schon verrät, stets einem Thema oder besser einer Person gewidmet. In der Vergangenheit waren das so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Frank Leder, Tilda Swinton oder Sissel Tolaas. Die neueste Ausgabe ist dem Musikproduzenten Manfred Eicher gewidmet und soeben erschienen. Aber das heißt nicht, dass es Zeit zum Ausruhen für den 37-jährigen gäbe, denn ein Modelabel betreibt er schließlich auch noch. Das nennt sich passend zum restlichen Oeuvre mono.gramm und kommt mit Kleidungstücken daher, die prädestiniert für das Leben unterwegs sind, weil man sie bestens kombinieren und wahlweise up- oder downdressen kann. Für Sounds Like Me hat Kai von Rabenau trotz vielfältiger Projekte Zeit gefunden und seine Vorlieben und Abneigungen in den Short Shots 2.0-Fragebogen eingetragen.

NAME Kai von Rabenau
JAHRGANG 1973

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?

Ich komme aus Regensburg im schönen Bayern, wohne jetzt seit zehn Jahren in Berlin und will derzeit eigentlich nirgendwo hin – ich liebe Berlin und bin sowieso so viel unterwegs, dass ich ganz froh bin, hier eine Heimat zu haben.

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?

Meine Butter verdiene ich mit der Fotografie und mein Herzblut steckt ebenfalls in der Fotografie – ebenso sehr wie in unserem kleinen und feinen Magazin mono.kultur und unserem Womenswear Label mono.gramm.

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?

Mich langweilen Menschen, die keine eigene Meinung haben, die immer nur irgendwelchen Trends oder großen Namen hinterherlaufen und nicht den Mut zu etwas Neuem haben. Um so mehr freue ich mich über jeden und alles, was anders, eigen und eigenständig ist, neue Persönlichkeiten, Ideen und Gedanken, an denen man sich reiben kann.

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?

Mein aktuelles Objekt der Begierde wäre die Zeit zu haben, für mehrere Wochen auf Reisen gehen zu können, wie ich das früher immer gemacht habe – alles abschalten und nur mit einem Koffer aufzubrechen. Denn das bewegt mich wirklich: Menschen, Erfahrungen, Leben.

HARDWARE vs. SOFTWARE:
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?

Unentbehrlich sind Kamera und Computer. Sie ermöglichen, was mein Gehirn sich ausgedacht hat – diese unschlagbarste aller Software.

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?

Täglich besuche ich unseren hauseigenen mono.blog, aber tatsächlich besuche ich lieber das Leben.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?

So viele kleine Dinge: morgens einen Kaffee im Bett zu trinken, mit dem Fahrrad durch Berlin zu fahren, Freunde und Freundin, ein gelungenes Foto, die kleinen Überraschungen des Alltags. Ich spare eigentlich auf gar nichts – Geld ist da, um ausgegeben zu werden … Luxus ist für mich vor allem Zeit – wenn ich also sparen würde, dann für eine Reise oder um mir eine Auszeit zu gönnen, in der man sich voll und ganz auf seine eigene Arbeit konzentrieren kann.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?

Mein zweites Wohnzimmer ist Berlin, vielleicht mit Ausnahme von Mitte, denn das geht wirklich fast gar nicht mehr.

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?

Berlin und Berlin.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?

Ach, das ist immer so eine Stimmungsfrage: oft und gerne gesellig, hin und wieder auch gerne alleine. Beides ist wunderbar.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?

Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?
Kürzlich gelesen: McSweeney’s, David Foster Wallace, mono.kultur. Immer geht: Krieg und Frieden, Stiller,
mono.kultur.
Kürzlich gehört: James Blake, Radiohead, Gonjasufi, Interpol. Immer geht: My Bloody Valentine, Miles Davis, Nine Inch Nails, Arvo Pärt.


GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?

Kuchen und Kuchen. Ich liebe Kuchen.

DANKE!


