Hasta La Vasta III | Im Studio mit dem Lumia 800

Kategorie: Musik | March 15, 2012 | von

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Nadine Vasta steckt mitten in den Aufnahmen zu ihrem ersten Album. Damit der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, hat sie ihr Lumia 800 immer griffbereit. Wenn die Muse Wasta küsst, wird die Idee sofort mit der passenden App gespeichert.

Deswegen freuen wir uns auf wunderbare Songs, ganz bald zum Anhören und Mitwippen… „This is love, this is love, this is love…“

Short Shots 2.0 – Nicola Rost, Musikerin

Kategorie: Musik | August 29, 2011 | von

Wir wollen wissen was geht – und was nicht. Welches Standardwerk im Bücherregal steht und was das Gadget der Stunde ist. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Nicola Rost.

Früher war sie angeblich schüchtern, aber davon kann man mittlerweile nicht mehr viel merken – zumindest wenn Nicola Rost auf der Bühne steht. Die Musikerin und Frontfrau der Berliner Band Laing gibt alles und wirkt dabei ziemlich selbstbewusst. Und das zahlt sich aus: Mit dem im April veröffentlichten, ersten Album und den beiden Single-Auskopplungen „Morgens immer müde“ und „Sehnsucht“ kam für Laing der Erfolg auch über Berlins Stadtgrenzen hinaus. Zusammen mit den drei anderen Bandmitgliedern (Susanne, Johanna und Marisa), die sich übrigens weder durch Casting noch Plattenfirma zusammengefunden haben, sondern schlicht durch Bekanntschaften und langjährige Freundschaft, macht Nicola Rost elektronisch-poppige Musik mit deutschen Texten, die Ohrwurmpotential hat. Mutig ist dabei übrigens auch die Wahl der Songs, die als Coverversionen auf der Platte zu finden sind – etwa „Alles nur geklaut“ von den Prinzen. Wer wissen will, wie die Laing’sche Version davon klingt, der muss in die Platte namens „030/57707886“ reinhören. Und, ja – die Nummer kann man anrufen … Die nachfolgenden Antworten geben übrigens keinen Hinweis dazu, warum Nicola Rost „morgens immer müde“ ist, aber abends wach wird, enthüllen im Gegenzug aber so manch anderen Fakt: Etwa dass sie momentan gerne George Michaels Schmusesongs hört und Karl Lagerfeld zitieren kann, aber lest selbst …

Für alle, die nach der Lektüre statt Buchstaben auf dem Bildschrim nach live vorgetragenen, akustischen Äußerungen der der 26-jährigen lechzen – es gibt es demnächst einige Konzerte von Laing: Am 2. September spielen sie beim Bremer Viertelfest, am 8. und 10. September (radioeins Nacht, C-Club, Crystal / Spreepiratenfestival) sind sie in Berlin zu sehen sowie am 23. September in Hamburg beim Reeperbahnfestival.

 

 

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NAME Nicola Rost
JAHRGANG 1984

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?
von hinten / durch die Brust ins Ohr

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?
Meine Band Laing. Aber viel mehr als Butter landet da auch nicht auf dem Brot!

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?
Gebrauchsanweisungen / Lampenfieber

HABEN vs. SEIN:
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?
Ein Motorrad/ Mein Fahrrad

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?
Spülmaschine / Taschenrechner

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?
Laings Audioauftritt! Unter 030/ 57707886 präsentieren wir die erste Telefon-Bandhotline der Welt. Und eine muss da ja immer die Anrufe entgegen nehmen! / meinem Opa

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?
Songs schreiben / gute Ideen fürs nächste Laing-Album

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?
meine Küche / generell: Wartezimmer

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?
Internet / Internet

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?
Bei Konzerten / danach.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Ich hab gerade das Krebstagebuch von Schlingensief gelesen, jetzt lese ich „Ruhm“ von Daniel Kehlmann. Dazu höre ich momentan eine CD mit 80er Jahre Schmusesongs von George Michael und außerdem feier’ ich das Fake-Album von K.I.Z.
Klassiker sind die Gedichte von Leuten wie Erich Kästner und Kurt Tucholsky (& Schwitters!).
Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?  
„macht doch bitte mit, so macht doch bitte mit“ (1000 Robota) / „Produziere nie Schlechtes, denn es könnte sich gut verkaufen“ (Karl Lagerfeld)

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?
Ich trenne Müll / Ich hab’ mir nach der letzten Produktion ganz lange Plastiknägel in so einem „Nail-Studio“ machen lassen. War mir gleich danach nicht mehr geheuer, aber dann gingen sie nicht mehr ab.

DANKE!

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Short Shots 2.0 – Daniel Malling Beck, Musiker

Kategorie: Musik | August 24, 2011 | von

Wir wollen wissen was geht – und was gar nicht. Welche App immer eine Lösung parat hat und welches Standarwerk im Bücherregal steht. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Daniel Malling Beck, Mitglied der Band Mimas

 

Bild 48 Short Shots 2.0 – Daniel Malling Beck, Musiker

MIMAS: Daniel Malling Beck (Gitarre, Gesang, Glockenspiel), Gert Hoberg Jørgensen (Bass, Gesang), and Lasse Dahl (Schlagzeug, Gesang), Snævar Njáll Albertsson (Gesang, Gitarre, Trompete)

 

