UTOPIA 8 – Unfried und Langer entwerfen den Masterplan

Kategorie: taz | December 17, 2009 | von

utk langerunfried UTOPIA 8   Unfried und Langer entwerfen den Masterplan

Nachdem nun also viele helle Köpfe, laute Münder und gebildete Menschen oder Leute, die all diese Eigenschaften in sich vereinen, gesprochen und gepriesen haben, resümierten Claudia Langer und der stellvertretende taz-Chefredakteur Peter Unfried über die Vorschläge der Utopia-Konferenz 09. Resultat ist eine Roadmap, die in mehreren Punkten vereint, wie die Zukunft beschritten werden sollte.

Das mit dem aktuellen Kopenhagen-Ergebnis eine Menge Konterkaros in den denkfreien Raum geschüttet wurden, darf den Einzelnen nicht irritieren und sollte gerade dazu ermuntern, bei sich selbst zu beginnen. Wie ich finde, lohnt sich der tägliche Blick auf www.utopia.de, um sich in ein umweltverträglicheres Wesen zu wandeln. Sonst schreiben wir alle Memoiren, gegen die T.C. Boyles “Ein Freund der Erde” noch wie ein schönes Märchen klingen wird. Wer eine detaillierte Herleitung braucht, kann das im Detail im Konferenzbereich bei Utopia nachlesen. Also, Weiterlesen »

Vom Foto zum Meme. Yeaahh!

Kategorie: taz | October 02, 2009 | von

yeaahh2 Vom Foto zum Meme. Yeaahh!Wenn man mich gefragt hätte, ob ich ein Bild zur Verfügung stelle für ein Flashmob, hätte ich sicherlich abgesagt. Ich finde Flashmobs langweilig und studentisch. Aber nachdem ich die YouTube Videos vom Hamburger “Yeaahh Flashmob” gesehen habe, war ich begeistert. Ich hab mich wie ein Kleinkind gefreut. Alles aus meinem Flickr-Bild aus entstanden.“

Drei Wochen nachdem Miguel Martinez aka Spanier mit diesem Foto unfreiwillig den „und alle so Yeaahh”-Nährboden schuf, haben sich die Wogen um Deutschlands bekanntestes Angela Merkel Wahlplakat längst wieder geglättet. 92 462 Views und mehr als 200 000 Google „Yeaahh“-Ergebnisse später, bietet der Blick hinter die Kulissen des Phänomens jedoch einen spannenden Überblick über die Verselbständigung eines Fotos, dessen Urheber im Offline-Urlaub weilte, während sein Bild von Flickr bis zur Kanzlerin kam.

Beim Schanzenfest war´s noch der geflügelte Satz eingeweihter Freunde. Je später der Abend, desto weniger Worte und mehr Yeaahh. Während keiner der Umstehenden verstand, weshalb  man deswegen lachen muss, waren bei Matthias Werner und Just der Blick hellwach und die Bloggerfinger am flinksten. Mit Nerdcore und Spreeblick kamen die Reichweiten ins Spiel und während Spanier nichts ahnend im Heimatland mit Freunden die Paella machte, kochte im Netz das Yeaahh-Süppchen auf vielen Herden.

„Ist dir eigentlich bewusst, was du angerichtet hast? Das ist überall. Remix Contest, T-Shirt, Yeaah-Lied und Flashmob. Oh man, Hilfe! Grüße in den Urlaub.“ Der Urlaub ist längst nicht vorbei. Die selbst auferlegte Offline-Phase endet jedoch mit dieser SMS. Miguel lacht Tränen, als er seinen Email-Account checkt und blickt fassungslos auf seine Flickr-Stats.

Es hat mich schon beeindruckt, was für eine Eigendynamik das Bild hatte. Aber als ich die ersten Yeaahh-T-Shirts sah, war ich schon ein bißchen enttäuscht. Ich wollte selber welche machen nach mein Urlaub. Schönere, mit Stefan. Und erst recht keine hässlichen Spreadshirts. Es wurde mir aber klar, als ich diese T-Shirts sah, dass das Foto nicht mehr mir gehörte. Es gehörte nun dem Internet und jeder würde damit machen was er will. War für mich auch ok. Ich hoffte zumindest, dass ein paar Menschen zu mir verlinken und die meisten haben das auch getan. Ich war aber sowieso nur der Medium. Wie Spreeblick, Nerdcore und Company war ich nur ein Medium, das diesen geilen Spruch weitergetragen hat.

Erst nach sieben Tagen – im Internet eine Ewigkeit – entwickelte sich das “BlogTwitterFacebookFlashmobVideoSongT-Shirt Yeaahh” zum klassischen “Medien Yeaahh”. Im drögen Wahlkampf ein gefundenes Fressen, um die öffentliche Flashmob-Debatte anzuheizen, kreuzte der Spiegel auf und mit ihm der Rest. Während die ersten Bild-Anfragen großer Publikationen von Miguel neugierig mit Honorarfragen gekontert wurden und unbeantwortet blieben, stürzten sich taz, Süddeutsche, Bild, Abendblatt und Blättchen jeglicher Couleur auch ohne Foto auf Merkels „Freunde aus dem Internet“, drehten Filmchen fürs online Seitchen, dokumentierten, analysierten und bewerteten. Die Views des Fotos erreichten ihren Höhepunkt.

Tagesthemen sendete, FAZ druckte, Das Ding interviewte. Die mediale Krönung des Yeaahs war vollzogen. Viele wussten schon gar nicht mehr, woher es eigentlich kam und wohin es gehen würde. Wikipedia auch nicht.

Miguel macht sich auf die Suche nach dem Urheber. Doch Kritzeleien auf Plakatwände sind gehörig verboten. Offiziell weiß keiner, wer dem Wahlkampf diesen Spaß bescherte. Inoffiziell… folgt die zweite Straftat. Das Plakat wird von „Unbekannten“ entwendet und bringt auf Ebay 324,05 Euro ein. St. Pauli´s Café mit Herz freut sich über die Spende.

Drei Wochen später. Die Wahlen sind vollzogen. Miguel ist zurück in Deutschland und wer jetzt noch “Yeaahh” schreit, nervt. Sie hat für vieles hergehalten, die kleine Kritzelei, die im Webwirbel zum tagesthementauglichen Meme wurde. Jetzt, wo alle gezeigt haben, dass sie „Yeaahh“ können, ist es für Miguel an der Zeit, seine Urlaubsbilder zu zeigen.

Fair oder prekär?

Kategorie: taz | September 23, 2009 | von

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt arbeiten in den unterschiedlichsten Branchen etwa eine halbe Million Praktikanten. Was viele von ihnen eint: Keine oder geringe Bezahlung bei hoher Qualifikation. Wer genug von Referenzen und der vagen Aussicht auf eine Festanstellung hat – am 9. Oktober streiken bundesweit Praktikanten, die sich nicht mehr billig abfertigen lassen wollen.

logo+prakti+streik+neu gerade Fair oder prekär? Weiterlesen »