26 ecm cover Short Shots 2.0   Kai von Rabenau, Fotograf / Herausgeber

mono.gramm aw 2011 Short Shots 2.0   Kai von Rabenau, Fotograf / Herausgeber

Fashionation: Den Berlinern neue Kleider

Kategorie: Mode | March 11, 2011 | von

Das Wort „Nation“ wird im üblichen Sprachgebrauch meistens im Sinn von „Volk“ verwendet. Es kann aber auch für einfach eine „größere Gruppe oder Kollektive von Menschen, die über kulturelle Merkmale (…) zu einer Einheit zusammengefasst werden“ (sagt Wikipedia) verwendet werden. Der Begriff „Fashionation“ macht also durchaus Sinn – die „Modenation“ wäre demzufolge eine Gruppe von Menschen, die sich ausgiebig damit beschäftigt, was gerade „Mode“ ist und wo man diese bekommt. Letzteres kann eine nervenaufreibende und langwierige Angelegenheit sein.

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Für alle Berliner, die sich als Mitglied der „Fashionation“ fühlen, sei an dieser Stelle aber gesagt: Es gibt eine neue Anlaufstelle zur Aufstockung der Garderobe, in der deutschen Hauptstadt. Letzte Woche, hieß es nach Ladenschluss Landesöffnung: Das Modehaus Peek & Cloppenburg hatte in die Filiale in der Tauentzienstrasse geladen, um mit ausgewählten Stammesmitgliedern einen Initialisierungsdrink zu nehmen und zu rythmischen Klängen Tänze zu vollführen. Mit Letzterem war es trotz (oder wegen?) einer Performance von Something à la Mode allerdings nicht weit her. Hier und da war ein Wippen zu verzeichnen, aber im Großen und Ganzen hielt sich das temporär zusammengekommene Volk aus Journalisten, Stylisten und Mode-Pros lieber an Champagnergläsern fest und begutachtete, was es letzte Woche nur zum Anschauen und Anfassen gab, inzwischen aber auch zum Kaufen gibt: Kleidung, Accessoires, Schuhe.

fashionation slm nt 02 Fashionation: Den Berlinern neue Kleider

Ab sofort darf die Tauentzienstrasse 19 mit den Tags Givenchy (z.B.: Leopardenhemden), Surface to Air (z.B.: Elvis-T-Shirt), Denham Jeans, See By Chloé oder Paul Smith (Schuhe), Adidas Originals by Jeremy Scott abgespeichert werden. Und wo wir gerade beim Namedropping sind: Promiente waren auch zum Opening des „World Class Departmentstore“ gekommen, wie P&C seine neue Abteilung im zweiten Stock nennt: Models Franziska Knuppe und Luca Gajdus mussten Dauerposieren und auch Schauspielerin Jessica Schwarz war zu sehen. Und – das passt – Clemens Schick, natürlich.

Summasumarum lässt sich  sagen: Es ist merkwürdig-bis-unmöglich zwischen Kleiderstangen in Partystimmung zu verfallen, aber es kann nie schaden, in Berlin eine weitere Anlaufstelle zu wissen, an der man sich für “von schick bis lässig” einkleiden kann. Und: Die „Fashionation“ ist ein äußert liberaler Stamm: Jeder darf vorbeikommen und sich als Teil des Ganzen fühlen, einen Pass braucht man auch nicht. Nur leider gilt auch dort: Cash und Karte sind die Landeswährung…

Bewegtbilder von der Eröffnung, Interviews mit Geladenen, Palina hinter dem Mischpult und noch mehr Eindrücke aus dem Landesinneren findet man hier.

fashionation slm 12 Fashionation: Den Berlinern neue Kleider

fashionatioan nt slm 01 Fashionation: Den Berlinern neue Kleider

FOTOS: © NINA TRIPPELfashionation nt slm 03 Fashionation: Den Berlinern neue Kleider

Dem Kontrollör ist nichts zu schwör: Jan Joswig + Musikexpress

Kategorie: Mode | March 01, 2011 | von

jan joswig1 Dem Kontrollör ist nichts zu schwör: Jan Joswig + Musikexpress

Hier bei „Nackt im Wind“ schreibe ich streng nach akademischen Standards (zu denen man sich gar nicht nachdrücklich genug bekennen kann) ein tiefenphilosophisches Mosaik zur Mode zusammen. Aber auf der Website des Musikexpress geht es unter Jan Joswig kontrolliert Ihren Style! ab sofort in die Schlammschlacht. Weiterlesen »