Foto 77 Short Shots 2.0 – Daniel Malling Beck, Musiker

Humor haben die Bandmitglieder von Mimas, so viel steht fest. Das sieht man nicht nur am Bandfoto. Unter dem Menüpunkt „Biography“ darf man auf der Website der Gruppe erfahren, dass diese einst einen Van namens „Satan” besass, den eines schönen Tages in der Nähe der spanischen Stadt Burgos das Zeitliche segnete. Kurz danach starb Michael Jackson führt die Band fort. Die Deutung dieser vermeintlich im Zusammenhang stehenden Ereignisse überlässt die Band allerdings dem Leser. Nicht so die des Selbstvergleiches der Band mit einem haarigen Kätzchen – hier wird der Zusammenhang genau erklärt: Die Band sei immer für ein kleines Gerangel zu haben und zugleich ein wenig faul – ergo genau wie eine junge Katze. Wer jetzt denkt, Mimas machen Blödelrock oder Schmusemusik, sollte schnell in das Album „Lifejackets“ der vier Dänen reinhören und sich eines Besseren belehren lassen, denn: das Quartett aus dem Norden ist in Sachen Krachmachen schon ziemlich erwachsen. Die Hilfsmittel dazu sind vor allem Gitarren, aber auch Trompetenklänge kann man in den melodiösen bis rockigen Songs ausmachen, aber warum in Worten beschreiben, was man mit eigenen Ohren hören kann? Eben. Am Ende des Posts gibt es zwei Mimas-Videos für einen kleinen Vorgeschmack und wer sich das Ganze lieber live geben will: Im September und Oktober ist die Band auf großer Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Auftakt ist ein Gig in Magdeburg am 16. September und am 10. und 11. Oktober schauen die Jungs dann auch in Berlin und Potsdam vorbei. Bis dahin kann man entweder über die Songtexte der Dänen sinnieren oder nachfolgend lesen, was Gitarrist und Sänger der Truppe, Daniel Malling Beck, zu sagen hat, und der weiß mit ernsthaft-tiefgründigen Antworten zu überraschen. OK, die letzte Antwort ist mit Augenzwinkern zu betrachten, aber lest selbst…

NAME Daniel
JAHRGANG 1981

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?
Ich bin aus der schönen Stadt namens Aarhus. Das ist die zweigrößste Stadt Dänemarks, in der ungefähr 300.000 Menschen wohnen.
Gerade bin ich auf dem Weg zu meinem Appartment, aber bald auch mit meinen Freunden von Mimas auf dem Weg nach Deutschland.

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?
Momentan studiere ich um Sozialpädagoge zu werden und mache gerade ein Praktikum, bei dem ich mit geistig und körperlich behinderten Menschen arbeite. Ein toller Job.
Meine Leidenschaft ist augenscheinlich die Musik. In der Lage zu sein, mit den besten Freunden in einen Bus steigen zu können, um andere Städte und Orte zu besuchen können, das zu machen, was ich liebe und zum anderen Menschen zu haben, die das lieben, was ich tue, ist unglaublich und ein Gefühl, das sich mit kleinem Anderen vergleichen lässt.
BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?
Ich finde ich wird immer langweiliger fern zu sehen. Der Fokus liegt nur noch auf den negativen Aspekten unsere Welt. Mord und Gewalt überall. Skandale in Politik und die ganzen Reality Soap Start, die ihre 15 Minuten Ruhm suchen. GÄHN.
Adrenaline ist eine tolle Sache – neben dem Deftones Album bedeutet das Wort „Adrenaline“ für mich mit meinen Freunden auf der Bühne zu sei. Ein fantastisches Gefühle. Das Album ist auch fantastisch.

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?
Ich habe seit einiger Zeit einen neuen Fender Telecaster  im Auge, aber Geld und Musik geht in der Regel nicht so gut zusammen, von daher muss ich wohl noch ein wenig daruf warten. Zwei ein wenig realistischere Investitionen wären die neuen Albem der Beastie Boys und Death Cab For Cutie.
Was meine Seele berührt, sind Menschen, die aufrichtig nett sind. Die einander gut behandeln. Über die anderen nachdenken. Menschen, die sich wie Menschen benehmen und nicht nur damit beschäftigt sind, cool rüberzukommen und anderen zu beeindrucken. Leute, die dich auf Facebook added und dich nicht grüßen, wenn Du sie triffst. Was soll das?

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?
Ich liebe mein iPhone. Es ist mein erstes Smartphone und ich blicke nicht zurück. Es ist fantastisch immer Zugang zum Internet zu haben. Vor allem, wenn man auf Tour ist und die Logistik einen in den Wahnsinn treibt.
Es gibt so viele hilfreiche Apps: „8mm“, ein Aufnahmetool für Oldschool-Videos. „Guitar Tuner“ – aus selbsterklärendem Grund. Und natürlich Facebook um bescheuerte Updates zu machen und Bilder während der Tour hochzuladen.

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?
Ich denke Gmail und Facebook sind die wahrscheinlich am häufigsten besuchten. Und zahlreiche Fußball-Seiten.
So vielen Menschen und Orten da draußen. Wenn es einen Nachteil gibt, in einer Band zu sein, dann ist es schätzungsweise der, dass man manche Leute nicht so oft zu Gesicht bekommt, wie  man gerne würde, aber das ist eben immer eine Frage der Prioritäten. Aber wenn ich Zeit habe, dann verbringe ich gerne Zeit mit meinen fantastischen Freunden.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?
Ich weiß, es klingt hippie-esque, aber für mich ist es wichtig mich mit positiven Menschen zu umgeben. Zum Glück sind die Mimas-Jungs so, was es einfach mit ihnen rumzuhängen. Ich bin ziemlich relaxed und nehme mich selbst nicht zu ernst und mag Menschen, die in der Lage sind über sich selbst zu lachen.
Wieder diese verdammte Gitarre.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?
Der Proberaum. Dort gehen wir hin, um kreativ zu sein und Spaß zu haben. Er ist unsere kleine Welt, in der es keine Regeln und Limits gibt.
Ich glaube nicht, dass es viele Orte gibt, die ich vermeide, aber ich würde sagen, ich bin nicht scharf drauf, ins Krankenhaus zu kommen.  

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?
In erster Linie meine besten Freunde, meine Freundin und meine Familie.
Ich würde nicht gerade sagen, dass ich ein Fan der momentanen dänischen Regierung bin.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB:
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?
Coldplay vs U2. Ich mag Coldplay und Lasse, unser Drummer und ich haben sie in Dänemark gesehen und es war eine große Party mit 30.000 Menschen. Eine wirklich gute Show.
Den Hype um U2 verstehe ich hingegen nicht. Die haben sicherlich ein paar gute Songs geschrieben, aber für mich sind sie nicht die größte Rockband der Welt.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?
Momentan vor allem Schulbücher. Und kürzlich haben ich den ersten Teil der New York Trilogie von Paul Auster gelesen, der unglaublich ist – daher freue ich mich schon den Rest zu lesen, wenn ich wieder Zeit habe. In Sachen Klassiker würde ich sagen, dass der „Fänger im Roggen“ fantastisch ist. Ebenso wie „Der alte Mann und das Meer“ (Hemingway).

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?
Ich versuche zu jedem, den ich treffe nett zu sein. Wenn jeder ein wenig respektvoller im Umgang mit anderen wäre, dann Welt unproblematischer.
Die letzte Sünde war neulich – ich bin über die Strasse gegangen, obwohl es rot war. Sorry.

DANKE!


mimas lifejackets 72 Short Shots 2.0 – Daniel Malling Beck, Musiker

Short Shots 2.0 –Anders Ehlin, Musiker

Kategorie: Musik | June 13, 2011 | von

Was geht – und was gar nicht? Welche App hat immer eine Lösung parat und wo ist das zweite Wohnzimmer? Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Anders Ehlin.

In Stockholm hat er es nicht mehr ausgehalten und lebt daher einiger Zeit in Berlin – Anders Ehlin, den meisten wahrscheinlich eher als Hector de Guerre und Kopf der Gruppe Nom de Guerre bekannt. Im vergangenen Jahr hat der Schwede und Wahlberliner mit seinen zwei Kollegen das Konzept-Album „Love Thy Neighbour“ lanciert – ein weiterer Beweis dafür, dass die Schweden Popmusik können. Die Single „Everybody Knows“ hat Ohrwurm-Potential und lief vor zwei Monaten als heavy Rotation auf den einschlägigen Berliner Radiosendern. Zum Fête de la Musique Berlin, am 21. Juni, wird die zweite Single im Rahmen es kleinen Konzertes auf einer Bühne vor der Neuköllner Bar Heroes vorgestellt. Aber es lohnt es sich auch, schon ein paar Tage vorher bei der gleichen Location vorbeizuschauen: Während der Veranstaltung 48 Stunden Neukölln stellt Anders Ehlin gemeinsam mit Künstlerin und Illustratorin Sandra Tebbe das Projekt „The Gossip Machine“ vor; Sandra Tebbe hat auch das Artwork und Grafikdesign zur Album „Love Thy Neighbour“ erstellt. Die Performances versprechen daher ein spannende Collage aus Bild und Ton.

Am 17. und 18. Juni um 20 Uhr wird im Heroes zur „Gossip Machine“ eine Performance geben, bei der sich einmal mehr Sound und Bild zusammenfügen. Am 21. Juni um 21 h Konzert auf der Heroes Block Party Bühne beim Fête de la Musique in Neukölln.

Was der Wahl-Berliner so aufschreibt, wenn es nicht gerade ein Songtext ist, gibt’s nachfolgend zu lesen.

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NAME Anders Ehlin, aka Hector de Guerre
JAHRGANG 1978

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?

Ich komme aus Schweden, aber ich bin wirklich gerne hier in Berlin; ich bin niemand, der ständig umherzieht, ich brauche Zeit um es mich einzuleben, aber ich würde mir gerne die Zeit nehmen, irgendwo Exotisches hinzugehen, sobald es wieder kalt wird – der Horror. (Es ist ein Mythos, dass die nordischen Menschen, die Kälte besser aushalten könnten, sie sind einfach schlechter dran.)

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?

Ich verdiene meinen Lebensunterhalt als Komponist und Musikproduzent und versuche das Auftragsarbeiten und meine Herzensprojekte 50/50 auszubalancieren. Ein Stipendium hier und da hilft dabei. Im Guten wie im Schlechten ist Musik mein Herzblut, sie ist in meinen Adern, in meinem Kopf, jeden Tag und jede Nacht.

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?

Ich bin dabei eine Art Bürokratie- und „wichtige-Papiere“-Phobie zu entwickeln – sie stapeln sich und liegen als schlechtes Gewissen herum. Je länger ich das Erledigen hinauszögere, desto schlimmer wird es. Wenn es zu schlimm wird, dann schließe ich mich tagelang ein und – im besten Fall, miste ich dann mein Leben aus.
Im Moment gearslutz.com durchsuchen und Ebay nach analogen Mischpulten und kreativem Studio-Equipment zu durchsuchen. Das ist in jedem Fall Geek-Porno, aber hey … Es könnte schlimmer sein… Oder…?