Review: Absolventen-Modenschau der AMD Berlin

Kategorie: Mode | February 27, 2011 | von

Für alle, die gerade nicht auf der Mailänder Modewoche weilen, gab es gestern in der deutschen Hauptstadt auch ein wenig Laufsteg-Erlebnis: Der Berliner Ableger der Modeschule AMD hatte zur Präsentation der Abschlussarbeiten aus den Bereichen Modedesign, Modejournalismus und Modemanagement in die Villa Elisabeth geladen. Es war die erste öffentliche Modenschau in Berlin – weitere Präsentationen sollen folgen.

amd schilder nt Review: Absolventen Modenschau der AMD Berlin

Auf der Empore des charmanten, alten Gebäudes stellte die nächste Generation der Mode-Pros ihre Abschlussarbeiten vor. Die Abhandlungen zu Themen wie „Steigerung der Markenbekanntheit durch Einbeziehung des Kunden als integrierten Partner“ oder schlicht und einfach „Trivilität Modebrache?“ wurden unter Leitung von Elisabeth Busse (Dipl. Ing FH) erarbeitet. Erkundungen in Wort und Bild stellten die angehenden Journalisten vor: Neben einer Fotowand gab es Auszüge der Abschluss-Arbeiten im Magazin-Stil zu sehen (unter Leitung von Olga Blumenhardt). Bei Ines Risis Artikel über Mode und Glaube hätte man gerne weiter geblättert und auch Lisa Strunz’ Text über den Einfluss der wichtigsten Mode-Trendagentur der Branche – WGSN -fing vielversprechend an.

amd mag fotowand Review: Absolventen Modenschau der AMD Berlin
In der ersten Etage der Villa wurde zur Begutachtung der textilen Kreationen der Nachwuchs-Modedesigner an deni Laufsteg geladen. Zuerst gab es eine Gemeinschaftsshow des dritten Semesters zu sehen: Die im vergangenen Jahr in Berlin gezeigte Ausstellung „Double Sexus“, mit Arbeiten von Hans Bellmer und Louise Bourgeois, stand Pate für die Arbeiten, die das Thema der Geschlechter zwischen Experiment und Eleganz ausloteten. Trotz Kunst und Provokation waren dabei sehr tragbare und aparte Entwürfe zu sehen. Das Ganze ließ sich an wie ein Appetizer für die Abschluss-Show dieser Generation…

amd doublesexus nt Review: Absolventen Modenschau der AMD Berlin

Im Anschluss präsentierten die zwölf Absolventen dieses Jahres ihre Kollektionen (beide Präsentationen unter Leitung von Prof. Dipl. Des. Antje Drinkuth) und die Erste auf dem Laufsteg war am Ende dann auch wirklich „die Erste“: Johanna Rohrer bekam für ihre sehr klaren und interessant geschnittenen Entwürfe zum Thema „Guernica in My Head“ den erstmals ausgelobten „Fresenius Talent Award“ zugesprochen und damit 2000 Euro. Das kann die nunmehr Ex-Studentin für ihre kommenden Arbeiten sicherlich gut gebrauchen.

In Sachen Männermode erkundete Elias Korzendorfer das Thema „Gentry Fear“ und näherte sich dem Thema durch camouflage-artige, aufwendige Batik-Färbungen. Asiatisch angehaucht wirkte Christina Maurers „Gleichzeit“-Kollektion, während ein glitzernder Ganzkörper-Overall von Clara Schicketanz einen glamourösen Schlusspunkt markierte und damit zeigte, dass die Modedesigner Entwürfe für alle Facetten des Lebens machen können. Und von einigen Namen wird man sicherlich noch hören.

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JOHANNA ROHRER "GUERNICA IN MY HEAD"

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CHRISTINA MAURER "GLEICHZEIT"

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MARC BUSCHA "WARRIORS"

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CLARA SCHICKETANZ "SUPERNOVA"