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?

Ein weniger komplizierter Kopf.
Aufrichtig glückliche, großzügige und selbstlose Menschen.

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?

Mein Fahrrad (das sich stets verändert) ist ein solch unersetzliches Werkzeug, das ich denke, es könnte als Gadget durchgehen.
Textedit auf meinem Mac. Im Vergleich zu „echten“ Textverarbeitungsprogrammen hat es so eine simple Beiläufigkeit, dass es die Grenzen und Dämonen der Kreativität einfach überlistet.

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?

Abgesehen von gmail, die schwedische Tagezeitung „Dagens Nyheter“,  und Google, das mich in der Hälfte der Fälle auf gearslutz.com bringt.
Meiner Sandra.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?

Mein Studio. Die coolste Sache in meinem Leben außer der „Snooze“-Funktion.
Einen langen Urlaub.


HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?

Mein Studio – im wahrsten Sinn. Ich versuche allerdings nicht so oft dort zu übernachten, obwohl das damals eigentlich die Idee war, als ich es angemietet habe.
Schule. Ich bin so froh.

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?

Meine Freunde, woauchimmer auf deren Aufenthaltsort gerade ist.
Menschen, die aus dem Unheil anderer Leute ihren Profit schlagen, die in den meisten Fällen von Erstgenannten überhaupt ausgelöst werden. Zweifach schlecht. Kapitalismus in seiner ganzen Herrlichkeit.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB:
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?

Ich komme aus dem Land mit den wohl meisten Single-Haushalten weltweit und einem dokumentierten Mangel an Zivilcourage. Selbst wenn ich Massen nicht besonders mag, und ab und an ein einsamer Wolf sein kann, versuche ich das zu bekämpfen. Also bin ich zum einen mit meiner Freundin zusammengezogen und habe beschlossen, dass ich täglich von Menschen umgeben sein muss, und habe mir ein Studio gemietet, das für meine Bedürfnisse alleine zu groß ist und ich daher einen Teil vermieten muss. Beides exzellente Entscheidungen. Es ist belebend und lebendig – jeder Tag eine neue Überraschung.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?

Die letzte Musik, bei der ich wirklich hängengeblieben bin, ist „The Chap“ – unglaubliches Zeug! Zum anderen halten mich die Mixtapes meiner Schwester auf dem Laufenden, was in Sachen zeitgenössische Musik da draußen so vor sich geht, etwas bei dem ich zu schnell genervt bin, um dran zu bleiben.
Gesang der Jünglinge von Stockhausen“ – hat mein Leben ab 16 verändert.
Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?
„America“ von Allen Ginsberg

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?

Ich hoffe ich schaffe es jemand zu sein, der klare Standpunkte ausserhalb meiner kleinen Blase setzt, die Menschen für das zu sehen, was sie sind, und welches Päckchen an Erfahrungen und Unglück sie vielleicht auch mit sich herumtragen. Nichtsdestoweniger bin ich der festen Überzeugung, dass die Veränderung der Welt mit dem Sich-Selbst-Ändern und An-Sich-Glauben anfängt, was ab und an wer genug ist.
Ich denke ich esse zu viel Junk-Food im Moment. Und surfe zu viel auf
gearslutz.com herum.
DANKE!

TheGossipmachine large1 Short Shots 2.0 –Anders Ehlin, Musiker

"THE GOSSIP MACHINE" / ARTWORK BY SANDRA TEBBE


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NOM DE GUERRE / PHOTO © MATILDA RAHM

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Review: Sufjan Stevens in Berlin

Kategorie: Musik | May 09, 2011 | von

Bestuhlte Konzerte sind so eine Sache: Man selbst sitzt im Dunkeln, still und bedächtig und lauscht, während auf der Bühne jemand steht und ins Mikrofon haucht und die Gitarrenseiten zupft. Stille, Spannung. Funktioniert. Auch gestern Abend im ausverkauften Admiralspalast, als Sufjan Stevens, „Indie Wunderkind“, wie er auch gerne betitelt wird, die Bühne betritt. Der US-Amerikaner beginnt mit sanfter  Stimme den Song „Seven Swans“ zu singen. Poesie. Das Wort hat den Beiklang von Kitsch – aber wenn es jemand schafft, Poesie in Musik zu erschaffen dann Sufjan Stevens. Ein umwerfender Auftakt. Nur das mit dem Still-im-Dunkeln-Sitzen kann auf Dauer nicht gutgehen …

sufjanstevens in berlin 021 Review: Sufjan Stevens in Berlin

Im Halbdunkel steht der 35-jährige auf der Bühne, Schwarzlicht erhellt die stammeskriegerartige Neon-Bemalung auf Gesicht und Bühnenoutfit und dann legen sie gemeinsam los, setzen zum orchestralen Sound an – die elf Musiker auf der Bühne, davon drei Bläser, zwei am Schlagzeug und zwei Backgroundsängerinnen. Und plötzlich fühlt es sich plötzlich komisch, an still und bedächtig auf gepolsterten Stühlen zu sitzen. Gleichwohl vermag Sufjan Stevens Inszenierung die Theater-Athmosphäre des Admiralspalastes zu tragen, braucht sie vielleicht sogar: Zum Klang und der Neon-Ästhetik der Bühnenoutfits gesellen sich Lichteffekte und projizierte Illustrationen im Hintergrund. Stevens selbst singt und spielt Gitarre oder Klavier und – tanzt! Und das synchron mit seinen Backgorundsängerinnnen. Er vollführt merkwürdige Armbewegungen, die bisweilen wie einen Steward bei Erklärung der Sicherheitsanweisungen auf einem intergalaktischen Flug erscheinen lassen. Bei anderen Künstlern könnte dies lächerlich wirken, hat es doch etwas von boygroupartiger Tanzeinlage, aber von Sufjan Stevens lässt man sich gerne durch andere Sphären geleiten.

SufjanStevens in Berlin 011 Review: Sufjan Stevens in Berlin

Das Konzert ist perfekt getaktet, austariert und schwingt sich von einem Höhepunkt zum Nächsten. Die Musik mäandert, reißt mit und das Publikum schließlich aus den Sitzen – elektrisiert, begeistert. Es wird frenetisch applaudiert, Sufjan Stevens bedankt sich höflich und kehrt zurück zum Bühnenrand, um mit seiner Akustikgitarre eine seiner melancholischen Balladen anzustimmen. Von denen bietet er dem Publikum einige dar, „für die, die das erwartet hätten“, denn Stevens Elektronik-Begeisterung ist „Age of Adz“-spezifisch. Während er durch seine Vorgängeralben eher als Indie-Barde bekannt wurde, hat er sich mit „Age of Adz“ auch den elektronischen Effekten hingegeben. Während der Arbeit am Album, habe Art zweite Pubertät durchgemacht, wie das Publikum wissen lässt und viele seiner Songs seien daher ein wenig selbstverliebt – und bittet dies zu entschuldigen. Aber eitel wirkt er nie, im Gegenteil: Seine Darbietung ist von großer Präsenz. Sufjan Stevens spricht zum Publikum, nimmt sich zwischendrin die Zeit über Royal Robertson zu erzählen: Der Outsider-Artist hat Stevens inspiriert und das Album geprägt – der Titel „Age of Adz“ geht ebenfalls auf ein Werk des 1997 verstorbenen Künstlers und selbsterannten Propheten zurück; das Artwork, die Video-Collagen im Hintergrund der Show sind zu einem großen Teil mit seinen Bildern  bestückt.

sufjanstevens in berlin 031 Review: Sufjan Stevens in Berlin

Gegen Ende des Konzerts kündigt Sufjan Stevens dann eine 25-minütige Musikexkursion an, die wie eine Sitzung beim Psychiater sei – mit ihm als Patient und dem Publikum als Therapeut: Vom Bühnenhimmel schwebt ein kleines Raumschiff danieder und er selbst performt mit raumanzugartiger Kopfbedeckung, bis „Impossible Soul“ unter Konfettiregen und von der Decke fallenden Luftballons den Admiralspalast schließlich in Partystimmung versetzt und Sufjan Stevens mit Affenmaske und seinen zwei Backgorundsängerinnen am Bühnenrand tanzt.
Ein grandioses Konzert! Poesie, Pathos, Pop, Party. Sufjan Stevens kann alles. Hoffentlich dauert es nicht weitere fünf Jahre, bis er wieder nach Berlin kommt…aber selbst wenn: ich bin mir sicher, es werden alle wiederkommmen, die am Samstagabend dabei waren, um mit Sufjan Stevens im Dunklen zu verweilen – oder neue Sphären zu erkunden.

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Short Shots 2.0 – Andreas Reihse, Musiker

Kategorie: Musik | May 03, 2011 | von

Wir wollen wissen was geht – und was nicht. Was die Welt bereichert, was fürs Gegenteil sorgt und welches Standardwerk im Bücherregal steht. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Andreas Reihse, Musiker und ein Viertel der Formation Kreidler.

Weniger ist mehr, heißt es immer so schön. Auf das neue Album namens „Tank“ von Kreidler trifft das in jedem Fall zu, denn das kommt instrumental-minimalistisch daher und erzeugt eine Art meditativen Sogs. „Tank“ hat übrigens im Radio1 Musikquartett namens Soundcheck, wo die meisten Alben bekanntermaßen gnadenlos zerrissen werden, die Bestnote bekommen (als Podcast zum Nachhören) und dem Werk wurde die Fähigkeit attestiert „ein emotionales Grundrauschen entstehen zu lassen“. Für alle, denen das zu abstrakt ist: reinhören! Und: Wir sprechen hier nicht von Entspannungsmusik, sondern – obwohl es mit Genre-Einordnungen ist ja immer so eine Sache ist – eher von „Electronica/Konkret/Pop“. So bezeichnet die Formation Kreidler das Genre ihrer Musik zumindest auf Myspace selbst. Die Plattenfirma Bureau B gibt es als „Postrock/Neo-Krautrock“ an, aber wieauchimmer – in jedem Fall ist die 1994 in Düsseldorf gegründete Gruppe nicht unbedingt eine Band im klassischen Sinn, sondern vielleicht eher eine Formation von Menschen, die gemeinsam Musik machen, sich aber ebenso im Kunst- und Design-Kontext bewegen und auch schon Soundtracks für Tanztheater produziert haben. Im Mai und Juni sind Kreidler übrigens auf Live-Tour zu erleben, etwa am 22. 5. in Berlin im Festsaal Kreuzberg!

Hinter dem Bandnamen stecken übrigens Alex Paulick, Thomas Klein, Detlef Weinrich und Andreas Reihse. Letzter hat sich dem Short Shots-Fragebogen auf die Kreidler-Art angenommen – minimalistisch. Aber in Anbetracht seiner Was-ich-bei-jedem-Umzug-hin-und-herschleppe-Liste, wird eines klar: Das Weniger in der Musik ist in diesem Fall ein mehr im Kopf. Aber lest selbst, welche großen Dichter, Denker und Musiker Herrn Reihse so beschäftigen…

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NAME Andreas Reihse
JAHRGANG 1968

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?

Europa und Venusia.

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?

Musik, Kuratieren, Schreiben, Assistieren – ohne Herzblut geht es nicht!

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?

Sogenannte Politik und sogenannte Politiker.

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?

Das Objekt der Begierde bewegt mich wirklich.

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?

Dann doch iPhone und iDoodle, Curtis, Notizen.

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?

FAZ und F’book vs. Freunde.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?

Alles bestens vs. Peace on Earth.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?

Berlin vs. (Das-sollte-ich-wirklich-nicht-sagen).

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?

Menschen vs. Dumme Menschen.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB:
Wann baust du auf die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?

Vorwärts vs. backwards.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?

Dostojewski, Klaus Dinger, von Schlegell, Bowie, Foucault, K. Althoff, A. Kluge, O. Sala, R. Goetz, Kancheli, Kafka, Diederichsen, Capote, Bolaño, G. Brus, Bach, Žižek, T. Brinkmann, Sitwell, Kraftwerk, Mamardashvili, C. Barks, Cronenberg, Brontë, Kreidler, Dax, Benn und Abertausend andere mit denen ich immer umziehe.

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?

Mit Kreidler vs. Böse Gedanken.

DANKE!


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Short Shots 2.0 – Marble Man, Musiker

Kategorie: Musik | March 07, 2011 | von

Wir wollen wissen was geht – und was gar nicht. Welche Domains gebookmarkt und welche Bücher in echt im Regal stehen, worin das Herzblut steckt und was die letzte Sünde war. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit Marble Man.

Josef Wirnshofer? Noch nie gehört? Macht nichts. Am besten einfach den Namen Marble Man merken, denn unter diesem Namen macht Josef Wirnshofer Musik. Und das nicht erst seit gestern, obwohl der „Murmel-Mann“ erst 23 ist. Sein Debütalbum, dass im elterlichen Dachboden entstand, nannte die Spex einst „eine absolute Ausnahmeleistung, einen Geniestreich.“ Und auch seine zweites Album, das 2010 erschien, erntet viel Lob. „Later, Phoenix…“, erschienen beim Dresdener Label KF Records ist lauter und rockiger als der eher folkige Vorgänger. Entstanden ist Nummer zwei ganz professionell im Studio und mit Produzent, und wenn man es nicht besser wüsste, würde man nicht vermuten, dass die Musik aus deutschen Landen stammt. Aber das ist letztlich unwichtig. Wichtig hingegen ist, dass der Marble Man sich trotz Erfolg ganz entspannt gibt und auch was er auf die Short-Shots-2.0-Fragen zu sagen hat, klingt sehr sympathisch. Aber lest selbst … Und: Am 7. März spielt Marble Man  ein Konzert im Kulturzentrum in Potsdam und tritt in den Tagen danach auch in Lüneburg und Regensburg auf (weitere Konzertdaten hier). Für eine Kostprobe des Könnens, am besten auf der Myspace-Seite des Marble Man reinhören.

sounds like me Short Shots 2.0   Marble Man, Musiker

NAME Josef Wirnshofer
JAHRGANG 1987

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?

Ich komme ursprünglich aus Traunstein, einer Kleinstadt im Chiemgau, und wohne seit 2 1/2 Jahren in München. Wo ich in 10 Jahren sein werde, weiß ich noch nicht.

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?

Da ich neben der Musik auch studiere, habe ich natürlich immer mal wieder einen Nebenjob, wie es sich für einen Studenten wohl so gehört. Abgesehen davon verdiene ich mein Geld mit Musikmachen, und da steckt auch mein Herzblut drin.

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT:
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?

Nahezu penetrant langweilig finde ich Tennis. Umso spannender dafür sämtliche Werner Herzog-Filme. Mich hat in den letzten drei Jahren kaum etwas so sehr berührt, wie seine Bildsprache und seine Art, Geschichten in Filmen zu erzählen. Erst kürzlich habe ich „Jeder für sich und Gott gegen alle“ mit dem unnachahmlichen Bruno S. gesehen.

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?

Ich bin ein großer Fan von Orgeln und Synthesizern. Vor ein paar Tagen habe ich hier in ‘nem Trödelladen um die Ecke eine uralte Orgel gesehen und wusste sofort, dass ich die kaufen will. Da ich zu dem Zeitpunkt kein Auto zur Verfügung hatte, um sie zu transportieren, wollte ich einfach eine Woche später nochmal mit dem Auto kommen und sie dann mitnehmen. Dummerweise habe ich das denen vom Laden nicht gesagt, weshalb ich zwar eine Woche später mitsamt Auto vor deren Tür stand, die Orgel aber bereits verkauft war.

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?

Als Hardware wäre mir momentan ein Laptop ganz dienlich, weil meiner vor Kurzem geklaut wurde. Ansonsten trage ich immer ‘nen Stift und mein Notizbuch mit mir rum. Applikationen? Die kann man in die zur dritten Frage in die Kategorie „Boredom“ stecken.

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?

Meinem Email-Postfach.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?

Ich bin zufrieden, solange ich mir Platten und Bücher kaufen kann. Sparen tue ich momentan auf nichts.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?

Im Pimpernel in München ist es immer nett. Ein sehr geschichtsträchtiger Laden mit der sympathischsten Türpolitik, die ich kenne. Vor allem aber gibt es dort nicht dieses grausige Snob-Gehabe, das man in vielen anderen Clubs findet. Schrecklich finde ich dafür das KOI in Mannheim. Ich war da einmal drin und danach selten so erleichtert, aus einem Club draußen zu sein. Quasi das Gegenteil vom Pimpernel.
Der gemütlichste Ort der Welt aber ist ein alter Bauwagen, in dem ein Freund von mir wohnt. Auf dem Cover meiner ersten Platte sitze ich in dem Wagen, er auf einem großem Hügel inmitten einer riesigen Waldlichtung, umgeben von Schafen und Ziegen. Jedes Mal wenn ich dort bin, denke ich mir, dass das wohl der gesegnetste Platz der Welt sein muss.

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?

Bereicherung: Freunde, Kunst. Gegenteil: dieser fies-scharfkantige Stein in meinem Schuh.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?

Das ist ganz unterschiedlich je nach Laune. Aber generell treffe ich mich schon sehr gerne mit Freunden, sei es im Kleinen irgendwo zuhause oder um auf ‘ne Techno-Party zu gehen. Am Morgen danach lasse ich die Massen dann ganz gerne ziehen …

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen? Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?

Momentan lese ich „Eine Zeit in der Hölle“ von Arthur Rimbaud und „Rave“ von Rainald Goetz. Woran ich auch schon eine Ewigkeit lese, ist: „Weisse Nacht“ von David Schalko. Obwohl das nur etwas über 100 Seiten hat, aber irgendwie kam bisher immer was dazwischen. Hm, Lieblingsbücher: „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow, „Erzählungen“ und „Die toten Seelen“ von Nicolaj Gogol und „Der Fänger im Roggen“ von J.D Salinger, würd’ ich mal sagen.
Was Musik anbelangt, so höre ich zurzeit ziemlich oft Miles Davis und Duke Ellington. Außerdem „Back to Pascal“ von Halma und seit längerem Mal wieder Belle & Sebastians
The Boy With the Arab Strap“. Ob davon was den Zeitgeist trifft, weiß ich nicht. Darüber denke ich aber auch nicht nach.

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?

Ich werfe Müll nicht auf den Boden, sondern in den Mülleimer. Andererseits trenne ich meinen Müll nicht.

0 Short Shots 2.0   Marble Man, Musiker

marbleman cover groß Short Shots 2.0   Marble Man, Musiker

Short Shots 2.0 – Eva Milner, Musikerin

Kategorie: Musik | January 17, 2011 | von

SHORT SHORTS 2.0

Willkommen in unserer neuen Rubrik. Wir wollen wissen was geht – und was gar nicht. Wo die Heimat ist und wo die Wahlheimat, und welches Standarwerk im Bücherregal steht und welches Gadget den Alltag ausmacht. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus. Diese Woche mit: Eva

Geschwisterpaare gibt es in Sachen Musik immer mal wieder man denke an die Coco Rosie-Schwestern und auch bei Hundreds ist ein Familienprojekt. Genauer gesagt die Band das Projekt von Eva Milner und ihrem sechs Jahre älteren Bruder Philipp. Wähernd dieser für das gros des intstrumentalen Parts zuständig ist, steuert Eva den stimmlichen Anteil hinzu. Auch das Texten übernimmt die Wahl-Hamburgerin und hat daher netterweise auch für Sounds-Like-Me das Beantworten unseres Fragebogens übernommen. Und für alle, die nicht nur wissen wollen, was die eine Hälfte von Hundreds zu sagen hat, sondern wie 100 Prozent Hundreds klingt, kann wahlweise die Website der Band besuchen oder das Myspace-Profil. Hier kann man den bisher größten Hit “Happy Virus” anhören, den man als gute Pop-Musik abstempeln darf und weitere Songs, die die zwischen melancholisch-mystisch und poppig-elektronisch changieren.

hundreds 02 Short Shots 2.0 – Eva Milner, Musikerin

FOTO: JENNIFER SCHÄFER

NAME: Eva
JAHRGANG: 1981

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Woher kommst du und wohin willst du?
Aus dem Spessart und irgendwann einfach nur ans Meer.

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?

Ich lebe momentan vom Musikmachen und da steckt auch mein Herzblut drin. In jedem Ton.

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?

Indie-Pop-Befindlichkeiten. Meinen Moment, bevor ich auf die Bühne zu unserem Intro komme.

HABEN vs. SEIN
Was ist dein aktuelles Objekt der Begierde und was bewegt dich wirklich?
Mein aktuelles Objekt der Begierde ist immer noch das Meer. Und was mich wirklich bewegt sind die Geschichten der Menschen um mich herum.

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche Applikation hat immer eine Lösung parat?

Keine Ahnung was ein Gadget ist. Aber unentbehrlich ist das Ladekabel für meinen MP3-Player (schon dreimal nachgekauft). Applikation?

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?

Täglich einen Besuch abstatten tue ich meinem Mail-Account und außerdem jetzt.de. In echt sehr gerne dem Hafen, am liebsten zusammen mit einem Mit-Spaziergänger.

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?
Meinen Alltag macht mein Küchentisch aus, wer an ihm sitzt, was ich an ihm mache, z.B. kochen, lesen, schreiben.
Ich spare auf nichts.

HOT SPOT vs. SO NOT!
Wo ist aktuell dein zweites Wohnzimmer und welcher Ort geht gar nicht (mehr)?

Mein zweites Wohnzimmer ist mein Garten, nur ist es jetzt zu kalt geworden, um sich dort aufzuhalten.
Wo ich nicht mehr hin will: Hamburger Berg.

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?

Das ist eine sehr weit gefasste Frage. Um eine lange Antwort zu ersparen, nur ganz knapp und ohne Erklärung: Bereicherung: Unsere Touren, Momente, unverhoffte Begegnungen, Raststätten, Kleinigkeiten. Gegenteil: Monotonie.

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?

Ich lasse meistens lieber die Massen alleine ziehen. Und die Gemeinschaft suche ich bei meinen Freunden, die in verschiedenen Orten in Deutschland leben, derzeit sehr wichtig: Bielefeld und Neukölln.

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?

Ich lese momentan: Joey Goebbel: Heartland.
Standardwerke:
Die New York Trilogie von Paul Auster, Der Idiot von Herrn Dostojewski, Was ich liebte von Siri Hustvedt und alles von Murakami.  Vor allem Siri Hustvedt hat mich geprägt, ob das jetzt zu den Standardwerken gehört, weiß ich nicht.

GOOD vs. EVIL
Wie machst du die Welt ein bisschen besser und was war deine letzte Sünde?

Ich bin Vegetarierin und sorge mich, darin hoffe ich ein bisschen Besserung zu verschaffen.
Meine letzte Sünde war dieser Cannelloni-Auflauf vorhin. Ricotta. Mozarella. Reibekäse. Lecker.


Short Shots 2.0 – Soffy O., Musikerin

Kategorie: Musik | December 20, 2010 | von

SHORT SHORTS 2.0

Willkommen in unserer neuen Rubrik. Wir wollen wissen was geht – und was gar nicht. Welche Seiten täglich angeklickt werden und welche gebunden im Bücherregal stehen. Was den Alltag ausmacht und welche App das Leben erleichtert. Antworten von Menschen der aktuellen Kulturlandschaft auf Fragen rund ums zeitgenössische Leben zwischen On- und Offline-Modus.
Diese Woche mit: Sofia Larsson Ocklind a.k.a Soffy O.

Bekannt geworden ist sie anno 1999 durch ihre Zusammenarbeit mit dem DJ-Duo TokTok: Soffy O. Die kommenden 10 Jahre verbrachte die Schwedin in Berlin-Neukölln und in der ganzen Welt auf Tour. Im Jahr 2006 entstand ihr erstes Solo-Werk, 2010 ein Album mit dem schwedischen Duo Hector Manolo und 2011 wird es eine neue Soloplatte von Soffy O. geben. Die nimmt Sofia Larsson Ocklind gerade in Berlin und Malmö, wo sie mittlerweile wohnt, auf. Für Sounds-Like-Me hat sich die 33-Jährige Zeit genommen, das Für und Wider in Sachen Zeitgeist abzuwägen…

send it to Nina Short Shots 2.0   Soffy O., Musikerin

NAME: Sofia Larsson Ocklind, myspace.com/soffyomusic
JAHRGANG: 1977

HEIMAT vs. WAHLHEIMAT
Frösön vs. Ekholmen

BERUF vs. BERUFUNG
Was verdient die Butter aufs Brot und wo steckt dein Herzblut drin?
Musik vs. Musik

BOREDOM vs. ENTERTAINMENT
Was langweilt dich zu Tode und was/wer lässt deinen Adrenalinpegel steigen?
Kein Salz vs. Ronnie O’Sullivan

HARDWARE vs. SOFTWARE
Welches Gadget ist unentbehrlich und welche App hat immer eine Lösung parat?
Schuhe vs. Coca-Cola

ONLINE vs. OFFLINE
Welcher Domain stattest du täglich einen Besuch ab und wem gerne in echt?
boingboing.net vs. ein Puzzle

CONVENIENCE vs. LUXURY
Was macht deinen Alltag aus und worauf sparst du schon ewig?

Äpfel vs. Bandmaschine (Anm. d. Red.: Aufnahmegerät)

FREUND vs. FEIND
Wer bereichert deine Welt und wer sorgt fürs Gegenteil?
Henrik Orrling vs. Schlangen

SCHWARMINTELLIGENZ vs. HERDENTRIEB
Wann baust du die Gemeinschaft und wann lässt du die Massen lieber alleine ziehen?
Essen vs. Silvester

NOW vs. FOREVER
Was liest und hörst du momentan und welche Standardwerke möchtest du nicht missen?
Welche Zeilen und Noten treffen den Zeitgeist und welche haben dich geprägt?

Buch: „Dogwalker“ von Arthur Bradford
Musik: „Family Fodder
Zeile: „Please don’t go topless mother“

DANKE!

Sounds-Like-Me funkt auf QUU.FM

Kategorie: Musik | December 09, 2010 | von

on air 600 Sounds Like Me funkt auf QUU.FM

Wir haben debütiert. Zum ersten Mal in der Geschichte unseres bloggenden Mediums haben wir den Aktionsradius erweitert und machten gestern Radio.
Also weniger wir, das haben wir dann doch lieber dem Experten überlassen: Unser Musikredakteur Alex Gumz, der für die monatlichen Konzertempfehlungen sorgt und uns auch sonst mit allem Hörenswerten ausstattet, hat seine 1-stündige-Playlist für QUU.FM zusammengestellt und für alle, die die Sendung leider verpasst haben, gibts am Samstag um 18h und Sonntag um 13h die Wiederholung.

www.quu.fm

Bild 22 Sounds Like Me funkt auf QUU.FM